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Scheerkohl: Was er ist und wie du ihn vom Wok bis zum Gärglas nutzt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Scheerkohl ist ein schnell wachsender Schnittkohl aus der Art Brassica napus und damit eine Kulturform des Rapses.
  • Die zarten Blätter schmecken angenehm und leicht würzig und lassen sich wie Spinat oder Mangold kurz dünsten.
  • Roh passen junge Blätter in Salate; Blätter aus einer Winterkultur können dafür zu ledrig sein.
  • Scheerkohl eignet sich als Füllung für Lasagne und Quiche, die Sorte Licapo auch für Wokgerichte.
  • Beim Fermentieren bleibt das Gemüse vollständig mit Saft oder Salzlake bedeckt, und entstehendes Gas muss entweichen können.
Lockere grüne Blätter des Scheerkohls (Schnittkohl) im Beet
Foto: Marina Leonova · Pexels License · Quelle ↗

Scheerkohl wächst schnell und lässt sich mehrmals schneiden. Wer ihn im Beet hat, steht deshalb öfter mit frischen Blättern in der Küche und braucht mehr als ein einziges Rezept. Ich plane für jeden Schnitt ein anderes Gericht ein: mal roh im Salat, mal in der Quiche, im Wok oder im Gärglas. Zuerst klären wir, was Scheerkohl eigentlich ist. Danach geht es um internationale Gerichte, vegetarische Ideen und das Fermentieren.

Was ist Scheerkohl?

Scheerkohl ist ein schnell wachsender Schnittkohl aus der Art Brassica napus. Botanisch ist er damit eine Kulturform des Rapses. Du findest ihn auch unter dem Namen Bremer Scheerkohl.

Anders als Weißkohl oder Wirsing bildet Scheerkohl keinen festen Kopf. Du schneidest seine jungen Blätter und lässt die Pflanze für den nächsten Schnitt stehen. Die Blätter schmecken angenehm und leicht würzig. Kalte Temperaturen können den Geschmack dieses Schnittkohls noch angenehmer machen.

Kurz erklärt

Scheerkohl und Grünkohl liefern beide Blätter statt Köpfe, gehören aber zu verschiedenen Arten. Scheerkohl stammt aus Brassica napus, Grünkohl ist eine kopflose Form von Brassica oleracea. In der Küche steht Scheerkohl näher am Spinat, weil du seine zarten Blätter kurz dünstest oder roh isst.

Aussaatkalender Scheerkohl
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April, Mai, Juni; Aussaat: April, Mai, Juni, JuliJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliVorkulturAussaat

Grundzubereitung und Bremer Art in Kürze

Scheerkohl wäschst du vor dem Kochen und hackst ihn etwas, die Stängel sehr großer Blätter schneidest du vorher heraus. Die zarten Blätter dünstest du kurz wie Spinat, und traditionell kommt er wie Bremer Grünkohl mit Kochwurst, Pinkel, Kasseler und Kartoffeln auf den Tisch. Diese Grundrezepte Schritt für Schritt findest du bei den einfachen Rezepten und Grundzubereitungen für Scheerkohl.

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Wie vielseitig ist Scheerkohl in der internationalen Küche?

Weil sich Scheerkohl ähnlich wie Spinat verwenden lässt, passt er in viele Gerichte, die zartes Blattgemüse kurz mitgaren. Die Tabelle zeigt, wo ich ihn in verschiedenen Küchen einsetze.

Gericht Küche So kommt Scheerkohl hinein
Wokpfanne asiatisch inspiriert gehackt zum bissfesten Gemüse, nur kurz mitgaren
Okonomiyaki japanisch fein geschnitten zum Weißkohl in den Teig
Kimchi-Variante koreanisch geschnitten ins Gärgemüse, vollständig bedeckt vergären
Lasagne italienisch kurz gedünstet und abgetropft als Gemüseschicht
Quiche französisch vorgedünstet und abgetropft auf den Teig

Wok und Pfanne mit asiatischer Würze

Die Sorte Licapo eignet sich auch als Zutat für Wokgerichte. Ich brate zuerst Zwiebel, Knoblauch und Ingwer an und gare danach Möhren mit. Den gehackten Scheerkohl gebe ich erst dazu, wenn das feste Gemüse bissfest ist. Gewürzt wird mit Sojasoße und Pfeffer, dazu passt Reis. Für eine vegetarische Pfanne kommt gebratener Tofu hinein.

Okonomiyaki mit Scheerkohl

Okonomiyaki sind japanische Pfannkuchen, deren Grundteig Mehl, Ei, Dashi-Brühe und fein geschnittenen Weißkohl enthält. Ich schneide Scheerkohl genauso fein und mische ihn unter den Weißkohl, bevor der Teig in die Pfanne kommt. So lassen sich auch die Blätter eines kleinen Schnitts gut verwerten.

Lasagne und Quiche

Scheerkohl eignet sich als Gemüsefüllung für Lasagne und Quiche. Ich dünste die Blätter vorher kurz in wenig Flüssigkeit und lasse sie gut abtropfen. Erst dann kommen sie zwischen die Nudelplatten oder auf den Quicheteig. Für die Quiche verquirle ich Eier mit Sahne und gieße die Masse über den Scheerkohl.

Zahl im Blick

Reste von Lasagne oder Quiche kühlst du zügig ab und stellst sie abgedeckt bei höchstens 7 °C in den Kühlschrank, besser bei 5 °C. Verbrauche sie innerhalb von 2–3 Tagen oder friere sie ein. Beim Aufwärmen sollten alle Stellen mindestens 2 Minuten lang 70 °C erreichen.

Vegetarische und vegane Ideen

Salat aus jungen Blättern

Roh kommt Scheerkohl bei mir in einen gemischten Blattsalat. Dazu schneide ich einen Apfel, streue Walnüsse darüber und rühre ein mildes Joghurtdressing an. Für den Rohverzehr zählt allerdings, aus welcher Kultur die Blätter stammen. In einem Herbst-Winter-Versuch im frostfreien Folienhaus war Scheerkohl zu ledrig, um ihn frisch und roh zu essen. Wer im September für die Winterernte sät, plant diese Blätter deshalb besser für Pfanne und Ofen ein. Für den Salat nehme ich die Schnitte aus der Frühjahrssaat.

Veganes Pesto

Für Pesto püriere ich Scheerkohlblätter mit gerösteten Pinienkernen, Knoblauch und Olivenöl. Statt Parmesan nehme ich Hefeflocken, dann ist das Pesto vegan. Es passt zu Pasta und schmeckt auch als Aufstrich auf Brot.

Marias Erfahrung

Ich wasche die Blätter in einer großen Schüssel und schleudere sie danach in der Salatschleuder trocken. Erst dann kommen sie in den Mixer oder in die Salatschüssel.

Grüner Smoothie

Junge, rohe Blätter kannst du auch in einen grünen Smoothie mixen. Ich nehme dazu einen süßen Apfel und als Flüssigkeit einen Pflanzendrink. Den Smoothie trinke ich als Teil einer abwechslungsreichen Mahlzeit und nicht als Ersatz dafür.

Achtung

Tiefgekühlte Zutaten, die vorher nicht stark erhitzt wurden, lässt du im grünen Smoothie zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen besser weg. Den fertigen Smoothie stellst du möglichst bei höchstens 7 °C kalt und trinkst ihn noch am selben Tag.

Scheerkohl fermentieren: so gehe ich vor

Beim milchsauren Fermentieren wandeln Milchsäurebakterien Kohlenhydrate des Gemüses in Milchsäure um. Nach diesem Prinzip entsteht auch Sauerkraut aus Weißkohl. Scheerkohl behandle ich dabei wie anderes fein geschnittenes Gemüse. Wie sich fermentierte Lebensmittel auf die Gesundheit auswirken, ist nicht abschließend geklärt. Ich fermentiere Scheerkohl wegen des Geschmacks.

Ich wasche den Scheerkohl gründlich und schneide ihn fein. Die Gläser koche ich vorher aus, damit sie sauber sind. Dann wiege ich Gemüse und Salz ab und stampfe beides, bis Saft austritt. Danach drücke ich alles so fest ins Glas, dass es vollständig vom eigenen Saft bedeckt ist. Reicht der Saft nicht, gieße ich Salzlake nach, bis nichts mehr herausragt. Das Glas verschließe ich so, dass entstehendes Kohlendioxid entweichen kann.

Zahl im Blick

Für fein zerkleinertes Gemüse, das bis zum Saftaustritt gestampft wird, liegt die Salzzugabe bei rund 2–5 % der Gesamtmenge.

Kimchi-Variante mit Scheerkohl

Kimchi ist eine koreanische Gemüsezubereitung, bei der Kohl unter Salzzugabe milchsauer vergoren wird. Ich mische geschnittenen Scheerkohl unter das übrige Gemüse. Dabei gelten dieselben Regeln: sauber arbeiten, vollständig bedecken und Gas entweichen lassen.

Häufiger Fehler

Kimchi gilt schnell als vegetarisch. Es kann aber Shrimps enthalten, deshalb prüfst du bei Rezept und gekauften Zutaten, ob tierische Bestandteile dabei sind.

Achtung

Beim Fermentieren von Kohl kann vermehrt Histamin entstehen. Bei einer Histamin-Intoleranz ist Fermentiertes deshalb nicht pauschal verträglich. Zeigt sich Schimmel, entsorgst du das ganze Glas, denn Wegschneiden oder starkes Erhitzen beseitigt mögliche Schimmelpilzgifte nicht sicher.

Anbau, Ernte und Nährwerte kurz eingeordnet

Gesät wird Scheerkohl im März und April, für eine Winterernte im September. Als Kulturform des Rapses zählt er zu den Kreuzblütlern und gehört damit in dieselbe Anbaupause wie Kohl, die du in deiner Beetplanung über mehrere Gartenjahre festhältst. Wie du Scheerkohl von der Aussaat bis zur Mehrfachernte anbaust, steht in einem eigenen Ratgeber, die Grundlagen im Kohl-Ratgeber zu Aussaat, Anzucht und Pflanzung.

Erstmals schnittreif ist Scheerkohl nach etwa 5–7 Wochen. Du schneidest junge Blätter von 5–8 cm Länge und lässt Herzblätter und Vegetationskegel unverletzt, damit ein weiterer Schnitt möglich bleibt. Den passenden Zeitpunkt und die Frischhaltung beschreibt der Ratgeber, wie du Scheerkohl erntest und frisch hältst.

Was an Nährstoffen in den Blättern steckt, liest du im Beitrag zu den Nährstoffen im Scheerkohl. Scheerkohl ist ein Gemüse für eine abwechslungsreiche Ernährung, ein Heilmittel ist er nicht. Wie die Kohlarten botanisch zusammenhängen und woher sie stammen, ordnet der Kohl-Ratgeber im Abschnitt zu Arten und Herkunft ein.

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Häufige Fragen

Was ist Scheerkohl?
Scheerkohl ist ein schnell wachsender Schnittkohl aus der Art Brassica napus und damit eine Kulturform des Rapses. Statt eines Kopfes erntest du junge Blätter, die angenehm und leicht würzig schmecken. In der Küche verwendest du ihn ähnlich wie Spinat, roh im Salat oder kurz gedünstet.
Wie unterscheidet sich Scheerkohl von Grünkohl und Spinat?
Scheerkohl gehört zur Art Brassica napus, Grünkohl ist dagegen eine kopflose Form von Brassica oleracea. In der Küche liegt Scheerkohl nah am Spinat, denn seine zarten Blätter werden kurz gedünstet oder roh im Salat gegessen. Traditionell wird er trotzdem ähnlich wie Bremer Grünkohl mit Kochwurst, Pinkel, Kasseler und Kartoffeln zubereitet.
Worin unterscheiden sich Scheerkohl und andere Kohlarten wie Wirsing oder Rosenkohl?
Wirsing bildet einen Kopf aus lockeren, krausen Blättern, Rosenkohl kleine Röschen aus dicht geschichteten Blättern. Beim Scheerkohl schneidest du dagegen junge Blätter und lässt die Pflanze für weitere Schnitte stehen. Botanisch gehört er zu Brassica napus, Wirsing und Rosenkohl zählen zu Brassica oleracea.
Kann Scheerkohl mehrmals geerntet werden und wie funktioniert das?
Ja, für Scheerkohl werden 2–3 Ernten angegeben. Du schneidest die jungen Blätter und lässt Herzblätter und Vegetationskegel unverletzt, damit ein weiterer Schnitt möglich bleibt. Eine Ernte kurz vor dem Winter kann allerdings die Winterhärte beeinträchtigen.
Wie bereitet man Scheerkohl richtig zu und welche Methoden gibt es?
Wasche die Blätter, hacke sie etwas und schneide nur bei sehr großen Blättern die Stängel vorher heraus. Roh passt Scheerkohl in Salate, gegart dünstest du ihn kurz wie Spinat oder Mangold. Außerdem eignet er sich als Füllung für Lasagne und Quiche, die Sorte Licapo auch für Wokgerichte.
Was unterscheidet Blattkohl von festeren Kohlsorten bei der Lagerung?
Frisches Blattgemüse wie Scheerkohl gehört ins Gemüsefach des Kühlschranks und braucht eine Verpackung, die es vor dem Austrocknen schützt. Für einen Wintervorrat eignen sich dagegen feste Köpfe, vor allem die Winterformen von Weiß- und Rotkohl. Wie du Scheerkohl nach dem Schnitt frisch hältst, beschreibt der Ratgeber zu Ernte und Lagerung.
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