Gemüse · Melonen · Pflege

Nährstoffbedarf von Zuckermelonen: Aufgaben der Nährstoffe, pH-Wert und Humus

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Stickstoff ist Bestandteil von Proteinen und Chlorophyll und unterstützt besonders das Blattwachstum.
  • Phosphor steckt in Nukleinsäuren und Energieträgern wie ATP, Kalium wirkt am Wasserhaushalt und an den Spaltöffnungen mit.
  • Calcium trägt zur Stabilität der Zellwände bei, Magnesium ist Teil des Chlorophylls, Schwefel dient dem Aufbau von Proteinen.
  • Aufnehmen kann die Melone nur, was in der Bodenfeuchtigkeit gelöst ist; ein humoser, lockerer Boden speichert Wasser besser.
  • Hohe Kaliumgehalte können die Magnesiumaufnahme hemmen, und für Melonen eignet sich ein saurer bis neutraler Boden.

Ein Beet voller Nährstoffe hilft deiner Zuckermelone nur, wenn ihre Wurzeln diese Nährstoffe auch aufnehmen können. Ob das gelingt, hängt am Wasser im Boden, am Bodenleben, am pH-Wert und am Humus. Ich schaue deshalb bei meinen Melonen zuerst auf den Boden und erst danach auf den Dünger. Unten findest du erst die Aufgaben der einzelnen Nährstoffe und dann, was sie im Boden verfügbar macht.

Welche Nährstoffe braucht eine Zuckermelone?

Melonen gelten als Starkzehrer und wurzeln flach. Ihre Nährstoffe lassen sich in drei Gruppen einteilen: Hauptnährstoffe, Sekundärnährstoffe und Spurennährstoffe. Die Tabelle zeigt, welche Aufgabe die einzelnen Nährstoffe in der Pflanze übernehmen.

Nährstoff Gruppe Aufgabe in der Pflanze
Stickstoff (N) Hauptnährstoff Bestandteil von Proteinen und Chlorophyll, unterstützt besonders das Blattwachstum
Phosphor (P) Hauptnährstoff Bestandteil der Nukleinsäuren und von Energieträgern wie ATP
Kalium (K) Hauptnährstoff wirkt an der Regulation von Wasserhaushalt und Spaltöffnungen mit
Calcium (Ca) Sekundärnährstoff trägt zur Stabilität der Zellwände bei
Magnesium (Mg) Sekundärnährstoff Bestandteil des Chlorophylls, für die Photosynthese erforderlich
Schwefel (S) Sekundärnährstoff wird zum Aufbau von Proteinen gebraucht
Spurennährstoffe Spurennährstoff unterstützen unter anderem die Funktion von Enzymen
Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Cucumis
Hund
Ungiftig
Katze
Ungiftig
Pferd
Ungiftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Die Samen 1-2 cm tief säen.

Aussaatkalender Zuckermelone / Cantaloup
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Blüte: Juli, August, September; Ernte: August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberErnteErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberVorkulturBlüteErnte

Wofür braucht die Zuckermelone Stickstoff?

Stickstoff ist Bestandteil der Proteine und des Chlorophylls, des grünen Blattfarbstoffs. In der Pflanze unterstützt er besonders das Blattwachstum. Ich beobachte bei meinen Zuckermelonen deshalb, ob sie neben Laub und Ranken auch Blüten und Fruchtansätze bilden. Wie viel Stickstoff gerade im Boden verfügbar ist, zeigt eine Standard-Bodenuntersuchung nicht. Dafür gibt es die gesonderte Nmin-Untersuchung.

Mythos-Check

Mehr Stickstoff bringt größere Melonen? So einfach ist es nicht. Stickstoff unterstützt vor allem das Blattwachstum, und bei Wassermelonen fördert ein Zuviel die Ranken auf Kosten der Früchte.

Anzeigen

Was leistet Phosphor in der Melone?

Phosphor ist Bestandteil der Nukleinsäuren, die die Erbinformation der Zellen tragen. Außerdem steckt er in Energieträgern wie ATP, mit denen die Pflanze Energie für ihren Stoffwechsel bereitstellt. Anders als den Stickstoff erfasst die Standard-Bodenuntersuchung den Phosphor mit, sodass du deinen Wert ohne Zusatzanalyse bekommst. Ich schaue mir diesen Wert an, bevor ich im Frühjahr Kompost auf das Melonenbeet bringe.

Wofür ist Kalium da?

Kalium wirkt an der Regulation des Wasserhaushalts und der Spaltöffnungen mit. Über diese feinen Öffnungen in den Blättern verdunstet die Pflanze Wasser und tauscht Gase aus. Hohe Kaliumgehalte im Boden können allerdings die Aufnahme von Magnesium hemmen. Kalium gebe ich deshalb nicht auf Vorrat, sondern schaue vorher auf den Wert aus der Bodenuntersuchung.

Was Größe und Qualität der Früchte mitbestimmt

Für Melonen in Töpfen oder Pflanzsäcken ist eine flüssige Düngung während des Wachstums empfehlenswert, ab walnussgroßen Früchten kaliumbetont. Gut vorbereiteter Gartenboden braucht eventuell keine Nachdüngung, bei schwachem Wachstum ist sie möglich. Nährstoffe sind aber nur ein Teil dessen, was über Größe und Qualität der Früchte entscheidet. Eine gute Bestäubung fördert Fruchtqualität, Fruchtgröße und Ertrag. Pollen derselben Pflanze kann die Blüte befruchten, er muss aber auf die Narbe gelangen. Im Gewächshaus übertrage ich ihn mit einem Pinsel auf die Narbe der weiblichen Blüte. Bei aufgeleiteten Zuckermelonen unter Glas bleiben zur Ausreife 3 bis 5 Früchte je Pflanze stehen.

Was leisten Calcium, Magnesium und Schwefel?

Calcium, Magnesium und Schwefel zählen zu den Sekundärnährstoffen. Calcium trägt zur Stabilität der pflanzlichen Zellwände bei. Magnesium ist Bestandteil des Chlorophylls und damit für die Photosynthese erforderlich. Weil auch Stickstoff im Chlorophyll steckt, braucht grünes Laub beide Nährstoffe zugleich. Wie viel Magnesium ankommt, hängt zudem am Kaliumgehalt des Bodens. Schwefel braucht die Pflanze zum Aufbau von Proteinen.

Was tun Spurennährstoffe?

Spurennährstoffe heißen so, weil die Pflanze sie nur in Spuren braucht. Dazu gehören zum Beispiel Eisen, Mangan, Zink und Bor. In der Pflanze unterstützen Spurennährstoffe unter anderem die Funktion von Enzymen, die Stoffwechselvorgänge in Gang halten. Ob sie bei der Melone ankommen, hängt wie bei allen Nährstoffen auch am Boden.

Marias Erfahrung

Einzelne Spurennährstoffe gebe ich nicht auf Verdacht. Ein verfärbtes Blatt nehme ich als Hinweis und nicht als Diagnose, und ich schaue zuerst auf Bodenfeuchte und pH-Wert.

Wann sind Nährstoffe im Boden verfügbar?

Ein Nährstoff im Boden nützt der Melone erst, wenn ihre Wurzeln ihn aufnehmen können. Das geht nur, wenn er in der Bodenfeuchtigkeit gelöst vorliegt. Organisch gebundene Nährstoffe, etwa aus Kompost, müssen vorher von Bodenorganismen aufgeschlossen werden. Das erklärt, warum organische Dünger meist langfristiger wirken, während leicht lösliche mineralische Dünger Nährstoffe schneller bereitstellen. Ich achte deshalb auf zwei Dinge: einen Boden, der Feuchtigkeit hält, und ein aktives Bodenleben. Auch ein Zuviel kann schaden, denn ein hoher Salzgehalt im Boden kann bei Zuckermelonen ähnliche Schäden an den Triebspitzen hervorrufen wie starke Hitze.

Welcher pH-Wert passt zu Zuckermelonen?

Der pH-Wert zeigt, wie sauer oder basisch dein Boden ist. Er gehört zu den Bodeneigenschaften, die mitbestimmen, wie gut Nährstoffe für die Wurzeln verfügbar sind. Für Melonen eignet sich ein saurer bis neutraler Boden. Das ist keine enge Zielzahl. Dazu soll der Boden Wasser speichern und trotzdem gut durchlässig sein.

Eine Standard-Bodenuntersuchung erfasst den pH-Wert zusammen mit Phosphor und Kalium. Wie du aus dem Ergebnis eine Düngung ableitest und den Boden anpasst, erklärt der Ratgeber dazu, welche Dünger in welcher Menge und zu welchem Zeitpunkt zu Melonen passen. Dort findest du auch, wie du Mangel und Überdüngung erkennst.

Wie verbessert Humus die Verfügbarkeit?

Ein humoser, lockerer Gartenboden kann Wasser besser speichern. Weil die Wurzeln Nährstoffe nur gelöst in der Bodenfeuchtigkeit aufnehmen, hilft Humus also auch der Nährstoffaufnahme: Er hält das Wasser, in dem die Nährstoffe gelöst sein müssen. Als Starkzehrer werden Melonen schon bei der Beetvorbereitung versorgt. Kennst du die Nährstoffgehalte deines Bodens nicht, ist Kompost dafür der Ausgangspunkt.

Zahl im Blick

Sind die Nährstoffgehalte deines Bodens unbekannt, können als allgemeine Gartenempfehlung jährlich 3 l Kompost pro m² leicht eingearbeitet werden. Liegt der Boden in den Phosphat-Gehaltsklassen C bis E, gelten im Gemüsebeet höchstens 3 l Kompost je m² und Kultur. Beides sind Richtwerte für den Garten und kein Düngeplan für Melonen.

Ich bereite das Beet vor, während die Jungpflanzen noch in der Vorkultur stehen. Zuckermelonen können nach 4 bis 6 Wochen warmer Vorkultur ausgepflanzt werden, und wann du Melonen vorziehst und auspflanzt, zeigt dir der Aussaatkalender. Leichte Böden lockere ich im Frühjahr mit der Grabgabel, ohne sie umzugraben.

Eine Mulchdecke vermindert den Wasserverlust aus dem Boden und schützt ihn vor Verschlämmung und Erosion. Grasschnitt kommt nur angewelkt und dünn aufs Beet. Bei Wassermelonen soll Grünschnittmulch erst auf ausreichend erwärmten Boden, und so halte ich es auch bei meinen Zuckermelonen.

Zwischen den Kulturen kann eine Gründüngung das Beet bedecken. Vor oder nach Melonen eignen sich etwa Phacelia oder Lupine, und welche Gründünger und Nachbarn zu Melonen passen, zeigt der Mischkultur-Planer. Gelbsenf passt ebenfalls, gehört aber wie Kohl zu den Kreuzblütlern und zählt wegen gemeinsamer Krankheitserreger in dessen Fruchtfolge mit.

Wie viel düngen, und wann?

Zuckermelonen im Gewächshaus haben einen Stickstoffbedarf von 30 g/m² je Kultur; davon abgezogen wird, was der Boden mitbringt und nachliefert. Bei Wassermelonen im Hausgarten-Freiland liegt der Stickstoffbedarf bei 19 g/m², und wie du Wassermelonen in jeder Wachstumsphase düngst und gießt, erklärt ein eigener Ratgeber. Den Rahmen gibt der Abschnitt im Melonen-Ratgeber, wie du Melonen als Starkzehrer mit Augenmaß düngst; Dünger, Mengen und Zeitpunkte für Zuckermelonen vertieft der Düngeratgeber.

Wie hängen Gießen und Nährstoffaufnahme zusammen?

Weil die Wurzeln nur gelöste Nährstoffe aufnehmen, gehören Gießen und Düngen zusammen. Im Erwerbsanbau haben Zuckermelonen vom Fruchtansatz bis zum Abschluss des Größenwachstums den höchsten Wasserbedarf, in der Abreife wird dort weniger bewässert. Wie du Zuckermelonen richtig gießt und die Düngergaben darauf abstimmst, beschreibt ein eigener Beitrag, die Grundlagen der Melonen-Ratgeber im Abschnitt Gießen.

Passendes Saatgutaus dem samen.de Shop
Kiepenkerl Zuckermelone Stellio F1
Kiepenkerl Zuckermelone Stellio F1
Zum Shop
Culinaris BIO Honigmelone Cantaloup Charentais
Culinaris BIO Honigmelone Cantaloup Charentais
Zum Shop
Culinaris BIO Honigmelone Amelia
Culinaris BIO Honigmelone Amelia
Zum Shop
Sperli Melone Masada, F1
Sperli Melone Masada, F1
Zum Shop

Häufige Fragen

Welche Nährstoffe brauchen Zuckermelonen für Wachstum und Fruchtentwicklung?
Zuckermelonen brauchen die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium, die Sekundärnährstoffe Calcium, Magnesium und Schwefel sowie Spurennährstoffe. Stickstoff ist Bestandteil von Proteinen und Chlorophyll und unterstützt besonders das Blattwachstum, Phosphor steckt in Nukleinsäuren und Energieträgern wie ATP. Kalium wirkt am Wasserhaushalt und an den Spaltöffnungen mit, Calcium trägt zur Stabilität der Zellwände bei. Magnesium ist Bestandteil des Chlorophylls, Schwefel dient dem Aufbau von Proteinen, und Spurennährstoffe unterstützen unter anderem die Funktion von Enzymen.
Warum ist eine Bodenvorbereitung mit Kompost für Melonen wichtig?
Melonen gelten als Starkzehrer, deshalb beginnt ihre Versorgung schon bei der Beetvorbereitung. Kennst du die Nährstoffgehalte deines Bodens nicht, können als allgemeine Gartenempfehlung jährlich 3 l Kompost pro m² leicht eingearbeitet werden. Die organisch gebundenen Nährstoffe darin müssen erst von Bodenorganismen aufgeschlossen werden, bevor die Wurzeln sie aufnehmen können. Liegt der Boden in den Phosphat-Gehaltsklassen C bis E, gelten im Gemüsebeet höchstens 3 l Kompost je m² und Kultur.
Welche Rolle spielen Calcium und Magnesium bei Melonen?
Calcium trägt zur Stabilität der pflanzlichen Zellwände bei. Magnesium ist Bestandteil des Chlorophylls und damit für die Photosynthese erforderlich. Hohe Kaliumgehalte im Boden können die Magnesiumaufnahme hemmen, deshalb gehört beim Düngen auch das Verhältnis der Nährstoffe in den Blick.
Stimmt es, dass mehr Stickstoff automatisch zu größeren Melonen führt?
Nein, so einfach ist es nicht. Stickstoff unterstützt vor allem das Blattwachstum, und bei Wassermelonen fördert zu viel davon die Ranken auf Kosten der Früchte. Auch organische Dünger können bei übermäßiger Anwendung zu einer Überdüngung führen. Fruchtgröße, Fruchtqualität und Ertrag fördert dagegen eine gute Bestäubung.
Was unterscheidet Düngergaben von der kontinuierlichen Bodenverbesserung bei Melonen?
Leicht lösliche mineralische Dünger stellen Nährstoffe schneller bereit, organische Dünger wirken meist langfristiger, weil Bodenorganismen ihre Nährstoffe erst aufschließen müssen. Bodenverbesserung zielt auf den Boden selbst: Ein humoser, lockerer Boden speichert Wasser besser, und eine Mulchdecke vermindert Wasserverlust und Verschlämmung. Gut vorbereiteter Gartenboden braucht bei Melonen eventuell keine Nachdüngung, bei schwachem Wachstum ist sie aber möglich.
Zuletzt geprüft:
↑