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Chilisorten für den Heimanbau: 10 Sorten von mild bis sehr scharf im Vergleich

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ohne oder mit wenig Schärfe: Lombardo, Poblano Ancho San Luis, NuMex Suave Red und meist auch Pimientos de Padrón.
  • Mittlere Schärfe bringen Jalapeño Ruben und Hungarian Hot Wax mit.
  • De Cayenne wird mit etwa 50.000 SHU angegeben, Habanero Orange trägt sehr scharfe Früchte.
  • Habanero Orange gehört zu Capsicum chinense und eignet sich für den geschützten Anbau.
  • Für Chilis im Kübel wird ein standfestes Gefäß mit mindestens 10 Litern Volumen empfohlen.
  • Die Fruchtfarbe verrät die Schärfe nicht zuverlässig, und scharfe Sorten schneidest du mit Küchenhandschuhen.

Wer im Winter Chilisamen aussucht, legt damit Schärfe, Platzbedarf und Aufwand für die ganze Saison fest. Ich entscheide deshalb zuerst, wofür ich die Schoten in der Küche brauche und wo die Pflanzen stehen sollen. Farbe und Form kommen erst danach.

Die zehn Chilisorten in diesem Vergleich reichen von der Peperoni ohne Schärfe bis zur sehr scharfen Habanero. Zu jeder Sorte erfährst du, wie scharf sie ausfällt, wie sie wächst und was sie beim Anbau von dir verlangt. Die Grundlagen fasse ich weiter unten nur kurz zusammen; ausführlich stehen sie in meinem Überblick zu Aussaat, Pflege und Ernte von Paprika und Chili.

Welche Chilisorte passt zu dir?

Drei Fragen klären die Auswahl: Wie scharf darf es sein, wo stehen die Pflanzen, und zu welcher Art gehört die Sorte?

Schärfe: auf die Skala achten

Schärfeangaben begegnen dir in zwei Formen. Manche Beschreibungen ordnen Sorten auf einer Zehnerskala von 0 bis 10 ein, andere nennen Scoville-Einheiten, kurz SHU. In der Tabelle unten steht deshalb bei jeder Sorte dabei, welche Angabe gemeint ist.

Auch der Typname sagt wenig über die Schärfe. Santiago ist eine Jalapeño mit Schärfegrad 0 bis 2, und NuMex Suave Red verbindet Habaneroaroma mit derselben milden Einstufung. Wer nach Schärfe auswählt, liest also die Angabe zur Sorte und nicht nur den Typ.

Häufiger Fehler

Von der Fruchtfarbe auf die Schärfe schließen. Die Farbe einer Chili verrät ihre Schärfe nicht zuverlässig. Maßgeblich sind die Angabe zur Sorte, der Reifegrad und die Sonne und Wärme, unter denen die Früchte wachsen.

Platz: Kübel oder Beet

Im Kübel brauchen Chilis ein standfestes Gefäß mit Wasserablauf, damit keine Staunässe entsteht. Empfohlen werden mindestens 10 Liter Volumen. Der Durchmesser sollte etwa 30 cm betragen.

Im Beet planst du als System. In der Reihe und zwischen den Reihen bleiben bei Capsicum annuum jeweils 30 bis 50 cm, und jede Pflanze bekommt eine eigene Stütze. Wenn du mehrere Sorten nebeneinander setzt, teilst du die Fläche vorab mit dem Planungswerkzeug für deine Beete ein.

Art: Capsicum annuum oder eine andere Art

Capsicum annuum ist die Art der Gemüsepaprika und der Chilis, die zu ihr gehören. Chilis verteilen sich aber auf mehrere Arten, darunter auch Capsicum baccatum und Capsicum chinense. Die gängigen Keimwerte beziehen sich auf Capsicum annuum, deshalb richtest du Aussaat und Ernte bei anderen Arten nach den Angaben zur jeweiligen Sorte. Ich notiere mir beim Saatgutkauf zu jeder Sorte die Art und die Schärfeangabe.

Mini-Checkliste

Schärfeangabe auf der Tüte lesen und auf die Skala achten. Art der Sorte notieren, besonders bei Capsicum chinense. Platz klären: Kübel ab 10 Litern oder Beet mit Abstand und Stütze. Samenfeste Sorte wählen, wenn du später eigenes Saatgut gewinnen willst.

Aussaatkalender Paprika & Chili
GartenkalenderAussaat: Februar, März, April; Blüte: Juni, Juli, August, September; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, November; Pflanzung: März, April, MaiJFMAMJJASONDAussaatAussaat: FebruarAussaat: MärzAussaat: AprilBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiAussaatBlüteErntePflanzung

Die 10 Chilisorten im Vergleich

Die Tabelle ordnet die Sorten nach ihrer angegebenen Schärfe, von ohne bis sehr scharf. Thai Chili und Scotch Bonnet folgen am Schluss, weil ich sie vor allem nach Wuchs und Frucht auswähle.

Sorte Schärfe Merkmale für Anbau und Küche
Lombardo Grad 0 (Skala 0 bis 10) Peperoni mit 10 bis 15 cm langen, süß-aromatischen Früchten; Freiland, Gewächshaus und Topf
Poblano Ancho San Luis mild Früchte etwa 10 cm lang und 7 cm breit; frisch zum Füllen, getrocknet als Ancho
NuMex Suave Red Grad 0 bis 2 (Skala 0 bis 10) tropisch-fruchtiges Habaneroaroma
Pimientos de Padrón häufig mild, einzelne Früchte scharf kleine grüne Früchte, die mit der Reife schärfer werden
Jalapeño Ruben Grad 3 bis 5 (Skala 0 bis 10) dickfleischige, etwa 7 cm lange Früchte, rot abreifend, mit sortentypischen Verkorkungen
Hungarian Hot Wax 5.000 bis 10.000 SHU mittelscharf, einzelne Früchte noch schärfer
De Cayenne etwa 50.000 SHU frisch oder getrocknet zum Schärfen
Habanero Orange Grad 9 bis 10 (Skala 0 bis 10) Capsicum chinense; fruchtig-aromatisch, orange abreifend; für den geschützten Anbau
Thai Chili Angabe zur Sorte prüfen niedrig und buschig; dünnfleischige Früchte von 3 bis 4 cm; frisch oder getrocknet
Jamaican Scotch Bonnet rot Angabe zur Sorte prüfen je nach Standort etwa 60 bis 80 cm hoch

Die zehn Sorten im Porträt

1. Lombardo: ohne Schärfe, für Beet und Topf

Lombardo ist eine milde Peperoni mit süß-aromatischen Früchten ohne Schärfe. Die Früchte werden 10 bis 15 cm lang. Weil sich die Sorte für Freiland, Gewächshaus und Topf eignet, kannst du sie dort ziehen, wo gerade Platz ist. In der Küche nimmst du sie für Salate, zum Dünsten und zum Einlegen.

2. Poblano Ancho San Luis: mild, mit breiten Früchten zum Füllen

Der Poblano Ancho San Luis ist mild und bildet etwa 10 cm lange Früchte. Sie werden etwa 7 cm breit und frisch zum Füllen verwendet. Getrocknete rote Poblano-Früchte heißen Ancho. Für Ancho lasse ich die Früchte deshalb an der Pflanze rot werden, bevor ich sie abschneide.

3. NuMex Suave Red: Habaneroaroma bei milder Schärfe

NuMex Suave Red verbindet ein tropisch-fruchtiges Habaneroaroma mit milder Schärfe. Auf der Zehnerskala liegt sie bei 0 bis 2. Unter dem Namen NuMex Suave gibt es außerdem einen gelb abreifenden, milden Habanero mit sehr fruchtigem Aroma, der sich aber nicht als Trockenchili eignet. Die Sorte kommt infrage, wenn du Habaneroaroma suchst und wenig Schärfe willst.

4. Pimientos de Padrón: meist mild, manchmal scharf

Die kleinen grünen Früchte von Pimientos de Padrón sind häufig mild. Einzelne Früchte können aber scharf ausfallen, und mit zunehmender Reife werden sie schärfer. Ich ernte sie deshalb grün und schneide sie mit der Schere ab, solange sie klein sind.

Weitere Sorten mit wenig Schärfe und wie du sie in der Küche nutzt, stelle ich bei den milden Chilis für den sanften Einstieg vor.

5. Jalapeño Ruben: fruchtige Schärfe im mittleren Bereich

Für Jalapeño-Chilis wird beispielhaft eine Spanne von 2.500 bis 8.000 SHU angegeben. Jalapeño Ruben liegt auf der Zehnerskala bei 3 bis 5 und hat eine fruchtige Schärfe. Ihre dickfleischigen Früchte werden etwa 7 cm lang und reifen rot ab. Die Verkorkungen auf der Schale gehören zur Sorte. Reife Jalapeño-Früchte werden in Mexiko geräuchert und heißen dann Chipotle.

6. Hungarian Hot Wax: mittelscharf, einzelne Früchte schärfer

Hungarian Hot Wax wird mit 5.000 bis 10.000 SHU als mittelscharf beschrieben. Einzelne Früchte können noch schärfer ausfallen. Wenn ich für Gäste koche, entferne ich bei solchen Sorten die inneren Scheidewände und die Samen, um die Schärfe zu vermindern.

7. De Cayenne: scharf, frisch oder getrocknet

Für De Cayenne wird ein Schärfewert von etwa 50.000 SHU angegeben. Damit liegt sie deutlich über den Spannen von Jalapeño-Chilis und Hungarian Hot Wax. Chilifrüchte nutzt du frisch oder getrocknet zum Schärfen von Speisen. Zum Trocknen halbiere ich ausgereifte Früchte mit Handschuhen längs, entferne den Stielansatz samt Samen und lege sie flach nebeneinander aus. Getrocknete scharfe Früchte lassen sich im Mörser zu Chilipulver zerreiben.

8. Habanero Orange: sehr scharf, für den geschützten Anbau

Habanero Orange trägt sehr scharfe, fruchtig-aromatische Früchte, die orange abreifen. Auf der Zehnerskala steht sie bei 9 bis 10. Für scharfe Habanero-Typen werden zusammen 100.000 bis 350.000 SHU genannt. Die amtliche Tabelle reicht dabei bis 250.000 SHU.

Die Sorte gehört zu Capsicum chinense und eignet sich für den geschützten Anbau. Die Keimwerte für Capsicum annuum passen deshalb nicht automatisch, und Aussaat und Erntezeit richtest du nach den Angaben auf ihrer Saatguttüte. Frisch eignet sie sich besonders für feurige Soßen. Die Gelbe Habanero lässt sich bei 10 °C kühler überwintern; an einem solchen Platz gießt du weniger.

9. Thai Chili: niedrig und buschig

Thai Chili wächst niedrig und buschig. Ihre dünnfleischigen Früchte werden 3 bis 4 cm lang und in der asiatischen Küche frisch oder getrocknet verwendet. Wie alle Chilis lässt sie sich gut im Kübel auf Balkon oder Terrasse ziehen. Die Schärfe liest du in der Beschreibung deines Saatguts nach.

10. Jamaican Scotch Bonnet rot: früh an den Stab

Jamaican Scotch Bonnet rot erreicht je nach Standort etwa 60 bis 80 cm Wuchshöhe. In der Hausanzucht werden Paprikapflanzen ab etwa 30 cm Höhe gestützt. Ich stecke den Stab bei dieser Sorte deshalb gleich beim Pflanzen mit in den Topf. Ihre Schärfe entnimmst du der Sortenbeschreibung, und bis du sie kennst, schneidest du die Früchte mit Handschuhen.

Schärfe: warum dieselbe Sorte mal milder, mal schärfer ausfällt

Scoville-Einheiten stehen für den Gehalt an Capsaicin, dem Scharfstoff der Chilis. Die Zahl beschreibt damit einen Gehalt und keine Verzehrmenge. Wie die Skala entstanden ist und wie heute gemessen wird, erkläre ich im Sortenkapitel meines Anbau-Überblicks.

Die Schärfe einer Chili hängt von ihrer genetischen Anlage und von Umweltbedingungen wie Temperatur und Wasserversorgung ab. Auch Reifegrad, Sonne und Wärme wirken mit, sodass Früchte derselben Pflanze unterschiedlich scharf ausfallen können. Die Angaben zu den zehn Sorten sind deshalb Einordnungen und keine Zusage für jede einzelne Frucht.

Ertrag: was du bei allen Sorten beeinflussen kannst

Wie viele Früchte deine Pflanzen tragen, hängt auch an Bedingungen, die du selbst beeinflusst. Temperaturen unter 14 °C können bei Paprika geringere Erträge und verformte Früchte verursachen. Wassermangel kann zu Blütenabwurf, Fruchtrissen und Blütenendfäule führen, während gleichmäßige Bodenfeuchte der Blütenendfäule vorbeugt. Bevor ich gieße, prüfe ich bei torffreier Erde auch die Feuchte unter der schnell trocknenden Oberfläche.

Paprika befruchtet sich selbst. Im Gewächshaus oder auf einem sehr windstillen Balkon mit wenig Insektenflug schüttelst du die Pflanzen leicht, um die Bestäubung zu unterstützen. Die erste Blüte musst du bei kleinfrüchtigen Peperoni und Chilis nicht entfernen, das ist bei großfrüchtiger Gemüsepaprika vorgesehen.

Anbau in Kürze: Aussaat, Standort und Ernte

Wegen ihrer langen Anzuchtphase säst du Chilis im Februar im Haus aus. Für Capsicum annuum liegt die Keimdauer bei 7 bis 14 Tagen. Die Termine für das ganze Jahr zeigt dir der Aussaatkalender für Paprika und Chili zum Ausdrucken.

Ins Freiland kommen die Pflanzen gewöhnlich nach den Eisheiligen Mitte Mai, entscheidend bleibt aber das tatsächliche Wetter. Sie brauchen einen warmen, sonnigen und windgeschützten Platz. Nach dem Auspflanzen schützen Haube oder Frühbeet die Pflanzen, bis sie gut angewachsen sind.

Bei Capsicum annuum wird von Juni bis Oktober geerntet. Als Anhaltspunkt bis zur ersten Ernte gelten etwa 6 Wochen ab dem Pflanzen, wobei diese Faustregel weder Sorte noch Farbreife festlegt. Ich schneide die Früchte mit der Schere ab und ernte die letzten vor dem ersten Frost. Ausführlich steht das alles in meinem Anbau-Überblick zu Paprika und Chili.

Samen von deinen Sorten selbst gewinnen

Wenn du eine Sorte im nächsten Jahr aus eigenen Samen ziehen willst, wählst du eine samenfeste Sorte. Die Nachkommen von F1-Hybriden können uneinheitlich ausfallen. Paprika befruchtet sich zwar selbst, Fremdbefruchtung ist aber möglich. Werden deine Chilis von anderen Paprikasorten bestäubt, ist die Fruchtqualität der Pflanzen aus ihren Samen ungewiss.

Die Samen nimmst du aus voll ausgereiften Früchten und streifst sie mit Messer oder Löffel ab. Besonders viel Capsaicin steckt im Plazentagewebe, an dem die Samen sitzen, deshalb trägst du bei scharfen Sorten auch dabei Küchenhandschuhe. Getrocknet werden die Samen auf einer trockenen Unterlage an einem warmen Ort, gelagert dann kühl und trocken. Eine Probeaussaat mit abgezählten Samen zeigt dir, wie gut älteres Saatgut noch keimt.

Chilis in der Küche: frisch, getrocknet, gefroren

Frische Chilis halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks etwa 1 Woche. Bei Zimmertemperatur sind es etwa 2 bis 3 Tage. Kleingeschnitten lassen sie sich auch einfrieren. Getrocknete Chilis bewahrst du luftdicht, dunkel, kühl und trocken auf.

Achtung

Schneide scharfe Chilis mit Küchenhandschuhen, denn die Scharfstoffe können Augen und Schleimhäute reizen. Kinder reagieren besonders empfindlich auf scharfe Chili-Produkte. Hohe Capsaicin-Aufnahmen aus sehr scharfen Speisen können Magen-Darm- und Kreislaufbeschwerden auslösen, und eine sichere Menge lässt sich aus der Scoville-Zahl nicht ableiten. Mutproben mit sehr scharfen Sorten lässt du deshalb bleiben.

Mehr dazu, woher Chilis stammen und welche Küchen der Welt sie prägen, habe ich gesondert aufgeschrieben. Gerichte findest du bei den Rezepten, die zu deinem Schärfeempfinden passen. Für Würzmittel und Süßspeisen gibt es eigene Ideen für Würzmittel und Süßspeisen mit Chili.

SORTENEMPFEHLUNG
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Häufige Fragen

Welche Chilisamen eignen sich am besten für Anfänger im Heimanbau?
Für den Einstieg eignen sich Sorten, deren Schärfe du gut einschätzen kannst und die keinen Glasschutz brauchen. Die Peperoni Lombardo hat keine Schärfe und wächst im Freiland, im Gewächshaus und im Topf. Jalapeño Ruben bringt eine fruchtige Schärfe im mittleren Bereich mit. Die sehr scharfe Habanero Orange eignet sich dagegen für den geschützten Anbau.
Wie funktioniert die Scoville-Skala bei Chilis und was bedeuten die Werte?
SHU steht für Scoville Heat Units und gibt die Schärfe einer Chili an, ursprünglich bestimmt durch Verdünnen eines alkoholischen Extrakts mit Zuckerwasser bis zur Wahrnehmungsgrenze. Heute werden die Scharfstoffe analytisch bestimmt und in Scoville-Werte umgerechnet. Für Jalapeño-Chilis wird beispielhaft eine Spanne von 2.500 bis 8.000 SHU angegeben. Der Wert beschreibt einen Gehalt und keine Verzehrmenge, eine allgemein sichere Menge lässt sich aus ihm nicht ableiten.
Welche Chilisorten kann man erfolgreich auf dem Balkon anbauen?
Chilis lassen sich gut im Kübel auf Balkon und Terrasse ziehen, wenn das Gefäß einen Wasserablauf hat und an einem geschützten, sonnigen Platz steht. Für Gewürzpaprika wie Chilis wird auf dem Balkon ein Gefäß mit mindestens 10 Litern Volumen empfohlen. Die Peperoni Lombardo eignet sich ausdrücklich auch für den Topf, und Thai Chili wächst niedrig und buschig. In kleinen Gefäßen kann an heißen Tagen tägliches Gießen nötig sein.
Worin unterscheiden sich Chilis von Peperoni und Paprika?
Botanisch gehören Chilis zu den Paprika-Arten, und zwar zu mehreren, darunter Capsicum annuum, Capsicum baccatum und Capsicum chinense. Gemüsepaprika gehört zu Capsicum annuum und wird mit 0 bis 10 SHU eingeordnet. Peperoni und Chilis zählen zu den kleinfrüchtigen Typen. Ihre Schärfe reicht von keiner, wie bei der Peperoni Lombardo, bis sehr scharf, wie bei Habanero Orange.
Wie unterscheidet sich der Anbau von milden und scharfen Chilisorten?
Für die Planung zählt, zu welcher Capsicum-Art eine Sorte gehört, nicht allein ihre Schärfe. Für Capsicum annuum gibt es feste Richtwerte, etwa eine Keimdauer von 7 bis 14 Tagen. Die sehr scharfe Habanero Orange gehört dagegen zu Capsicum chinense und eignet sich für den geschützten Anbau. Bei ihr und anderen Arten richtest du Aussaat und Ernte nach den Angaben zur jeweiligen Sorte.
Wie lange dauert es bei Chilis von der Aussaat bis zur Ernte?
Für Capsicum annuum wird eine Kulturdauer von 84 bis 180 Tagen angegeben. Weil die Anzucht lange dauert, säst du Paprika und Chili schon im Februar im Haus aus. Als Anhaltspunkt bis zur ersten Ernte gelten etwa 6 Wochen ab dem Pflanzen, wobei diese Faustregel weder Sorte noch Farbreife festlegt. Für Chilis anderer Arten wie Habanero Orange richtest du dich nach den Angaben zur jeweiligen Sorte.
Warum variiert die Schärfe derselben Chilisorte je nach Anbaubedingungen?
Die Schärfe einer Chili hängt sowohl von ihrer genetischen Anlage als auch von Umweltbedingungen wie Temperatur und Wasserversorgung ab. Auch Reifegrad, Sonne und Wärme wirken mit, sodass selbst Früchte derselben Pflanze unterschiedlich scharf ausfallen können. Bei Pimientos de Padrón sind die kleinen grünen Früchte häufig mild, werden mit zunehmender Reife aber schärfer. Aus der Fruchtfarbe lässt sich die Schärfe nicht zuverlässig ableiten.
Wie unterscheiden sich samenfeste von Hybrid-Chilisorten?
Samenfeste Sorten eignen sich für den Nachbau, also für eigenes Saatgut aus der Ernte. Aus F1-Hybriden gewonnene Samen können zwar keimen, ihre Nachkommen fallen aber uneinheitlich aus. Werden deine Chilis von anderen Paprikasorten bestäubt, ist die Fruchtqualität der daraus gezogenen Pflanzen ebenfalls ungewiss. Für eigenes Saatgut nimmst du Samen aus voll ausgereiften Früchten einer samenfesten Sorte.
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