Löwenzahn ernten: Wann Blätter, Blüten und Wurzeln am besten sind
- Junge Löwenzahnblätter eignen sich von März bis Juni besonders für die Küche, denn jüngere Blätter schmecken weniger bitter.
- Mit zunehmender Reife werden die Blätter zäher und bitterer.
- Gewöhnlicher Löwenzahn blüht im Frühjahr von April bis Juni und häufig ein zweites Mal im Herbst.
- Für essbare Blüten gilt allgemein: jung und gerade geöffnet ernten, möglichst kurz vor dem Gebrauch und bei den meisten Arten am Vormittag.
- Die Wurzeln gräbst du im Herbst für die Küche aus.
- Sammle nur sicher erkannte Pflanzen auf sauberen Flächen, fern von stark befahrenen Straßen, Tierkot, Pflanzenschutzmitteln und Gülle.

Löwenzahn kannst du übers Jahr immer wieder ernten, doch Blätter, Blüten und Wurzeln haben jeweils ihre eigene beste Zeit. Wer die großen, älteren Blätter pflückt, hat zähe und bittere Blätter in der Schüssel. Ich gehe deshalb gezielt an die jungen Blätter und lasse die großen stehen. Bei Blüten und Wurzeln zählt ebenso der richtige Zeitpunkt, beim Sammeln außerhalb des Gartens zusätzlich der Ort.
Löwenzahn ernten: die Erntefenster auf einen Blick
Beim Gewöhnlichen Löwenzahn reicht die Erntezeit von Januar bis Dezember. Die beste Qualität hängt aber vom Pflanzenteil ab.
| Pflanzenteil | Beste Zeit | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Junge Blätter | März bis Juni | je jünger das Blatt, desto weniger bitter |
| Blüten | April bis Juni, häufig eine zweite Blüte im Herbst | jung und gerade geöffnet, kurz vor dem Gebrauch |
| Wurzeln | Herbst | für die Küche ausgraben |
| Gebleichte Blätter | im Beet Töpfe ab Mitte Februar, im Keller Pflanzen ab November einschlagen | Lichtabschluss bis zur Ernte |
Empfehlungen für den Garten
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Wann schmecken Löwenzahnblätter am besten?
Von März bis Juni eignen sich junge, zarte Löwenzahnblätter besonders für die Küche. Jüngere Blätter schmecken dabei weniger bitter als ältere. Mit zunehmender Reife werden die Blätter zäher und bitterer, das gilt für zarte Wildsalate ganz allgemein. Junge Blätter und Triebe sammelst du deshalb bevorzugt im Frühjahr.
Die Erntezeit umfasst das ganze Jahr, und jüngere Blätter schmecken weniger bitter. Erntest du im Sommer oder Herbst, wählst du also die jüngsten Blätter, die du an der Pflanze findest.
Ich schneide mit einem kleinen Messer einzelne junge Blätter ab und gehe dann zur nächsten Pflanze. Die großen, älteren Blätter bleiben stehen.
Welche Tageszeit passt für die Blatternte?
Blattgemüse, das du lagern willst, erntest du vorzugsweise morgens, solange es kühl und prall ist. Löwenzahnblätter, die nicht sofort in die Schüssel kommen, schneide ich deshalb am Morgen. Was gleich in den Salat geht, hole ich erst, wenn ich es brauche.
Gebleichte Blätter aus Beet und Keller
Für gebleichte Blätter überwintern die Pflanzen im Beet. Ab Mitte Februar stülpst du Blumentöpfe darüber, sodass kein Licht mehr an die Pflanzen kommt. Darunter wachsen die gebleichten Blätter, bis du sie ernten kannst. Für die Bleiche im Keller gräbst du die Pflanzen ab November mit den Wurzeln aus. Dann stellst du sie senkrecht in feuchten Sand.
Was sonst im Lauf des Jahres am Löwenzahn anfällt, steht im Jahreskalender für die Arbeiten am Löwenzahn.
Wann erntest du Löwenzahnblüten?
Gewöhnlicher Löwenzahn blüht im Frühjahr von April bis Juni. Häufig folgt im Herbst eine zweite Blüte, sodass du ein weiteres Mal Blüten sammeln kannst.
Für essbare Blüten gilt allgemein: junge, gerade geöffnete Blüten erntest du möglichst kurz vor dem Gebrauch. Bei den meisten Arten ist der Vormittag dafür die richtige Zeit. Ich hole die Blüten erst aus dem Garten, wenn alles andere für den Salat fertig ist.
Sicher bestimmte Löwenzahnblüten passen in einen Wildkräutersalat. Dazu kommen zum Beispiel Blüten vom Gänseblümchen und sicher bestimmte Blätter von Giersch, Wegerich und Vogelmiere.
Wann gräbst du Löwenzahnwurzeln aus?
Die Wurzeln gräbst du im Herbst für die Verwendung in der Küche aus. Mit der Wurzel holst du die ganze Pflanze aus dem Boden. Ich grabe deshalb nur Pflanzen aus meinem eigenen Beet aus, die ich für die Blatternte nicht mehr brauche.
Beim Ausgraben lockere ich die Erde rund um die Pflanze mit der Grabegabel, bis sich die Wurzel bewegen lässt. Erst dann ziehe ich sie am Blattschopf heraus und schüttle die Erde ab.
Die Wurzelernte fällt in den Herbst, und für die Kellerbleiche gräbst du die Pflanzen ab November samt Wurzeln aus. Beides verbindest du deshalb in einem Arbeitsgang: Einen Teil der Pflanzen nimmst du für die Küche, einen Teil stellst du senkrecht in feuchten Sand.
Blätter, Blüten und Wurzeln sind in diesem Ratgeber Küchenzutaten. Löwenzahn ist ein Lebensmittel und kein Heilmittel, bei Beschwerden ersetzt er keinen ärztlichen Rat.
Salat, Sirup, Kaffee und Tee aus Löwenzahn findest du im Ratgeber, wie du Blätter, Blüten und Wurzeln in der Küche verarbeitest.
Wo du Löwenzahn sammelst und was aussortiert wird
Sammle Löwenzahn nur auf sauberen Flächen. Halte dich fern von stark befahrenen Straßen und von Stellen mit Tierkot. Meide außerdem Flächen, die mit Pflanzenschutzmitteln oder Gülle belastet sein können.
Außerhalb des eigenen Gartens gelten Grenzen. An Stellen ohne Betretungsverbot darfst du Wildkräuter grundsätzlich nur in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf sammeln, und zwar schonend. Artenschutz und weitere Schutzvorschriften können das zusätzlich einschränken.
Was du nicht sicher als essbar erkennst, sortierst du aus. Mitgeerntetes Kreuzkraut oder Greiskraut kann Pyrrolizidinalkaloide in Salat und Blattgemüse eintragen.
Fläche sauber, ohne Straßennähe, Tierkot, Pflanzenschutzmittel und Gülle. Jede Pflanze sicher erkannt. Junge Blätter statt großer, alter. Blüten gerade geöffnet. Küche vorbereitet, bevor du erntest.
Löwenzahn aus dem eigenen Beet: ab wann erntereif?
Im eigenen Beet weißt du genau, was auf der Fläche passiert ist, und musst nicht nach sauberen Sammelstellen suchen.
Kultur-Löwenzahn säst du von März bis September. Die Kulturdauer liegt bei 28 bis 70 Tagen, die Erntezeit reicht von Januar bis Dezember.
Wie du Löwenzahn aussäst und die Pflanzen im Beet pflegst, zeigt der Ratgeber, wie du Löwenzahn im Garten anbaust. Die Saattermine vieler Salate und Blattgemüse hast du mit dem Saatkalender für Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken griffbereit.
Nach der Ernte: So bleibt Löwenzahn frisch
Geernteter Salat reagiert empfindlich auf Druck und Wärme und sollte zügig weiterverarbeitet werden. Mit Löwenzahnblättern gehe ich genauso um. Ich lege sie locker in einen Korb, stelle ihn in den Schatten und bringe die Ernte direkt in die Küche.
Frischer Blattsalat hält sich im Gemüsefach etwa 1 bis 2 Tage. Er liegt dort in einer Kunststoffdose, einem Beutel oder einem feuchten Tuch. So lagere ich auch Löwenzahnblätter, die ich nicht am Erntetag brauche. Wie bei Blattsalat gehören Äpfel, Birnen und Tomaten nicht daneben, weil ihr Ethylen Welken und Vergilben beschleunigt.
Salatblätter wäschst du im Ganzen kurz und gründlich, denn langes Wässern laugt Nährstoffe aus. Zerkleinert werden sie erst kurz vor dem Essen. Bei Löwenzahnblättern halte ich es genauso. Sichtbar verschimmelte Blätter entsorgst du, statt sie noch zu waschen.
Blüten brauchen kaum Lagerung, wenn du sie erst kurz vor dem Gebrauch pflückst.
Bevor ich ernte, lege ich fest, was am selben Tag in die Küche geht. Dann gehe ich mit Messer und Korb los. Wurzeln grabe ich im Herbst nur an Tagen, an denen ich sie gleich waschen und weiterverarbeiten kann.
Wie du andere Arten erntest und frisch hältst, fasst der Überblick zum Ernten und Frischhalten von Salaten und Blattgemüse zusammen.



