Löwenzahn anbauen: Aussaat, Pflege, Bleiche und Ernte im Beet
- Gesät wird Löwenzahn von März bis September.
- Als Lichtkeimer kommt der Samen nicht tiefer als 1 cm in die Erde und wird nur dünn bedeckt.
- Die Samen keimen bei 15 bis 20 °C.
- Bis zum Auflaufen vergehen etwa zwei bis vier Wochen.
- Ohne Reihen bekommt jede Pflanze ein Raster von 30 × 30 cm.
- Kultur-Löwenzahn braucht im Garten keine zusätzliche Düngung.
- Überwinterte Pflanzen bleichst du ab Mitte Februar unter lichtdicht abgedeckten Blumentöpfen.
- Samenstände schneidest du vor der Reife ab, weil Löwenzahn verwildern kann.

Löwenzahn kennst du von Wiese und Rasen. Für die Küche säe ich ihn trotzdem ins Beet, weil ich dort genau weiß, was in den Korb kommt. Auf der Wiese wächst er zwischen vielen anderen Pflanzen, und nicht alle davon sind essbar. Deshalb bekommt Kultur-Löwenzahn bei mir eine eigene Reihe im Gemüsebeet.
Gewöhnlicher Löwenzahn ist mehrjährigMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. und winterhart, blüht von Mai bis Oktober und kann verwildern. Wo er zwischen den übrigen Arten steht, zeigt der Überblick über Familien und Typen der Salate und Blattgemüse.
Löwenzahn anbauen: die Werte im Überblick
Mit diesen Werten planst du Saat, Abstand und Ernte.
| Was | Wert |
|---|---|
| Aussaatzeit | März bis September |
| SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. | 0 bis 1 cm, LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte. |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | 15 bis 20 °C |
| Keimdauer | 14 bis 30 Tage |
| Abstand in der Reihe | 10 bis 30 cm |
| Reihenabstand | 30 cm |
| PflanzrasterDas Pflanzraster ist das Abstandsmuster, nach dem du Pflanzen auf ein Beet setzt. Es besteht aus zwei Maßen: dem Abstand zwischen den Reihen (Reihenabstand) und dem Abstand der Pflanzen innerhalb einer Reihe. ohne Reihen | 30 × 30 cm |
| Kulturdauer | 28 bis 70 Tage |
| Wuchshöhe und Wuchsbreite | je 20 bis 30 cm |
| Blütezeit | Mai bis Oktober |
| Erntezeit | Januar bis Dezember |
| Düngung | im Garten keine zusätzliche nötig |
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen benötigen Licht zum Keimen.
Wann und wie du Löwenzahn säst
Löwenzahn wächst sonnig bis halbschattig. Wie Standort und Boden für Salate und Blattgemüse beschaffen sein sollten, beschreibt derselbe Überblick im Abschnitt Standort und Boden. Weil Löwenzahn mehrjährig ist, bekommt er bei mir einen festen Platz für mehrere Jahre. Diesen Platz trägst du am besten gleich in deinen Beetplan im Beetplaner ein.
Gesät wird von März bis September. Löwenzahn ist ein Lichtkeimer, deshalb kommen die Samen nicht tiefer als 1 cm in die Erde. Ich ziehe eine flache Rille, lege die Samen hinein und bedecke sie nur dünn mit Erde. Danach drücke ich sie mit einem Brett an und brause die Reihe fein an.
Lichtkeimer brauchen Licht, um zu keimen. Eine dicke Erdschicht hält es ab, deshalb bleibt die Saat so flach.
Die Samen keimen bei 15 bis 20 °C. Bis die ersten Keimlinge erscheinen, vergehen etwa zwei bis vier Wochen. Weil die Samen kaum bedeckt sind und so lange brauchen, sieht die Reihe lange nach leerem Boden aus. Ich stecke deshalb an beide Enden einen Stab, damit ich beim Hacken nicht hineingerate, und halte die Rille bis zum AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. feucht.
Löwenzahnsamen tief einharken wie grobe Gemüsesaat. Als Lichtkeimer gehört Löwenzahn nicht tiefer als 1 cm in die Erde.
Im Jahreskalender siehst du, welche Arbeiten beim Löwenzahn in welcher Jahreszeit anfallen, von der Frühjahrsaussaat bis zur Winterruhe.
Wie viel Platz Löwenzahn braucht
Löwenzahn wächst als Rosette ohne Stütze und wird 20 bis 30 cm breit. In der Reihe stehen die Pflanzen 10 bis 30 cm auseinander. Zwischen den Reihen lässt du 30 cm frei. Pflanzt du lieber ohne Reihen, nimm ein Raster von 30 × 30 cm. Sobald sich die SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. greifen lassen, ziehe ich überzählige heraus, bis der Abstand in der Reihe passt. Pflanzen, die ich im Frühjahr unter einem Blumentopf bleichen will, bekommen den weiten Abstand, damit die Töpfe nebeneinander Platz finden.
Löwenzahn im Topf
Löwenzahn eignet sich auch für den Topf. Ich fülle ihn mit gewöhnlicher Blumenerde, wie sie für Salate im Balkongefäß passt. Für die Saat kommt obenauf eine Schicht weniger grober AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an.. Wähle den Topf so breit, dass die Rosette Platz hat, denn sie wird 20 bis 30 cm breit.
Vermehren über Selbstaussaat und Wurzelstücke
Lässt du Pusteblumen reifen, sät sich Löwenzahn selbst aus. Auch aus Wurzelstücken treibt er wieder aus. Ich lege solche Stücke in feuchte Erde, das obere Ende knapp unter der Oberfläche, und halte die Erde feucht, bis Blätter erscheinen.
Löwenzahn pflegen: düngen, gießen, jäten
Kultur-Löwenzahn braucht im Garten keine zusätzliche Düngung. Ich dünge meine Reihe deshalb nicht. Nach dem Auflaufen gieße ich nach Bedarf: Ich fühle mit dem Finger, ob die obere Erdschicht trocken ist, und schaue, ob die Blätter schlaff werden. Zwischen den Pflanzen jäte ich gründlich, sodass beim Ernten nichts in den Korb gerät, was ich nicht sicher erkenne.
Ausbreitung im Griff behalten
Löwenzahn blüht von Mai bis Oktober und kann verwildern. Über diese lange Blütezeit reifen also immer neue Samenstände heran, die sich im Garten verteilen können. Ich schneide verblühte Köpfe ab, bevor sie sich zur Pusteblume öffnen. Offene Blüten ernte ich gleich für die Küche, denn eine gepflückte Blüte bildet keine Samen mehr.
Löwenzahn bleichen: im Beet und im Keller
Beim Bleichen treiben die Blätter ohne Licht aus und bleiben hell. Dafür gibt es zwei Wege, die sich im Zeitpunkt unterscheiden.
Im Beet unter dem Blumentopf
Für diese Methode überwintern die Pflanzen im Beet. Ab Mitte Februar stülpst du Blumentöpfe darüber, sodass kein Licht mehr an die Rosette kommt. Die Töpfe bleiben stehen, bis du die gebleichten Blätter ernten kannst. Für die Bleiche im Beet brauchst du also Pflanzen aus einer Saat im Vorjahr, denn nur sie stehen im Februar schon an ihrem Platz. Den Winter draußen übersteht Löwenzahn, weil er winterhart ist.
Das Abzugsloch jedes Topfes klebe ich von außen zu und drücke den Rand leicht in die Erde, damit weder oben noch unten Licht hineinfällt.
Im Keller in feuchtem Sand
Für die Kellerbleiche gräbst du die Pflanzen ab November mit den Wurzeln aus. Die Wurzeln schlägst du senkrecht in feuchten Sand ein. Ich nehme dafür eine Kiste, stelle sie in den dunklen Keller und halte den Sand feucht. Dort treiben die Wurzeln helle Blätter, die du nach und nach erntest.
Pflanzen aus dem Vorjahr einplanen; im Beet ab Mitte Februar lichtdicht abdecken; für den Keller ab November mit Wurzeln ausgraben; Wurzeln senkrecht in feuchten Sand setzen; den Sand feucht halten.
Blätter, Blüten und Wurzeln ernten
Die Erntezeit reicht von Januar bis Dezember. Von der Saat bis zur ersten Ernte rechnest du mit einer Kulturdauer von 28 bis 70 Tagen. Bei den Blättern schneide ich die äußeren ab und lasse das Herz stehen, damit die Rosette nachtreibt. Junge Blätter schmecken milder, ältere werden bitterer. Blüten pflücke ich, wenn sie voll geöffnet sind. Für die Wurzeln steche ich die Grabegabel neben der Pflanze ein und hebele sie heraus, statt am Blattschopf zu ziehen.
Zu welchem Zeitpunkt du Blätter, Blüten und Wurzeln in bester Qualität erntest, erklärt ein eigener Ratgeber.
Sammelst du zusätzlich auf der Wiese, nimm nur Pflanzen mit, die du sicher als Löwenzahn erkennst. Alles andere sortierst du aus, denn mitgeerntetes Kreuzkraut oder Greiskraut kann Pyrrolizidinalkaloide in Salat und Blattgemüse eintragen.
Für das Sammeln draußen hilft dir der Ratgeber, wie du Wildkräuter als Ergänzung zum Salat sicher sammelst und verarbeitest.
Löwenzahn in der Küche und sein Ruf als Heilkraut
Junge Blätter kommen roh in den Salat, ältere dünste ich kurz wie Spinat. Aus den Blüten werden Sirup, Löwenzahnhonig und Wein, geröstete Wurzeln ergeben einen Kaffeeersatz. Rezepte dazu findest du im Ratgeber, wie du Blätter, Blüten und Wurzeln zu Salat, Sirup und Kaffee verarbeitest.
Löwenzahn hat einen Ruf als Heilkraut. Ich behandle ihn wie jedes Blattgemüse: als Lebensmittel, nicht als Medizin. Bei Beschwerden ersetzt er keinen ärztlichen Rat.



