Gemüse · Salate & Blattgemüse · Anbau

Neuseeländer Spinat anbauen: Platz, Aussaat und Sommerernte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Neuseeländer Spinat keimt erst ab 15 °C und wird von Juni bis Oktober geerntet.
  • Vorkultur im Gewächshaus ab März, Direktsaat im Freiland ab Mitte bis Ende April.
  • Die Samen kommen 1 bis 4 cm tief in die Erde; er ist kein Lichtkeimer.
  • Im Freiland 45 bis 60 cm Abstand in der Reihe und 0,8 bis 1 m zwischen den Reihen, die Triebe kriechen frei am Boden.
  • Triebspitzen und junge Blätter etwa alle ein bis zwei Wochen ernten, das regt Seitentriebe an.
  • Frost verträgt er nicht, deshalb kommen Jungpflanzen erst ins Beet, wenn keiner mehr droht.
Nahaufnahme von jungen Trieben des Neuseeländer Spinats (Tetragonia tetragonioides).
Foto: IamTK · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Für die Monate, in denen Spinat in Blüte geht, plane ich im Frühjahr ein Beet mit Neuseeländer Spinat ein. Spinat bildet Blüten, sobald der Tag länger als 12 Stunden dauert, und diese Tageslänge herrscht in Deutschland zwischen Mai und August. Neuseeländer Spinat erntest du von Juni bis Oktober, also auch in den Sommermonaten, in denen Spinat blüht. Dafür braucht er Wärme zum Keimen und deutlich mehr Platz, als die kleine Jungpflanze vermuten lässt.

Neuseeländer Spinat auf einen Blick

Merkmal Wert
Standort sonnig
Boden leicht und nährstoffreich
Aussaatzeit März bis Juni
Vorkultur im Gewächshaus ab März
Direktsaat im Freiland ab Mitte bis Ende April
Saattiefe 1 bis 4 cm, kein Lichtkeimer
Keimtemperatur mindestens 15 °C, höchstens 25 °C
Keimdauer 14 bis 28 Tage, bei Freilandsaat mindestens 18 bis 22 Tage
Abstand in der Reihe 45 bis 60 cm
Reihenabstand 0,8 bis 1 m
Wuchs Triebe kriechen frei am Boden, als Richtwert bis zu 1 m lang
Wuchshöhe 40 bis 60 cm
Blüte August bis Oktober
Ernte Juni bis Oktober, Triebspitzen etwa alle 1 bis 2 Wochen
Frost wird nicht vertragen
Aussaatkalender Neuseeländer Spinat
GartenkalenderVorkultur: März, April; Aussaat: April, Mai, Juni; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: Mai, JuniJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MaiPflanzung: JuniVorkulturAussaatErntePflanzung

Was ist Neuseeländer Spinat?

Neuseeländer Spinat, botanisch Tetragonia tetragonioides, stammt aus Neuseeland und von den Küsten Australiens. Er gehört zu den Eiskrautgewächsen und ist mit Spinat nicht näher verwandt. Worin sich die beiden in Anbau und Küche unterscheiden, zeigt der Vergleich von Neuseeländer Spinat und herkömmlichem Spinat. Wie die Arten im Blattgemüsebeet zusammengehören, erklärt der Überblick darüber, wie Salate und Blattgemüse miteinander verwandt sind.

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Welcher Standort passt?

Neuseeländer Spinat braucht einen sonnigen Platz, und eingewachsene Pflanzen vertragen auch heiße, trockene Bedingungen. Am besten wächst er in leichtem, nährstoffreichem Boden, der schwach sauer, neutral oder schwach alkalisch sein darf. Wie du das Beet vorbereitest, erklärt der Ratgeber darüber, welchen Boden Neuseeländer Spinat braucht. Die Grundlagen zu Standort und Boden für alle Blattgemüse stehen im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.

Wie viel Platz braucht Neuseeländer Spinat?

Die Triebe kriechen am Boden und werden als Richtwert bis zu einem Meter lang. Plane den Platz deshalb nach den Trieben und nicht nach der kleinen Jungpflanze. Im Freiland setzt du die Pflanzen in Reihen und lässt die Triebe frei am Boden wachsen.

Zahl im Blick

In der Reihe stehen die Pflanzen 45 bis 60 cm auseinander, zwischen den Reihen bleiben 0,8 bis 1 m frei. In die Höhe wachsen sie 40 bis 60 cm.

Mit 0,8 bis 1 m entspricht der Reihenabstand ungefähr der Länge, die ein Trieb erreichen kann. Ich lasse die Zwischenräume zu Beginn frei, weil die Triebe sie im Sommer brauchen.

Häufiger Fehler

Neuseeländer Spinat so eng setzen wie Spinat. Spinat steht mit 5 bis 8 cm in der Reihe und 20 cm Reihenabstand, für die kriechenden Triebe bleibt in diesem Raster kein Raum.

Wie viel Fläche das in deinem Garten belegt, rechnest du im Beetplaner für dein ganzes Beet durch. Geplante Nachbarn prüfst du im Mischkultur-Planer für Beetnachbarschaften. Eine gute Nachbarschaft kann helfen, garantiert aber nichts.

Wie säst du Neuseeländer Spinat?

Gesät wird von März bis Juni. Für die Vorkultur säst du ab März im Gewächshaus und pikierst die Sämlinge später einzeln in Töpfe. Im Freiland säst du ab Mitte bis Ende April direkt an Ort und Stelle.

Neuseeländer Spinat ist kein Lichtkeimer, deshalb bedeckst du die Samen mit Erde. Die Saattiefe liegt bei 1 bis 4 cm. Die Samen keimen erst ab 15 °C. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 14 bis 28 Tage. Bei der Direktsaat im Freiland rechnest du mit mindestens 18 bis 22 Tagen. Ich stecke im Freiland neben jede Saatstelle einen kurzen Stab, weil bis zum Auflaufen lange nichts zu sehen ist.

Tipp

Keimen deine Samen oft langsam, weich sie vor der Saat 24 Stunden in warmem Wasser ein. Das kann die Keimung unterstützen.

Den passenden Termin für deinen Garten und die Vorbereitung des Saatguts erklärt der Ratgeber dazu, wann du Neuseeländer Spinat am besten säst. Die Saattermine aller Blattgemüse hast du mit dem Aussaatkalender für Blattgemüse zum Ausdrucken auf einen Blick.

Wann kommen die Jungpflanzen ins Beet?

Frost verträgt Neuseeländer Spinat nicht. Vorgezogene Pflanzen setzt du deshalb erst ins Beet, wenn kein Frost mehr droht. Halte dabei die Abstände aus dem Kasten oben ein und gieß jede Pflanze gleich an. Wie du den Anbau an Klima, Licht und deine Lage anpasst, erklärt der Ratgeber darüber, welche Klima- und Lichtbedingungen Neuseeländer Spinat braucht.

Wie pflegst du Neuseeländer Spinat?

Gieß bei trockenem Wetter etwas, auch wenn Neuseeländer Spinat Trockenheit gut verträgt. Das kann die Qualität der Ernte verbessern. Für die Nährstoffe gibst du ausreichend organischen Dünger, Mineraldünger oder beides. Eine Stickstoff-Nachdüngung kann den Wiederaustrieb nach der Ernte fördern. Gießen je nach Wetter, Mulch und Rankhilfe vertieft der Ratgeber darüber, wie du Neuseeländer Spinat je nach Wachstumsphase gießt und versorgst.

Was hilft gegen Schnecken und Blattläuse?

Schau vor allem bei jungen Pflanzen nach Fraßspuren und Blattläusen. Schnecken fressen überwiegend nachts und bei feuchtem Wetter auch tagsüber; Absammeln und ein Schneckenzaun können den Befall begrenzen. Vorbeugen, Kontrollieren und Eingreifen bei Blattgemüse erklärt der Überblick zu Salaten und Blattgemüse im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen. Biologischen Pflanzenschutz und natürliche Düngung zeigt der Ratgeber darüber, wie du Neuseeländer Spinat nach Bio-Regeln anbaust.

Wie erntest du Neuseeländer Spinat?

Geerntet wird von Juni bis Oktober. Schneide etwa alle ein bis zwei Wochen Triebspitzen und junge Blätter, denn das regt die Pflanze zu Seitentrieben an. Ältere Blätter können scharf schmecken. Der regelmäßige Schnitt hat damit zwei Vorteile: Er fördert neue Seitentriebe, und du erntest das Grün, bevor es alt wird und scharf schmecken kann.

Marias Erfahrung

Ich ernte mit einer sauberen Schere, schneide die Triebspitze mit den jüngsten Blättern ab und lasse die älteren Blätter an der Pflanze.

Sortiere beim Ernten alles aus, was du nicht sicher als Neuseeländer Spinat erkennst. Mitgeerntetes Kreuzkraut kann Pyrrolizidinalkaloide eintragen. Die Ernte lagerst du gekühlt und sauber. Mit dem ersten Frost endet die Saison, weil die Pflanzen Frost nicht vertragen. Erntetechnik, Lagerung und Konservieren vertieft der Ratgeber darüber, wie du Neuseeländer Spinat erntest, lagerst und haltbar machst.

Wie verwendest du Neuseeländer Spinat in der Küche?

Junge Blätter und Triebspitzen verwendest du gegart als Ersatz für Spinat. Ideen dafür findest du im Ratgeber darüber, wie du Neuseeländer Spinat zubereitest, und bei den Rezepten mit Neuseeländer Spinat passend zur Jahreszeit. Was Blattgemüse an Nährwerten mitbringt und was es mit der Oxalsäure auf sich hat, fasst der Überblick zu Salaten und Blattgemüse zusammen.

Klappt der Anbau im Topf?

Neuseeländer Spinat eignet sich auch für Gefäße auf Balkon und Terrasse. Stell den Topf sonnig und gib den kriechenden Trieben Raum. Gefäß, Substrat und die Ernte im Topf erklärt der Ratgeber darüber, wie du Neuseeländer Spinat in Töpfen und Kübeln ziehst.

Wie entwickelt sich die Pflanze bis zur Samenreife?

Nach dem Auflaufen breiten sich die Triebe am Boden aus, und von August bis Oktober blüht die Pflanze. Den Weg vom hartschaligen Samen über Keimling und Blüte bis zur Samenernte beschreibt der Ratgeber darüber, wie sich Neuseeländer Spinat Phase für Phase entwickelt.

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Häufige Fragen

Was ist Neuseeländer Spinat und woher stammt er ursprünglich?
Neuseeländer Spinat, botanisch Tetragonia tetragonioides, stammt aus Neuseeland und von den Küsten Australiens und gehört zu den Eiskrautgewächsen. Mit Spinat ist er nicht näher verwandt, seine jungen Blätter und Triebspitzen verwendest du aber gegart wie Spinat. Frost verträgt er nicht, deshalb säst du ihn jedes Jahr neu.
Welche Standortbedingungen benötigt Tetragonia tetragonioides für optimales Wachstum?
Er braucht einen sonnigen Platz, und eingewachsene Pflanzen vertragen auch heiße, trockene Bedingungen. Am besten wächst er in leichtem, nährstoffreichem Boden, der schwach sauer, neutral oder schwach alkalisch sein darf. Plane außerdem viel Platz ein, denn seine Triebe werden als Richtwert bis zu einem Meter lang.
Wie gelingen Aussaat und Anzucht von Neuseeländer Spinat?
Gesät wird von März bis Juni, im Gewächshaus ab März und im Freiland ab Mitte bis Ende April. Die Samen legst du 1 bis 4 cm tief, vorgezogene Sämlinge pikierst du später einzeln in Töpfe. Die Samen keimen erst ab 15 °C, und Einweichen in warmem Wasser vor der Saat kann bei langsamer Keimung helfen.
Kann Neuseeländer Spinat im Sommer herkömmlichen Spinat ersetzen?
Für die warme Jahreshälfte ist er eine gute Ergänzung. Spinat bildet Blüten, sobald der Tag länger als 12 Stunden dauert, und das ist in Deutschland zwischen Mai und August der Fall. Neuseeländer Spinat erntest du dagegen von Juni bis Oktober und verwendest die jungen Blätter und Triebspitzen gegart wie Spinat.
Wie lang werden die Triebe von Neuseeländer Spinat?
Die Triebe kriechen am Boden und werden als Richtwert bis zu einem Meter lang. In der Höhe erreichen die Pflanzen 40 bis 60 cm. Im Freiland stehen sie deshalb in der Reihe 45 bis 60 cm auseinander. Zwischen den Reihen bleiben 0,8 bis 1 m frei.
Welche praktischen Schritte sind bei der Triebspitzenernte zu beachten?
Schneide etwa alle ein bis zwei Wochen die Triebspitzen mit den jungen Blättern ab, das regt die Pflanze zu Seitentrieben an. Nimm vor allem junges Grün, denn ältere Blätter können scharf schmecken. Sortiere alles aus, was du nicht sicher als Neuseeländer Spinat erkennst, und lagere die Ernte gekühlt und sauber.
Kann ich Neuseeländer Spinat im Topf auf dem Balkon anbauen?
Ja, Neuseeländer Spinat eignet sich auch für Gefäße. Stell den Topf an einen sonnigen Platz und gib den kriechenden Trieben Raum. Frost verträgt er auch im Topf nicht, deshalb kommt er erst nach draußen, wenn keiner mehr droht.
Stimmt es, dass Neuseeländer Spinat weniger pflegeintensiv ist als andere Blattgemüse?
Eingewachsene Pflanzen vertragen Hitze und Trockenheit, ganz ohne Pflege geht es aber nicht. Bei trockenem Wetter gießt du etwas, und eine Stickstoff-Nachdüngung kann den Wiederaustrieb nach der Ernte fördern. Dazu kommen viel Platz für die kriechenden Triebe und eine Ernte etwa alle ein bis zwei Wochen.
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