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Spargelsalat anbauen: von der Aussaat bis zur Ernte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 4 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Geerntet wird der fleischige Spross, nicht der Blattschopf – das Strecken der Pflanze ist hier erwünscht.
  • Vorkultur Februar bis März, Direktsaat April bis Juni, Saattiefe 0,5 bis 1 Zentimeter, Reihenabstand 30 Zentimeter.
  • Keimtemperatur 18 bis 25 Grad, Keimdauer 5 bis 10 Tage; Erntezeit Juni bis Oktober.
  • Vor der Blüte ernten und die bittere Außenhaut großzügig schälen, sonst schmeckt der Spross herb.

Spargelsalat (Lactuca sativa var. angustana) wird nicht wegen der Blätter angebaut, sondern wegen des dicken, fleischigen Sprosses. Vorkultur ab Februar, Direktsaat von April bis Juni, Ernte von Juni bis Oktober. Er braucht einen sonnigen Platz, nährstoffreichen Boden und gleichmäßige Feuchtigkeit – Trockenstress macht ihn bitter und faserig.

Was ist Spargelsalat – und was ist er nicht?

Spargelsalat ist eine Varietät des gewöhnlichen Gartensalats und damit ein naher Verwandter von Kopf-, Pflück- und Eichblattsalat. Mit dem echten Spargel (Asparagus officinalis) ist er nicht verwandt; der Name bezieht sich allein auf Form und Geschmack des Sprosses. Geläufig sind außerdem die Bezeichnungen Stängelsalat, Celtuce und Wosun.

Was ihn von allen anderen Salaten im Beet unterscheidet, ist das Ernteorgan:

Merkmal Blattsalat Spargelsalat
Ernteteil Blätter oder Kopf verdickter Spross
Schossen beendet die Ernte ist das Anbauziel
Kulturdauer kurz länger, bis der Spross dick ist
Zubereitung roh als Salat geschält, roh oder gegart

Der Spross wird etwa 3 bis 4 Zentimeter dick; das helle Innere schmeckt mild und leicht nussig, die Konsistenz erinnert an Kohlrabi.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Im Sommer etwas Schatten vorsehen, um vorzeitiges Schossen zu bremsen.

Bodenart

Bevorzugt leichten sandigen Lehm; auch andere gut drainierte, humusreiche Böden sind geeignet. Saure Bedingungen meiden.

Bodenreaktion

Geeignet sind neutrale bis schwach alkalische Böden.

Substrat

Geeignet ist gut durchlässiger, humusreicher Boden; bevorzugt leichter sandiger Lehm.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich für den Anbau im Freiland.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Direktsaat; Sämlinge lassen sich auch verpflanzen.

Saattiefe

Die Sorte Chinesische Keule auf die Erdoberfläche säen und nicht bedecken; für die Keimung werden 10–18 °C Bodentemperatur empfohlen.

Pflege

Pflege

Beim Hacken die oberflächennahen Wurzeln nicht verletzen.

Düngung

Spargelsalat Celtuce wegen seiner Salzempfindlichkeit nur sehr vorsichtig düngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig bis zweijährig.

Verwendung

Die verdickten Stängel werden meist geschält und roh oder gegart verwendet; junge Blätter eignen sich ebenfalls als Salat oder Gemüse.

Aussaatkalender Spargel-Salat
GartenkalenderVorkultur: Februar, März; Aussaat: April, Mai, Juni; Blüte: Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: April, MaiJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: AprilPflanzung: MaiVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Warum darf und soll Spargelsalat schießen?

Bei Kopf- oder Pflücksalat ist das Schossen ein Ärgernis: Die Pflanze streckt sich, die Blätter werden bitter, die Ernte ist vorbei. Beim Spargelsalat ist genau diese Streckung erwünscht, denn dabei verdickt sich der Stängel zum eigentlichen Gemüse. Die Pflanze bleibt also länger im Beet als ein Blattsalat.

Eine Grenze gibt es dennoch: Sobald sich die Blütenknospen öffnen, steigt der Bitterstoffgehalt deutlich an und der Spross wird faserig. Der Erntezeitpunkt liegt daher immer vor der Blüte.

Wann und wie sät man Spargelsalat aus?

Diese Eckwerte geben den Rahmen vor:

Angabe Wert
Vorkultur im Haus Februar bis März
Direktsaat ins Beet April bis Juni
Saattiefe 0,5 bis 1 cm
Keimtemperatur 18 bis 25 Grad
Keimdauer 5 bis 10 Tage
Reihenabstand 30 cm
Erntezeit Juni bis Oktober

Die Vorkultur startet ab Februar in Multitopfplatten oder kleinen Töpfen. Nach dem Auflaufen kühler und sehr hell weiterkultivieren, sonst vergeilen die Jungpflanzen. Ausgepflanzt wird, sobald sich der Boden erwärmt hat und keine strengen Fröste mehr drohen.

Für die Direktsaat ab April ziehen Sie flache Rillen im Abstand von 30 Zentimetern, legen das Saatgut 0,5 bis 1 Zentimeter tief ab, drücken die Erde an und halten die Reihe gleichmäßig feucht. Bei 18 bis 25 Grad zeigen sich die Sämlinge nach 5 bis 10 Tagen. Vereinzeln Sie anschließend auf etwa 25 bis 30 Zentimeter in der Reihe – zu eng stehende Pflanzen bilden dünne Sprosse. Eine Staffelsaat alle zwei bis drei Wochen bis Juni verteilt die Ernte über die gesamte Spanne von Juni bis Oktober.

Welcher Standort und Boden sind ideal?

  • Licht: sonnig bis leicht halbschattig; in heißen Sommerlagen ist etwas Mittagsschatten von Vorteil.
  • Boden: tiefgründig, humos und nährstoffreich; eine Kompostgabe vor der Saat deckt den Grundbedarf.
  • Wasser: gleichmäßig feucht. Wechsel zwischen Trockenheit und Nässe fördert bittere, holzige Sprosse.
  • Fruchtfolge: nicht nach anderen Korbblütlern wie Salat, Endivie, Radicchio oder Chicorée anbauen; zwei bis drei Jahre Anbaupause einhalten.

Wie pflegt man den Bestand bis zur Ernte?

Die Kultur ist unkompliziert, verlangt aber Gleichmäßigkeit:

Pflegepunkt Empfehlung
Gießen regelmäßig und durchdringend, lieber seltener und kräftig als täglich wenig
Mulchen dünne Mulchschicht hält die Feuchtigkeit und bremst Beikraut
Düngen zurückhaltend nachdüngen; hohe Stickstoffgaben sind bei Salaten generell zu vermeiden
Hacken flach hacken, um die oberflächennahen Wurzeln zu schonen
Schnecken vor allem an Jungpflanzen kritisch: abends absammeln, Beet offen und trocken halten

Ich lasse bei jeder Staffelsaat zwei bis drei Pflanzen länger stehen – so lässt sich am selben Beet beobachten, ab wann die Sprosse holzig werden.

Wann und wie erntet man den Spross?

Geerntet wird von Juni bis Oktober, sobald der Spross etwa 3 bis 4 Zentimeter dick und rund 20 bis 30 Zentimeter lang ist. Warten Sie nicht bis zur Blüte. Schneiden Sie die Pflanze mit einem scharfen Messer knapp über dem Boden ab und entfernen Sie die Blätter direkt am Beet.

Beim Schnitt tritt weißer Milchsaft aus. Das ist bei Salatarten normal und der Grund für den leicht bitteren Ton – er konzentriert sich in der Außenhaut und in älteren Blättern.

Wie bereitet man Spargelsalat zu?

Die Außenhaut ist derb, faserig und bitter und wird deshalb großzügig geschält, ähnlich wie bei Kohlrabi. Das helle Innere lässt sich vielseitig verwenden:

  • Roh: in dünne Scheiben oder Stifte geschnitten, knackig und mild-nussig für Salate.
  • Kurz gegart: im Wok, gedünstet oder gegrillt; kurze Garzeiten erhalten den Biss.
  • Blätter: jung als Salatbeigabe oder gedünstet wie Mangold; ältere Blätter schmecken deutlich bitter.

Geschält und in ein feuchtes Tuch gewickelt hält sich der Spross einige Tage im Kühlschrank. Ausführliche Zubereitungen und Rezepte finden Sie in den beiden Spargelsalat-Rezeptratgebern auf samen.de – dieser Beitrag deckt bewusst nur den Anbau ab.

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Häufige Fragen

Was ist Spargelsalat eigentlich?
Spargelsalat (Lactuca sativa var. angustana) ist eine Varietät des Gartensalats, also botanisch mit Kopf- und Pflücksalat verwandt. Mit echtem Spargel hat er nichts zu tun. Angebaut wird er wegen seines fleischigen, verdickten Sprosses, der geschält und roh oder gegart gegessen wird. Weitere Namen sind Stängelsalat, Celtuce und Wosun.
Wann sät man Spargelsalat aus?
Eine Vorkultur im Haus ist ab Februar bis März möglich, die Direktsaat ins Beet gelingt von April bis Juni. Für eine durchgehende Versorgung lohnt eine Staffelsaat alle zwei bis drei Wochen. Die Erntezeit reicht dann von Juni bis in den Oktober.
Wie tief und wie eng wird gesät?
Legen Sie das Saatgut 0,5 bis 1 Zentimeter tief ab und drücken Sie die Erde leicht an. Der Reihenabstand beträgt 30 Zentimeter, in der Reihe wird später auf etwa 25 bis 30 Zentimeter vereinzelt. Bei 18 bis 25 Grad laufen die Samen in 5 bis 10 Tagen auf.
Warum darf Spargelsalat schießen?
Beim Blattsalat beendet das Schossen die Ernte, beim Spargelsalat ist der gestreckte Spross das Anbauziel. Die Pflanze wird also bewusst weitergezogen, bis sich der Stängel verdickt. Geerntet wird trotzdem vor dem Aufblühen, denn mit der Blütenbildung nimmt die Bitterkeit deutlich zu.
Wann ist Spargelsalat erntereif?
Erntereif ist die Pflanze, wenn der Spross etwa 3 bis 4 Zentimeter dick und rund 20 bis 30 Zentimeter lang ist, spätestens jedoch vor dem Öffnen der Blütenknospen. Schneiden Sie die Pflanze knapp über dem Boden ab und entfernen Sie die Blätter. Die Erntespanne reicht von Juni bis Oktober.
Warum tritt beim Schneiden weißer Saft aus?
Der milchige Saft ist für Salatarten typisch und völlig normal. Er sitzt vor allem in der Außenhaut und in älteren Blättern und sorgt für den bitteren Ton. Wer den Spross großzügig schält und zügig verarbeitet, bekommt ein mildes, leicht nussiges Gemüse.
Kann man die Blätter mitessen?
Junge Blätter lassen sich als Salatbeigabe verwenden oder wie Mangold dünsten. Mit zunehmendem Alter werden sie deutlich bitterer und eignen sich dann eher zum kurzen Garen als für den Rohverzehr. Der Hauptertrag liegt ohnehin im geschälten Spross.
Zuletzt geprüft: Quellen: samen.de Arten-Hub: belegte Kulturdaten zu Lactuca sativa var. angustana (Aussaatfenster, Saattiefe, Keimtemperatur, Keimdauer, Reihenabstand, Erntezeit), Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), Blog Was wir essen: Spargel-Salat anbauen (Anzucht, Blattbitterkeit, Ernte der Strünke), samen.de Botanik-Referenz (Fachredaktion): Lactuca sativa var. angustana, Spargel-Salat, Familie Korbblütler
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