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Salattomaten schützen: Netze, Nützlinge, Braunfäule-Vorsorge

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion

Grundlagen: Häufige Krankheiten im Gemüsegarten: Mehltau, Braunfäule und Kohlhernie erkennen und bekämpfen · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Kraut- und Braunfäule trifft Salattomaten im Freiland über das nasse Laub: braune Flecken, weißer Pilzrasen unter dem Blatt, harte braune Stellen an den Früchten.
  • Regenschutz, trockenes Laub und Abstand – bei Stabtomaten 50 bis 70 cm in der Reihe und 80 bis 100 cm zwischen den Reihen – nehmen dem Pilz die Nässe.
  • Befallene Blätter und Früchte kommen sofort in den Hausmüll, nie auf den Kompost; Kartoffeln gehören nicht in die Nachbarschaft.
  • Feinmaschige Kulturschutznetze können Weiße Fliege und Blattläuse fernhalten, wenn sie früh und lückenlos aufgelegt sind.
  • Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen und Raubmilben helfen gegen viele Schädlinge, wenn du sie mit Blühpflanzen förderst.
  • Nachtschattengewächse brauchen vier Jahre Anbaupause; die alte Regel von drei Jahren ist zu kurz.
Nahaufnahme einer Tomatenpflanze
Foto: Vladimir Srajber · Pexels License · Quelle ↗

Salattomaten sind die klassischen Tomaten für das Freilandbeet: als Stabtomaten gezogen, mit viel Laub, großen, saftigen Früchten und einer langen Saison unter offenem Himmel. Genau das macht sie im Freiland anspruchsvoll – Regen fällt auf das Laub, große Früchte trocknen langsam ab, und die Kraut- und Braunfäule wartet auf den ersten nassen Sommer.

Dieser Beitrag konzentriert sich auf das, was im Freiland für Salattomaten zählt: dem Erreger der Kraut- und Braunfäule die Nässe nehmen, Kulturschutznetze als Barriere gegen fliegende Schädlinge einsetzen und Blattläuse, Weiße Fliege und Spinnmilben mit Nützlingen in Schach halten. Die Krankheiten selbst – Braunfäule, Mehltau, Viren, Blattflecken – bekommen hier nur den Anriss, denn sie laufen an Salattomaten nicht anders als an jeder Tomate; ihre Tiefe trägt der Beitrag zum Erkennen und Behandeln von Tomatenkrankheiten.

Warum Salattomaten im Freiland besonders gefordert sind

Was eine Tomate grundsätzlich braucht – Sonne, Wärme, Wasser an den Fuß, Nährstoffe – und wie Stab- und Buschtomaten wachsen, trägt der Tomaten-Ratgeber im Kurzporträt und in den Abschnitten zu Standort und Boden; lies dort nach, was Tomaten brauchen und wie sie wachsen. Hier geht es um das, was das Freiland mit einer großfrüchtigen Stabtomate macht.

Salattomaten bilden viel Blattmasse, tragen schwere Rispen und stehen bis in den Herbst. Jeder Regen benetzt eine große Blattfläche, die im dichten Bestand nur langsam abtrocknet; jede große Frucht hält Feuchte länger als eine kleine Beere. Das ist der Grund, warum die Kraut- und Braunfäule im Freiland so oft an Salattomaten zuschlägt – und warum alles, was das Laub trocken hält, hier doppelt zählt.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Solanum
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Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11
Aussaatkalender Salattomate/Rundtomate
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April; Blüte: Juni, Juli, August, September; Ernte: Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: MaiJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberErnteErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MaiVorkulturBlüteErntePflanzung

Kraut- und Braunfäule an Salattomaten: der Anriss

Die Kraut- und Braunfäule zeigt sich nach Regentagen zuerst an den unteren Blättern als braune, unscharf begrenzte Flecken mit weißlichem Pilzrasen auf der Unterseite; an den großen Früchten der Salattomate entstehen harte, braune Stellen. Befallene Blätter, Triebe und Früchte kommen sofort ab und in den Hausmüll. Woran du die Braunfäule sicher erkennst, wie du sie von Blattflecken unterscheidest und was du bei Befall Schritt für Schritt tust – bis zum Nachreifen grüner Früchte –, trägt der Beitrag darüber, wie du Tomatenkrankheiten erkennst und behandelst. Ich kontrolliere nach jedem Regentag die untersten Blätter meiner Salattomaten und schneide braune Flecken samt Blatt sofort ab.

Was bei Salattomaten im Freiland dazukommt, ist die Nässe auf viel Laub und großen Früchten. Ein Dach mit offenen Seiten – Tomatenhaus, Folienbogen, Dachüberstand – hält den Regen vom Laub, ohne die Luft zu sperren, und der Abstand lässt die Blätter abtrocknen. Die untersten Blätter entfernst du, sobald sie die Erde berühren, gießt morgens nur an den Fuß und mulchst gegen Spritzwasser; Kartoffeln gehören nicht in die Nachbarschaft, und auf demselben Beet gilt für Nachtschattengewächse eine Anbaupause von vier Jahren, die begründete Spanne reicht bis fünf – die früher verbreitete Regel von drei Jahren ist zu kurz. Welche Sorten mit ausgewiesener Toleranz sich für das Freiland eignen, steht im Sortenabschnitt des Tomaten-Ratgebers. Ich baue meinen Salattomaten im Freiland jedes Jahr ein Dach aus zwei Bögen und einer Folie und lasse die Seiten offen.

Zahl im Blick

50 bis 70 cm in der Reihe und 80 bis 100 cm zwischen den Reihen – so viel Platz brauchen Stabtomaten. Das klingt nach Verschwendung, ist aber bei Salattomaten im Freiland gut angelegt: Luft zieht durch, das Laub trocknet nach jedem Regen ab, und du kommst zum Kontrollieren überall heran.

Mehltau, Viren und Blattflecken: der Anriss

Echter Mehltau zeigt sich als weißer, mehliger Belag auf der Blattoberseite bei warmem, trockenem Wetter und dichtem Stand; befallene Blätter entfernst du, sorgst für Luft und düngst maßvoll. Das Tomatenmosaik-Virus wandert über Hände, Schere und Saatgut: hell-dunkle Mosaikblätter, gekräuseltes Laub, kleine fleckige Früchte – bei diesem Bild Pflanze samt Wurzeln entfernen, Hände waschen, Werkzeug reinigen, eine Behandlung gibt es nicht. Blattflecken durch Septoria oder Alternaria beginnen wie die Braunfäule unten und wandern nach oben, sehen aber anders aus.

Woran du diese Krankheiten auseinanderhältst und wie du Grauschimmel und bakterielle Welke erkennst, steht ebenfalls im Beitrag zum Erkennen und Behandeln von Tomatenkrankheiten; die Grundlagen zum Vorbeugen von Pilzkrankheiten trägt der Tomaten-Ratgeber im Abschnitt zu den Krankheiten.

Häufiger Fehler

Kranke Blätter und Früchte auf den Kompost werfen, „weil der ja heiß wird”. Im Hausgarten wird er selten heiß genug, und der Erreger der Braunfäule überdauert in den Resten. Alles Befallene gehört in den Hausmüll – und im Herbst auch die gesunden Pflanzenreste, wenn im Sommer Braunfäule im Beet war.

Kulturschutznetze: die Barriere gegen Weiße Fliege und Blattläuse

Ein Kulturschutznetz ist eine einfache Art, fliegende Schädlinge von Salattomaten fernzuhalten. Ein feinmaschiges Netz kann Weiße Fliege und geflügelte Blattläuse draußen halten, gröbere Maschen reichen nur gegen größere Insekten. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Das Netz kommt direkt nach der Pflanzung auf das Beet, bevor die ersten Schädlinge einfliegen – ein Netz über einem schon befallenen Bestand sperrt die Schädlinge ein statt aus.

Spanne das Netz über Bögen oder Stäbe, sodass es nicht auf den Pflanzen liegt, und befestige es rundum lückenlos am Boden oder Beetrand; jede Lücke schwächt den Schutz. Zum Gießen, Ausgeizen, Aufbinden und Ernten öffnest du eine Seite und schließt sie danach wieder, nach Sturm prüfst du den Sitz. Die Bestäubung stört das Netz kaum, denn Tomaten bestäuben sich überwiegend selbst – der Pollen löst sich vor allem durch Wind und Bewegung, ein kurzes Schütteln beim Öffnen hilft nach. Bei großer Hitze achtest du darauf, dass Luft durchzieht und das Netz nicht direkt auf dem Laub liegt. Ich lege das Netz bei meinen Freiland-Salattomaten am Pflanztag auf und nehme es erst ab, wenn die Pflanzen für die Bögen zu hoch werden.

Blattläuse, Weiße Fliege, Spinnmilben: Nützlinge zuerst

Blattläuse sitzen in Kolonien an Triebspitzen und jungen Rispen, kräuseln die Blätter und hinterlassen klebrigen Honigtau, auf dem Rußtau wächst; sie können außerdem Viren übertragen. Die Weiße Fliege, eine Mottenschildlaus, sitzt an den Blattunterseiten und fliegt beim Schütteln auf – im Freiland unter dem Netz selten ein Thema, im Gewächshaus dagegen häufig. Spinnmilben verraten sich durch helle Sprenkel und feine Gespinste und lieben warme, trockene Luft. Wie diese Schädlinge leben und welche Mittel gegen sie zugelassen sind, trägt der Beitrag darüber, wie du Tomatenschädlinge erkennst und in den Griff bekommst; hier geht es um die Nützlinge.

Marienkäfer und ihre Larven, Florfliegen- und Schwebfliegenlarven fressen Blattläuse, Schlupfwespen parasitieren Blattläuse und Weiße Fliege, Raubmilben wie Phytoseiulus persimilis fressen Spinnmilben samt Eiern, und Ohrwürmer jagen nachts. Du holst sie ins Beet, indem du Blühpflanzen an die Tomaten setzt – Ringelblumen locken mit ihren Blüten Schwebfliegen und Schlupfwespen und eignen sich als Beeteinfassung, Tagetes locken ebenfalls Nützlinge – und Unterschlupf bietest, etwa Holzwolle oder Stroh zwischen den Pflanzen. Bei akutem Blattlausbefall kann zuerst ein kräftiger Wasserstrahl helfen, bei Spinnmilben gleichmäßig feuchte Erde und das Abbrausen der Blattunterseiten am Morgen. Was Kirschtomaten im Kübel und Gewächshaus zusätzlich plagt – Platzen, Fruchtfäule, Blütenendfäule –, steht im Beitrag darüber, wie du Kirschtomaten vor Schädlingen und Fruchtproblemen schützt.

Marias Erfahrung

Ich hänge im Gewächshaus Gelbtafeln zwischen die Salattomaten und schaue bei den ersten weißen Punkten die Blattunterseiten durch, lüfte konsequenter und entferne welke Blätter; nimmt der Befall trotzdem zu, setze ich die Schlupfwespe Encarsia formosa aus. Draußen liegt das Netz vom Pflanztag an – so ist meine Aufteilung, mehr Anspruch hat sie nicht.

Kulturmaßnahmen zuerst

Alles, was in diesem Beitrag steht, ist Kultur und Hygiene: trockenes Laub, Abstand, Netz, Nützlinge, Hausmüll statt Kompost, Anbaupause. Diese Maßnahmen senken das Risiko, versprechen aber keine befallsfreie Saison – gerade in nassen Sommern gehört ein gewisser Verlust zum Freilandanbau. Ob und wann Pflanzenschutzmittel überhaupt infrage kommen und welche Regeln dann gelten, trägt der Tomaten-Ratgeber im Abschnitt Pflanzenschutz mit Augenmaß.

Fazit: Laub trocken, Netz drauf, Nützlinge rein

Bei Salattomaten im Freiland entscheidet die Nässe auf dem Laub. Ein Dach, Abstand, freie Füße und trockenes Laub nehmen dem Erreger der Braunfäule viel von seiner Grundlage, schnelles Ausschneiden und der Hausmüll bremsen ihn im Befall, die Anbaupause senkt den Druck im Beet. Fliegende Schädlinge kann das Kulturschutznetz fernhalten, gegen den Rest helfen Nützlinge, die du mit Blühpflanzen ins Beet holst. Alles Weitere trägt der Tomaten-Ratgeber.

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Häufige Fragen

Welche Krankheiten und Schädlinge treffen Salattomaten am häufigsten?
Im Freiland die Kraut- und Braunfäule, dazu Echter Mehltau bei warmem Wetter und das Tomatenmosaik-Virus über Hände und Werkzeug. Bei den Schädlingen sind es Blattläuse an den Triebspitzen, Weiße Fliege an den Blattunterseiten – vor allem im Gewächshaus – und Spinnmilben bei Hitze und Trockenheit. Die Braunfäule kann in nassen Sommern die Ernte ganzer Pflanzen kosten.
Woran erkenne ich Braunfäule an Salattomaten – und was tue ich dann?
An braunen, unscharf begrenzten Flecken auf den Blättern, die sich nach Regentagen rasch ausbreiten, einem weißlichen Pilzrasen auf der Blattunterseite und harten, braunen Stellen an den großen Früchten. Befallene Teile schneidest du sofort ab und gibst sie in den Hausmüll, nicht auf den Kompost. Wie du sie sicher von Blattflecken unterscheidest und Schritt für Schritt vorgehst, steht im Beitrag zum Erkennen und Behandeln von Tomatenkrankheiten.
Warum trifft die Braunfäule Salattomaten im Freiland so oft?
Weil im Freiland Regen und Tau auf viel Laub fallen und große Früchte länger feucht bleiben als kleine Beeren – der Erreger braucht genau diese Nässe. Unter einem Dach mit offenen Seiten, mit Abstand und ohne Blätter auf der Erde trocknet der Bestand nach jedem Regen ab. Das ist der Kern der Braunfäule-Vorsorge bei Salattomaten.
Wie beuge ich Kraut- und Braunfäule im Freiland vor?
Halte das Laub trocken: ein Dach mit offenen Seiten, Abstand zwischen den Pflanzen, die untersten Blätter entfernen, morgens nur an den Fuß gießen und mulchen. Pflanze keine Kartoffeln in die Nähe, halte vier Jahre Anbaupause auf demselben Beet ein und wähle Sorten mit ausgewiesener Toleranz gegen Braunfäule.
Wie viel Abstand brauchen Salattomaten im Freiland?
Als Stabtomaten gezogen 50 bis 70 cm in der Reihe und 80 bis 100 cm zwischen den Reihen. Das klingt großzügig, ist aber gut angelegt: Luft zieht durch, Blätter trocknen nach Regen ab, und du kommst zum Ausgeizen, Aufbinden und Kontrollieren an jede Pflanze heran.
Wie setze ich Kulturschutznetze bei Tomaten richtig ein?
Direkt nach der Pflanzung auflegen, bevor Schädlinge einfliegen, feinmaschig wählen und über Bögen oder Stäbe spannen, damit das Netz nicht auf den Pflanzen liegt. Rundum lückenlos am Boden befestigen – jede Lücke schwächt den Schutz. Zum Gießen, Ausgeizen und Ernten öffnest du das Netz und schließt es wieder; nach Sturm den Sitz prüfen.
Behindert ein Kulturschutznetz die Bestäubung der Tomaten?
Kaum. Tomaten bestäuben sich überwiegend selbst; der Pollen löst sich vor allem durch Wind und Bewegung der Blüte. Unter dem Netz hilft es, die Pflanzen beim Öffnen kurz zu schütteln. Wichtiger ist, dass das Netz Luft durchlässt und bei Hitze nicht direkt auf dem Laub liegt.
Welche Nützlinge helfen gegen Blattläuse an Tomaten?
Marienkäfer und ihre Larven, Florfliegen- und Schwebfliegenlarven, Schlupfwespen und nachts Ohrwürmer. Du förderst sie mit Blühpflanzen am Beet – Ringelblumen locken Schwebfliegen und Schlupfwespen, Tagetes ebenfalls Nützlinge – und mit Unterschlupf wie Holzwolle oder Stroh. Bei akutem Befall kann zuerst ein kräftiger Wasserstrahl helfen.
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