Blütenbasilikum vermehren: Stecklinge sichern die Sorte, Aussaat bringt Menge
- Stecklinge: 10–15 cm lange, feste, noch nicht verholzte Triebe ohne Blüten und Knospen, unten entblättert.
- Bewurzelung im Wasserglas bei 20–25 °C ohne pralle Sonne, Wasser alle 3–4 Tage wechseln, Eintopfen nach etwa 10–14 Tagen.
- Aussaat etwa Mai–Juli, Saattiefe etwa 0–0,5 cm – Blütenbasilikum ist Lichtkeimer.
- Keimung bei etwa 15–25 °C (Quellenspanne) in etwa 7–21 Tagen (Quellenspanne).
- Pikieren nach 2 Blattpaaren in kleinen Büscheln, bei 'Floral Spires' 3–4 Sämlinge je Topf.
- 'Floral Spires' und 'African Blue' sind Hybriden: Samen daraus liefern nicht dieselbe Pflanze, Stecklinge schon.

Du hast eine Blütenbasilikum-Pflanze, die dir gefällt, und willst mehr davon. Der naheliegende Weg – Samen ernten, aussäen – funktioniert bei vielen Blütenbasilikum-Formen nur eingeschränkt: ‘Floral Spires Lavendelblau’ wird botanisch als Ocimum-Hybride geführt, ‘African Blue’ ist eine Kreuzung aus Ocimum kilimandscharicum und Ocimum basilicum. Aus selbst gesammelten Samen von Hybridsorten können Nachkommen entstehen, die deutlich anders aussehen als die Mutterpflanze. Deshalb entscheide ich vor jedem Vermehrungsversuch zuerst, was ich eigentlich will: dieselbe Pflanze noch einmal – dann schneide ich Stecklinge. Oder viele Pflanzen mit Spielraum bei Farbe und Wuchs – dann säe ich.
Dieser Artikel behandelt die Vermehrung. Alles zum Anbau von Anfang bis Ende, zu Botanik und Küche steht im Ratgeber zur Aromavielfalt von Blütenbasilikum für Garten und Küche, die Pflege der fertigen Pflanze im eigenen Pflege-Ratgeber.
Vegetativ vermehrte Pflanzen – also Stecklinge – sind genetisch mit der Mutterpflanze identisch. Nachkommen aus Samen sind genetisch verschieden. Bei samenfesten Sorten fällt das kaum auf, bei Hybriden kann es die Blütenfarbe, den Wuchs und das Aroma betreffen. ‘African Blue’ wird deshalb über Stecklinge vermehrt.
Stecklinge: die Sorte sichern
Welche Triebe ich schneide
Für Basilikum-Stecklinge schneide ich von einer gesunden Mutterpflanze etwa 10–15 cm lange Triebe. Geeignet sind feste, noch nicht verholzte Triebe, möglichst ohne Blüten und Knospen, mit drei bis vier Blattpaaren; der Schnitt sitzt unterhalb eines Blattpaares. Die unteren Blätter entferne ich, sodass der Teil, der später im Wasser oder in der Erde steckt, kahl ist.
Ich nehme die Triebe morgens und lege sie nicht ab, sondern stelle sie sofort ins Glas – Basilikum welkt schnell, und ein welker Steckling hat schon Wasser verloren, bevor er Wurzeln bilden kann.
Im Wasserglas
Das Glas mit den Stecklingen steht bei 20–25 °C an einem hellen Platz ohne pralle Sonne. Das Wasser wechsle ich alle 3–4 Tage, um Fäulnis vorzubeugen, und schaue mir dabei die Schnittstellen an: Ein Steckling, der unten glasig oder braun wird, kommt raus, bevor er die anderen ansteckt. Nach etwa 10–14 Tagen haben die Stecklinge genügend Wurzeln, um eingetopft zu werden.
Ich stelle die Gläser auf die Fensterbank, an der die Sonne erst nachmittags vorbeizieht, und nutze klare Gläser, damit ich Wurzelbildung und Wasserklarheit sehe, ohne die Stecklinge anzufassen. Ein Zettel mit Schnittdatum am Glas erspart mir das Rechnen.
In Substrat unter Folie
Alternativ steckst du die Triebe direkt in ein nährstoffarmes, durchlässiges Substrat, das du mit Perlit oder Sand auflockerst. Perlit verbessert vor allem Luftkapazität und StrukturstabilitätStrukturstabilität beschreibt, wie dauerhaft eine Blumenerde oder ein Substrat locker bleibt. Strukturstabile Erde gibt den Wurzeln Halt, ohne mit der Zeit zusammenzusacken oder zu verdichten.. Die frisch gesteckten Triebe stehen hell ohne grelle Sonne unter einer Folienabdeckung; du kontrollierst Feuchte und Schadstellen und lüftest kurz. Die Wurzelentwicklung siehst du hier nicht – ich warte deshalb auf frischen Austrieb an der Spitze, bevor ich die Folie dauerhaft abnehme.
Eintopfen und weiterkultivieren
Bewurzelte Stecklinge kommen in Töpfe mit Abzugslöchern, damit überschüssiges Wasser abfließt und keine Staunässe entsteht. Die Erde halte ich leicht feucht, vermeide Staunässe und gieße möglichst, ohne die Blätter zu benetzen. Ist der Topf durchwurzelt, setze ich die Pflanze in ein größeres Gefäß um.
Für die dunkellaubigen Formen gilt derselbe Ablauf – wie du rotblättriges Basilikum gezielt über Stecklinge und Aussaat vermehrst, steht im eigenen Ratgeber.
Aussaat: viele Pflanzen, etwas Spielraum
Zeitfenster
Das Aussaatfenster für Blütenbasilikum liegt etwa bei Mai–Juli, und auch die Direktsaat ins Beet fällt in diese Monate. Ausgepflanzt wird ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind: Unter 10 °C kommt das Wachstum von Basilikum zum Stillstand, und bereits leichter Frost kann Schäden verursachen. Kleinblättrige Basilikumformen sind in der Regel besonders wärmebedürftig. Wer früher unter Glas anfängt, arbeitet auf diesen Auspflanztermin hin – die Monate im Überblick zeigt dir der Aussaatkalender für Blütenbasilikum zum Ausdrucken.
Säen als Lichtkeimer
Ich säe in frische, als Aussaaterde gekennzeichnete Erde. Basilikum ist Lichtkeimer: oberflächennah säen und höchstens leicht mit Erde bedecken; für Blütenbasilikum gilt eine Saattiefe von etwa 0–0,5 cm. Der Boden soll mäßig feucht und locker sein, und beim vorsichtigen Angießen darf das Saatgut nicht abgeschwemmt werden. Während und nach der Keimung darf die Saat nicht austrocknen – ich prüfe die Oberfläche beim Gießgang mit dem Finger, statt nach Plan zu gießen.
Die Samen werden wie Petersilie eingegraben und die Schale steht kühl. Beides zusammen bremst die Keimung: Zu viel Erde nimmt dem Lichtkeimer das Licht, und Basilikum steht unter 10 °C still. Andrücken, dünn bedecken, warm stellen.
Keimung und Wachstum
Die Keimtemperatur liegt bei etwa 15–25 °C (Quellenspanne), die Keimdauer bei etwa 7–21 Tagen (Quellenspanne). Für das Wachstum danach sind 20–25 °C günstig.
Etwa 7–21 Tage Keimdauer heißt: Nach einer Woche ohne Keimlinge ist nichts schiefgelaufen. Ich räume eine Aussaat erst ab, wenn das obere Ende der Spanne deutlich überschritten ist und das Substrat nie ausgetrocknet war.
Pikieren in Büscheln
Basilikumsämlinge kannst du pikieren, sobald sie 2 Blattpaare entwickelt haben. Basilikum wird dabei nicht einzeln, sondern in kleinen Büscheln pikiert; bei ‘Floral Spires’ kommen nach der Keimung jeweils 3–4 Sämlinge zusammen in einen Topf. Ich hebe die Büschel mit einem Holzstab aus der Schale und fasse sie an den Blättern, nie am Stängel.
Auspflanzen: Standort und Abstand als System
Blütenbasilikum will einen sonnigen Platz. Der Abstand richtet sich nach der Pflanzweise: Für die dichte Büschelpflanzung gelten 10 cm in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand; für Basilikum allgemein reicht die Spanne von 10 bis 25 cm Pflanzabstand (pflanzweise- und sortenabhängig, Büschel enger, Einzelpflanzen weiter). Wer die Blüten zusätzlich nutzen und die Pflanzen sich ausbreiten lassen will, rechnet je nach Art und Sorte mit etwa 30–50 cm Pflanzabstand. Deine Beetmaße rechnet der Beetplaner durch.
Blütenbasilikum zählt zu den starkzehrenden Kräutern; als allgemeine Beetempfehlung für Basilikum reichen vor Aussaat oder Pflanzung normalerweise 3 l Kompost je m². Erhöhte Stickstoffgaben können das Wachstum steigern und gleichzeitig den Gehalt an ätherischem Öl verringern – mehr Dünger ist hier also nicht mehr Aroma. Auf derselben Fläche gilt eine Anbaupause von 4 Jahren.
Gute Partner für Basilikum sind Tomaten (alle Sorten), Gurken, Melonen und Kürbis (alle Sorten); andere LippenblütlerLippenblütler sind eine Pflanzenfamilie, deren verwachsene Blütenblätter eine Ober- und eine Unterlippe bilden. Typisch sind ein vierkantiger Stängel und paarweise gegenüberstehende Blätter, die beim Zerreiben oft auffallend riechen; dazu gehören Küchenkräuter wie Salbei, Thymian und Majoran. wie Thymian, Salbei, Rosmarin oder Minze gelten als unverträgliche Nachbarn. Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts – welche Kombination bei dir passt, zeigt der Mischkultur-Rechner für dein Beet.
Fortgeschritten: eigenes Saatgut, andere Substrate, Nährlösung
Saatgut selbst gewinnen
Für eigenes Saatgut lasse ich ausgewählte Mutterpflanzen bis zur Samenreife stehen – blühendes Basilikum bietet Bienen und Hummeln nebenbei Nahrung. Die Samenstände nehme ich bei trockenem Wetter mit der Schere ab, breite sie auf Papier aus und lasse sie nachtrocknen. Dann beschrifte ich sie und lagere sie kühl, dunkel und trocken. Vor der nächsten Saison prüfe ich die Keimfähigkeit mit einer Probeaussaat genau abgezählter Samen.
Der Vorbehalt bleibt: Bei Hybriden wie ‘Floral Spires’ oder ‘African Blue’ sind die Nachkommen aus eigenen Samen nicht sortenecht. Bei einem Zitronenbasilikum wie ‘Sweet Dany’ oder der grün-rot marmorierten ‘Ararat’ ist das Ergebnis berechenbarer – die Sortenbeschreibung sagt dir, ob es sich um eine Hybride handelt.
Substrate abseits der Standarderde
Für Stecklinge und Sämlinge kannst du das Substrat gezielt zusammensetzen. Perlit verbessert Luftkapazität und Strukturstabilität, VermiculitVermiculit ist ein natürliches Mineral, das durch starkes Erhitzen zu einem leichten, porösen Granulat aufgebläht wird. Als Zusatz in Anzucht- und Pflanzerden lockert es das Substrat und speichert Wasser sowie gelöste Nährstoffe. wird vor allem zur Wasserspeicherung und Nährstoffpufferung zugesetzt, wobei seine Eigenschaften mit Herkunft und Körnung variieren. Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost, KokosfasernKokosfasern sind die Fasern aus der Umhüllung der Kokosnuss, die bei deren Verarbeitung anfallen. Als torffreier Bestandteil von Blumen- und Pflanzerden sorgen sie für viel Luft im Substrat, halten aber weniger Wasser als Torf. und KokosmarkKokosmark sind die feinen Bestandteile zwischen den Fasern der Kokosnusshülle. Der Reststoff aus der Kokosverarbeitung wird als Torfersatz in torffreien Erden verwendet, weil er ähnlich viel Wasser hält und ähnlich luftig ist wie Torf. können in geeigneten Mischungen Torf ersetzen. Zwei Dinge beachte ich dabei: Bei organisch gedüngten torffreien Erden kann besonders zu Beginn oder gegen Ende der Kultur Stickstoff fehlen, weshalb ich die Nachdüngung am Pflanzenzustand ausrichte. Und in torffreien, organisch gedüngten Substraten können sich pH-Wert und Nährstoffangebot innerhalb kurzer Zeit erheblich verändern – ich prüfe vor dem Gießen auch die Feuchte unterhalb der Oberfläche, weil tiefere Bereiche noch nass sein können.
Hydrokultur und Nährlösung
Basilikum lässt sich in NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. kultivieren. Bei geschlossenen Nährlösungssystemen werden pH-Wert und elektrische LeitfähigkeitDie Leitfähigkeit, oft als EC-Wert angegeben, ist ein Messwert für die Menge gelöster Salze, etwa Düngesalze, in Erde oder Wasser. Gemessen wird, wie gut die Probe Strom leitet: Je mehr Salze gelöst sind, desto höher der Wert. gemeinsam im Vorrats- und Rücklaufwasser kontrolliert – ich messe beide Werte, statt nach Gefühl nachzufüllen, und halte mich an die Angaben des jeweiligen Systems. Zur Vorbeugung gegen Pythium-Schäden bei Basilikum sollten Übernässung und überhöhte Salzgehalte vermieden werden; ein zu hoher Leitwert ist also nicht nur Verschwendung, sondern ein Risiko für die Wurzeln.
„Basilikum ist schwer zu vermehren.” Die belegten Werte sprechen dagegen: Stecklinge im Wasserglas haben bei 20–25 °C nach etwa 10–14 Tagen Wurzeln, Samen keimen bei etwa 15–25 °C in etwa 7–21 Tagen. Schwierig wird es, wenn Kälte unter 10 °C ins Spiel kommt, die Saat zu tief liegt oder das Wasser im Glas steht, bis es fault.
Nach der Vermehrung: Pflege, Ernte und Krankheiten im Anriss
Die Erde bleibt leicht feucht ohne Staunässe, gegossen wird möglichst ohne Benetzen der Blätter, und mit Stickstoff bleibst du zurückhaltend, weil er das Aroma flacher macht. Wie du Kräuter im Beet und Topf grundsätzlich gießst, düngst und pflegst, ohne über das Maß zu gehen, steht im Kräuter-Ratgeber.
Geerntet wird vor der Blüte: Obere Triebe schneidest du bis zu den nächsten BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe., einige Blätter bleiben an der Pflanze, damit sie erneut austreibt. Die Ernte- und Pflegeroutine für kräftige, aromatische Pflanzen findest du im Ratgeber mit Pflege-Tipps für aromatisches Blütenbasilikum.
Fahl- bis gelbgrüne Blätter mit filzigem, graubraunem Belag auf der Unterseite können auf Falschen Mehltau hinweisen; Blattläuse und Spinnmilben lassen sich durch Abduschen mechanisch entfernen. Mastig gewachsene Pflanzen gelten als anfälliger – auch deshalb lohnt sich Zurückhaltung beim Düngen. Die Tiefe dazu trägt der Pflege-Ratgeber.
- Hybride oder samenfeste Sorte? Bei Hybriden Stecklinge statt eigener Samen.
- Stecklinge 10–15 cm, fest, unverholzt, ohne Knospen, unten entblättert.
- Wasserglas bei 20–25 °C, Wasser alle 3–4 Tage wechseln, nach etwa 10–14 Tagen eintopfen.
- Saat andrücken, etwa 0–0,5 cm tief, bei etwa 15–25 °C keimen lassen.
- Pikieren nach 2 Blattpaaren in Büscheln; auspflanzen ab Mitte Mai ohne Nachtfröste.
Alle Ratgeber zur Art findest du auf der Übersichtsseite zu Blütenbasilikum. Warum sich der eigene Anbau gegenüber Kaufware lohnt, klärt der Artikel über Blütenbasilikum als duftende Vielfalt im Garten.





