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Zitronengras pflegen: so gießt, düngst, teilst und überwinterst du die Tropenpflanze im Kübel

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Zitronengras wächst am besten bei etwa 20 bis 30 °C und stellt unterhalb von 10 °C das Wachstum ein.
  • Das Substrat bleibt feucht und gut durchlässig – gegossen wird an den Fuß der Pflanze, bis der Ballen bis zum Topfboden durchfeuchtet ist, und der Untersetzer wird geleert.
  • Im Beetplaner ist Zitronengras schwachzehrend eingestuft, für kräftiges Wachstum braucht es aber reichlich Nährstoffe – im Kübel düngst du während der Wachstumszeit zusätzlich, ab Ende August nicht mehr.
  • Ältere Stöcke teilst du im Frühjahr; bei starker Durchwurzelung wird umgetopft oder geteilt.
  • Spätestens bei 5 bis 7 °C kommt der Kübel ins Winterquartier; als Richtwert für den Platz gelten etwa 10 bis 15 °C.
Dichter Horst Zitronengras mit schmalen, überhängenden Halmen vor einer Betonmauer im Garten
Foto: Wikimedia Commons · CC BY 2.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Zitronengras ist eine Tropenpflanze, die bei uns den Sommer im Kübel verbringt – und genau dort entscheidet sich, ob du im Herbst dicke, helle Stängel schneidest oder einen vergilbten Busch ins Haus trägst. Bei mir steht der Kübel an der Südwand, sobald die Nächte nicht mehr unter etwa 10 °C fallen, und ich kontrolliere ihn beim Gießen auf zwei Dinge: Ist das Substrat unterhalb der Oberfläche noch nass, und steht Wasser im Untersetzer? Wasser, Nährstoffe, Wärme und der rechtzeitige Umzug ins Winterquartier sind die vier Pflegepunkte, um die es hier geht.

Warum Zitronengras in keine der üblichen Kräuter-Schubladen passt

Cymbopogon citratus ist eine mehrjährige, nicht winterharte Tropenpflanze. Es verlangt einen geschützten, sehr warmen und vollsonnigen Platz wie ein mediterranes Kraut – und gleichzeitig eine gute Wasserversorgung wie ein frisch-feuchtes Blattkraut. Wie sich Kräuter sonst in die beiden Welten mediterran-trocken und frisch-feucht sortieren, liest du im Kräuter-Ratgeber; Zitronengras bedienst du aus beiden. Das als East Indian angebotene Zitronengras gehört übrigens zu Cymbopogon flexuosus, den Steckbrief mit Aussaat- und Kulturwerten findest du im Zitronengras-Porträt.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Cymbopogon
Hund
Giftig
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Giftig
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Samen nur leicht andrücken oder sehr flach etwa 0,5–1 cm tief säen.

Aussaatkalender Zitronengras
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April; Ernte: Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: Mai, JuniJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilErnteErnte: MaiErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MaiPflanzung: JuniVorkulturErntePflanzung

Standort und Temperatur: warm, geschützt, standsicher

Zitronengras gedeiht am besten bei etwa 20 bis 30 °C und stellt unterhalb von 10 °C sein Wachstum ein. Im Beetplaner ist sonnig bis halbschattig hinterlegt, die Kulturhinweise zu Cymbopogon citratus nennen einen geschützten, sehr warmen und vollsonnigen Platz. Kübel auf Balkon und Terrasse müssen so stehen, dass kräftiger Wind sie nicht umwirft – die langen Blätter bieten viel Angriffsfläche. Die Grundlagen zu Klima und Standort trägt der Kräuter-Ratgeber im Abschnitt zu den zwei Kräuter-Welten.

Gießen: feucht halten, Staunässe vermeiden

Zitronengras ist feuchtigkeitsbedürftig und braucht eine gute Wasserversorgung; das Substrat soll feucht, aber gut durchlässig sein. Ein festes Gießintervall gibt es nicht, weil Topfgröße, Substrat und Wetter den Bedarf bestimmen. Ein im Verhältnis zur Pflanze kleiner Topf hat wenig Substrat als Wasserspeicher und braucht deshalb häufigeres Nachgießen.

So gehe ich vor: Ich prüfe vor dem Gießen mit dem Finger, ob das Substrat auch unterhalb der Oberfläche noch nass ist – bei torffreier oder torfreduzierter Erde kann die Oberfläche trocken wirken, während es tiefer noch nass ist. Ist der Ballen abgetrocknet, gieße ich an den Fuß der Pflanze und nicht über die Blätter, so lange, bis das Substrat bis zum Topfboden durchfeuchtet ist. Danach kippe ich den Untersetzer aus, und nach starkem Regen ebenfalls.

Häufiger Fehler

Schlaffe Blätter gelten als Gießsignal. Sie können aber sowohl auf Trockenstress als auch auf beginnende Wurzelfäule hindeuten und erlauben allein keine sichere Gießentscheidung. Erst ins Substrat fassen, dann gießen.

Pflanzkübel brauchen einen Wasserabzug und dürfen nicht im Wasser stehen, weil das Wurzelfäule begünstigt. Im Beet vermindert eine organische Mulchdecke die Austrocknung des Bodens. Wer eine Tropfbewässerung für den Urlaub einrichtet, prüft sie vorher in einem Testlauf auf Einstellung und dichte Schlauchverbindungen.

Marias Erfahrung

Ich gieße meine Kübel morgens und gehe abends noch einmal mit dem Finger durch die Töpfe, die in der Mittagssonne standen. Was dabei trocken ist, bekommt am nächsten Morgen als Erstes Wasser – ich notiere mir das nicht, ich schaue einfach jeden Tag nach.

Düngen: schwachzehrend im Beetplaner, hungrig im Kübel

Hier treffen zwei Angaben aufeinander, die du kennen solltest: Im Beetplaner ist Zitronengras als schwachzehrend eingestuft. Die Kulturhinweise zu Cymbopogon citratus sagen dagegen, dass es für kräftiges Wachstum reichlich Nährstoffe benötigt. Für die Praxis heißt das: Im Gartenboden arbeitest du mit der allgemeinen Kompost-Faustzahl von 3 bis 5 l je Quadratmeter und Jahr, ausgebracht erst im Spätwinter oder Frühjahr, um Nitratauswaschung zu vermindern. Im Kübel geht der Vorrat schneller aus, deshalb wird bei Gefäßkultur während der Wachstumszeit zusätzlich gedüngt: im Frühjahr beim Neuaustrieb ein Langzeitdünger oder während der Wachstumsphase Flüssigdünger.

Ein paar Regeln gelten bei jeder Gabe. Düngerlösung kommt auf bereits feuchte Erde, um Wurzelschäden zu vermeiden; bei Trockenheit und Hitze wird Flüssigdünger niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden gegossen und nicht über die Pflanze. Steht dein Zitronengras in nährstoffhaltiger Kauferde, düngst du in den ersten Wochen nach dem Eintopfen nur sparsam zusätzlich. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei – dann bringt Nachlegen nichts. Und: Übermäßige Düngung kann bei Kräutern zu mastigem Wachstum und schwächerem Aroma führen.

Zahl im Blick

Ab Ende August bekommen Kübelpflanzen, die auf die Winterruhe vorbereitet werden, keinen Dünger mehr, damit das Gewebe ausreifen kann. Ich schreibe mir das Datum in den Gartenkalender, weil der Kübel Ende August meist noch in vollem Wuchs steht.

Wie der Schwachzehrer-Grundsatz für Kräuter insgesamt aussieht und wo die Ausnahmen liegen, steht im Kräuter-Ratgeber unter Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß.

Kübel, Substrat und Umtopfen

Als Ausgangssubstrat eignen sich Universalerde oder Kübelpflanzenerde; mineralische Bestandteile wie Splitt, Bims oder Blähton halten die Struktur stabil, und das ist bei einer Pflanze, die viel Wasser bekommt, wichtig. Das Gefäß braucht mindestens ein freies Abzugsloch; als Drainagebeispiel wird eine etwa 3 cm hohe Blähtonschicht genannt. Torffreie, organisch gedüngte Substrate können pH-Wert und Nährstoffangebot innerhalb kurzer Zeit erheblich verändern – ein Grund mehr, die Nachdüngung am Zustand der Pflanze auszurichten und nicht am Kalender.

Umgetopft wird, sobald der Topf durchwurzelt ist; bei starker Durchwurzelung wird Cymbopogon citratus umgetopft oder gleich geteilt. Ich hebe den Ballen dafür im Frühjahr aus dem Topf und schaue, ob die Wurzeln außen schon eine dichte Matte bilden.

Passt dazu

Die Balkon-Perspektive mit Tricks für wenig Platz liest du unter Zitronengras im Kübel auf dem Balkon; die Gefäß-Grundlagen für alle Kräuter stehen im Kräuter-Ratgeber im Topf-Absatz von Kräuterbeet, Kräuterspirale, Hochbeet und Topf.

Teilen und verjüngen

Ältere Stöcke von Cymbopogon citratus werden im Frühjahr durch Teilung vermehrt. Das ist zugleich Pflege und Vermehrung: Der Horst bekommt wieder Platz, und du gewinnst neue Pflanzen. Ich nehme den Stock aus dem Topf, lege ihn auf eine Plane, ziehe die Horste auseinander und setze jedes Stück in frisches, durchlässiges Substrat. Anschließend gieße ich durch und stelle die Töpfe warm, ohne dass Wasser im Untersetzer steht.

Die Anzucht aus Samen läuft anders und gehört in den Aussaat-Kontext: Zitronengras wird für die Freilandkultur von Ende Februar bis April vorgezogen, für die Zimmerkultur ganzjährig. Wie du Zitronengras vom Keimen bis zur ersten Ernte ziehst, steht in der Aussaat-Anleitung; die Termine für alle Kräuter hält der Aussaatkalender für Kräuter zum Ausdrucken bereit.

Die Saison beenden: Überwintern als Pflegeaufgabe

Zitronengras ist nicht winterhart und verträgt kein Absinken unter etwa 10 °C. Spätestens ab Temperaturen von 5 bis 7 °C holst du den Kübel ins Winterquartier – ich beobachte dafür ab Ende August die Nachttemperaturen und räume nicht erst, wenn der Wetterbericht Frost meldet. Als Richtwert für den Überwinterungsstandort gelten etwa 10 bis 15 °C; für den Topf im Haus oder Wintergarten sind auch 6 bis 10 °C belegt. Beide Angaben liegen kühl, also kein Wohnzimmer neben der Heizung.

Im Winterquartier gilt dieselbe Gießregel wie im Sommer, nur mit weniger Wasser: Der Kübel darf nicht austrocknen, aber Staunässe bleibt tabu. Gedüngt wird nicht, das Gewebe ist ab Ende August ohnehin auf Ruhe gestellt. Braune, abgestorbene Blätter schneide ich im Winterquartier heraus, damit die Luft im Horst zirkuliert.

Mini-Checkliste

Für den Umzug ins Winterquartier

  • Nachttemperaturen ab Ende August im Blick behalten, spätestens bei 5 bis 7 °C reinholen
  • Platz mit etwa 10 bis 15 °C wählen, hell
  • Untersetzer leeren, Ballen nicht austrocknen lassen
  • kein Dünger bis zum Neuaustrieb im Frühjahr
  • im Frühjahr beim Neuaustrieb umtopfen oder teilen

Wer bleibt, wer geht und wer reinkommt, ordnet der Kräuter-Ratgeber im Abschnitt Überwintern für alle Kräuter; Zitronengras gehört dort klar zur dritten Gruppe.

Ernte und Küche: nur kurz

Die Erntezeit reicht etwa von Mai bis September. Die Stängel werden an der Basis abgeschnitten oder vorsichtig herausgedreht; beim Schnitt bleiben als Richtwert etwa 2 bis 3 cm über der Erde stehen, damit neue Triebe nachwachsen. Genutzt wird vor allem der helle, zarte untere Stängelabschnitt von etwa 10 cm; für den Vorrat behält Zitronengras beim Einfrieren in etwa 10 cm langen Stücken mehr Aroma als beim Trocknen. Wie du Zitronengras richtig erntest und verarbeitest, steht im Ernte-Artikel, die Küchenseite und den Vergleich mit anderen Zitrusaromen trägt der Beitrag zu Zitronengras als Aroma für Küche und Garten.

Beetplatz und Nachbarn

Kommt Zitronengras ins Beet, setzt du die Horste mit 40 cm Abstand in der Reihe und 40 cm Reihenabstand; als Dauerkultur läuft es im Beetplaner nicht, weil es den Winter draußen nicht übersteht. Als unverträglicher Nachbar ist Mais gelistet. Was sonst gut daneben steht, prüfst du im Mischkultur-Werkzeug, die Flächenplanung übernimmt der Beetplaner, und die Kombinationen im Detail beschreibt der Artikel zu Zitronengras in der Mischkultur.

Schädlinge und Krankheiten: vorbeugen, beobachten

Die beste Vorbeugung ist die Pflege selbst: Wasser an den Fuß statt über die Blätter, kein Wasser im Untersetzer, keine Überdüngung. Beim Gießen schaue ich die Blattunterseiten an – Spinnmilben sind winzig, bis 0,6 mm lang, und sitzen geschützt in Gespinsten blattunterseits; Thripse sind meist 1 bis 2 mm lang und hinterlassen silbrig glänzende Saugschäden. Was du bei gelben Blättern, Wachstumsstockungen oder Befall konkret tust, behandelt der Beitrag zu typischen Problemen beim Zitronengras-Anbau.

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Häufige Fragen

Welchen Standort braucht Zitronengras im Garten oder auf dem Balkon?
Zitronengras ist eine Tropenpflanze und gedeiht am besten bei etwa 20 bis 30 °C; unterhalb von 10 °C stellt es sein Wachstum ein. Die Kulturhinweise zu Cymbopogon citratus nennen einen geschützten, sehr warmen und vollsonnigen Platz, im Beetplaner ist sonnig bis halbschattig hinterlegt. Stell den Kübel so, dass kräftiger Wind ihn nicht umwerfen kann.
Wie oft muss ich Zitronengras gießen?
Ein festes Gießintervall gibt es nicht, weil Topfgröße, Substrat und Wetter den Bedarf bestimmen. Zitronengras ist feuchtigkeitsbedürftig und braucht eine gute Wasserversorgung, verträgt aber keine Staunässe. Prüf vor dem Gießen die Feuchte auch unterhalb der Oberfläche, gieß dann bis zum Topfboden durch und leer den Untersetzer.
Wie dünge ich Zitronengras im Kübel richtig?
Bei Gefäßkultur wird während der Wachstumszeit zusätzlich gedüngt: im Frühjahr beim Neuaustrieb mit einem Langzeitdünger oder während der Wachstumsphase mit Flüssigdünger, immer auf bereits feuchte Erde. In nährstoffhaltiger Kauferde reicht in den ersten Wochen nach dem Eintopfen eine sparsame Ergänzung. Ab Ende August wird nicht mehr gedüngt, damit die Pflanze zur Winterruhe kommt.
Ist Zitronengras winterhart und wie überwintere ich es?
Nein, Zitronengras ist nicht winterhart und verträgt kein Absinken unter etwa 10 °C. Spätestens ab Temperaturen von 5 bis 7 °C holst du den Kübel ins Winterquartier. Als Richtwert für den Standort gelten etwa 10 bis 15 °C, im Haus oder Wintergarten sind auch 6 bis 10 °C belegt; der Ballen darf dabei nicht austrocknen.
Welches Substrat und welchen Boden braucht Zitronengras?
Das Substrat soll feucht, aber gut durchlässig sein; als Bodenart wird Lehmboden genannt, und beim pH sind saure, neutrale und alkalische Böden aufgeführt. Im Kübel eignen sich Universal- oder Kübelpflanzenerde als Ausgangssubstrat, mineralische Zuschläge wie Splitt, Bims oder Blähton halten die Struktur stabil. Wichtig sind freie Abzugslöcher, damit kein Wasser steht.
Wann und wie teile ich Zitronengras?
Ältere Stöcke von Cymbopogon citratus werden im Frühjahr durch Teilung vermehrt. Auch wenn der Topf stark durchwurzelt ist, topfst du um oder teilst den Stock. Die Teilstücke setzt du in frisches, durchlässiges Substrat und hältst sie feucht, ohne dass Wasser im Untersetzer steht.
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