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Nährstoffmangel bei Obstbäumen erkennen und beheben: erst das Blattbild, dann der Dünger

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion

Grundlagen: Pilzbefall an Bäumen erkennen und vorbeugen: Hallimasch, Zunderschwamm, Riesenporling · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Stickstoff- und Magnesiummangel zeigen sich typischerweise an älteren Blättern, Schwefel-, Eisen- und Manganmangel an jungen.
  • Kaliummangel am Apfelbaum kann ältere bis mittelalte Blätter vom Rand her vergilben lassen; braune Ränder entstehen aber auch durch Trockenstress oder Streusalz.
  • Stippige Äpfel haben zu wenig Calcium in der Frucht, im Boden muss deshalb nicht zwangsläufig Calcium fehlen.
  • Eine Blattdüngung kann vorübergehende Engpässe bei Spurenelementen überbrücken, die Korrektur ungünstiger Bodenbedingungen ersetzt sie nicht.
  • Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe behebt zusätzliches Düngen die Ursache nicht.

Gelbe Blätter im Frühsommer, braune Ränder am Apfellaub, und der Griff zum Dünger liegt nahe. Er hilft aber nur, wenn wirklich ein Nährstoff fehlt, und dann nur der passende. Ein Zuviel schadet ebenfalls: Übermäßiger Stickstoff fördert die Triebe zulasten von Blüten und Früchten. Ich sehe mir deshalb zuerst an, welche Blätter betroffen sind und wie das Muster aussieht, bevor ich etwas streue.

Nährstoffmangel bei Obstbäumen klärst du in drei Schritten: Blattbild lesen, ähnliche Ursachen wie Trockenheit, Staunässe oder Krankheiten ausschließen, dann gezielt beheben, was fehlt.

Woran erkenne ich Nährstoffmangel am Obstbaum?

Schwacher Zuwachs, vorzeitiger Blattfall, kleine oder verformte Früchte und absterbende Triebspitzen zeigen nur, dass etwas nicht stimmt. Welcher Nährstoff infrage kommt, verrät erst das Blatt. Zwei Fragen bringen dich weiter: Sind zuerst die älteren Blätter an der Triebbasis betroffen oder die jungen an der Spitze? Ist das Blatt flächig aufgehellt, nur zwischen den Adern oder vom Rand her?

Ich pflücke dafür je ein Blatt von der Basis und von der Spitze desselben Triebs und lege beide nebeneinander.

Kurz erklärt

Chlorose heißt die Aufhellung oder Vergilbung von Blättern. Das Wort beschreibt nur das Bild, nicht die Ursache: Dahinter kann ein fehlender Nährstoff stehen, aber auch ein unpassender pH-Wert oder ein nasser Wurzelraum.

Verdacht Zuerst betroffen Typisches Bild
Stickstoff ältere Blätter flächige Vergilbung
Schwefel junge Blätter flächige Vergilbung
Magnesium ältere Blätter Vergilbung zwischen zunächst grünen Hauptadern
Kalium ältere bis mittelalte Blätter Vergilben und Absterben vom Rand her
Phosphor ältere Blätter dunkelgrün, später rotviolett
Eisen oder Mangan junge Blätter Vergilbung zwischen grünen Adern

Jede Zeile ist ein Hinweis und noch keine Diagnose. Mehrere Mängel können sich überlagern, und Trockenheit, Nässe oder Krankheiten erzeugen ähnliche Bilder.

Zu den Hauptnährstoffen gehören neben Stickstoff, Phosphor und Kalium auch Calcium und Magnesium; Eisen, Mangan, Zink und Bor sind Spurennährstoffe. Was die Nährstoffe im Baum leisten und wie viel Obstgehölze davon brauchen, steht in den Grundlagen zum Nährstoffbedarf von Obstgehölzen.

Hauptnährstoffe: die Mangelbilder im Einzelnen

Stickstoff und Schwefel: flächig gelb, aber an verschiedenen Blättern

Bei Stickstoffmangel vergilben typischerweise die älteren Blätter, und zwar flächig. Schwefelmangel sieht ähnlich aus, trifft aber die jungen Blätter. Das Alter des Blatts ist hier das Unterscheidungsmerkmal.

Stickstoff braucht der Baum vor allem für Triebe und Blätter. Blasses altes Laub kann auch an einem Baum auftreten, der Kompost bekommt, denn aus Gartenkompost werden im Jahr nur rund 3–5 % des enthaltenen Gesamtstickstoffs pflanzenverfügbar. Frische Holzhäcksel auf der Baumscheibe junger Obstgehölze können dem Boden bei ihrer Zersetzung verfügbaren Stickstoff entziehen. Zurückhaltung bleibt trotzdem richtig, weil Obstbäume nur mäßig mit Stickstoff versorgt werden.

Phosphor: dunkles, später rotviolettes Laub

Bei Phosphormangel können ältere Blätter erst dunkelgrün werden und sich später rotviolett verfärben. Lass vor einer Phosphorgabe den Bodenwert bestimmen. Ist der Baum ausreichend versorgt, fördert zusätzlicher Phosphor Blüten und Früchte nicht automatisch.

Kaliummangel am Apfelbaum: braune Blattränder richtig deuten

Kaliummangel am Apfelbaum kann sich an älteren bis mittelalten Blättern zeigen: Sie vergilben vom Rand her, später stirbt das Gewebe dort ab. Kalium regelt den Zellinnendruck mit und unterstützt so den Wasserhaushalt des Baums.

Dasselbe Bild entsteht aber auch ohne Kaliummangel. Braune Blattränder durch Trockenstress lassen sich mit Kalium-Mangelsymptomen verwechseln, ebenso Schäden durch Streusalz. Ich steche deshalb zuerst den Spaten neben der Baumscheibe ein und prüfe, wie weit der Boden durchfeuchtet ist. Steht der Baum an einer Einfahrt, die im Winter gestreut wird, prüfst du auch das Streusalz als Ursache.

Bleibt der Verdacht, hilft der Blick auf die Zahlen. Der Jahresbedarf von Apfel und Birne liegt bei 6 g K₂O je m², gerechnet vor Anrechnung der Bodenversorgung. K₂O ist die Schreibweise der Düngetabellen für Kalium. Gartenkompost bringt im Durchschnitt 9 g Kalium als K₂O je Liter mit. Wer seinen Apfelbaum jedes Jahr mit Kompost versorgt, hat also guten Grund, vor einer Kaliumgabe den Boden untersuchen zu lassen.

Holzasche wird oft als Kaliumquelle genannt. Für den Garten wird sie vorsorglich nicht zur Düngung empfohlen, weil sich ihr Schadstoffgehalt nicht verlässlich abschätzen lässt. Auch ein Zuviel an Kalium hat Folgen, denn Überschüsse können ins Grundwasser ausgewaschen werden.

Magnesium: gelb zwischen grünen Hauptadern

Bei Magnesiummangel vergilben typischerweise ältere Blätter zwischen den Hauptadern, die zunächst grün bleiben. An Kirschen kann die Verfärbung auch rötlich ausfallen. Bittersalz gilt im Garten als Hausmittel dagegen, weil es Magnesium liefern soll. Ob Magnesium wirklich fehlt, zeigt aber erst die Bodenuntersuchung.

Calcium: Stippe am Apfel

Calcium ist Bestandteil der Zellwände, der Baum braucht es für Zellteilung und Zellstreckung. Am Apfel fällt ein Engpass an der Frucht auf: Stippe heißen kleine braune Flecken im Fruchtfleisch dicht unter der Schale. An den Blättern können Spitzen und Ränder absterben.

Stippige Äpfel haben zu wenig Calcium in der Frucht, im Boden muss deshalb nicht zwangsläufig Calcium fehlen. Den größten Teil ihres Calciums nehmen junge Apfelfrüchte in den ersten sechs Wochen nach der Vollblüte auf. Wer erst beim Anblick stippiger Äpfel kalkt, trifft also weder sicher die Ursache noch das Zeitfenster dieser Ernte.

Spurennährstoffe: wenn Eisen, Mangan, Zink, Bor, Kupfer oder Molybdän fehlen

Am Aufbau von Chlorophyll und Eiweiß sind Eisen, Mangan und Zink beteiligt. Ein Engpass kann sich deshalb am aufgehellten Laub zeigen.

Eisen und Mangan: junge Blätter mit grünen Adern

Vergilben die jungen Blätter an der Triebspitze zwischen grün bleibenden Adern, kommen Eisen und Mangan infrage. Mit bloßem Auge lassen sich beide nicht immer unterscheiden. Manganmangel kann zusätzlich als netzartige Aufhellung mit braunen Flecken erscheinen.

Das Eisen kann dabei im Boden vorhanden und trotzdem schlecht verfügbar sein, etwa auf kalkreichen Böden mit hohem pH-Wert. Quitten zum Beispiel neigen zu Chlorose, sobald der Boden-pH über 7 liegt. Prüfe bei diesem Bild deshalb zuerst den pH-Wert und erst danach die Düngung.

Zink und Bor: kleine Blätter, verformte Früchte

Zinkmangel kann zu kleinen, schmalen Blättern und verkürzten Trieben führen. Der Baum wirkt dann buschig, das Bild heißt Kleinblättrigkeit. Bormangel kann sich an verkrüppelten Blättern, abgestorbenen Triebspitzen und verformten Früchten mit braunen, korkigen Stellen zeigen.

Häufiger Fehler

Bor vorsorglich mitgeben, weil die Früchte im Vorjahr verformt waren. Zwischen ausreichender Versorgung und schädlichem Überschuss liegt bei Bor besonders wenig Abstand, deshalb kann eine vorbeugende Zusatzgabe selbst Schäden verursachen.

Kupfer und Molybdän: unspezifische Bilder

Kupfermangel kann sich durch abgestorbene Triebspitzen, eingerollte Blätter und schwachen Fruchtansatz äußern. Molybdänmangel kann ältere Blätter hellgrün färben und die Blattränder nach oben einrollen. Beide Bilder sind unspezifisch, denn abgestorbene Triebspitzen gibt es auch bei Bormangel und bei Monilia. Hier bringt dich das Blattbild allein nicht weiter, eine Blattanalyse schon eher.

Ähnliche Symptome unterscheiden: Mangel, Krankheit, Schädling oder Stress?

Ein Mangel folgt oft einem Muster. Er trifft Blätter gleichen Alters und zeichnet sich entlang der Adern oder vom Rand her ab, meist auf beiden Blatthälften ähnlich. Fehlt dieses Muster, suchst du zuerst nach einer anderen Ursache.

Krankheiten: Flecken statt Muster

Krankheiten treten oft unregelmäßig auf und breiten sich aus. Apfelschorf hinterlässt dunkelgrüne bis braune Flecken auf den Blättern und raue, teils rissige Flecken auf den Früchten. Bei Feuerbrand bleiben abgestorbene Blätter typischerweise am Zweig hängen; fallen die Blätter vorzeitig ab, spricht das in der Regel gegen Feuerbrand. An Kirschen lässt die Monilia-Spitzendürre Blüten und Triebe kurz nach der Blüte absterben, was wie ein Mangel an der Triebspitze aussehen kann.

Schädlinge: Spuren, die ein Mangel nicht hinterlässt

Schädlinge hinterlassen oft Fraßstellen, Löcher, Kot, Eigelege oder klebrigen Honigtau. Die Raupen des Frostspanners etwa fressen vor allem im April und Mai an Blättern, Blüten und jungen Früchten. Dreh auffällige Blätter um und sieh dir auch die Unterseite an.

Trockenheit, Staunässe und Frost

Trockenstress kann die Blattränder bräunen und sieht dann aus wie Kaliummangel. Welke Blätter gibt es bei Wassermangel, aber ebenso bei geschädigten Wurzeln in nassem Boden. Vor dem nächsten Gießen kommt deshalb die Spatenprobe. Frostschäden zeigen sich oft an jungen Trieben.

Staunässe im Wurzelraum bedeutet Sauerstoffmangel; das kann Fäulnis auslösen und die Nährstoffaufnahme stoppen. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder Staunässe außerdem keine oder nur wenige Nährstoffe frei. Ein Baum im nassen Boden kann also Mangel zeigen, obwohl genug gedüngt ist, und zusätzliches Düngen behebt diese Ursache nicht.

Im Kübel kommt eine weitere Ursache dazu. Überhöhte Düngesalzkonzentrationen können die Wurzeln schädigen, und weil der Wurzelraum im Kübel begrenzt ist, wiegt das dort besonders schwer. Geschädigte Kübelpflanzen düngst du erst wieder, wenn sie sich erholt haben.

In dieser Reihenfolge prüfe ich einen auffälligen Baum:

  1. Blattalter: Sind alte oder junge Blätter betroffen?
  2. Muster: flächig, zwischen den Adern oder vom Rand her?
  3. Spuren: Flecken, Fraß, Belag, haftende tote Blätter?
  4. Boden: Was zeigt die Spatenprobe, trocken oder nass?
  5. Standort: Streusalz, frische Holzhäcksel, Kübel?

Welche Ursachen bei Gehölzen allgemein hinter einem Mangel stehen, ist ein eigenes Thema. Dort geht es auch darum, welche Mängel für Nadel-, Laub- und Ziergehölze typisch sind.

Was fällt bei welcher Obstart auf?

Kernobst: Apfel, Birne und Quitte

Am Apfel kennst du jetzt zwei Bilder: den vergilbenden Blattrand, der auf Kalium hindeuten kann, und die Stippe an der Frucht. Bormangel kann beim Apfel korkige Stellen an der Frucht hinterlassen. Die Quitte reagiert auf den pH-Wert des Bodens. Im Erwerbsanbau gilt für sie ein Boden-pH von 6,0–6,3 als optimal.

Steinobst: Kirsche und Zwetschge

Steinobst steht beim Stickstoff in den Bedarfstabellen höher als Kernobst. Für Pflaume, Zwetschge und Mirabelle sind es 7 g N je m² und Jahr, vor Anrechnung der Bodenlieferung. Bei Apfel und Birne sind es unter demselben Vorbehalt 3 g N je m². Was dem Apfelbaum genügt, kann für die Zwetschge daneben also knapp sein. Welchen Nährstoffbedarf Kern-, Stein- und Beerenobst im Einzelnen haben, ist ein eigener Ratgeber.

Sterben an der Kirsche kurz nach der Blüte Triebspitzen ab, kommt zuerst die Monilia-Spitzendürre infrage. Betroffene Triebspitzen schneidest du möglichst bald bis ins gesunde Holz zurück.

Beerenobst: derselbe Blick, anderer pH-Wert

Beerensträucher zeigen dieselben Grundmuster. An Erdbeeren können die jungen Blätter bei Eisenmangel stark aufhellen, an Himbeeren kann Magnesiummangel das Laub zwischen den Adern vergilben. Bei Heidelbeeren prüfst du zuerst den pH-Wert, denn sie brauchen im Boden einen pH-Wert von 4,5–5,0 und damit deutlich saurere Verhältnisse als Apfel oder Kirsche.

Kiwi und Feige

Für Kiwi und Feige gelten dieselben Lesarten. Bei der Kiwi kann aufgehelltes Laub zwischen grünen Adern auf Eisen oder Magnesium hindeuten, je nachdem, ob junge oder alte Blätter betroffen sind. Wächst deine Feige im Kübel, prüfst du zuerst Wasserabzug und Düngung, bevor du an einen einzelnen Nährstoff denkst. Beide Arten können auf ein Ungleichgewicht der Nährstoffe empfindlich reagieren, deshalb düngst du auch hier erst nach dem Befund.

Zitrus und Olive

Zitruspflanzen und Oliven zeigen eigene Mangelbilder. Dafür gibt es zwei eigene Ratgeber: einen dazu, wie du Mangelerscheinungen an Zitrus- und Mediterranpflanzen einordnest, und einen dazu, woran du Nährstoffmängel am Olivenbaum erkennst.

Wenn sich Nährstoffe gegenseitig bremsen

Nicht jeder Mangel im Blatt ist ein Mangel im Boden. Magnesiummangel zeigt sich an älteren Blättern zwischen grünen Hauptadern, und bei sehr hohen Kaliumgehalten im Boden kann die Magnesiumaufnahme behindert sein. Wer bei diesem Bild auf Verdacht Kalium streut, kann das Problem also vergrößern.

Deshalb ergänzt du nach dem Bodenbefund gezielt, was fehlt. Zeigt die Analyse sehr viel Phosphat und zugleich zu wenig Kalium, bekommt der Baum nur Kalium und nicht pauschal alles zusammen. Weist sie für einen Nährstoff die sehr hohe Versorgungsstufe E aus, setzt du diesen Nährstoff vorübergehend aus. Das gilt auch für Kompost, denn auch organische Dünger können im Hausgarten eine Überversorgung verursachen.

Blattanalyse: was im Baum wirklich ankommt

Die Bodenuntersuchung zeigt, was im Boden liegt. Die Blattanalyse zeigt, was der Baum davon aufgenommen hat. Für Apfel und Birne werden dafür zur Vegetationsmitte mittlere Blätter einjähriger Triebe entnommen; Labore nennen dieses Fenster BBCH 69–81. Nimm unbeschädigte Blätter von mehreren Bäumen derselben Sorte und frag das Labor vorher nach Menge und Versand.

Aufschlussreich ist der Vergleich beider Befunde. Sind die Bodenwerte ausreichend und das Blatt ist trotzdem arm, spricht das für eine Aufnahmestörung. Dann korrigierst du die Bedingung im Boden und nicht die Düngermenge. Ich lege beide Befunde nebeneinander und markiere die Nährstoffe, bei denen sie auseinanderlaufen.

Vor jeder Düngeplanung steht die Bodenuntersuchung. Zur üblichen Grunduntersuchung eines Gartenbodens gehören Phosphor, Kalium, Magnesium und der pH-Wert. Wie du die Proben bei Obstbäumen ziehst und einschickst, steht im Abschnitt zur Bodenanalyse im Überblick zu Obstgehölzen.

Nährstoffmangel gezielt beheben

Erst die Ursache, dann der Dünger

Ich fotografiere auffällige Blätter mit Datum, damit ich den Neuaustrieb später damit vergleichen kann. Danach gehst du so vor:

  1. Prüfe Wasser und Wurzelraum mit der Spatenprobe.
  2. Lass den Boden untersuchen und lies zuerst den pH-Wert.
  3. Gib bei unklarem Bild zusätzlich Blätter zur Analyse.
  4. Ergänze gezielt den Nährstoff, der dem Befund nach fehlt.
  5. Beobachte den Neuaustrieb und vergleiche ihn mit deinen Fotos.

Den pH-Wert korrigieren

Ein unpassender pH-Wert kann Mangelbilder auslösen, obwohl der Boden genug Nährstoffe enthält. Welcher Wert passt, hängt von der Bodenschwere ab.

Bodenschwere pH-Bereich für Kern- und Steinobst
leicht 5,0–6,0
mittelschwer 6,0–6,5
schwer 6,5–6,8

Je nach Bewertungsrahmen weichen die Zielbereiche etwas ab, maßgeblich ist die Einstufung in deinem Laborbefund. Liegt dein Wert unter dem Zielbereich, kalkst du nach der Empfehlung im Befund. Liegt er darüber, kalkst du nicht weiter und besprichst das Vorgehen mit dem Labor. Akute Engpässe bei Spurenelementen kannst du in dieser Zeit über das Blatt überbrücken.

Bei Kübelobst lohnt der Blick auf das Gießwasser, denn Hydrogencarbonat darin kann den pH-Wert des Substrats erhöhen. Wie stark, hängt von der Pufferung des Substrats ab.

Blattdüngung: schnelle Hilfe bei akutem Mangel

Eine Blattdüngung kann einen vorübergehenden Engpass bei Spurenelementen überbrücken, solange die Aufnahme aus dem Boden eingeschränkt ist. Die Korrektur ungünstiger Bodenbedingungen ersetzt sie nicht. Sie verschafft dir also Zeit, mehr nicht.

Ich warte dafür auf einen bedeckten Tag oder den Abend und prüfe mit der Hand, ob das Laub trocken ist.

  • Spritze bei bedecktem Himmel oder am Abend, weil starke Sonne das Risiko von Salzschäden erhöht.
  • Günstig sind Temperaturen unter 20 °C bei hoher Luftfeuchte.
  • Oberhalb von 25 °C unterbleibt die Blattdüngung.
  • Verteile die Lösung fein und spritze nicht auf Blätter oder Früchte, die schon nass sind.
  • Halte dich bei Menge und Verdünnung an die Gebrauchsanweisung.
Achtung

Calciumhaltige Blattdünger gehören nicht in eine Mischung mit phosphat- oder sulfathaltigen Blattdüngern.

Düngen und vorbeugen

Fehlt ein Nährstoff nachweislich, düngst du ihn gezielt nach und teilst die Gabe auf, weil aufgeteilte Gaben Überversorgung vermeiden helfen. Kompost, Mengen und Termine stehen im Abschnitt zum Düngen im Überblick zu Obstgehölzen. Eigene Ratgeber zeigen, wie du die Düngung an Baumalter, Trockenheit und Staunässe anpasst und welche Düngestrategie zu welchem Obstgarten passt.

Vorbeugen heißt, den Boden zu kennen, mäßig zu düngen und den Wurzelraum weder austrocknen noch vernässen zu lassen. Humus, Mulch auf der Baumscheibe und das Gießen behandelt der Überblick zu Obstgehölzen in eigenen Abschnitten.

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Häufige Fragen

Wie erkennt man einen Nährstoffmangel bei Obstbäumen rechtzeitig?
Achte darauf, welche Blätter zuerst betroffen sind und wie das Muster aussieht. Stickstoffmangel vergilbt typischerweise ältere Blätter flächig, Schwefelmangel junge, und bei Magnesiummangel hellen ältere Blätter zwischen zunächst grünen Hauptadern auf. Solche Bilder sind Hinweise und keine Diagnosen, denn Trockenheit oder Staunässe können ähnlich aussehen. Sicherheit geben erst die Bodenuntersuchung und die Blattanalyse.
Welche spezifischen Symptome zeigen verschiedene Obstbaumarten bei Nährstoffdefizit?
Die Grundmuster gelten für alle Obstarten, einige Bilder sind aber arttypisch. Am Apfelbaum kann Kaliummangel ältere bis mittelalte Blätter vom Rand her vergilben lassen, und Stippe zeigt zu wenig Calcium in der Frucht an, der Boden kann trotzdem genug davon enthalten. Quitten neigen zu Chlorose, sobald der Boden-pH über 7 liegt. Sterben an Kirschen kurz nach der Blüte Blüten und Triebe ab, passt das zur Monilia-Spitzendürre, also zu einer Krankheit.
Wie führt man eine korrekte Blattdüngung bei Obstbäumen durch?
Spritze bei bedecktem Himmel oder am Abend, weil starke Sonne das Risiko von Salzschäden erhöht. Günstig sind Temperaturen unter 20 °C bei hoher Luftfeuchte. Oberhalb von 25 °C unterbleibt die Blattdüngung. Verteile die Lösung fein, spritze nicht auf bereits nasse Blätter oder Früchte und halte dich bei der Menge an die Gebrauchsanweisung.
Was ist der Unterschied zwischen Mangelerscheinungen und Krankheitssymptomen?
Ein Mangel folgt oft einem Muster: Er trifft Blätter gleichen Alters und zeichnet sich entlang der Adern oder vom Rand her ab. Krankheiten hinterlassen eher unregelmäßige Flecken, Apfelschorf zum Beispiel dunkelgrüne bis braune Flecken auf den Blättern und raue, teils rissige Flecken auf den Früchten. Bei Feuerbrand bleiben abgestorbene Blätter typischerweise am Zweig hängen. Schädlinge erkennst du an Fraßstellen, Kot oder klebrigem Belag.
Wie unterscheidet man zwischen Unterversorgung und Aufnahmestörungen bei Nährstoffen?
Bei einer Unterversorgung fehlt der Nährstoff im Boden, das zeigt die Bodenuntersuchung. Bei einer Aufnahmestörung ist er vorhanden, kommt aber nicht im Baum an: Staunässe kann die Nährstoffaufnahme stoppen, und bei sehr hohen Kaliumgehalten kann die Magnesiumaufnahme behindert sein. Die Blattanalyse zeigt, was der Baum tatsächlich aufgenommen hat. Liegen Boden- und Blattbefund auseinander, korrigierst du die Bedingung im Boden, statt nachzudüngen.
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