Pilzbefall an Bäumen erkennen und vorbeugen: Hallimasch, Zunderschwamm, Riesenporling
- Fruchtkörper an Stamm oder Ästen sind ein äußeres Befallszeichen, die Pilzfäden wachsen im Inneren des Baumes.
- Holzzersetzende Pilze kannst du am Baum nicht direkt bekämpfen, und das Entfernen der Fruchtkörper beseitigt den Befall nicht.
- Hallimasch kann Nadel- und Laubgehölze befallen und zwischen Rinde und Holz weißliche Pilzhäute oder schwarzbraune Stränge bilden.
- Zum Vorbeugen vermeidest du Trockenheit, Staunässe und Rindenwunden und lässt den Boden im Wurzelbereich, wie er ist.
- Bei einem verkehrssicherungspflichtigen Baum mit holzzersetzenden Pilzen sind fachliche Untersuchungen oder Sicherungsmaßnahmen nötig.
Ein Pilz am Stamm sieht oft harmlos aus. Für den Baum kann er ein ernstes Zeichen sein, denn die Pilzfäden holzzersetzender Pilze wachsen im Inneren, wo du sie nicht siehst. Entdecke ich an einem meiner Bäume einen Fruchtkörper, fasse ich ihn zuerst nicht an. Ich schaue mir den ganzen Baum an, vom Stammfuß bis in die Krone.
Hier erfährst du, woran du typische Baumpilze erkennst, warum du sie am Baum nicht direkt bekämpfen kannst und wann eine Fachperson gefragt ist. Was du selbst tun kannst, liegt vor allem in der Pflege: Du hältst Stress und Wunden von deinem Baum fern.
Was ein Pilz am Baum bedeutet
Was du am Stamm siehst, ist der Fruchtkörper des Pilzes. Fruchtkörper holzzersetzender Pilze an Stamm oder Ästen sind äußere Befallszeichen. Die Pilzfäden selbst wachsen im Inneren des Baumes. Wie weit sie im Holz reichen, kannst du von außen nicht erkennen.
Nicht jeder Pilz, der mit einem Baum zu tun hat, schadet ihm.
Mykorrhizapilze unterstützen Bäume bei der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Du unterscheidest sie deshalb von den holzzersetzenden Schadpilzen, um die es in diesem Ratgeber geht.
Welche Baumpilze sind typisch?
Drei holzzersetzende Pilze kannst du an deutlichen Merkmalen auseinanderhalten: Hallimasch, Echter Zunderschwamm und Riesenporling. Dein Blick ersetzt keine sichere Bestimmung, er liefert dir aber einen begründeten Verdacht.
Hallimasch
Hallimasch kann sowohl Nadel- als auch Laubgehölze befallen. Er kommt also an der Fichte ebenso infrage wie am Apfelbaum. Zwischen Rinde und Holz kann er weißliche, flache Pilzhäute oder schwarzbraune, schnurartige Stränge ausbilden.
Der Pilz nutzt geschwächte Bäume. Leidet ein Baum unter Trockenheit, StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt. oder Schädlingen, kann Hallimasch ihn über Wurzeln oder Rindenwunden infizieren. Vorbeugung gegen Hallimasch beginnt deshalb bei Standort und Pflege, nicht erst beim ersten Fruchtkörper.
Echter Zunderschwamm
Der Echte Zunderschwamm bildet mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Fruchtkörper, die konsolen- bis hutförmig sind. Er befällt vor allem Rotbuchen, dazu weitere Laubgehölze wie Birken. Im Holz verursacht er Weißfäule.
Riesenporling
Die Fruchtkörper des Riesenporlings erscheinen von Juli bis Oktober im Wurzel- oder Stammfußbereich. Ein Merkmal kannst du selbst prüfen: Drückst du auf die Unterseite, verfärbt sie sich dunkel. Ich drücke dafür mit dem Daumen auf eine Stelle am Rand und schaue, ob sie nachdunkelt.
| Pilz | Wo du ihn findest | Woran du ihn erkennst |
|---|---|---|
| Hallimasch | an Nadel- und Laubgehölzen, zwischen Rinde und Holz | weißliche, flache Pilzhäute oder schwarzbraune, schnurartige Stränge |
| Echter Zunderschwamm | vor allem an Rotbuchen, auch an Birken und weiteren Laubgehölzen | mehrjährige, konsolen- bis hutförmige Fruchtkörper, Weißfäule im Holz |
| Riesenporling | im Wurzel- oder Stammfußbereich, Fruchtkörper von Juli bis Oktober | Unterseite der Fruchtkörper verfärbt sich bei Druck dunkel |
Woran erkennst du Pilzbefall am Baum?
Einen Baum mit Verdacht gehe ich von unten nach oben ab. So übersehe ich weder den Stammfuß noch die Krone.
Am Stammfuß und im Wurzelbereich suche ich zuerst nach Fruchtkörpern. Von Juli bis Oktober schaue ich dort besonders genau hin, weil dann die Fruchtkörper des Riesenporlings erscheinen.
Danach nehme ich mir die Rinde vor. Wo sie schon aufgeplatzt ist, prüfe ich, ob zwischen Rinde und Holz weißliche Pilzhäute oder schwarzbraune Stränge sitzen. Solche Spuren können auf Hallimasch hindeuten. Gesunde Rinde löse ich dafür nicht ab, weil ich keine neue Wunde schaffen will.
Fruchtkörper an Stamm und Ästen nehme ich ernst, auch wenn der Baum sonst kräftig aussieht. Jeder davon ist ein äußeres Befallszeichen.
In der Krone achte ich auf welke oder dürre Teile. Allein beweisen sie keinen Pilzbefall. Solche Teile können aber zeigen, dass der Baum unter Stress steht, etwa durch Trockenheit oder Staunässe.
Zum Schluss sehe ich mir den Boden unter der Krone an. Wurde im Wurzelbereich Erde aufgeschüttet oder abgetragen, notiere ich das, denn beides solltest du bei bestehenden Bäumen vermeiden.
Jeden Fruchtkörper fotografiere ich von oben und von unten, bevor ich ihn berühre. Die Bilder lege ich vor, wenn ich den Baum fachlich einschätzen lasse.
Stammfuß und Wurzelbereich nach Fruchtkörpern absuchen. Aufgeplatzte Rinde auf weißliche Pilzhäute oder schwarzbraune Stränge prüfen. Fruchtkörper an Stamm und Ästen fotografieren, bevor du sie anfasst. Krone auf welke oder dürre Teile ansehen. Wurzelbereich auf aufgeschüttete oder abgetragene Erde kontrollieren.
Kann man Pilzbefall am Baum bekämpfen?
Einen Befall mit holzzersetzenden Pilzen kannst du am Baum nicht direkt bekämpfen. Auch das Entfernen der sichtbaren Fruchtkörper beseitigt ihn nicht. Die Pilzfäden sitzen im Holz, der Fruchtkörper ist nur das äußere Zeichen: Wer ihn abschlägt, entfernt also bloß das Merkmal, an dem sich der Pilz bestimmen lässt. Ich lasse Fruchtkörper deshalb am Baum, bis jemand mit Fachwissen sie gesehen hat.
„Morsches Holz muss raus, dann frisst der Pilz nicht weiter.“ Das Ausräumen morschen Holzes aus Baumhöhlungen kann die Abschottungsbarriere des Baumes durchbrechen. Dann liegt gesundes Holz offen, das Schadpilze angreifen können. Höhlungen in meinen Bäumen lasse ich deshalb, wie sie sind.
Im integrierten Pflanzenschutz schöpfst du zuerst geeignete Kulturmaßnahmen aus. Bei Pilzen im Holz ist das der Teil, der in deiner Hand liegt: Wasser, Wurzelbereich, Rinde und Schnitt. Wie du Maßnahmen im Garten einordnest und in welcher Reihenfolge du sie angehst, erklärt der Ratgeber zu NützlingenNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. und Schädlingen.
Wann muss eine Fachperson an den Baum?
Trägt ein Baum, für den du verkehrssicherungspflichtig bist, holzzersetzende Pilze, reicht Beobachten nicht mehr. Dann sind weitere fachliche Untersuchungen oder geeignete Sicherungsmaßnahmen nötig. Je nach Befund reichen sie vom RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. bis zur Fällung. Eine Fällung ist also eine mögliche Folge eines Befunds und keine Sofortmaßnahme beim ersten Pilz.
Auch bei anderen Bäumen hole ich mir eine Fachperson für Baumpflege dazu, wenn ich einen Fruchtkörper nicht sicher zuordnen kann.
Vor Baumpflege oder Fällung musst du geschützte Lebensstätten am Baum berücksichtigen, etwa Nester. Der Schutz solcher Lebensstätten kann auch dann fortbestehen, wenn die Tiere vorübergehend nicht da sind.
Pilzbefall an Bäumen vorbeugen
Eine Garantie gegen Baumpilze gibt es nicht. Du kannst aber die Schwachstellen angehen, die Hallimasch ausnutzt: Trockenheit, Staunässe, Schädlinge und Rindenwunden.
Trockenheit und Staunässe vermeiden
In Trockenphasen gieße ich junge Bäume durchdringend statt oberflächlich. Vorher stecke ich einen Holzstab in den Boden und schaue, wie weit er feucht herauskommt.
Auch Staunässe schwächt einen Baum. Bei einer Neupflanzung wähle ich deshalb eine Stelle, an der nach Regen kein Wasser stehen bleibt. Schädlinge können Bäume ebenfalls schwächen, darum gehört der Blick auf Blätter und Triebe zu meinem Rundgang dazu.
Den Wurzelbereich in Ruhe lassen
Zum Schutz bestehender Bäume vermeidest du Bodenaufschüttungen und Bodenabtrag in ihrem Wurzelbereich. Das gilt auch für kleine Eingriffe, die nach Gartenpflege aussehen.
Erde rund um den Stammfuß anhäufen, damit sich dort kein Wasser sammelt. Das ist eine Bodenaufschüttung im Wurzelbereich, und die vermeidest du bei bestehenden Bäumen. Dasselbe gilt für das Abtragen von Boden, etwa beim Anlegen eines Weges.
Die Rinde schützen
Beim Mähen und Trimmen halte ich Abstand zum Stamm, damit keine Rinde verletzt wird. Bei länger geschlossener Schneedecke können Hasen und Wildkaninchen junge Baumrinde schädigen. Drahthosen oder Stammschoner kommen dann als vorbeugender Schutz infrage. Weil Hallimasch geschwächte Bäume über Rindenwunden infizieren kann, hilft so ein Stammschutz auch, eine mögliche Eintrittsstelle zu vermeiden. Erreichbare Kronenzweige bleiben allerdings weiter gefährdet.
Zur passenden Zeit und mit sauberem Werkzeug schneiden
Wann du schneidest, hängt von der Obstart ab. Apfel, Birne und Quitte kannst du im Winter schneiden. Für Süßkirsche, Sauerkirsche und Zwetschge ist der Sommer nach der Ernte günstiger, sehr späte Zwetschgensorten ausgenommen.
Schere und Säge desinfiziere ich nach jedem Einsatz mit 70-prozentigem Alkohol, um keine Pflanzenkrankheiten zu verschleppen. Mehr zur Gartenhygiene findest du im selben Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen.
Boden und Düngung prüfen statt raten
Bevor ich einen schwächelnden Baum dünge, lasse ich den Boden untersuchen. Wie du die MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. ziehst und die Düngung danach ausrichtest, steht im Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen im Abschnitt zu Standort, Boden und Düngung.

