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Baumkrankheiten bestimmen: Schadbilder erkennen und gezielt behandeln

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion

Grundlagen: Pilzbefall an Bäumen erkennen und vorbeugen: Hallimasch, Zunderschwamm, Riesenporling · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ein Schadbild ist ein Hinweis und noch keine Diagnose: Sieh dir Blätter, Triebe, Früchte, Rinde und Boden an, bevor du schneidest.
  • Apfelschorf zeigt sich an dunkelgrünen bis braunen Blattflecken und an rauen, teilweise rissigen Flecken auf den Früchten.
  • Bei Feuerbrand bleiben abgestorbene Blätter typischerweise am Zweig haften, vorzeitiger Blattfall spricht in der Regel dagegen.
  • Welke Blätter gibt es bei Wassermangel und bei geschädigten Wurzeln in nassem Boden, deshalb kommt die Spatenprobe vor dem Gießen.
  • Kranke Pflanzenteile gehören nicht auf einen kleinen Gartenkompost.

Dein Apfelbaum hat braune Flecken auf den Blättern, und an der Kirsche vertrocknet eine Triebspitze. Dahinter kann ein Pilz stecken, aber ebenso Trockenheit, nasser Boden oder ein fehlender Nährstoff. Wer sofort schneidet oder düngt, behandelt leicht die falsche Ursache. Ich gehe deshalb immer in derselben Reihenfolge vor: erst das Schadbild, dann Wetter und Boden, zuletzt die Maßnahme.

Baumkrankheiten bestimmen: In welcher Reihenfolge gehe ich vor?

Ein Symptom ist ein Hinweis und noch keine Diagnose. Gelbe Blätter können von einem Pilz kommen, von einem Nährstoffmangel oder von einem Wurzelschaden. Sammle deshalb zuerst Beobachtungen und lege dich erst danach auf einen Verdacht fest.

  1. Ort: Sitzt der Schaden an Blättern, Blüten, Früchten, Trieben, an der Rinde oder am Stammfuß?
  2. Blattalter: Sind ältere oder junge Blätter betroffen, und vergilben sie flächig oder zwischen den Adern?
  3. Blattfall: Bleiben abgestorbene Blätter am Zweig hängen, oder fallen sie vorzeitig ab?
  4. Wetter: War es zuletzt lange nass, zur Blüte kühl und regnerisch oder anhaltend trocken?
  5. Boden: Ist die Erde im Wurzelraum trocken, feucht oder nass?
  6. Verlauf: Bleibt das Schadbild auf einen Ast begrenzt, oder breitet es sich aus?

Ich fotografiere jede verdächtige Stelle und notiere Datum und Baum dazu. Beim nächsten Rundgang halte ich das Foto neben den Ast und vergleiche.

Manches lässt sich im eigenen Garten nicht sicher zuordnen, etwa mosaikartige Blattverfärbungen, verkrüppelte Früchte oder Bohrlöcher in der Rinde. Hol dir in solchen Fällen fachlichen Rat, bevor du handelst.

Welche Hilfsmittel brauche ich für die Diagnose?

Für die Diagnose reichen wenige Dinge. Mit einer Lupe siehst du dir Blattunterseiten und Rinde genau an, mit der Kamera hältst du den Verlauf fest. Dazu kommt der Spaten, denn eine Spatenprobe zeigt dir, wie weit der Boden durchfeuchtet ist. Ein pH-Messgerät liefert nur dann verlässliche Werte, wenn die Elektrode mit geeigneten Pufferlösungen kalibriert ist. Genauer wird es mit einer Bodenuntersuchung im Labor.

Zahl im Blick

Für Obstbäume wird der Boden in zwei Schichten untersucht: von 0–30 cm und von 30–60 cm Tiefe. Die übliche Grunduntersuchung eines Gartenbodens nennt dir Phosphor, Kalium, Magnesium und den pH-Wert.

Für Schnitt und Pflege genügen als Grundausstattung eine geeignete Schere und eine leichtgängige Säge, die du nach Gebrauch reinigst und trocknest. Mit der Motorsäge arbeitest du am Baum nie von der Leiter aus. Welche Werkzeuge und welche Schutzausrüstung sich darüber hinaus bewähren, steht in unserem Ratgeber zu den Werkzeugen für die Obstgartenpflege.

Welches Schadbild deutet auf welche Ursache hin?

Die Tabelle ordnet typische Schadbilder einem möglichen Auslöser zu. Sie ersetzt keine Diagnose, zeigt dir aber, wo du zuerst nachsiehst.

Schadbild Kann hindeuten auf Erster Schritt
Dunkelgrüne bis braune Blattflecken, raue und teilweise rissige Flecken auf den Früchten am Apfel Apfelschorf Befallenes Vorjahreslaub entfernen, Krone luftig halten
Blüten und Triebe der Kirsche sterben kurz nach der Blüte ab Monilia-Spitzendürre Abgestorbene Triebspitzen möglichst bald nach der Blüte bis ins gesunde Holz zurückschneiden
Fruchtmumien im Kern- oder Steinobstbaum Monilia Mumien aus dem Baum nehmen, weil die Erreger daran überdauern
Gekräuselte Blätter am Pfirsich Kräuselkrankheit Fächerspalier ab dem Knospenschwellen vor Regen schützen
Weißer, mehlartiger Belag an Ziergehölzen Echter Mehltau Befallene Pflanzenteile entfernen
Abgestorbene Blätter bleiben am Zweig haften Feuerbrand Verdacht fachlich klären lassen, Werkzeug mit 70 % Alkohol desinfizieren
Erkrankte Rindenstelle an einem jungen Trieb Obstbaumkrebs Trieb etwa 30 cm unterhalb der erkrankten Stelle entfernen
Pilzfruchtkörper am Stamm oder Stammfuß Fäulnis im Holz Baum fachlich beurteilen lassen
Welke Blätter Wassermangel oder geschädigte Wurzeln in nassem Boden Spatenprobe vor dem nächsten Gießen
Ältere Blätter vergilben zwischen zunächst grünen Hauptadern Magnesiummangel Boden untersuchen lassen, nicht auf Verdacht düngen
Braune Blattränder Trockenstress, Kaliummangel oder Streusalzschaden Bodenfeuchte prüfen, Boden untersuchen lassen
Ältere Nadeln von Fichte oder Tanne vergilben im Spätsommer und fallen ab Natürlicher Nadelwechsel Beobachten, nicht auf Verdacht düngen
Fraß an Blättern, Blüten und jungen Früchten im April und Mai Frostspannerraupen Raupen suchen und Befall einschätzen
Gespinste mit Raupen am Apfelbaum Apfelbaumgespinstmotte An kleinen Bäumen bei stärkerem Befall ausschneiden oder absammeln
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Krankheit, Mangel oder Standort: Was sieht nur krank aus?

Nicht jedes Schadbild hat einen Erreger. Bevor du an eine Infektion denkst, prüfst du Wasser, Boden und Nährstoffe.

Welke Blätter: zu trocken oder zu nass?

Welke Blätter gibt es bei Wassermangel, aber auch bei geschädigten Wurzeln in nassem Boden. Prüfe deshalb mit einer Spatenprobe, wie feucht die Erde ist, bevor du erneut gießt. Steht Wasser im Wurzelraum, fehlt den Wurzeln Sauerstoff, und das kann Fäulnis auslösen und die Nährstoffaufnahme stoppen. Ein Baum in nassem Boden kann deshalb durstig und unterversorgt zugleich aussehen, und weder Gießen noch Düngen behebt dann die Ursache.

Häufiger Fehler

Bei welkem Laub sofort zur Gießkanne greifen. Stich zuerst mit dem Spaten in den Wurzelraum und sieh nach, ob die Erde wirklich trocken ist.

Gelbe Blätter und braune Ränder: Mangel oder Krankheit?

Bei vergilbtem Laub hilft der Blick auf das Blattalter. Stickstoffmangel vergilbt typischerweise ältere Blätter flächig, Schwefelmangel dagegen junge. Zeigt sich die Vergilbung an älteren Blättern zwischen den zunächst grün bleibenden Hauptadern, kann das auf Magnesiummangel hindeuten. Auch der Boden spielt hinein: Quitten etwa neigen zu Chlorose, wenn der Boden-pH über 7 liegt.

Braune Blattränder lassen sich leicht verwechseln. Solche Blattränder können durch Trockenstress entstehen und sehen dann aus wie Kaliummangel oder ein Streusalzschaden. Lass in solchen Fällen erst den Boden untersuchen und entscheide danach über das Düngen.

Auch nicht jeder Fruchtschaden ist eine Infektion. Apfelstippe geht auf zu wenig Calcium in der Frucht zurück, und das heißt nicht zwangsläufig, dass dem Boden Calcium fehlt.

Nadelbäume und Standort: krank oder am falschen Platz?

Wenn bei Fichten und Tannen im Spätsommer ältere Nadeln vergilben und abfallen, kann das ein natürlicher Nadelwechsel sein. Braune Nadeln allein sind außerdem kein Grund für Bittersalz: Bei Nadelgehölzen kommt es erst nach einer Bodenuntersuchung infrage.

Manchmal passt schlicht der Standort nicht. Fichten kommen weder mit Staunässe noch mit anhaltend trockenen Böden zurecht, und die Rotbuche kann bei ausgeprägter Trockenheit und Hitze erheblich leiden. Bevor du nach einem Erreger suchst, lohnt deshalb der Blick darauf, was einzelne Baumarten an Standort und Pflege brauchen.

Pilzkrankheiten an Obstbäumen: Woran erkenne ich sie?

Bei Pilzkrankheiten hilft dir das Wetter der letzten Wochen beim Einordnen. Feuchte Witterung begünstigt mehrere von ihnen, aber nicht alle.

Apfelschorf

Apfelschorf erkennst du an dunkelgrünen bis braunen Flecken auf den Blättern und an rauen, teilweise rissigen Flecken auf den Früchten. Außerdem kann er die Lagerfähigkeit der Äpfel verringern. Vorbeugend entfernst du das befallene Vorjahreslaub und hältst die Krone luftig.

Zahl im Blick

Apfelschorf wird begünstigt, wenn die Blätter mehrere Stunden nass bleiben, die Luftfeuchtigkeit bei etwa 80 % liegt und die Temperaturen über 5 °C liegen.

Bei einer Neupflanzung entscheidet die Sorte mit. Schorfresistente Apfelsorten gibt es, Santana und Topaz sind Beispiele dafür, und Rebella ist schorftolerant. Schorfresistenz bedeutet allerdings keine allgemeine Widerstandsfähigkeit gegen sämtliche Krankheiten.

Monilia an Kirsche, Kern- und Steinobst

Sterben an der Kirsche kurz nach der Blüte Blüten und Triebe ab, kann das auf die Monilia-Spitzendürre hindeuten. Begünstigt wird sie durch kühl-regnerisches Wetter während der Kirschblüte. Die abgestorbenen Triebspitzen schneidest du möglichst bald nach der Blüte bis ins gesunde Holz zurück. Ich sehe mir meine Kirsche nach der Blüte Ast für Ast an und nehme die Schere gleich mit.

An Kern- und Steinobst kommt ein zweiter Handgriff dazu: Fruchtmumien, die von Monilia befallen sind, nimmst du aus dem Baum, weil die Erreger daran überdauern.

Kräuselkrankheit am Pfirsich

Am Pfirsich kann feuchte Witterung die Kräuselkrankheit schon ab dem Knospenschwellen begünstigen, in milden, geschützten Lagen bereits im Januar. Ein Fächerspalier bekommt deshalb ab dem Knospenschwellen einen Regenschutz. Der Schutz gehört damit in eine Zeit, in der der Baum noch kahl ist.

Echter Mehltau

Echten Mehltau erkennst du an Ziergehölzen am weißen, mehlartigen Belag. Auch Apfelbäume können Mehltau bekommen, zum Beispiel die Sorte Boskoop. Schorf, Monilia und Kräuselkrankheit werden von feuchter Witterung begünstigt, Echter Mehltau kann sich dagegen auch bei trockenwarmer Witterung ausbreiten. Ein trockener Sommer ist also kein Grund, die Kontrolle auszulassen.

Obstbaumkrebs

Hat der Obstbaumkrebs einen jungen Trieb befallen, nimmst du ihn etwa 30 cm unterhalb der erkrankten Stelle heraus. Sitzt die Stelle an einem starken Ast oder am Stamm, lässt du den Baum fachlich beurteilen.

Mythos-Check

„Alte Sorten sind von Natur aus robust.“ So pauschal stimmt das nicht. Boskoop ist eine alte Apfelsorte und kann trotzdem Schorf, Mehltau und Obstbaumkrebs bekommen, in der Blüte ist er außerdem frostempfindlich.

Feuerbrand: Woran erkenne ich ihn, und was tue ich dann?

Typisch für Feuerbrand ist, dass abgestorbene Blätter am Zweig haften bleiben. Fällt das Laub dagegen vorzeitig ab, spricht das in der Regel gegen diese Diagnose. Achte deshalb bei jedem abgestorbenen Trieb darauf, ob die Blätter noch hängen.

In Deutschland gibt es für Feuerbrand keine allgemeine Meldepflicht. Tritt er in der Nähe von Baumschulen oder Obstanlagen auf, solltest du ihn trotzdem dem zuständigen Pflanzenschutzdienst mitteilen. Frag dort auch nach, wie du beim Rückschnitt vorgehst.

Scheren und Sägen können den Erreger übertragen. Hast du an einem befallenen Gehölz geschnitten, reinigst du die Werkzeuge und desinfizierst sie mit 70 % Alkohol.

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Schädlingsbefall bestimmen: Wann greife ich wie ein?

Bei Schädlingen kommt es auf den Zeitpunkt an. Die Tabelle zeigt, wann welche mechanische Maßnahme passt und wo ihre Grenze liegt.

Schädling Wann Mechanische Maßnahme Grenze
Frostspanner Raupen fressen vor allem im April und Mai an Blättern, Blüten und jungen Früchten Nach starkem Befall Leimringe vor den ersten kalten Herbstnächten anlegen, häufig Ende September bis Anfang Oktober, und spätestens Anfang März entfernen Leim kann auch Nützlinge und Vogelschnäbel gefährden
Apfelwickler Ab Mitte Juni Leimfreie Wellpappringe anlegen, Larven alle 14 Tage entfernen und die Ringe erneut anlegen Kann den Befall mindern, reicht allein nicht zur Bekämpfung aus
Apfelbaumgespinstmotte Bei stärkerem Befall Gespinste samt Raupen ausschneiden oder absammeln Beschrieben für kleine Apfelbäume
Kirschessigfliege Drei bis vier Wochen vor der Fruchtreife Kulturschutznetze mit 0,8 mm Maschenweite anbringen und vollständig schließen Netze auf Schäden und gefangene Tiere kontrollieren, Tiere sofort befreien

Mit Pheromonfallen überwachst du beim Apfelwickler den Falterflug. Zur Bekämpfung reichen sie allein nicht aus.

Achtung

An Leimringen und Klebetafeln können neben den Zielschädlingen auch Vögel und Fledermäuse haften bleiben und sterben. Setze Leimringe deshalb nur nach starkem Frostspannerbefall ein und nimm sie spätestens Anfang März wieder ab.

Natürliche Gegenspieler kannst du fördern. In Obstanlagen finden sie in mehrjährigen Blühstreifen Schutz und Nahrung. Im europäischen EcoOrchard-Freilandversuch fielen die Fruchtschäden durch die Mehlige Apfelblattlaus an Bäumen mit benachbarten Blühstreifen um 15 % geringer aus als in den Kontrollparzellen. Das ist ein Versuchsergebnis und keine Zusage für deinen Garten.

Wie behandle ich einen kranken Baum?

Im Hausgarten steht das Vorbeugen vorn. Musst du doch eingreifen, richtet sich das nach dem Befall und beginnt mit mechanischen Schritten.

  1. Befallenes entfernen: Schneide dürre Triebspitzen heraus, nimm Fruchtmumien ab und räume befallenes Vorjahreslaub weg.
  2. Getrennt entsorgen: Kranke Pflanzenteile gehören nicht auf einen kleinen Gartenkompost, weil die Rottewärme dort Krankheitserreger meist nicht zuverlässig abtötet.
  3. Werkzeug reinigen: Säubere und trockne Schere und Säge nach der Arbeit, bei Feuerbrand kommt die Desinfektion dazu.
  4. Weiter beobachten: Sieh dir die Stelle bei den nächsten Rundgängen wieder an und vergleiche sie mit deinen Fotos.

Auch Pflanzenreste mit Wurzel- oder Stängelfäule und mit Welkeerkrankungen gehören nicht auf den Gartenkompost. Frag bei deiner Gemeinde nach dem passenden Entsorgungsweg.

Marias Erfahrung

Ich stelle mir vor dem Schnitt an einem kranken Baum einen Eimer für das Schnittgut und einen Lappen für die Schere bereit. Das Schnittgut trage ich im Eimer aus dem Garten und nicht lose über die Beete.

Musst du einen Apfelbaum ersetzen, ist ein anderer Pflanzplatz die erste Wahl. Wo schon ein Apfelbaum stand, können biologische Ungleichgewichte im Boden dem Nachfolger Nachbauprobleme bereiten.

Was ist von Hausmitteln zu halten?

Schmierseife, Rapsöl und Pflanzenjauchen werden unter Gärtnern gern weiterempfohlen. Der Seifenlösung und dem Öl wird nachgesagt, dass sie Blattläuse benetzen und ihnen die Luft nehmen. Bei Pilzkrankheiten fängst du ohnehin mit Rückschnitt, sauberem Laub und einer luftigen Krone an.

Wann kommen Pflanzenschutzmittel infrage?

Pflanzenschutzmittel kommen erst infrage, wenn Vorbeugen und mechanische Schritte nicht ausreichen. Im Obstgarten dürfen nur zugelassene Mittel eingesetzt werden, und zwar entsprechend ihrer Gebrauchsanweisung. Achte auf die Zulassung für den Haus- und Kleingarten, trage die vorgeschriebene Schutzkleidung und halte die Wartezeit bis zur Ernte ein. Reste und leere Packungen entsorgst du so, wie es die Gebrauchsanweisung vorgibt. Bedenke außerdem, dass ein Mittel auch Nützlinge treffen kann.

Vorbeugen: Was haben Schnitt, Gießen und Düngen mit Krankheiten zu tun?

Drei Pflegearbeiten hängen eng mit dem Krankheitsrisiko zusammen.

Schnitt: Eine luftige Krone gehört zur Vorbeugung gegen Apfelschorf. Wer einen Apfelbaum aber zu stark auslichtet, nimmt den Früchten schützende Blätter und erhöht ihr Sonnenbrandrisiko. Lichte deshalb mit Maß aus und schneide Seitenäste am Astring ab, damit kein Aststummel stehen bleibt.

Gießen: Gieße möglichst morgens und direkt am Boden. So kommt das Wasser vor allem in den Wurzelraum, und das Laub wird möglichst wenig benetzt. Das passt zur Schorfvorbeugung, weil mehrstündige Blattnässe den Pilz begünstigt.

Düngen: Obstbäume versorgst du nur mäßig mit Stickstoff, weil ein Überschuss das Triebwachstum zulasten der Blüten- und Fruchtbildung verstärkt. Mit gut gereiftem Kompost können außerdem Trichoderma-Arten in den Boden kommen, die bestimmten bodengebundenen Krankheitserregern entgegenwirken.

Zur Pflege im Jahreslauf gehört auch die Baumscheibe. Auf den Baumscheiben junger Obstgehölze räumst du den Mulch ab September ab, weil Wühlmäuse sonst darunter Schutz finden. Wie diese Arbeiten im Einzelnen ablaufen, steht in den Grundlagen zur Pflege im Jahreslauf, zu Schnitt, Gießen und Düngen von Obstgehölzen.

Junge Bäume brauchen bei Trockenheit besondere Aufmerksamkeit bei der Wasserversorgung. Was sonst in dieser Zeit ansteht, liest du in der Anleitung dazu, wie du junge Bäume in den ersten Standjahren pflegst.

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Wann sollte ein Profi den Baum ansehen?

Manche Schäden lassen sich vom Boden aus nicht beurteilen. Dazu zählen Pilzfruchtkörper am Stamm oder Stammfuß und Schäden an starken Ästen. Nach einem Sturm gehst du den Baum zusätzlich auf Totholz, Risse und andere Defekte durch. Vermutest du dabei einen gefährlichen Schaden, sperrst du den Bereich ab, bis er fachlich geklärt ist.

Sachverständige für Baumpflege und Verkehrssicherheit sehen sich unter anderem Holz- und Pilzschäden an und schätzen ein, wie sich der Baum erhalten lässt. In welchen Fällen du die Arbeit besser abgibst und woran du gute Fachleute erkennst, steht im Ratgeber dazu, wann Baumpflege in Profihände gehört.

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Häufige Fragen

Ist Feuerbrand meldepflichtig?
In Deutschland gibt es für Feuerbrand keine allgemeine Meldepflicht. Tritt er in der Nähe von Baumschulen oder Obstanlagen auf, solltest du ihn dem zuständigen Pflanzenschutzdienst mitteilen. Nach dem Schnitt an befallenen Gehölzen desinfizierst du Scheren und Sägen mit 70 % Alkohol, weil die Werkzeuge den Erreger übertragen können.
Darf krankes Laub oder Schnittgut auf den Kompost?
Auf einen kleinen Gartenkompost gehören kranke Pflanzenteile nicht. Die Rottewärme reicht dort meist nicht aus, um Krankheitserreger zuverlässig abzutöten. Das gilt auch für Pflanzenreste mit Wurzel- oder Stängelfäule und mit Welkeerkrankungen.
Sind alte Apfelsorten weniger anfällig für Krankheiten?
Nicht automatisch. Boskoop ist eine alte Sorte und kann trotzdem Schorf, Mehltau und Obstbaumkrebs bekommen, in der Blüte ist er außerdem frostempfindlich. Santana und Topaz sind Beispiele für schorfresistente Sorten, wobei Schorfresistenz keine allgemeine Widerstandsfähigkeit gegen sämtliche Krankheiten bedeutet.
Warum welken die Blätter, obwohl ich gieße?
Welke Blätter gibt es bei Wassermangel, aber auch bei geschädigten Wurzeln in nassem Boden. Prüfe deshalb vor dem nächsten Gießen mit einer Spatenprobe, wie feucht die Erde wirklich ist. Steht Wasser im Wurzelraum, fehlt den Wurzeln Sauerstoff, und das kann Fäulnis auslösen und die Nährstoffaufnahme stoppen.
Sind Leimringe am Obstbaum sinnvoll?
Leimringe sind eine mechanische Barriere nach starkem Frostspannerbefall. Du legst sie vor den ersten kalten Herbstnächten an, häufig Ende September bis Anfang Oktober, und nimmst sie spätestens Anfang März wieder ab. Bedenke, dass der Leim auch Nützlinge gefährden kann und dass an Leimringen Vögel und Fledermäuse haften bleiben können.
Sind gelbe Blätter am Baum immer ein Zeichen für eine Krankheit?
Nein, gelbe Blätter können auch auf einen Nährstoffmangel hindeuten. Stickstoffmangel vergilbt typischerweise ältere Blätter flächig, Schwefelmangel dagegen junge. Bei Magnesiummangel vergilben ältere Blätter zwischen den zunächst grün bleibenden Hauptadern. Lass im Zweifel den Boden untersuchen, bevor du düngst.
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