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Säulenobst oder Spalierobst: Welche Form zu deinem Platz passt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Spalierobst ziehst du flach an Wand oder Gerüst, Säulenobst wächst schmal und aufrecht an einer Mittelachse.
  • Echte Säulenäpfel haben eine erbliche Säulenform, als Säule verkaufte Birnen, Kirschen und Pflaumen bleiben überwiegend durch Erziehung und Schnitt schmal.
  • Für schmale Hecken aus Ballerina-Säulenäpfeln gelten Pflanzabstände von 30–50 cm.
  • Ein Birnenspalier bekommt etwa 15–25 cm Abstand zur Wand, damit es durchlüftet wird.
  • Apfel und Birne brauchen in der Regel eine passende andere Sorte als Befruchter, die auch in der Nachbarschaft stehen kann.

Du hast eine sonnige Hauswand, einen schmalen Streifen am Zaun oder nur einen Balkon und möchtest trotzdem eigene Äpfel oder Birnen ernten. Ein ausgewachsener Hochstamm auf starkwüchsiger Unterlage wird mit etwa 8–10 m Kronenbreite geplant und passt dort nicht hin. Säulenobst und Spalierobst brauchen viel weniger Raum, erreichen das aber auf verschiedene Weise. Ich messe deshalb zuerst den Platz aus und entscheide erst danach über Form, Unterlage und Sorte.

Säulenobst oder Spalierobst: Was ist der Unterschied?

Die kurze Antwort: Hast du eine Wand oder einen Zaun, passt das Spalier. Hast du nur einen schmalen Standplatz oder einen Kübel, passt die Säule.

Spalierobst ziehst du flach an einer Wand, einem Zaun oder einem frei stehenden Gerüst. Die Äste werden angebunden und durch Schnitt in einer Ebene gehalten, sodass der Baum kaum Tiefe beansprucht. Säulenobst wächst dagegen schmal und aufrecht an einer Mittelachse.

Wichtiger als das Aussehen ist, woher die Form kommt. Echte Säulenäpfel haben eine erbliche Säulenform. Birnen, Kirschen und Pflaumen, die als Säule verkauft werden, bleiben überwiegend durch Erziehung und Schnitt schmal. Die Form ist also beim Apfel angeboren und bei den anderen Arten gemacht, mit einer Säulenkirsche kaufst du deshalb die Schnittarbeit mit.

Merkmal Säulenobst Spalierobst
Wuchs schmal und aufrecht an einer Mittelachse flach in einer Ebene
Herkunft der Form beim echten Säulenapfel erblich, bei Birne, Kirsche und Pflaume überwiegend Erziehung und Schnitt Anbinden und Schnitt
Passender Platz schmaler Streifen, Hecke, Kübel Wand, Zaun, frei stehendes Gerüst
Schnitt beim echten Säulenapfel anfangs wenig regelmäßig, im Winter und im Sommer
Stütze je nach Unterlage dauerhaft Gerüst bleibt dauerhaft stehen

Die Grundlagen zu Boden, Gießen und Düngen gelten für beide Formen gleich. Du findest sie im Überblick zu Standort, Pflanzung und Pflege von Obstgehölzen. Hier geht es um das, was Säule und Spalier anders machen.

Welche Form passt zu deinem Platz?

Die Entscheidung fällt über die Fläche und erst danach über die Sorte.

Wand oder Zaun: Spalier

Hast du eine sonnige, geschützte Wand oder einen stabilen Zaun, nimm ein Spalier. Der Baum nutzt Breite und Höhe der Fläche, während das Beet davor schmal bleiben kann. Den Abstand zur Wand rechnest du von Anfang an mit ein, der Wert für Birnenspaliere steht in der Tabelle unten.

Schmaler Streifen: Hecke aus Säulenäpfeln

Auf einen schmalen Streifen am Weg oder vor der Terrasse passt eine Reihe Säulenäpfel. Für schmale Hecken aus Ballerina-Säulenäpfeln gelten Pflanzabstände von 30–50 cm. Der Wert beschreibt den Abstand in dieser Heckenform und lässt sich nicht auf Säulenbirnen oder Spindeln übertragen.

Balkon und Terrasse: Säulenapfel im Kübel

Ohne Gartenboden bleibt der Kübel, und dafür nimmst du einen echten Säulenapfel. Äpfel und Birnen gehören zu den Arten für sonnige Kübelstandorte. Was Gefäß und Unterlage leisten müssen, steht weiter unten im Abschnitt zum Kübel.

Zum Vergleich: Spindel und Hochstamm

Wie viel Fläche die kleinen Formen sparen, zeigt der Blick auf Spindel und Hochstamm. Abstände gelten dabei immer für eine bestimmte Baumform und Unterlage.

Form Unterlage Abstand
Hecke aus Ballerina-Säulenäpfeln beim Kauf erfragen 30–50 cm Pflanzabstand in der Hecke
Birnenspalier an der Wand beim Kauf erfragen etwa 15–25 cm zur Wand
Apfelspindel im Hausgarten M9 oder gegebenenfalls M26 2 m in der Reihe, 3,5 m Reihenabstand
Apfelhochstamm im Hausgarten Sämlingsunterlage 10 m in der Reihe, 10 m Reihenabstand

Die Abstände für Spindel und Hochstamm empfiehlt die Fachstelle für Obst und Beeren am INFORAMA. Zeichne Wand, Wege und Beete auf, bevor du bestellst. Dabei hilft dir der Beetplaner für deine Gartenfläche.

Welche Unterlage und welche Sorte nimmst du?

Die Unterlage bestimmt die Größe

Säule und Spalier sind in aller Regel veredelte Bäume. Die Unterlage bestimmt wesentlich die spätere Baumgröße und beeinflusst Standfestigkeit, Höhe und Wuchsstärke. Das gilt auch für die Säule, denn wie stark ein Säulenapfel am Ende wächst, hängt neben der Sorte von der Unterlage ab. Ich frage in der Baumschule deshalb zuerst nach der Unterlage und erst danach nach der Sorte.

Kurz erklärt

Veredelt heißt, dass ein einjähriger Trieb der gewünschten Sorte, das Edelreis, auf einer Unterlage weiterwächst. So bleibt die Sorte echt, denn Sämlinge bewahren die Sorteneigenschaften nicht zuverlässig.

Apfelunterlage Verwendung Folge für dich
M27, M9, M26 Buschbäume, Spindelbüsche und kleine Spaliere schwach wachsend, der Baum braucht zeitlebens eine Stütze
M26, MM106 echte Säulenäpfel im Kübel beim Kübelbaum gezielt nach der Unterlage fragen

Apfelbäume auf den schwachen Unterlagen der ersten Zeile sind nicht standfest genug und brauchen deshalb zeitlebens eine Stütze. Für Birnbäume auf schwachwachsenden Unterlagen gilt die dauerhafte Stütze ebenso. Weil sich gerade diese Unterlagen für kleine Spaliere eignen, ist das Gerüst keine Starthilfe. Es bleibt stehen, solange der Baum steht.

Die Sorte wählst du nach Gesundheit und Reifezeit

Beim Spalier entsteht die Form durch deine Arbeit, die Sorte suchst du deshalb nach anderen Merkmalen aus: Gesundheit, Reifezeit und Standort. Diese Apfelsorten geben dir eine Orientierung:

  • Santana und Topaz sind Beispiele für schorfresistente Sorten. Die Resistenz gilt dem Schorf und bedeutet keine allgemeine Widerstandsfähigkeit gegen sämtliche Krankheiten.
  • Rebella ist schorftolerant und reift etwa Mitte September. Die Erträge setzen früh ein und kommen regelmäßig.
  • Alkmene reift Anfang bis Mitte September. Wer Cox Orange mag, findet in dieser Sorte eine weniger krankheitsanfällige Alternative.
  • Boskoop ist eine alte Sorte und kann trotzdem Schorf, Mehltau und Obstbaumkrebs bekommen. Während der Blüte ist er frostempfindlich.

Ob es deine Wunschsorte als vorgeformtes Spalier oder auf einer schwachen Unterlage gibt, klärst du in der Baumschule. Achte dabei auch auf die Obstart. Birnen brauchen tiefgründige Böden und warme Lagen, Süßkirschen vertragen keine Staunässe und brauchen wenig spätfrostgefährdete Standorte.

Brauchen Säule und Spalier eine zweite Sorte?

Bei Apfel und Birne in der Regel ja. Beide brauchen eine passende andere Befruchtersorte, die auch in der Nachbarschaft stehen kann. Beim Apfel muss die Blüte der beiden Sorten überlappen. Boskoop und andere triploide Sorten fallen als Pollenspender für andere Apfelbäume aus.

Bei Birnen achtest du ebenfalls auf Befruchtungseignung und passende Blütezeiten. Anders liegt es bei der Süßkirsche Sunburst, denn diese Sorte ist selbstfruchtbar.

Häufiger Fehler

Eine Hecke aus lauter gleichen Säulenäpfeln pflanzen. Die Bäume stehen eng beieinander, aber ein zweiter Baum derselben Sorte übernimmt die Befruchtung nicht. Setze deshalb eine zweite Sorte mit überlappender Blüte dazu, wenn in der Nachbarschaft kein passender Apfelbaum steht.

Wie pflanzt du Spalier- und Säulenobst?

Bei beiden Formen gilt dieselbe Reihenfolge: erst die Stütze, dann der Baum.

  1. Stütze oder Gerüst zuerst. Ein Stützpfahl kommt vor dem Baum in den Boden und endet unterhalb der Krone. Beim Spalier befestige ich das ganze Gerüst, bevor ich pflanze.
  2. Wandabstand einplanen. Bei Birnenspalieren sind etwa 15–25 cm Abstand zur Wand empfohlen, damit das Spalier durchlüftet wird. Lege diesen Abstand fest, bevor du das Gerüst anbringst.
  3. Veredelungsstelle über der Erde lassen. Setze den Baum so, dass die Veredelungsstelle mindestens 10 cm oberhalb der Bodenoberfläche bleibt. Gerät sie in die Erde, kann die Edelsorte eigene Wurzeln bilden und die Wirkung der Unterlage umgehen. Bei Säule und Spalier hält gerade die Unterlage den Baum klein, dieser Fehler kann dich also die kleine Form kosten.
  4. Termin nach Obstart wählen. Für Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume und Zwetschge passt die Herbstpflanzung ab Mitte Oktober. Junge Aprikosen und Pfirsiche pflanzt du vorzugsweise im Frühjahr.
  5. Grube ausheben. Hebe die Pflanzgrube etwa 50–60 cm tief aus und so breit, dass die ausgebreiteten Wurzeln hineinpassen. Wie du Wurzelware und Containerbäume vorbereitest und angießt, beschreibt der Überblick zu Obstgehölzen.

Wie erziehst du ein Spalier?

Ein Spalier entsteht Schritt für Schritt. Du wählst eine Form, bindest passende Triebe an das Gerüst und nimmst weg, was aus der Ebene herauswächst. Vorgeformte Bäume aus der Baumschule nehmen dir den ersten Aufbau ab.

  • Fächerspalier: Die Äste verteilen sich fächerförmig über die Fläche.
  • Palmette: Die Äste gehen symmetrisch und in regelmäßigen Abständen vom Stamm ab.
  • U-Form: Zwei senkrechte Haupttriebe bilden den Baum.
Marias Erfahrung

Ich gehe im Sommer mit Schere und Bindematerial am Spalier entlang und sehe mir jeden neuen Trieb einzeln an. Was in die Ebene passt, binde ich locker an. Was nach vorn oder zur Wand wächst, schneide ich am Astring ab und lasse keinen Stummel stehen.

Am Apfelspalier erneuerst du außerdem das Fruchtholz. Vergreisende Fruchttriebe leitest du etwa alle 2–3 Jahre auf einen möglichst waagerecht gerichteten Seitentrieb ab.

An einem Wandspalier kommst du mit Vlies und Regenschutz an den ganzen Baum heran. Das hilft beim Pfirsich, bei dem feuchte Witterung schon ab dem Knospenschwellen im Januar die Kräuselkrankheit begünstigen kann. Ein Fächerspalier schützt du deshalb ab dem Knospenschwellen vor Regen.

Tipp

Droht Spätfrost, kannst du kleine Baumformen und Wandspaliere mit Vlies abdecken. Lege das Vlies bereit, bevor die Blüte beginnt.

Wie schneidest du Säulenobst?

Beim echten Säulenapfel lässt du die Mittelachse zunächst in Ruhe. Der Mitteltrieb bleibt ungekürzt, bis der Baum die gewünschte Höhe erreicht hat. Bis etwa zum sechsten Jahr sind meist nur wenige Schnittmaßnahmen nötig. Störende längere Seitentriebe entfernst du trotzdem, und zwar am Astring.

Mythos-Check

„Säulenobst muss man nicht schneiden.“ Für echte Säulenäpfel stimmt das in den ersten Jahren weitgehend, weil ihre Säulenform erblich ist. Bei Birnen, Kirschen und Pflaumen, die als Säule verkauft werden, entsteht die schmale Form überwiegend durch Erziehung und Schnitt. Frag beim Kauf, wie der Baum erzogen wurde, und führe das weiter.

Winter oder Sommer: Wann greifst du zur Schere?

Ein Schnitt im Winter fördert den Austrieb, während ein angepasster Schnitt im Sommer starkes Wachstum bremsen kann. Wer eine wüchsige Säule oder ein Spalier im Winter kräftig einkürzt, regt also genau den Austrieb an, den er vermeiden will. Triebe, die aus der Form laufen, nehme ich deshalb im Sommer heraus.

Kernobst wie Apfel und Birne schneidest du bei trockenem Wetter, auch leichter Frost bis −5 °C ist dabei möglich. Steinobst wird bevorzugt im Sommer geschnitten, Tage mit Temperaturen über 25 °C meidest du dabei. Mehr zum Schnitt steht im Überblick zu Obstgehölzen.

Säulenapfel im Kübel: Was ist anders?

Im Kübel entscheidet das Gefäß mit. Für kleinwüchsige Obstgehölze sind mindestens 20 l Gefäßvolumen vorgesehen. Vorzugsweise nimmst du 50–70 l, weil ein größeres Substratvolumen mehr Wasser speichert. Der Kübel braucht außerdem ein offenes Wasserabzugsloch im Boden.

Säulenäpfel im Kübel topfst du etwa alle 3 Jahre in ein größeres Gefäß um. Ein stark durchwurzelter Ballen, dessen Wurzeln aus den Bodenlöchern wachsen, zeigt den Bedarf an. Über den Winter bleiben Apfel und Birne im Kübel draußen, wenn der Wurzelballen geschützt ist.

Auch auf dem Balkon braucht der Apfel eine passende andere Befruchtersorte in erreichbarer Nachbarschaft. Substrat, Gießen und Düngen im Gefäß beschreibt der Überblick zu Obstgehölzen im Abschnitt zum Kübelobst.

Was brauchen die kleinen Formen im Jahr?

Wasser. Als Orientierung für Trockenphasen dienen etwa 10–15 l je kleinem Obstbaum in der Woche. Prüfe vorher mit einer Spatenprobe, wie feucht der Boden ist. Welke Blätter zeigen sich nämlich auch dann, wenn Wurzeln in nassem Boden geschädigt sind.

Dünger. Obstbäume versorgst du nur mäßig mit Stickstoff, weil ein Überschuss das Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten verstärkt. An Säule und Spalier bedeutet jeder zusätzliche Trieb außerdem mehr Schnittarbeit.

Fruchtbehang. Hängt ein kleiner Apfel- oder Birnbaum übervoll, dünnst du Mitte bis spätestens Ende Juni aus. Je Büschel bleibt eine gut entwickelte, unbeschädigte Frucht stehen.

Baumscheibe. Bewuchs direkt am Stamm kann dem Baum Wasser nehmen. Jungen oder schwachwurzelnden Obstbäumen hilft bei Trockenheit eine bewuchsfreie Baumscheibe von 1–2 m Durchmesser, gemulcht mit angewelktem Grasschnitt. Begleitpflanzen gehören deshalb an den Rand, und vorher prüfst du, welche Pflanzen als Nachbarn zusammenpassen.

Mengen und Termine zum Gießen und Düngen stehen im Überblick zu Obstgehölzen.

Mit welchen Fragen gehst du in die Baumschule?

Ich schreibe mir vor dem Kauf auf, was ich wissen muss, und gehe die Liste in der Baumschule Punkt für Punkt durch.

Mini-Checkliste

Fragen vor dem Kauf

  • Wand oder Zaun vorhanden: Spalier. Schmaler Streifen oder Kübel: Säulenapfel.
  • Echter Säulenapfel oder eine Art, die durch Schnitt schmal bleibt?
  • Auf welcher Unterlage steht der Baum?
  • Welche andere Sorte blüht zur gleichen Zeit und steht in der Nähe?
  • Stehen Stütze oder Gerüst, bevor der Baum kommt?
SORTENEMPFEHLUNG
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Häufige Fragen

Was versteht man unter Spalierobst und Säulenobst?
Spalierobst wird flach an einer Wand, einem Zaun oder einem frei stehenden Gerüst gezogen, die Äste werden dafür angebunden und geschnitten. Säulenobst wächst schmal und aufrecht an einer Mittelachse. Echte Säulenäpfel haben diese Form geerbt, während als Säule verkaufte Birnen, Kirschen und Pflaumen überwiegend durch Erziehung und Schnitt schmal bleiben.
Welche Obstarten eignen sich für platzsparende Obstbäume im kleinen Garten?
Für kleine Spaliere eignet sich der Apfel auf schwachen Unterlagen, außerdem werden Birnen als Wandspalier und Pfirsiche als Fächerspalier gezogen. Als Säule gibt es echte Säulenäpfel mit erblicher Säulenform. Birnen, Kirschen und Pflaumen werden ebenfalls als Säule angeboten, bei ihnen hält aber überwiegend der Schnitt den Baum schmal.
Wie schneidet man Säulenobst richtig ohne übermäßigen Austrieb?
Bei echten Säulenäpfeln bleibt der Mitteltrieb zunächst ungekürzt, bis der Baum die gewünschte Höhe erreicht hat. Bis etwa zum sechsten Jahr entfernst du meist nur störende längere Seitentriebe am Astring. Ein Schnitt im Winter fördert den Austrieb, ein angepasster Schnitt im Sommer kann starkes Wachstum bremsen. Kürze eine wüchsige Säule deshalb nicht im Winter kräftig ein.
Stimmt es, dass Säulenobst weniger Pflege benötigt als normale Obstbäume?
Das trifft am ehesten auf den Schnitt echter Säulenäpfel zu, denn bis etwa zum sechsten Jahr sind dort meist nur wenige Schnittmaßnahmen nötig. Als Säule verkaufte Birnen, Kirschen und Pflaumen werden dagegen überwiegend durch Erziehung und Schnitt schmal gehalten. Im Kübel kommt Arbeit dazu, weil Säulenäpfel dort etwa alle 3 Jahre in ein größeres Gefäß umgetopft werden.
Welche Rolle spielen Befruchtersorten bei der Selbstfruchtbarkeit von Obstbäumen?
Apfel- und Birnbäume brauchen in der Regel eine passende andere Befruchtersorte, die auch in der Nachbarschaft stehen kann. Beim Apfel muss deren Blüte mit der eigenen Sorte überlappen, ein zweiter Baum derselben Sorte hilft nicht. Boskoop und andere triploide Apfelsorten fallen als Pollenspender aus. Selbstfruchtbar ist zum Beispiel die Süßkirsche Sunburst.
Welche Rankhilfen und Gerüste eignen sich für die Spalierzucht?
Entscheidend ist, dass das Gerüst auf Dauer hält, denn Apfel- und Birnbäume auf schwachwachsenden Unterlagen brauchen eine dauerhafte Stütze. Baue es auf, bevor du pflanzt. An einer Wand bekommt ein Birnenspalier etwa 15–25 cm Abstand, damit es durchlüftet wird.
Wie funktioniert die Veredelung bei Zwergobstbäumen?
Bei der Veredelung wächst eine Edelsorte auf einer Unterlage, als Edelreiser dienen einjährige Triebe der gewünschten Sorte. Die Unterlage bestimmt wesentlich die spätere Baumgröße und beeinflusst Standfestigkeit, Höhe und Wuchsstärke. Beim Pflanzen bleibt die Veredelungsstelle mindestens 10 cm oberhalb der Bodenoberfläche. So bildet die Edelsorte keine eigenen Wurzeln, mit denen sie die Wirkung der Unterlage umgehen würde.
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