Flüssiger oder fester Dünger für Bäume und Sträucher: Termin, Menge und Ausbringung
- Gehölze im Gartenboden versorgst du meist im Frühjahr mit Kompost und festem Dünger, Flüssigdünger ergänzt gezielt.
- Flüssigdünger passt bei erneut blühenden Rosen ab Mitte bis Ende Juni, bei Gehölzen im Kübel und bei festgestelltem Mangel.
- Düngerlösung kommt nur auf feuchte Erde, bei Hitze niedrig konzentriert in den vorher angefeuchteten Wurzelbereich.
- Nach Mitte Juli bekommen Obst- und Ziergehölze keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit die Triebe ausreifen.
- Rhododendren und andere Moorbeetpflanzen erhalten keine pauschalen Kalk- oder Kompostgaben.

Vor mir steht die Gießkanne mit Flüssigdünger, daneben der Eimer mit Hornmehl, und die Hecke wartet. Bei Bäumen und Sträuchern entscheidet weniger die Form des Düngers als die Frage, wann er kommt, wohin er kommt und wie viel davon. Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Zu viel Stickstoff kann bei Obstgehölzen außerdem Frostschäden an unausgereiftem Holz nach sich ziehen.
Ich zeige dir hier, wie ich Gehölze im Garten und im Kübel versorge. Du erfährst, welche Düngerform in welcher Situation passt und wie du sie am Gehölz ausbringst. Dazu kommen Mengen und Termine für Obst und Beeren sowie das, worauf du bei Rosen, Rhododendron, Hortensie, Buchs und Lavendel achtest.
Flüssig oder fest: die kurze Antwort für Gehölze
Im Gartenboden bekommen Obstbäume, Beerensträucher, Hecken und Ziergehölze ihre Grundversorgung im Frühjahr aus Kompost und festem Dünger. Flüssigdünger setzt du gezielt ein: bei erneut blühenden Rosen, bei Gehölzen im Kübel und wenn ein Nährstoffmangel festgestellt ist. Er kann die Versorgung dann rasch verbessern, weil die Nährstoffe schon gelöst an die Wurzeln kommen.
| Situation | Düngerform | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Apfel, Birne und Strauchbeeren im Gartenboden | reifer Kompost, Stickstoff als Hornmehl dazu | Hornmehl Ende März bis Anfang April |
| eingewachsene Ziergehölze | Kompost | Frühjahr |
| freiwachsende Hecken mit Düngebedarf | organischer Mehrnährstoffdünger | zeitiges Frühjahr |
| etablierte Gartenrosen | langsam wirkender organischer Dünger | zur Forsythienblüte |
| erneut blühende Gartenrosen | schnell wirkender, vorzugsweise in Wasser gelöster Dünger | während oder kurz nach der Hauptblüte ab Mitte bis Ende Juni |
| Gehölze im Kübel mit Winterruhe | Langzeitdünger im Substrat oder Flüssigdünger nach Packungsangabe | Ende April bis August |
| festgestellter Nährstoffmangel | passende Flüssigdüngung | nach Befund |
| alle Obst- und Ziergehölze | kein zusätzlicher Stickstoff | nach Mitte Juli |
Stauden unter den Sträuchern folgen einem eigenen Rhythmus. Wie du Stauden und Bodendecker je nach Wachstumsphase düngst, liest du im eigenen Ratgeber. Für Balkon- und Beetblumen findest du gesondert, welche Düngerform zu Blühpflanzen passt.
Was flüssig und fest grundsätzlich unterscheidet
Leicht lösliche Mineraldünger und Flüssigdünger wirken rasch, und auch kristalliner fester Dünger kann nach dem Auflösen im Gießwasser schnell wirken. Bei umhüllten Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung, organische Dünger müssen erst im Boden mineralisiert werden. Wie sich Flüssigdünger und Granulat in Wirkung, Aufwand und Risiken unterscheiden, vergleicht ein eigener Ratgeber.
Zu den Hauptnährstoffen zählen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel, Eisen und Mangan gehören zu den Spurennährstoffen. Wie du NPK-Angaben, Spurenelemente und den Nährstoffbedarf einordnest, zeigt der Abschnitt zu den Nährstoffen im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost.
Was die Wurzeln nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden, auch Nährsalze, die ein Depotdünger bereits freigesetzt hat. Deshalb düngst du lieber im Frühjahr als im Herbst und rechnest Nährstoffe aus Kompost und Mist mit ein. Die Hintergründe zu Auswaschung und Überdüngung stehen im Abschnitt Mangel und Überdüngung desselben Überblicks.
Bevor du düngst: Boden und Blätter ansehen
Ich dünge Gehölze nicht nach dem Kalender allein, sondern schaue zuerst auf Bodenbefund, Wetter und Blätter. Hausbäume düngst du nach einer Bodenuntersuchung bedarfsgerecht, die Menge richtet sich nach Baumgröße und Herstelleranweisung. Die Probe nimmst du im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr, in jedem Fall vor der Düngung.
Die Standarduntersuchung wiederholst du nach 4 bis 5 Jahren. Korrigierst du gerade eine Unter- oder Überversorgung, sind Abstände von 2 bis 3 Jahren sinnvoll. Eine Standarduntersuchung bestimmt weder Eisen noch den Nmin-WertDer Nmin-Wert gibt an, wie viel mineralischer Stickstoff (Nitrat und Ammonium) im Boden steckt und damit den Pflanzen zur Verfügung steht. Er wird per Bodenprobe im Labor bestimmt und hilft dir, Stickstoff bedarfsgerecht zu düngen. für Stickstoff, beides vereinbarst du bei Bedarf gesondert mit dem Labor.
Im Befund steht für jeden Nährstoff eine VersorgungsstufeDie Versorgungsstufe zeigt im Prüfbericht einer Bodenuntersuchung, wie gut dein Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Die Stufen reichen von A (sehr niedrig) über C (anzustreben) bis E (sehr hoch) oder F (überhöht).. Bei Stufe D ersetzt du nur 50 % des erwarteten Entzugs durch Düngung. Bei Stufe E kannst du die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend auf 0 reduzieren.
Was gelbe Blätter verraten können
Gelbe Blätter sind ein Hinweis, keine Diagnose. Stickstoffmangel betrifft häufig ältere Blätter. Hellen junge Blätter auf und bleiben die Adern grün, kann das auf Eisenmangel hindeuten, der sich aber nicht immer sicher von ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist. unterscheiden lässt. Häufig steckt dahinter kein leerer Eisenvorrat, sondern ein zu hoher Boden-pH, der das Eisen festlegt. Vergilbung mit Blattfall kann außerdem auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress zurückgehen.
Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf, deshalb kann Trockenheit Mangelsymptome auslösen, obwohl der Boden versorgt ist. Organische Dünger setzen bei Trockenheit zudem kaum Nährstoffe frei. Bei trockenem Boden ist also Gießen der erste Schritt und nicht die nächste Düngergabe.
Bodenbefund nicht älter als 4 bis 5 Jahre · Boden feucht, nicht gefroren und nicht vernässt · Kompost und Mist dieses Jahres angerechnet · bei stickstoffhaltigem Dünger vor Mitte Juli · Dosierung von der Packung abgelesen und abgewogen
Fester Dünger am Gehölz: so bringst du ihn aus
Granulat, Hornmehl und Kompost verteile ich nicht als Häufchen am Stamm, sondern gleichmäßig auf der Fläche unter der Krone bis zur Kronentraufe. Die Kronentraufe ist die Linie, an der bei Regen das Wasser von den äußeren Blättern abtropft. Bei freiwachsenden Hecken verteilst du den Dünger gleichmäßig zwischen den Gehölzen und arbeitest ihn gegebenenfalls leicht ein.
Kleinkronige Obstbäume im Rasen bekommen eine BaumscheibeDie Baumscheibe ist die Bodenfläche rund um den Stamm eines Baums oder Strauchs, die du frei von Gras und Unkraut hältst oder mulchst. So nehmen Gräser und Unkraut dem Gehölz weniger Wasser und Nährstoffe weg. von etwa 1 m Durchmesser. So konkurrieren die Gräser weniger um Wasser und Nährstoffe. Für den Rasen drumherum gilt ein eigener Plan, und welche Düngerform zu welchem Rasentyp und welcher Nutzung passt, erklärt der Rasen-Ratgeber.
Fester Dünger kommt auf feuchten Boden, damit er unmittelbar wirken kann, und darf nicht auf feuchten Pflanzenteilen liegen bleiben. Hornmehl arbeite ich nach dem Streuen leicht ein und decke die Baumscheibe danach mit organischem Mulch ab. Mulch vermindert die Verdunstung und liefert Bodenorganismen Nahrung.
Für jeden festen Dünger habe ich einen eigenen Messbecher. Ich wiege die Menge einmal ab, markiere die Füllhöhe mit wasserfestem Stift und schreibe den Düngernamen daneben. Ich wiege, weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden und dasselbe Volumen verschieden schwer sein kann.
Organischer Dünger braucht Wärme und Feuchte
Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei, feuchtwarme Witterung kann dagegen starke Schübe auslösen. Fein vermahlenes Hornmehl ist im Boden nach etwa 6 Wochen umgesetzt. Gröbere Hornspäne brauchen dafür mehrere Monate. Soll der Stickstoff im Frühjahr beim Gehölz ankommen, passt Hornmehl Ende März bis Anfang April deshalb besser als grobe Späne.
Depotdünger: Wirkdauer steht auf der Packung
Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Freisetzung von Temperatur und Feuchtigkeit ab, niedrige Temperaturen verzögern die Wirkung zusätzlich. Wie lange ein Depotdünger wirkt, steht auf der Verpackung. Bei hoher Bevorratung kann er den Salzgehalt zeitweise über den Optimalbereich heben, deshalb bleibst du bei der Packungsangabe.
Feste Dünger lagerst du trocken, verpackt oder abgedeckt und außer Reichweite von Kindern. Besteht der Verdacht, dass ein Kind eine größere Menge Dünger aufgenommen hat, ruf ein Giftinformationszentrum an oder melde dich in der Kinderarztpraxis.
Flüssigdünger für Sträucher: so gibst du ihn richtig
Flüssigdünger gieße ich nur auf feuchte Erde. Auf trockenem Boden können hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln schädigen. Ich wässere deshalb zuerst den Wurzelbereich mit klarem Wasser und gebe danach die Düngerlösung. Die Lösung verteile ich mit der Gießkanne auf der Fläche unter der Krone, nicht nur am Stammfuß.
Die Konzentration richtet sich nach der Dosierungsanweisung auf der Packung. Bei langer Trockenheit und großer Hitze düngst du nur, wenn es nötig ist, und dann niedrig konzentriert in den vorher angefeuchteten Wurzelbereich. Auf die Blätter gibst du die Lösung in dieser Lage nicht.
Steckt schon ein Langzeitdünger im Boden oder Kübel, bemisst du die flüssige Nachdüngung nach dem Bedarf der Pflanze und nach dem, was das Depot bereits liefert. So vermeidest du, dass sich beide Gaben addieren.
Auch selbst angesetzte Pflanzenjauche ist ein Flüssigdünger. Fertig vergoren verdünnst du sie zur Wurzeldüngung im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es nicht, weil ihr Nährstoffgehalt mit Pflanzenart, Zustand und Erntezeit schwankt.
Blattdüngung: nur zur Überbrückung
Eine BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern. Die Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln ersetzt sie nicht. Auch eine Spurenelement-Blattdüngung überbrückt nur eine vorübergehend eingeschränkte Verfügbarkeit im Boden und wirkt begrenzte Zeit. Sprühe bei bedecktem Himmel oder abends und zerstäube die Lösung fein, damit sie nicht zu schnell abtropft. Bei empfindlichen Sträuchern machst du vorher eine Probespritzung.
Bei starker Sonne trocknet Blattdünger auf dem Laub ein. Die steigende Salzkonzentration kann Verbrennungsschäden an den Blättern verursachen.
Termine im Gartenjahr
Im Garten ist die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vorzuziehen, damit weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Phasen, in denen die Wurzeln aktiv sind, begünstigen die Aufnahme der Nährsalze.
| Zeitpunkt | Was ansteht |
|---|---|
| zeitiges Frühjahr | organischer Mehrnährstoffdünger für freiwachsende Hecken mit Düngebedarf |
| Frühjahr | Kompost für eingewachsene Zier- und Obstgehölze |
| Ende März bis Anfang April | Hornmehl für kleinkronige Apfel- und Birnbäume sowie für Johannisbeere, Himbeere und Brombeere |
| Forsythienblüte | langsam wirkender organischer Dünger für etablierte Gartenrosen |
| Ende April bis August | Düngezeit für Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase |
| Ende Mai | zweite Teilgabe, wenn kleinkronige Apfel- und Birnbäume ohne Kompost mineralisch voll gedüngt werden |
| ab Mitte bis Ende Juni | in Wasser gelöster Dünger für erneut blühende Rosen, während oder kurz nach der Hauptblüte |
| nach Mitte Juli | kein zusätzlicher Stickstoff für Obst- und Ziergehölze |
| ab August | keine Düngung mehr für Obstgehölze im Kübel |
Mitte Juli steht bei mir fett im Gartenkalender. Danach bekommen Obst- und Ziergehölze keine stickstoffhaltigen Einzel- oder Mehrnährstoffdünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Neu gepflanzte Gehölze brauchen in trockenen Phasen häufiger Wasser als eingewachsene Bestände.
Menge und Termin je Gehölzart
Die Mengen in diesem Kapitel sind Orientierungswerte für Gartenboden mit passender Grundversorgung. Sie ersetzen keinen Bodenbefund.
Hast du einen Nährstoffbedarf in g/m² aus dem Laborbefund, rechnest du die Produktmenge so: Bedarf mal 100, geteilt durch den Prozentgehalt des Nährstoffs im Dünger. Eine einzelne Stickstoffgabe im Garten sollte 10 g N/m² nicht überschreiten. Nährstoffe aus Kompost, Stallmist und Gründüngung ziehst du vorher ab.
Obstbäume und Beerensträucher
Bei Obst im Gartenboden ist Kompost die Grundlage, Stickstoff kommt gezielt dazu.
| Gehölz | Kompost im Jahr | Stickstoff dazu |
|---|---|---|
| junge Obstbäume und Beerensträucher in den ersten Standjahren | 1 bis 1,5 l reifer Kompost je Pflanze | ergänzt um 10 g Hornmehl |
| kleinkronige Kern- und Steinobstbäume im Vollertrag | 4 l Kompost je Baum auf einer Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser | bedarfsgerecht; bei Apfel und Birne 70 bis 100 g Hornmehl je Baum, Ende März bis Anfang April leicht eingearbeitet |
| etablierte Strauchbeeren | 2 bis 3 l reifer Kompost je Baumscheibe | Stickstoff ergänzen; bei Johannisbeere, Himbeere und Brombeere Ende März bis Anfang April um 100 g Hornmehl pro Strauch |
Braucht ein kleinkroniger Apfel- oder Birnbaum ohne Kompostgabe eine mineralische Volldüngung, teilst du sie auf. Die erste Teilgabe kommt Ende März bis Anfang April, die zweite Ende Mai. Gibst du schon Kompost oder verrotteten Mist, kann zusätzlicher Volldünger zu Überdüngung und einseitiger Nährstoffanreicherung führen.
Zu viel Stickstoff kann bei Obstbäumen und Beerensträuchern starkes Triebwachstum zulasten der Blüten- und Fruchtbildung auslösen. Wie du bei Obstbäumen zwischen flüssigem und festem Dünger wählst, vertieft ein eigener Ratgeber. Die Kulturheidelbeere fällt aus diesem Schema heraus, sie gehört zu den Moorbeetpflanzen weiter unten.
Ziergehölze und freiwachsende Hecken
Eingewachsene Ziergehölze bekommen im Frühjahr Kompost, als Orientierung 2 bis 4 l/m² im Jahr. Zeigt der Bodenbefund im Ziergarten Phosphat-Gehaltsstufe C, gilt höchstens 3 l Kompost je m² und Jahr als Faustregel. Weitere Phosphatgaben entfallen dann.
Freiwachsende Hecken düngst du nur, wenn sie Bedarf zeigen. Dann bekommen sie im zeitigen Frühjahr organischen Mehrnährstoffdünger, gleichmäßig zwischen den Gehölzen verteilt.
Rosen
Etablierte Gartenrosen bekommen zur Forsythienblüte einen langsam wirkenden organischen Dünger. Erneut blühende Rosen unterstützt du während oder kurz nach der Hauptblüte ab Mitte bis Ende Juni mit einem schnell wirkenden Dünger, vorzugsweise in Wasser gelöst. An dieser Stelle passt Flüssigdünger am Strauch, weil er rasch wirkt und die Folgeblüte unterstützen kann.
Für Kübelrosen werden ummantelte Langzeitdünger mit einer angegebenen Nährstoffabgabe über 4 bis 6 Monate beschrieben. Frisch gepflanzte Rosen düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen.
Viel Phosphat bringt viele Blüten? Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Ein Phosphatüberschuss kann sogar die Verfügbarkeit von Eisen und Zink im Boden vermindern.
Rhododendron, Heidelbeere und andere Moorbeetpflanzen
Rhododendren bevorzugen überwiegend einen Boden mit pH 4,5 bis 5,5. Die obere ToleranzBei Pflanzensorten bedeutet Toleranz: Die Pflanze wird von einer Krankheit oder einem Schaderreger zwar befallen, verkraftet das aber so gut, dass in der Regel keine Ertragseinbußen zu befürchten sind. reicht bis etwa pH 6,0. Auf INKARHO-Unterlagen veredelte, kalktolerante Rhododendren kommen auf mittelschweren humosen Böden bis etwa pH 6,5 infrage.
Gezielt düngen kannst du erst, wenn du den Boden-pH und die vorhandenen Nährstoffe kennst. Lass deshalb pH-Wert sowie Phosphor-, Kalium- und Magnesiumgehalt bestimmen. Für die Probe nimmst du 500 g Erde aus dem äußeren Wurzelbereich. Gestochen wird in einer Tiefe von 0 bis 30 cm.
Pauschale Kalk- und Gartenkompostgaben passen nicht zum sauren Bodenmilieu, das gilt ebenso für Heidelbeeren und Eriken. Ist der pH zu hoch, kann Eisen für den Rhododendron festgelegt werden. Gelbe junge Blätter mit noch grünen Adern können darauf hindeuten.
Kulturheidelbeeren im Kübel brauchen ein saures Substrat mit etwa pH 4,0 bis 5,0 und kalkarmes Gießwasser. Hartes Gießwasser kann den pH im Substrat anheben und so Eisenchlorosen begünstigen.
Hortensien
Gartenhortensien bevorzugen einen leicht sauren, lehmig-humosen und wasserspeichernden Boden. Rispenhortensien vertragen durchlässige Gartenböden, Schneeballhortensien bevorzugen leicht sauren Boden.
Ob Bauernhortensien Dünger brauchen, wird unterschiedlich beantwortet. Für etablierte Bauernhortensien sind mehrere leichte Düngergaben während der Wachstumszeit empfehlenswert. Mophead-Hortensien können dagegen auch ohne Dünger gedeihen. Beide Aussagen betreffen unterschiedlich weit gefasste Gruppen, eine allgemeine Düngepflicht folgt daraus nicht. Ich schaue deshalb auf Wuchs und Bodenbefund, bevor ich eine Hortensie dünge.
Für blaue Blüten brauchen geeignete Sorten sauren Boden und verfügbares Aluminium. Phosphat kann Aluminium im Substrat festlegen und die Blaufärbung beeinträchtigen, deshalb greifst du bei blauen Hortensien nicht zu phosphatbetontem Dünger. Rostige Nägel färben die Blüten nicht zuverlässig blau.
Buchsbaum
Auf nährstoffreichen Böden kann eine zusätzliche Buchsdüngung unterbleiben. Nach einem starken Rückschnitt kannst du mulchen und einen allgemeinen Dünger geben. Im Kübel reicht ein reiner Stickstoffdünger für die vollständige Versorgung nicht aus.
Zeigt Kübelbuchs Blattschäden, denk auch an die Wurzeln. Hitze oder Frost kann sie schädigen, sodass sie Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen. Im Winter schützt du den Topf mit einer isolierenden Unterlage und einer Umhüllung.
Lavendel
Kalium ist blühfördernd für Lavendel. Stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können dagegen zu weichem, instabilem Wuchs führen. Eine feste Menge lässt sich daraus nicht ableiten. Den Boden hältst du gut durchlässig und ohne Staunässe.
Gehölze im Kübel
Für Obstgehölze und Beerensträucher im Kübel nimmst du Gefäße ab 20 l. Günstiger sind größere Gefäße mit 50 bis 70 l. Ein Loch im Kübelboden muss sein, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Erde brauchen Kübelpflanzen üblicherweise 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Diese Grunddüngung rechnest du an, wenn du später nachdüngst.
Langzeitdünger mischst du ins Substrat oder streust ihn gleichmäßig auf, bedeckst ihn leicht mit Erde und gießt von oben an. Er wird nur in Verbindung mit Wasser wirksam, deshalb darf der gedüngte Kübel nicht austrocknen. Ist der Langzeitdünger bedarfsgerecht bemessen, braucht die Pflanze im Sommer gewöhnlich keine zusätzliche Nachdüngung.
Ohne Depot gibst du Flüssigdünger nach Packungsangabe und nur auf feuchte Erde. Ist ein Kübel vernässt und sind die Wurzeln noch nicht verfault, gießt und düngst du nicht, bis er abgetrocknet ist und die Pflanze sich erholt. Kranke Kübelpflanzen regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum an.
Typische Fehler beim Düngen von Bäumen und Sträuchern
Zu viel sofort wirksamer Dünger
Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Ein erhöhter Salzgehalt im Boden kann außerdem die Wasseraufnahme beeinträchtigen. Auch organische Dünger lassen sich in einer zu hohen Menge ausbringen. Im Kübel stellst du bei Salzschäden die Düngung ein und topfst gegebenenfalls um, wobei du einen Teil der alten Erde austauschst.
Kompost und Mist nicht angerechnet
Kompost, Stallmist und Gründüngung bringen Nährstoffe mit, die du von jeder zusätzlichen Düngergabe abziehst. Wer sie vergisst, düngt doppelt. Bei Topfgehölzen gehört auch die Grunddüngung der Erde in diese Rechnung.
Volldünger trotz hoher Phosphatversorgung
Zeigt der Befund viel Phosphat und gleichzeitig Kalium- oder Magnesiummangel, sind gezielte EinzelnährstoffdüngerEin Einzelnährstoffdünger enthält nur einen einzigen Pflanzennährstoff, zum Beispiel nur Stickstoff oder nur Kalium. Ein Mehrnährstoffdünger liefert dagegen mehrere Nährstoffe als Mischung. sinnvoller als ein weiterer NPK-DüngerEin NPK-Dünger ist ein Dünger, der die Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) gemeinsam enthält; die Buchstaben im Namen stehen für genau diese Nährstoffe. Die Zahlen auf der Packung nennen ihre Anteile in Prozent.. Ein für eine andere Pflanzengruppe benannter Dünger kann dabei passen, wenn Nährstoffverhältnis und pH-Wirkung zum Bedarf deines Gehölzes passen.
Stickstoff zu spät im Jahr
Nach Mitte Juli bekommen Obst- und Ziergehölze keinen zusätzlichen Stickstoff mehr. Späte Gaben gefährden das Ausreifen der Triebe, und unausgereiftes Holz kann im Winter Frostschäden nehmen.
Düngen auf trockenen oder vernässten Boden
Auf trockener Erde kann Düngerlösung die Wurzeln schädigen, und organischer Dünger setzt dort kaum etwas frei. Bei stauender Nässe bleibt die Freisetzung organischer Dünger ebenfalls gering.
Hängende oder vergilbte Blätter im trockenen Sommer mit Dünger beantworten. Trockenheit kann Mangelsymptome auslösen, obwohl Nährstoffe im Boden sind. Wässere dann zuerst durchdringend, für eingewachsene Gartenpflanzen sind 10 bis 20 l/m² je Gießgang üblich.
Kalk und Kompost bei zu hohem pH
Liegt der Boden-pH über dem Zielbereich für Boden und Gehölz, gibst du weder kalkhaltige Dünger noch Kompost. Bei Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken verzichtest du ohnehin auf pauschale Kalk- und Kompostgaben.
Schau nach, wann deine letzte Bodenuntersuchung war, und trag dir Mitte Juli als Stickstoff-Schluss für deine Gehölze in den Gartenkalender ein.
