Gartenpraxis · Düngen, Boden & Kompost · Pflege

Flüssiger oder fester Dünger für Bäume und Sträucher: Termin, Menge und Ausbringung

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 13 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Gehölze im Gartenboden versorgst du meist im Frühjahr mit Kompost und festem Dünger, Flüssigdünger ergänzt gezielt.
  • Flüssigdünger passt bei erneut blühenden Rosen ab Mitte bis Ende Juni, bei Gehölzen im Kübel und bei festgestelltem Mangel.
  • Düngerlösung kommt nur auf feuchte Erde, bei Hitze niedrig konzentriert in den vorher angefeuchteten Wurzelbereich.
  • Nach Mitte Juli bekommen Obst- und Ziergehölze keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit die Triebe ausreifen.
  • Rhododendren und andere Moorbeetpflanzen erhalten keine pauschalen Kalk- oder Kompostgaben.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Vor mir steht die Gießkanne mit Flüssigdünger, daneben der Eimer mit Hornmehl, und die Hecke wartet. Bei Bäumen und Sträuchern entscheidet weniger die Form des Düngers als die Frage, wann er kommt, wohin er kommt und wie viel davon. Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Zu viel Stickstoff kann bei Obstgehölzen außerdem Frostschäden an unausgereiftem Holz nach sich ziehen.

Ich zeige dir hier, wie ich Gehölze im Garten und im Kübel versorge. Du erfährst, welche Düngerform in welcher Situation passt und wie du sie am Gehölz ausbringst. Dazu kommen Mengen und Termine für Obst und Beeren sowie das, worauf du bei Rosen, Rhododendron, Hortensie, Buchs und Lavendel achtest.

Flüssig oder fest: die kurze Antwort für Gehölze

Im Gartenboden bekommen Obstbäume, Beerensträucher, Hecken und Ziergehölze ihre Grundversorgung im Frühjahr aus Kompost und festem Dünger. Flüssigdünger setzt du gezielt ein: bei erneut blühenden Rosen, bei Gehölzen im Kübel und wenn ein Nährstoffmangel festgestellt ist. Er kann die Versorgung dann rasch verbessern, weil die Nährstoffe schon gelöst an die Wurzeln kommen.

Situation Düngerform Zeitpunkt
Apfel, Birne und Strauchbeeren im Gartenboden reifer Kompost, Stickstoff als Hornmehl dazu Hornmehl Ende März bis Anfang April
eingewachsene Ziergehölze Kompost Frühjahr
freiwachsende Hecken mit Düngebedarf organischer Mehrnährstoffdünger zeitiges Frühjahr
etablierte Gartenrosen langsam wirkender organischer Dünger zur Forsythienblüte
erneut blühende Gartenrosen schnell wirkender, vorzugsweise in Wasser gelöster Dünger während oder kurz nach der Hauptblüte ab Mitte bis Ende Juni
Gehölze im Kübel mit Winterruhe Langzeitdünger im Substrat oder Flüssigdünger nach Packungsangabe Ende April bis August
festgestellter Nährstoffmangel passende Flüssigdüngung nach Befund
alle Obst- und Ziergehölze kein zusätzlicher Stickstoff nach Mitte Juli

Stauden unter den Sträuchern folgen einem eigenen Rhythmus. Wie du Stauden und Bodendecker je nach Wachstumsphase düngst, liest du im eigenen Ratgeber. Für Balkon- und Beetblumen findest du gesondert, welche Düngerform zu Blühpflanzen passt.

Was flüssig und fest grundsätzlich unterscheidet

Leicht lösliche Mineraldünger und Flüssigdünger wirken rasch, und auch kristalliner fester Dünger kann nach dem Auflösen im Gießwasser schnell wirken. Bei umhüllten Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung, organische Dünger müssen erst im Boden mineralisiert werden. Wie sich Flüssigdünger und Granulat in Wirkung, Aufwand und Risiken unterscheiden, vergleicht ein eigener Ratgeber.

Zu den Hauptnährstoffen zählen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel, Eisen und Mangan gehören zu den Spurennährstoffen. Wie du NPK-Angaben, Spurenelemente und den Nährstoffbedarf einordnest, zeigt der Abschnitt zu den Nährstoffen im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost.

Was die Wurzeln nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden, auch Nährsalze, die ein Depotdünger bereits freigesetzt hat. Deshalb düngst du lieber im Frühjahr als im Herbst und rechnest Nährstoffe aus Kompost und Mist mit ein. Die Hintergründe zu Auswaschung und Überdüngung stehen im Abschnitt Mangel und Überdüngung desselben Überblicks.

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Bevor du düngst: Boden und Blätter ansehen

Ich dünge Gehölze nicht nach dem Kalender allein, sondern schaue zuerst auf Bodenbefund, Wetter und Blätter. Hausbäume düngst du nach einer Bodenuntersuchung bedarfsgerecht, die Menge richtet sich nach Baumgröße und Herstelleranweisung. Die Probe nimmst du im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr, in jedem Fall vor der Düngung.

Die Standarduntersuchung wiederholst du nach 4 bis 5 Jahren. Korrigierst du gerade eine Unter- oder Überversorgung, sind Abstände von 2 bis 3 Jahren sinnvoll. Eine Standarduntersuchung bestimmt weder Eisen noch den Nmin-Wert für Stickstoff, beides vereinbarst du bei Bedarf gesondert mit dem Labor.

Im Befund steht für jeden Nährstoff eine Versorgungsstufe. Bei Stufe D ersetzt du nur 50 % des erwarteten Entzugs durch Düngung. Bei Stufe E kannst du die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend auf 0 reduzieren.

Was gelbe Blätter verraten können

Gelbe Blätter sind ein Hinweis, keine Diagnose. Stickstoffmangel betrifft häufig ältere Blätter. Hellen junge Blätter auf und bleiben die Adern grün, kann das auf Eisenmangel hindeuten, der sich aber nicht immer sicher von Manganmangel unterscheiden lässt. Häufig steckt dahinter kein leerer Eisenvorrat, sondern ein zu hoher Boden-pH, der das Eisen festlegt. Vergilbung mit Blattfall kann außerdem auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress zurückgehen.

Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf, deshalb kann Trockenheit Mangelsymptome auslösen, obwohl der Boden versorgt ist. Organische Dünger setzen bei Trockenheit zudem kaum Nährstoffe frei. Bei trockenem Boden ist also Gießen der erste Schritt und nicht die nächste Düngergabe.

Mini-Checkliste

Bodenbefund nicht älter als 4 bis 5 Jahre · Boden feucht, nicht gefroren und nicht vernässt · Kompost und Mist dieses Jahres angerechnet · bei stickstoffhaltigem Dünger vor Mitte Juli · Dosierung von der Packung abgelesen und abgewogen

Fester Dünger am Gehölz: so bringst du ihn aus

Granulat, Hornmehl und Kompost verteile ich nicht als Häufchen am Stamm, sondern gleichmäßig auf der Fläche unter der Krone bis zur Kronentraufe. Die Kronentraufe ist die Linie, an der bei Regen das Wasser von den äußeren Blättern abtropft. Bei freiwachsenden Hecken verteilst du den Dünger gleichmäßig zwischen den Gehölzen und arbeitest ihn gegebenenfalls leicht ein.

Kleinkronige Obstbäume im Rasen bekommen eine Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser. So konkurrieren die Gräser weniger um Wasser und Nährstoffe. Für den Rasen drumherum gilt ein eigener Plan, und welche Düngerform zu welchem Rasentyp und welcher Nutzung passt, erklärt der Rasen-Ratgeber.

Fester Dünger kommt auf feuchten Boden, damit er unmittelbar wirken kann, und darf nicht auf feuchten Pflanzenteilen liegen bleiben. Hornmehl arbeite ich nach dem Streuen leicht ein und decke die Baumscheibe danach mit organischem Mulch ab. Mulch vermindert die Verdunstung und liefert Bodenorganismen Nahrung.

Marias Erfahrung

Für jeden festen Dünger habe ich einen eigenen Messbecher. Ich wiege die Menge einmal ab, markiere die Füllhöhe mit wasserfestem Stift und schreibe den Düngernamen daneben. Ich wiege, weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden und dasselbe Volumen verschieden schwer sein kann.

Organischer Dünger braucht Wärme und Feuchte

Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei, feuchtwarme Witterung kann dagegen starke Schübe auslösen. Fein vermahlenes Hornmehl ist im Boden nach etwa 6 Wochen umgesetzt. Gröbere Hornspäne brauchen dafür mehrere Monate. Soll der Stickstoff im Frühjahr beim Gehölz ankommen, passt Hornmehl Ende März bis Anfang April deshalb besser als grobe Späne.

Depotdünger: Wirkdauer steht auf der Packung

Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Freisetzung von Temperatur und Feuchtigkeit ab, niedrige Temperaturen verzögern die Wirkung zusätzlich. Wie lange ein Depotdünger wirkt, steht auf der Verpackung. Bei hoher Bevorratung kann er den Salzgehalt zeitweise über den Optimalbereich heben, deshalb bleibst du bei der Packungsangabe.

Achtung

Feste Dünger lagerst du trocken, verpackt oder abgedeckt und außer Reichweite von Kindern. Besteht der Verdacht, dass ein Kind eine größere Menge Dünger aufgenommen hat, ruf ein Giftinformationszentrum an oder melde dich in der Kinderarztpraxis.

Flüssigdünger für Sträucher: so gibst du ihn richtig

Flüssigdünger gieße ich nur auf feuchte Erde. Auf trockenem Boden können hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln schädigen. Ich wässere deshalb zuerst den Wurzelbereich mit klarem Wasser und gebe danach die Düngerlösung. Die Lösung verteile ich mit der Gießkanne auf der Fläche unter der Krone, nicht nur am Stammfuß.

Die Konzentration richtet sich nach der Dosierungsanweisung auf der Packung. Bei langer Trockenheit und großer Hitze düngst du nur, wenn es nötig ist, und dann niedrig konzentriert in den vorher angefeuchteten Wurzelbereich. Auf die Blätter gibst du die Lösung in dieser Lage nicht.

Steckt schon ein Langzeitdünger im Boden oder Kübel, bemisst du die flüssige Nachdüngung nach dem Bedarf der Pflanze und nach dem, was das Depot bereits liefert. So vermeidest du, dass sich beide Gaben addieren.

Auch selbst angesetzte Pflanzenjauche ist ein Flüssigdünger. Fertig vergoren verdünnst du sie zur Wurzeldüngung im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es nicht, weil ihr Nährstoffgehalt mit Pflanzenart, Zustand und Erntezeit schwankt.

Blattdüngung: nur zur Überbrückung

Eine Blattdüngung kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern. Die Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln ersetzt sie nicht. Auch eine Spurenelement-Blattdüngung überbrückt nur eine vorübergehend eingeschränkte Verfügbarkeit im Boden und wirkt begrenzte Zeit. Sprühe bei bedecktem Himmel oder abends und zerstäube die Lösung fein, damit sie nicht zu schnell abtropft. Bei empfindlichen Sträuchern machst du vorher eine Probespritzung.

Achtung

Bei starker Sonne trocknet Blattdünger auf dem Laub ein. Die steigende Salzkonzentration kann Verbrennungsschäden an den Blättern verursachen.

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Termine im Gartenjahr

Im Garten ist die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vorzuziehen, damit weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Phasen, in denen die Wurzeln aktiv sind, begünstigen die Aufnahme der Nährsalze.

Zeitpunkt Was ansteht
zeitiges Frühjahr organischer Mehrnährstoffdünger für freiwachsende Hecken mit Düngebedarf
Frühjahr Kompost für eingewachsene Zier- und Obstgehölze
Ende März bis Anfang April Hornmehl für kleinkronige Apfel- und Birnbäume sowie für Johannisbeere, Himbeere und Brombeere
Forsythienblüte langsam wirkender organischer Dünger für etablierte Gartenrosen
Ende April bis August Düngezeit für Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase
Ende Mai zweite Teilgabe, wenn kleinkronige Apfel- und Birnbäume ohne Kompost mineralisch voll gedüngt werden
ab Mitte bis Ende Juni in Wasser gelöster Dünger für erneut blühende Rosen, während oder kurz nach der Hauptblüte
nach Mitte Juli kein zusätzlicher Stickstoff für Obst- und Ziergehölze
ab August keine Düngung mehr für Obstgehölze im Kübel

Mitte Juli steht bei mir fett im Gartenkalender. Danach bekommen Obst- und Ziergehölze keine stickstoffhaltigen Einzel- oder Mehrnährstoffdünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Neu gepflanzte Gehölze brauchen in trockenen Phasen häufiger Wasser als eingewachsene Bestände.

Menge und Termin je Gehölzart

Die Mengen in diesem Kapitel sind Orientierungswerte für Gartenboden mit passender Grundversorgung. Sie ersetzen keinen Bodenbefund.

Zahl im Blick

Hast du einen Nährstoffbedarf in g/m² aus dem Laborbefund, rechnest du die Produktmenge so: Bedarf mal 100, geteilt durch den Prozentgehalt des Nährstoffs im Dünger. Eine einzelne Stickstoffgabe im Garten sollte 10 g N/m² nicht überschreiten. Nährstoffe aus Kompost, Stallmist und Gründüngung ziehst du vorher ab.

Obstbäume und Beerensträucher

Bei Obst im Gartenboden ist Kompost die Grundlage, Stickstoff kommt gezielt dazu.

Gehölz Kompost im Jahr Stickstoff dazu
junge Obstbäume und Beerensträucher in den ersten Standjahren 1 bis 1,5 l reifer Kompost je Pflanze ergänzt um 10 g Hornmehl
kleinkronige Kern- und Steinobstbäume im Vollertrag 4 l Kompost je Baum auf einer Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser bedarfsgerecht; bei Apfel und Birne 70 bis 100 g Hornmehl je Baum, Ende März bis Anfang April leicht eingearbeitet
etablierte Strauchbeeren 2 bis 3 l reifer Kompost je Baumscheibe Stickstoff ergänzen; bei Johannisbeere, Himbeere und Brombeere Ende März bis Anfang April um 100 g Hornmehl pro Strauch

Braucht ein kleinkroniger Apfel- oder Birnbaum ohne Kompostgabe eine mineralische Volldüngung, teilst du sie auf. Die erste Teilgabe kommt Ende März bis Anfang April, die zweite Ende Mai. Gibst du schon Kompost oder verrotteten Mist, kann zusätzlicher Volldünger zu Überdüngung und einseitiger Nährstoffanreicherung führen.

Zu viel Stickstoff kann bei Obstbäumen und Beerensträuchern starkes Triebwachstum zulasten der Blüten- und Fruchtbildung auslösen. Wie du bei Obstbäumen zwischen flüssigem und festem Dünger wählst, vertieft ein eigener Ratgeber. Die Kulturheidelbeere fällt aus diesem Schema heraus, sie gehört zu den Moorbeetpflanzen weiter unten.

Ziergehölze und freiwachsende Hecken

Eingewachsene Ziergehölze bekommen im Frühjahr Kompost, als Orientierung 2 bis 4 l/m² im Jahr. Zeigt der Bodenbefund im Ziergarten Phosphat-Gehaltsstufe C, gilt höchstens 3 l Kompost je m² und Jahr als Faustregel. Weitere Phosphatgaben entfallen dann.

Freiwachsende Hecken düngst du nur, wenn sie Bedarf zeigen. Dann bekommen sie im zeitigen Frühjahr organischen Mehrnährstoffdünger, gleichmäßig zwischen den Gehölzen verteilt.

Rosen

Etablierte Gartenrosen bekommen zur Forsythienblüte einen langsam wirkenden organischen Dünger. Erneut blühende Rosen unterstützt du während oder kurz nach der Hauptblüte ab Mitte bis Ende Juni mit einem schnell wirkenden Dünger, vorzugsweise in Wasser gelöst. An dieser Stelle passt Flüssigdünger am Strauch, weil er rasch wirkt und die Folgeblüte unterstützen kann.

Für Kübelrosen werden ummantelte Langzeitdünger mit einer angegebenen Nährstoffabgabe über 4 bis 6 Monate beschrieben. Frisch gepflanzte Rosen düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen.

Mythos-Check

Viel Phosphat bringt viele Blüten? Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Ein Phosphatüberschuss kann sogar die Verfügbarkeit von Eisen und Zink im Boden vermindern.

Rhododendron, Heidelbeere und andere Moorbeetpflanzen

Rhododendren bevorzugen überwiegend einen Boden mit pH 4,5 bis 5,5. Die obere Toleranz reicht bis etwa pH 6,0. Auf INKARHO-Unterlagen veredelte, kalktolerante Rhododendren kommen auf mittelschweren humosen Böden bis etwa pH 6,5 infrage.

Gezielt düngen kannst du erst, wenn du den Boden-pH und die vorhandenen Nährstoffe kennst. Lass deshalb pH-Wert sowie Phosphor-, Kalium- und Magnesiumgehalt bestimmen. Für die Probe nimmst du 500 g Erde aus dem äußeren Wurzelbereich. Gestochen wird in einer Tiefe von 0 bis 30 cm.

Pauschale Kalk- und Gartenkompostgaben passen nicht zum sauren Bodenmilieu, das gilt ebenso für Heidelbeeren und Eriken. Ist der pH zu hoch, kann Eisen für den Rhododendron festgelegt werden. Gelbe junge Blätter mit noch grünen Adern können darauf hindeuten.

Kulturheidelbeeren im Kübel brauchen ein saures Substrat mit etwa pH 4,0 bis 5,0 und kalkarmes Gießwasser. Hartes Gießwasser kann den pH im Substrat anheben und so Eisenchlorosen begünstigen.

Hortensien

Gartenhortensien bevorzugen einen leicht sauren, lehmig-humosen und wasserspeichernden Boden. Rispenhortensien vertragen durchlässige Gartenböden, Schneeballhortensien bevorzugen leicht sauren Boden.

Ob Bauernhortensien Dünger brauchen, wird unterschiedlich beantwortet. Für etablierte Bauernhortensien sind mehrere leichte Düngergaben während der Wachstumszeit empfehlenswert. Mophead-Hortensien können dagegen auch ohne Dünger gedeihen. Beide Aussagen betreffen unterschiedlich weit gefasste Gruppen, eine allgemeine Düngepflicht folgt daraus nicht. Ich schaue deshalb auf Wuchs und Bodenbefund, bevor ich eine Hortensie dünge.

Für blaue Blüten brauchen geeignete Sorten sauren Boden und verfügbares Aluminium. Phosphat kann Aluminium im Substrat festlegen und die Blaufärbung beeinträchtigen, deshalb greifst du bei blauen Hortensien nicht zu phosphatbetontem Dünger. Rostige Nägel färben die Blüten nicht zuverlässig blau.

Buchsbaum

Auf nährstoffreichen Böden kann eine zusätzliche Buchsdüngung unterbleiben. Nach einem starken Rückschnitt kannst du mulchen und einen allgemeinen Dünger geben. Im Kübel reicht ein reiner Stickstoffdünger für die vollständige Versorgung nicht aus.

Zeigt Kübelbuchs Blattschäden, denk auch an die Wurzeln. Hitze oder Frost kann sie schädigen, sodass sie Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen. Im Winter schützt du den Topf mit einer isolierenden Unterlage und einer Umhüllung.

Lavendel

Kalium ist blühfördernd für Lavendel. Stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können dagegen zu weichem, instabilem Wuchs führen. Eine feste Menge lässt sich daraus nicht ableiten. Den Boden hältst du gut durchlässig und ohne Staunässe.

Gehölze im Kübel

Für Obstgehölze und Beerensträucher im Kübel nimmst du Gefäße ab 20 l. Günstiger sind größere Gefäße mit 50 bis 70 l. Ein Loch im Kübelboden muss sein, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Erde brauchen Kübelpflanzen üblicherweise 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Diese Grunddüngung rechnest du an, wenn du später nachdüngst.

Langzeitdünger mischst du ins Substrat oder streust ihn gleichmäßig auf, bedeckst ihn leicht mit Erde und gießt von oben an. Er wird nur in Verbindung mit Wasser wirksam, deshalb darf der gedüngte Kübel nicht austrocknen. Ist der Langzeitdünger bedarfsgerecht bemessen, braucht die Pflanze im Sommer gewöhnlich keine zusätzliche Nachdüngung.

Ohne Depot gibst du Flüssigdünger nach Packungsangabe und nur auf feuchte Erde. Ist ein Kübel vernässt und sind die Wurzeln noch nicht verfault, gießt und düngst du nicht, bis er abgetrocknet ist und die Pflanze sich erholt. Kranke Kübelpflanzen regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum an.

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Typische Fehler beim Düngen von Bäumen und Sträuchern

Zu viel sofort wirksamer Dünger

Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Ein erhöhter Salzgehalt im Boden kann außerdem die Wasseraufnahme beeinträchtigen. Auch organische Dünger lassen sich in einer zu hohen Menge ausbringen. Im Kübel stellst du bei Salzschäden die Düngung ein und topfst gegebenenfalls um, wobei du einen Teil der alten Erde austauschst.

Kompost und Mist nicht angerechnet

Kompost, Stallmist und Gründüngung bringen Nährstoffe mit, die du von jeder zusätzlichen Düngergabe abziehst. Wer sie vergisst, düngt doppelt. Bei Topfgehölzen gehört auch die Grunddüngung der Erde in diese Rechnung.

Volldünger trotz hoher Phosphatversorgung

Zeigt der Befund viel Phosphat und gleichzeitig Kalium- oder Magnesiummangel, sind gezielte Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein weiterer NPK-Dünger. Ein für eine andere Pflanzengruppe benannter Dünger kann dabei passen, wenn Nährstoffverhältnis und pH-Wirkung zum Bedarf deines Gehölzes passen.

Stickstoff zu spät im Jahr

Nach Mitte Juli bekommen Obst- und Ziergehölze keinen zusätzlichen Stickstoff mehr. Späte Gaben gefährden das Ausreifen der Triebe, und unausgereiftes Holz kann im Winter Frostschäden nehmen.

Düngen auf trockenen oder vernässten Boden

Auf trockener Erde kann Düngerlösung die Wurzeln schädigen, und organischer Dünger setzt dort kaum etwas frei. Bei stauender Nässe bleibt die Freisetzung organischer Dünger ebenfalls gering.

Häufiger Fehler

Hängende oder vergilbte Blätter im trockenen Sommer mit Dünger beantworten. Trockenheit kann Mangelsymptome auslösen, obwohl Nährstoffe im Boden sind. Wässere dann zuerst durchdringend, für eingewachsene Gartenpflanzen sind 10 bis 20 l/m² je Gießgang üblich.

Kalk und Kompost bei zu hohem pH

Liegt der Boden-pH über dem Zielbereich für Boden und Gehölz, gibst du weder kalkhaltige Dünger noch Kompost. Bei Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken verzichtest du ohnehin auf pauschale Kalk- und Kompostgaben.

Jetzt dran

Schau nach, wann deine letzte Bodenuntersuchung war, und trag dir Mitte Juli als Stickstoff-Schluss für deine Gehölze in den Gartenkalender ein.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Flüssigdünger und Granulat für Bäume und Sträucher?
Flüssigdünger bringt die Nährstoffe gelöst an die Wurzeln und kann die Versorgung bei festgestelltem Mangel rasch verbessern. Bei Granulat hängt das Tempo von der Art ab: Leicht lösliche Mineraldünger wirken rasch, umhüllte Depotdünger geben Nährstoffe verzögert ab, und organische Dünger müssen im Boden erst mineralisiert werden. Gehölze im Gartenboden versorgst du meist im Frühjahr mit Kompost und festem Dünger. Flüssigdünger setzt du gezielt ein, etwa bei erneut blühenden Rosen ab Mitte bis Ende Juni oder bei Gehölzen im Kübel.
Warum ist der pH-Wert bei der Düngung von Bäumen und Sträuchern wichtig?
Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen, sodass die Pflanze sie trotz Vorrat schlecht aufnimmt. Eisenchlorosen entstehen häufig durch einen zu hohen Boden-pH und nicht durch zu wenig Eisen im Boden. Welcher pH passt, hängt von Bodenart und Gehölz ab; für gewöhnliche Rhododendren wird ein saurer Boden mit pH 4,5 bis höchstens 6,0 angestrebt. Liegt der pH über dem Zielbereich, gibst du weder kalkhaltigen Dünger noch Kompost.
Welche häufigen Düngefehler können bei Bäumen und Sträuchern zu Schäden führen?
Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Zu viel Stickstoff kann bei Obstgehölzen Frostschäden an unausgereiftem Holz verursachen, deshalb bekommen Gehölze nach Mitte Juli keinen zusätzlichen Stickstoff mehr. Ein weiterer Fehler ist doppeltes Düngen, wenn Nährstoffe aus Kompost oder Mist nicht angerechnet werden. Moorbeetpflanzen wie Rhododendren sollen außerdem keine pauschalen Kalk- oder Kompostgaben bekommen.
Wie wendet man Flüssigdünger richtig bei großen Bäumen an?
Große Hausbäume düngst du nach einer Bodenuntersuchung, die Menge richtet sich nach Baumgröße und Herstelleranweisung. Die Düngerlösung kommt auf bereits feuchte Erde, weil hohe Salzkonzentrationen sonst die Wurzeln schädigen können. Verteile sie gleichmäßig auf der Fläche unter der Krone, statt sie nur am Stamm auszugießen. Bei Hitze und Trockenheit gibst du sie nur niedrig konzentriert in den vorher angefeuchteten Wurzelbereich und nicht auf die Blätter.
Welche Techniken gibt es für die gleichmäßige Verteilung von Granulatdünger?
Wiege die Menge ab, statt sie zu schätzen, denn Dünger unterscheiden sich im Schüttgewicht. Einen Messbecher kalibrierst du einmal mit der Waage und markierst die Füllhöhe. Bei freiwachsenden Hecken verteilst du das Granulat gleichmäßig zwischen den Gehölzen, bei Einzelgehölzen auf der Fläche unter der Krone, und arbeitest es leicht ein. Streue auf feuchten Boden und achte darauf, dass keine Körner auf feuchten Blättern liegen bleiben.
Zu welchen Jahreszeiten sollte die Düngung von Gehölzen erfolgen?
Die Hauptdüngung liegt im Frühjahr, um Auswaschungsverluste im Vergleich zur Herbstdüngung zu verringern. Freiwachsende Hecken bekommen ihren organischen Dünger im zeitigen Frühjahr, Hornmehl für Apfel, Birne und Strauchbeeren kommt Ende März bis Anfang April. Rosen erhalten zur Forsythienblüte einen langsam wirkenden organischen Dünger, erneut blühende Sorten ab Mitte bis Ende Juni eine Sommergabe. Nach Mitte Juli bekommen Obst- und Ziergehölze keinen zusätzlichen Stickstoff mehr.
Stimmt es, dass mehr Dünger automatisch zu besseren Ergebnissen führt?
Nein. Ein durch Überdüngung erhöhter Salzgehalt im Boden kann die Wasseraufnahme der Pflanzen beeinträchtigen, und zu viel Stickstoff kann bei Obst das Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten fördern. Auch organische Dünger lassen sich zu hoch dosieren. Zeigt die Bodenuntersuchung für einen Nährstoff die Versorgungsstufe E, setzt du die Düngung damit vorübergehend aus.
Worin unterscheiden sich organische und mineralische Dünger für Gehölze?
Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als leicht lösliche Salze. Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden; bei Frost, Trockenheit oder Staunässe wird dabei kaum etwas frei, bei feuchtwarmer Witterung können starke Schübe entstehen. Mineralische Dünger können einen kurzfristigen Bedarf rasch decken, zu hohe Gaben sofort wirksamer Dünger können aber Salzschäden an den Wurzeln verursachen. Kompost und Mist können zusätzlich Bodenstruktur und Bodenleben verbessern.
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