Kompost gesund halten: Schimmel, Fäulnis und Schädlinge erkennen und beheben
- Ein weißgrauer Belag mit pilzartigem Geruch kann auf zu trockenen Kompost hinweisen: umsetzen und dabei anfeuchten.
- Fauliger Geruch spricht für zu viel Nässe: umsetzen, trockenes Strukturmaterial wie Laub oder Stroh untermischen und vor Regen schützen.
- Frische Küchenabfälle deckst du gegen Fruchtfliegen mit trockenem Gartenmaterial, Gartenerde oder reifem Kompost ab.
- Ameisennester im Kompost sind ein Hinweis auf zu trockenes Material.
- Gekochtes, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot bleiben zur Rattenvorbeugung draußen, ein Drahtgitter am Boden erschwert Nagern den Zugang.
- Kalk beseitigt keinen Sauerstoffmangel, und Gartenkompost tötet Krankheitserreger nicht zuverlässig ab.

Du hebst den Deckel vom Komposter, und über den Küchenresten liegt ein weißgrauer Flaum. Oder dir schlägt fauliger Geruch entgegen, Fruchtfliegen steigen auf, und am Rand hat sich ein Ameisennest eingerichtet. Jedes dieser Zeichen verrät dir etwas über Feuchte, Luft und Futterangebot im Haufen. Mit Grabegabel, trockenem Material oder Wasser steuerst du gezielt gegen.
Bevor ich die Gabel ansetze, rieche ich am Haufen und schaue mir die Oberfläche genau an. Erst wenn klar ist, ob das Material zu nass oder zu trocken ist, greife ich zu Laub oder Gießkanne.
Die Anzeichen auf einen Blick
| Anzeichen | Kann hindeuten auf | Erster Handgriff |
|---|---|---|
| Weißgrauer Belag, pilzartiger Geruch | zu trockenes Material | umsetzen und dabei anfeuchten |
| Fauliger Geruch, nasses Material | zu viel Nässe, sauerstoffarme Bereiche | umsetzen, trockenes Strukturmaterial untermischen, vor Regen schützen |
| Ammoniakgeruch | Überschuss an nährstoffreichem Material | Laub, Stroh oder Gehölzschnitt beimischen |
| Fruchtfliegen über dem Haufen | offen liegende Küchenabfälle | frische Reste abdecken oder in tiefere Lagen einmischen |
| Ameisennest | zu trockenes Material | anfeuchten und umsetzen |
| Spuren von Nagern | Speisereste als Lockfutter | Gekochtes, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot weglassen, Bodengitter einsetzen |
| Material bleibt unverändert | Trockenheit oder zu viel holziges Material | anfeuchten oder frische Abfälle beimischen |
Was ein gesunder Komposthaufen braucht
Ein Kompost braucht gute Durchlüftung und soll feucht, aber nicht nass sein. Dafür kombinierst du feuchte mit trockenen, grobe mit feinen und stickstoffreiche mit stickstoffarmen Materialien. Standort, Material und Kompostsystem sind eigene Themen: Lies dazu, wie du Kompost anlegst und Platz, Material und Komposter wählst.
Schimmel im Kompost: Zersetzer oder Warnzeichen?
Pilze arbeiten im Kompost an der Zersetzung mit, genau wie Bakterien, Regenwürmer und Asseln. Nicht jedes Pilzgeflecht zwischen den Resten ist also ein Problem. Achte auf die Kombination: Wie sieht der Belag aus, wie riecht es, und wie fühlt sich das Material an?
Schimmel heißt, der Kompost ist zu nass? Nicht unbedingt. Ein weißgrauer Belag zusammen mit pilzartigem Geruch kann gerade auf zu trockenen Kompost hinweisen, und starke Schimmelbildung tritt auch bei Trockenheit auf. Riecht das Material dagegen faulig und ist es nass, hast du es mit Fäulnis zu tun.
So bringst du trockenen, schimmelnden Kompost wieder in Gang
- Feuchte sehr trockenes Material vor dem Umlagern an, damit beim Umsetzen weniger Staub entsteht.
- Setz den Haufen um und befeuchte die Lagen dabei. Hast du feuchte, krautige Gartenabfälle, misch sie gleich mit ein.
- Prüf die Feuchte mit der Schwammprobe.
- Wässere bei Trockenheit nach Bedarf und deck den Haufen bei Regen gegen Übernässung ab. Die Abdeckung muss weiter Luft durchlassen.
Greif beim Umsetzen in die Mitte des Haufens und drück eine Probe in der Hand zusammen. Fühlt sie sich an wie ein ausgedrückter Schwamm, passt die Feuchte. Staubt das Material, braucht der Haufen Wasser.
Sehr trockenes Kompostmaterial staubt beim Umlagern, deshalb feuchtest du es vorher an. Iss und trink bei der Arbeit am Kompost nicht nebenbei und reinige danach deine Hände. Menschen mit Schimmelpilzallergie oder schwerer Immunschwäche wird von der Eigenkompostierung abgeraten.
Fäulnis: wenn der Kompost nass ist und stinkt
Fauliger Geruch weist auf zu nassen Kompost hin. In dicht gelagertem, faulendem Material kann der pH-WertDer pH-Wert gibt an, wie sauer oder alkalisch etwas ist, etwa Gartenboden, Blumenerde, Gießwasser oder Kompost. Die Skala reicht von 0 bis 14; der Wert 7 gilt als neutral, niedrigere Werte sind sauer, höhere alkalisch. rasch in einen sauren Bereich fallen, der für die Verrottung ungünstig ist. In diesen nassen, dichten Bereichen fehlt Sauerstoff.
Setz vernässten Kompost um und misch trockenes, strukturreiches Material unter, etwa Laub, Stroh oder Gehölzschnitt. Auflockern und Umsetzen verbessern die Belüftung und vermindern sauerstoffarme Bereiche. Danach schützt du den Haufen vor weiterem Niederschlag, zum Beispiel mit einer Abdeckung, die Luft durchlässt. Für den Kompostplatz gilt deshalb auch: geschützt vor Dauerregen.
Geschlossene Schnell- und Thermokomposter brauchen eine besonders sorgfältige Belüftung, damit ihr Inhalt nicht vernässt. Halte dafür einen Vorrat trockener Gartenmaterialien bereit, etwa kleine Äste, RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. oder Stroh, und misch ihn beim Befüllen unter.
Frischer Rasenschnitt landet in dicker Lage auf dem Haufen. Er verdichtet dann zu einer nassen, faulenden Masse. Lass ihn vorher anwelken und misch ihn mit lockerem, trockenem Strukturmaterial.
Ammoniakgeruch: zu viel Nährstoffreiches
Riecht der Kompost nach Ammoniak, spricht das für einen Überschuss an nährstoffreichem Material. Misch dann nährstoffarme Bestandteile wie Laub, Stroh oder Gehölzschnitt bei. Steigende pH-Werte und höhere Temperaturen erhöhen den Ammoniakanteil und damit das Risiko, dass StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll). gasförmig verloren geht.
Hilft Kalk gegen Fäulnis und Schimmel? Kalk beseitigt keinen Sauerstoffmangel, und übermäßiges Kalken kann im Kompost die Freisetzung von Ammoniak und damit Stickstoffverluste fördern. Rotteorganismen bevorzugen ein Milieu um pH 7, das sich bei einer lockeren, strukturreichen Mischung meist ohne Kalkgabe einstellt. Gegen Fäulnis setzt du deshalb bei Luft und Struktur an.
Schädlinge im Kompost: Fruchtfliegen, Ameisen und Ratten
Nicht alles, was im Kompost krabbelt, ist ein Schädling. Regenwürmer, Asseln, Springschwänze, Milben und Insektenlarven arbeiten zusammen mit Pilzen und Bakterien an der Zersetzung des Materials.
Fruchtfliegen
Offen liegende, frische Küchenabfälle locken Fruchtfliegen an. Deck jede neue Ladung deshalb gleich ab, am besten mit trockenen Gartenabfällen. Fehlt dir trockenes Material, nimm Gartenerde oder reifen Kompost. Ich schiebe frische Reste zusätzlich mit der Gabel in tiefere Kompostlagen.
In der Wurmkiste übernimmt eine leicht feuchte Zeitung oder Hanfmatte auf dem Futter diese Aufgabe. Sie hält die Kiste dunkel und feucht und hilft gegen Fruchtfliegen.
Neben meinem Komposter lagere ich im Herbst einen Vorrat an trockenem Laub. So habe ich zu jeder Ladung Küchenreste eine Abdeckung zur Hand. Im Winter schichte ich das Laub in dünnen Lagen mit den Küchenabfällen.
Ameisen
Ein Ameisennest im Kompost ist ein Hinweis auf zu trockenes Material. Statt gegen die Ameisen vorzugehen, setzt du an der Feuchte an: Setz den Haufen um, feuchte ihn dabei an oder misch feuchte, krautige Abfälle ein. Findest du zugleich einen weißgrauen Belag mit pilzartigem Geruch, weisen beide Zeichen auf zu trockenes Material hin, und Wasser ist der erste Handgriff.
Ratten und Mäuse
Gekochte Speisereste sowie Fleisch- und Käsereste können Ratten anlocken. Zur Vorbeugung gehören gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot deshalb nicht auf den Gartenkompost. Gegen das Eindringen von unten kann ein Drahtgitter am Boden des Komposters Nagern den Weg erschweren.
Ein Bodengitter mit höchstens 13 mm Maschenweite erschwert Wühlmäusen das Einnisten im Komposter.
Bleiben die Spuren, obwohl keine Speisereste mehr auf dem Kompost landen, hol dir fachkundige Hilfe vor Ort, statt selbst zu experimentieren.
Vorbeugen: Mischung, Material und Zusätze
Schimmel, Fäulnis und Fliegen beugst du schon beim Befüllen vor. Bring feuchte und trockene Materialien abwechselnd ein und halte die feuchten Schichten dünner. Wer die verschiedenen Materialien sorgfältig vormischt, kann sich das Umsetzen sogar sparen.
Kompoststarter oder andere Rottezusätze brauchst du bei einer vielfältigen, lockeren Mischung aus Küchen- und Gartenabfällen normalerweise nicht. Die nötigen Mikroorganismen kommen mit den Abfällen bereits in ausreichender Zahl und Vielfalt in den Haufen. BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. wird als Rottehilfe ebenfalls gern genannt, für eine gelingende Kompostierung nötig ist sie nicht.
Kranke Pflanzen und Unkrautsamen
Pflanzen mit Wurzel- oder Stängelkrankheiten oder Welkeerregern gehören nicht auf den Gartenkompost, ebenso wenig samentragende Unkräuter und ausbreitungsfähige Unkrautwurzeln. Gartenkompost tötet Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht zuverlässig ab, weil ausreichende RottetemperaturenDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. oft nicht durchgehend erreicht werden. Welche Krankheits- und Unkrautrisiken im Kompost stecken und wie du ihnen vorbeugst, behandelt ein eigener Ratgeber.
Das bleibt draußen:
- gekochte Speisereste und Brot
- Fleisch, Fisch, Käse und andere Milchprodukte
- Pflanzen mit Wurzel- oder Stängelkrankheiten oder Welkeerregern
- samentragende Unkräuter und ausbreitungsfähige Unkrautwurzeln
- Holzasche wegen möglicher Schwermetall- und Schadstoffbelastungen, abgekühlt gehört sie in den Hausmüll
Befallene Gartenabfälle entsorgst du nach den örtlichen Vorgaben über Bio- oder Restmüll. Welcher Weg passt, klärt dein Entsorger.
Wenn die Rotte stockt
Bleibt das Material unverändert, können Trockenheit oder zu viel holziges Strukturmaterial die Ursache sein. Gegen Trockenheit hilft Anfeuchten, gegen zu viel Holziges das Beimischen frischer Küchen- oder Gartenabfälle. Was du tust, wenn der Kompost nicht richtig verrottet, steht im Ratgeber zu Kompostproblemen.
Bokashi, Wurmkiste und Thermokomposter kurz eingeordnet
Bokashi fermentiert Küchenabfälle luftdicht verschlossen im Eimer, die Wurmkiste braucht dagegen Sauerstoff und darf nicht luftdicht verschlossen sein. Ein Thermokomposter halbiert die Rottezeit nicht grundsätzlich, weil auch Zutaten, Feuchtigkeit und Bodenlebewesen das Tempo bestimmen. Wie Wurmkiste und Bokashi im Alltag funktionieren, beschreibt der Ratgeber Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt zum Pflegen, Prüfen und Verwenden von Kompost.
Wenn der Kompost fertig ist: Vorsicht bei Problemfällen
Eine gleichmäßig feinkrümelige Struktur und der Geruch nach feuchter Walderde sind Hinweise auf reifen Kompost. Welche Mengen Beete, Rasen und Gehölze vertragen, findest du im selben Abschnitt zum Pflegen, Prüfen und Verwenden von Kompost.
Vorsicht bei problematischem Kompost
Hatte dein Haufen Probleme mit Fäulnis oder Trockenheit, prüf vor dem Ausbringen die Pflanzenverträglichkeit mit dem KressetestDer Kressetest zeigt dir, ob dein Kompost reif ist: Du säst Kresse auf eine Kompostprobe und zum Vergleich auf Gartenerde. Werden die Kresseblätter auf dem Kompost gelb oder braun, ist er noch zu frisch.. Säe dafür Kresse in den Kompost und zum Vergleich in Gartenerde. Wächst sie im Kompost nach 5 Tagen deutlich schlechter oder zeigt gelbe bis braune Blätter, lass ihn weiterreifen.
Frischen Kompost gibst du nicht zu Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann. Als alleiniges SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. für empfindliche Keimlinge eignet sich reiner Kompost nicht, denn seine hohen Nährsalzkonzentrationen können ihren Wurzeln Wasser entziehen. Sind kranke Pflanzen im Haufen gelandet, verlass dich nicht darauf, dass die Rotte die Erreger beseitigt hat.
