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Kompostprobleme lösen: Gestank, Stillstand, Tiere und Kompostbeschleuniger

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Fauliger Geruch spricht für zu nassen Kompost: Setz ihn um und misch trockenes, strukturreiches Material unter.
  • Stechender Ammoniakgeruch weist auf zu viel nährstoffreiches Material hin; Laub, Stroh und Gehölzschnitt gleichen das aus.
  • Bleibt das Material unverändert, kann es zu trocken oder zu holzig sein: Trockenes feuchtest du an, Holziges mischst du mit frischen Küchen- und Gartenabfällen.
  • Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot können Ratten anlocken und gehören nicht auf den Gartenkompost.
  • Samentragende Unkräuter und kranke Pflanzen bleiben draußen, und bei gut gemischten Abfällen ist ein Kompostbeschleuniger normalerweise entbehrlich.
Komposter im Garten mit Küchen- und Gartenabfällen
Foto: Eva Bronzini · Pexels License · Quelle ↗

Wenn dein Kompost faulig riecht, seit Monaten gleich aussieht oder Ratten anzieht, fehlt ihm selten ein Zusatzmittel. Meist stimmt etwas mit Wasser, Luft oder Mischung nicht, und das kannst du am Haufen selbst ablesen. Ich gehe bei jedem Problem gleich vor: riechen, die Feuchte mit der Hand prüfen, nachsehen, was zuletzt draufkam. So grenzt du die Ursache ein, bevor du Geld für einen Kompostbeschleuniger ausgibst.

Anzeichen und mögliche Ursachen auf einen Blick

Jedes Anzeichen ist ein Hinweis, keine sichere Diagnose. Die Abschnitte darunter zeigen die Handgriffe im Einzelnen.

Anzeichen Mögliche Ursache Was du tust
fauliger Geruch, nasse, dichte Masse zu nass, zu wenig Luft umsetzen, trockenes Strukturmaterial untermischen, vor Regen schützen
stechender Ammoniakgeruch zu viel nährstoffreiches Material Laub, Stroh und Gehölzschnitt beimischen
Material bleibt unverändert zu trocken oder zu viel Holziges anfeuchten beziehungsweise frische Küchen- und Gartenabfälle beimischen
weißgrauer Belag mit pilzartigem Geruch zu trocken beim Umsetzen anfeuchten
Ameisennester im Haufen zu trocken beim Umsetzen befeuchten
Fliegen über Küchenresten offen liegende Küchenabfälle mit trockenen Gartenabfällen abdecken
Ratten und Mäuse Speisereste als Futter Gekochtes, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot weglassen, Drahtgitter am Boden
Unkraut keimt nach dem Ausbringen Samen oder Wurzelstücke im Kompost samentragende Unkräuter und Wurzelunkräuter nicht kompostieren

Der Kompost stinkt: faulig oder stechend?

Fauliger Geruch: zu nass, zu wenig Luft

Riecht der Haufen faulig, spricht das für zu nasses Material, in dem die Luft fehlt. In dicht gelagertem, faulendem Kompost kann der pH-Wert rasch in einen sauren Bereich fallen, der für die Verrottung ungünstig ist. Setz den Haufen um und misch trockenes, strukturreiches Material unter, damit wieder Luft in die Masse kommt. Danach schützt du ihn vor weiterem Dauerregen.

Frischen Rasenschnitt lässt du anwelken und mischst ihn mit lockerem, trockenem Strukturmaterial, bevor er auf den Kompost kommt. Ungemischt verdichtet er zu einer nassen, faulenden Masse. Eine gute Durchlüftung hilft außerdem, Geruch und klimaschädliches Methan zu vermeiden.

Eine Abdeckung schützt den Kompost vor übermäßiger Nässe und Wärmeverlust, muss aber weiterhin Luft durchlassen. Liegt eine Plane luftdicht auf, fehlt dem Haufen also genau die Durchlüftung, die gegen Fäulnisgeruch hilft. Auch geschlossene Schnell- und Thermokomposter brauchen ausreichend Belüftung, damit sie nicht vernässen.

Tipp

Halte neben dem Kompost einen Vorrat an trockenem Strukturmaterial bereit, etwa kleine Äste und Stroh. Ist der Haufen nass, hast du so sofort etwas zum Untermischen.

Stechender Geruch nach Ammoniak

Ein stechender Ammoniakgeruch spricht für zu viel nährstoffreiches Material im Haufen. Misch nährstoffarme Bestandteile wie Laub, Stroh und Gehölzschnitt unter, damit sich die Mischung wieder ausgleicht. Steigende pH-Werte und höhere Temperaturen erhöhen den Ammoniakanteil und damit das Risiko, dass Stickstoff gasförmig verloren geht.

Der Kompost rottet nicht

Zu trocken oder zu holzig

Bleibt das Material unverändert liegen, können Trockenheit oder zu viel holziges Strukturmaterial die Ursache sein. Ich greife dann tief in den Haufen und drücke eine Probe in der Hand zusammen. Sie sollte sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm: feucht, aber nicht nass.

Ist die Probe zu trocken, setzt du den Haufen um und befeuchtest ihn dabei. Liegt zu viel Holziges darin, mischst du frische Küchen- und Gartenabfälle bei. Auf Trockenheit können außerdem ein weißgrauer Belag mit pilzartigem Geruch und Ameisennester hinweisen. Kommt ein frisch aufgesetzter Haufen gar nicht erst in Gang, lohnt ein Blick auf typische Fehler bei Materialwahl, Zerkleinern und Schichtung.

Achtung

Feuchte sehr trockenes Material an, bevor du es umsetzt, damit weniger Staub aufwirbelt. Iss und trink nicht nebenbei, und wasch dir nach der Arbeit am Kompost die Hände.

Kühl heißt nicht kaputt

Ein Kompost muss nicht heiß werden, um zu gelingen: Auch bei langsamer Rotte mit niedrigen Temperaturen kann guter Kompost entstehen. Kleine Schnellkomposter, die laufend mit geringen Abfallmengen befüllt werden, entwickeln selbst mit Wärmedämmung häufig nur wenig Eigenwärme. Ein lauwarmer Thermokomposter ist für sich genommen also kein Zeichen, dass etwas schiefläuft. Erwärmt sich ausreichend feuchter und belüfteter Kompost nach erneutem Umsetzen nicht mehr, deutet das eher auf das Ende der aktiven Rotte hin.

Vielleicht ist er noch nicht fertig

Je nach Material und Rotteführung braucht Gartenkompost etwa 4 bis 12 Monate bis zur Reife, deshalb prüfst du den Reifezustand zusätzlich. Beim Kressetest säst du Kresse in Kompost und zum Vergleich in Gartenerde. Ist der Aufwuchs im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, braucht er noch Zeit. Woran du reifen Kompost erkennst und wie du seine Qualität prüfst, steht in einem eigenen Ratgeber.

Brauchst du einen Kompostbeschleuniger?

Als Kompostbeschleuniger werden unter anderem kalk- und stickstoffhaltige Dünger verwendet. Solche Zusätze können die Verrottung fördern, nötig sind sie für einen gelingenden Kompost aber nicht. Bei einer vielfältigen, locker gemischten Masse aus Küchen- und Gartenabfällen sind Starter und Zusätze normalerweise entbehrlich. Die Mikroorganismen für die Rotte bringen die Abfälle in ausreichender Zahl und Vielfalt selbst mit.

Zusätzlich auf den Kompost gegebener Dünger erhöht außerdem den Nährstoffgehalt der späteren Komposterde. Weil du die Nährstoffe aus Kompost bei der Bemessung weiterer Düngergaben anrechnen musst, steckt ein solcher Beschleuniger später schon in deiner Düngebilanz.

Brennnesseljauche, Gesteinsmehl und Hefe werden oft als natürliche Starthilfen genannt, weil sie die Rotteorganismen anregen sollen. Ich gebe nichts davon dazu, denn das Tempo der Rotte bestimmen Zutaten, Feuchtigkeit und Bodenlebewesen. Kaffeesatz ist kein Beschleuniger, sondern eine gewöhnliche Zutat, die du mit anderen Küchenresten und grobem Gartenmaterial kompostierst. Einen neu angelegten Kompost kannst du mit Gartenerde animpfen.

Auch ein Thermokomposter halbiert die Rottezeit nicht grundsätzlich. Bei üblicher Befüllung mit kleinen Mengen rottet das Material darin normalerweise nicht schneller als im Gitter- oder Lattenkomposter.

Mythos-Check

Kalk soll den Kompost beschleunigen und den Gestank vertreiben. Kalk beseitigt aber keinen Sauerstoffmangel, und übermäßiges Kalken kann im Kompost die Freisetzung von Ammoniak und damit Stickstoffverluste fördern. Rotteorganismen bevorzugen ein Milieu um pH 7, das sich in einer lockeren, strukturreichen Mischung meist ohne Kalkgabe einstellt.

Ratten, Fliegen, Ameisen: was Tiere anlockt

Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot gehören nicht auf den Gartenkompost, weil sie Ratten anlocken können. Ein Drahtgitter am Boden des Komposters erschwert Nagern zusätzlich das Eindringen. Gegen Wühlmäuse sollte die Maschenweite des Bodengitters höchstens 13 mm betragen.

Deck frische Küchenreste mit trockenen Gartenabfällen ab, damit offen liegende Abfälle weniger Fliegen anlocken. Ameisennester im Haufen weisen auf zu trockenes Material hin und damit auf dieselbe Ursache wie eine stockende Rotte. Viele Bewohner gehören dagegen dazu: Regenwürmer, Asseln, Springschwänze, Milben und Insektenlarven arbeiten zusammen mit Pilzen und Bakterien an der Zersetzung.

Frischen Kompost gibst du nicht an Wurzelgemüse, Zwiebeln und Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann. Sind Ratten oder Schimmel schon da, findest du in einem eigenen Ratgeber, wie du Schimmel, Fäulnis und Schädlinge im Komposthaufen erkennst und bekämpfst.

Marias Erfahrung

Neben meinem Komposter steht ein Eimer mit trockenem Laub, mit dem ich frische Küchenreste abdecke. Den Laubvorrat aus dem Herbst schichte ich im Winter zusammen mit Küchenresten und Häckseln auf den Haufen.

Unkrautsamen und kranke Pflanzen: was draußen bleibt

Samentragende Unkräuter und ausbreitungsfähige Unkrautwurzeln gehören nicht in den Gartenkompost, weil sie dort meist nicht sicher unschädlich werden. Dasselbe gilt für Pflanzen mit Wurzel- oder Stängelkrankheiten und für Pflanzen mit Welkeerregern.

Auf die Hitze im Haufen verlasse ich mich dabei nicht. Im Inneren eines ausreichend großen, gut geführten Komposts gelten zwar 60 bis 70 °C als günstige Rottebedingungen. Ein einzelner Messwert beweist aber nicht, dass der Kompost hygienisiert ist. Weil Gartenkompost oft nicht durchgehend heiß genug wird, sterben darin Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht zuverlässig ab.

Ich jäte möglichst, bevor sich Samen bilden. Befallene Gartenabfälle entsorgst du nach den örtlichen Vorgaben über Bio- oder Restmüll; welcher Weg passt, klärt der zuständige Entsorger. Ist Unkraut aus dem Kompost schon im Beet aufgelaufen, hackst du einjährige Samenunkräuter oberflächlich. Ausdauernde Wurzelunkräuter schwächst du dagegen nur, indem du sie wiederholt tief entfernst oder ausstichst.

Mini-Checkliste

Nicht auf den Gartenkompost gehören gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot. Draußen bleiben auch samentragende Unkräuter, ausbreitungsfähige Wurzelunkräuter und Pflanzen mit Wurzel-, Stängel- oder Welkekrankheiten. Überschüssige Gartenreste nimmt die Biotonne oder die kommunale Grüngutsammlung auf.

Anlage, Pflege und Verwendung in Kürze

Eigener Kompost führt Humus und Nährstoffe zurück in den Gartenkreislauf und kann Ausgaben für Dünger und Blumenerde verringern. Sinnvoll ist er vor allem dann, wenn du den fertigen Kompost im Garten auch brauchst.

Beim Aufsetzen gilt für das Ausgangsmaterial ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 25:1 bis 35:1 als günstig. Holzasche kommt wegen möglicher Schwermetall- und Schadstoffbelastungen nicht auf den Kompost, sondern abgekühlt in den Hausmüll. Wie du Kompost anlegst, pflegst und verwendest, steht im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost.

Eine Kompostmiete kannst du nach etwa 3 Monaten umsetzen, um die Rotte zu beschleunigen. Mischst du die Materialien schon beim Aufsetzen sorgfältig, kann das Umsetzen auch entfallen.

Für fertigen Kompost gilt im Ziergarten mit Phosphat-Gehaltsstufe C maximal 3 l Kompost je m² und Jahr als Faustregel, weitere Phosphatgaben entfallen dann. Wie du Kompost dosierst und das Umsetzen planst, steht ebenfalls im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost.

Ohne Garten bleibt dir die Wurmkiste, und wie du einen Wurmkompost anlegst und pflegst, erklärt ein eigener Ratgeber. Für die Wohnung zeigt ein weiterer Ratgeber, wie du Küchenabfälle mit Bokashi oder Wurmkiste ohne Geruch und Fruchtfliegen verwertest. Auf Balkon und Terrasse hilft dir die Frage, welches platzsparende Kompostsystem in die Stadt passt.

Häufige Fragen

Was sind die häufigsten Kompostprobleme und wie löst man sie?
Typisch sind fauliger oder stechender Geruch, eine stockende Rotte, Ratten und Fliegen sowie Unkraut, das nach dem Ausbringen keimt. Fauliger Geruch spricht für zu nasses Material: Setz den Haufen um und misch trockenes, strukturreiches Material unter. Bleibt das Material unverändert, kann es zu trocken oder zu holzig sein, sodass Anfeuchten oder frische Küchen- und Gartenabfälle helfen können. Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Brot und samentragende Unkräuter lässt du vom Gartenkompost weg.
Warum entstehen schlechte Gerüche beim Kompostieren und wie verhindert man sie?
Fauliger Geruch spricht für zu nassen, schlecht belüfteten Kompost, stechender Ammoniakgeruch für zu viel nährstoffreiches Material. Gegen Fäulnis setzt du den Haufen um, mischst trockenes, strukturreiches Material unter und schützt ihn vor weiterem Regen. Bei Ammoniakgeruch gleichst du mit nährstoffarmem Material wie Laub, Stroh und Gehölzschnitt aus. Rasenschnitt lässt du vorher anwelken und mischst ihn mit trockenem Strukturmaterial, damit er nicht zu einer nassen, faulenden Masse verdichtet.
Wie geht man mit Schädlingen und unerwünschten Tieren im Kompost um?
Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot gehören nicht auf den Gartenkompost, weil sie Ratten anlocken können. Frische Küchenabfälle deckst du mit trockenen Gartenabfällen ab, damit sie weniger Fliegen anziehen. Ein Drahtgitter am Boden des Komposters erschwert Nagern das Eindringen; gegen Wühlmäuse sollte die Maschenweite höchstens 13 mm betragen. Regenwürmer, Asseln und Springschwänze sind dagegen keine Schädlinge, sondern arbeiten an der Zersetzung mit.
Braucht man einen Kompostbeschleuniger, und welche natürlichen Alternativen gibt es?
Bei einer vielfältigen, locker gemischten Masse aus Küchen- und Gartenabfällen ist ein Kompostbeschleuniger normalerweise entbehrlich, weil die nötigen Mikroorganismen mit den Abfällen in den Haufen kommen. Als Beschleuniger werden unter anderem kalk- und stickstoffhaltige Dünger verwendet, die den Nährstoffgehalt der späteren Komposterde erhöhen. Übermäßiges Kalken kann im Kompost die Freisetzung von Ammoniak und damit Stickstoffverluste fördern. Als natürliche Starthilfe kannst du einen neu angelegten Kompost mit Gartenerde animpfen.
Was bedeutet das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis für die Kompostqualität?
Das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis beschreibt, wie viel Kohlenstoff im Ausgangsmaterial auf den Stickstoff kommt. Für die Kompostierung gilt etwa 25:1 bis 35:1 als günstig. Überwiegt nährstoffreiches Material, kann der Kompost nach Ammoniak riechen; dann mischst du Laub, Stroh und Gehölzschnitt unter. Liegt zu viel holziges Strukturmaterial im Haufen, kann die Rotte stocken, und frische Küchen- und Gartenabfälle helfen.
Stimmt es, dass man Zitrusschalen nicht kompostieren sollte?
Für die Wurmkiste stimmt es: Zitrusschalen gehören dort ebenso wenig hinein wie Fleisch, Milchprodukte oder Gekochtes. Im gemischten Gartenkompost zählen Obst- und Gemüsereste dagegen zu den geeigneten Zutaten. Feuchte Küchenreste bringst du im Wechsel mit trockenem Material ein und hältst diese Lagen dünner.
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