Nährstoffmangel bei Hortensien: Mangelerscheinungen erkennen und gezielt beheben
- Wo die Verfärbung beginnt, gibt den ersten Hinweis: Ältere Blätter deuten eher auf Stickstoff, Magnesium oder Kalium, junge Blätter mit grünen Adern auf Eisen.
- Trockenheit, Staunässe und verdichteter Boden können ähnliche Bilder erzeugen wie ein Nährstoffmangel.
- Eisenmangel geht häufig auf einen zu hohen pH-Wert zurück; bei Hortensien können auch vernässte Wurzeln die Eisenaufnahme bremsen.
- Bei zu hohem pH-Wert gibst du weder Kalk noch Kompost, im Kübel hilft kalkarmes Gießwasser.
- Die Standard-Bodenanalyse zeigt Phosphor, Kalium, Magnesium und pH-Wert; Eisen beauftragst du gesondert.

Bekommt deine Hortensie gelbe Blätter oder braune Ränder, liegt der Griff zum Dünger nahe. Gerade bei gelben jungen Blättern steckt aber häufig kein leerer Boden dahinter. Der Nährstoff ist vorhanden, kommt aber nicht in der Pflanze an, weil pH-Wert, Wasser oder Wurzeln nicht passen. Zusätzlicher Dünger löst das nicht zuverlässig, und zu hohe Gaben können Salzschäden an den Wurzeln verursachen.
Ich schaue deshalb zuerst, welche Blätter es trifft: die älteren unten am Trieb oder die jungen an der Spitze. Danach prüfe ich Feuchte und pH-Wert, und erst dann entscheide ich, ob die Hortensie überhaupt Dünger braucht.
Mangelerscheinungen an der Hortensie: Welches Blatt zeigt was?
Zur Einordnung: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel zählen zu den Hauptnährstoffen, Eisen und Mangan zu den Spurennährstoffen. Stickstoff braucht die Pflanze für Blatt und Trieb, Kalium für den Wasserhaushalt, Magnesium als Baustein des Blattgrüns. Mehr dazu findest du in den Grundlagen zu Nährstoffen, Mangel und Überdüngung.
Für die Diagnose zählt vor allem, wo eine Verfärbung beginnt. Mangel an Stickstoff, Phosphor, Kalium oder Magnesium zeigt sich häufig zuerst an älteren Blättern. Eisenmangel hellt dagegen vor allem die jungen Blätter auf. Jedes dieser Bilder ist ein Hinweis, keine fertige Diagnose.
| Was du siehst | Wo es beginnt | Kann hindeuten auf | Auch daran denken |
|---|---|---|---|
| hell- bis gelbgrüne Blätter, schwächerer Wuchs | ältere Blätter | Stickstoffmangel | Lichtmangel, Wasserstress, frischer Holz- oder Rindenmulch |
| Aufhellung zwischen zunächst grünen Adern | ältere Blätter | Magnesiummangel | viel Kalium, Calcium oder Ammonium hemmt die Aufnahme |
| Vergilbung, später abgestorbene Ränder oder Spitzen | ältere Blätter | Kaliummangel | Trockenheit, Salzschäden durch Dünger |
| dunkelgrüne bis rötlich-violette Blätter, gehemmter Wuchs | ältere Blätter | Phosphormangel | am Blatt allein nicht eindeutig |
| zitronengelbe bis gelbweiße Blätter, Hauptadern zunächst grün | junge Blätter, Triebspitzen | Eisenmangel | ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist., zu hoher pH-Wert, vernässte Wurzeln |
| hellgrüne bis gelbe Blätter | jüngere Blätter | Schwefelmangel | ähnelt Stickstoffmangel |
| helle, punktförmige Flecken | junge Blätter | Manganmangel | Eisenmangel |
Dazu kommen Zinkmangel, der kleine Blätter oder RosettenRosetten sind Blattanordnungen, bei denen die Blätter dicht gedrängt stehen und scheinbar alle an derselben Stelle entspringen, weil die Sprossachse, also der Stängel, stark gestaucht ist. Ein bekanntes Beispiel ist die Dachwurz. hervorrufen kann, und Bormangel, der die Vegetationspunkte schädigen kann.
Gelbe junge Blätter mit grünen Adern
Dieses Bild passt zu Eisenmangel, lässt sich am Blatt aber nicht immer sicher von Manganmangel unterscheiden. Bei Hortensien können ein zu hoher Boden-pH und sauerstoffarme, vernässte Wurzelbereiche die Eisenaufnahme beeinträchtigen. Eisenchlorosen entstehen häufig durch eingeschränkte Verfügbarkeit und nicht durch einen zu kleinen Eisenvorrat. Der erste Blick gilt deshalb dem pH-Wert und der Nässe, nicht dem Dünger.
Gelbe ältere Blätter: Stickstoff oder Magnesium?
Werden die unteren Blätter gleichmäßig hell- bis gelbgrün und wächst die Pflanze schwächer, kann Stickstoffmangel dahinterstecken. Hellt die Fläche zwischen den Adern auf, während die Adern zunächst grün bleiben, kann das auf Magnesiummangel hindeuten. Ein hohes Kaliumangebot kann die Magnesiumaufnahme beeinträchtigen, ebenso viel Calcium oder Ammonium.
Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können beim Abbau Stickstoff binden, und Stickstoffmangel zeigt sich zuerst an älteren Blättern. Werden nach dem Mulchen die unteren Blätter hell, gehört die frische Mulchschicht deshalb mit auf die Liste der Verdächtigen. Auch vorgedüngte torffreie Erde kann durch ihre Ersatzstoffe zeitweise zu wenig verfügbaren Stickstoff bereitstellen, besonders bei hohem Holzfaseranteil.
Braune Blattränder: Kalium, Trockenheit oder Salz?
Kaliummangel kann ältere Blätter zunächst vergilben und später an Rändern oder Spitzen absterben lassen. Braune Ränder allein beweisen aber keinen Kaliummangel, denn auch Trockenheit und Salzschäden erzeugen dieses Bild. Gerade im Kübel kann ein überhöhtes Salzangebot durch Dünger die Wurzeln schädigen und braune Blattränder verursachen.
Dunkle, rötliche Blätter: Phosphor?
Phosphormangel kann das Wachstum hemmen und Blätter dunkelgrün bis rötlich-violett färben. Am Erscheinungsbild allein ist er jedoch nicht eindeutig zu erkennen. Kälte, Staunässe, Trockenheit und BodenverdichtungBodenverdichtung bedeutet, dass der Boden zusammengedrückt ist und seine lockere Struktur verloren hat, vor allem durch Betreten oder Befahren in feuchtem Zustand. Wurzeln dringen dann kaum ein, und Regenwasser bleibt oft in Pfützen stehen. können die Phosphataufnahme behindern, obwohl genug im Boden ist.
Ein eigener Ratgeber zeigt, wie du Mangelsymptome an anderen Gartenpflanzen deutest.
Ich fotografiere auffällige Blätter mit Datum und notiere im Gartenheft, wann ich gemulcht oder gedüngt habe. Auf den Bildern sehe ich später, ob eine Aufhellung unten am Trieb begann oder an der Spitze.
Erst Wasser und Wurzeln prüfen, dann an Dünger denken
Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf. Trockenheit kann deshalb Mangelsymptome verursachen, obwohl der Boden genug Nährstoffe enthält. Staunässe führt umgekehrt zu Sauerstoffmangel im Wurzelraum, der Fäulnis auslösen und die Nährstoffaufnahme unterbrechen kann. Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können also sehr ähnliche Bilder erzeugen wie ein echter Nährstoffmangel. Vergilbte Blätter mit Blattfall können außerdem auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress hinweisen.
Ich drücke deshalb zuerst den Finger in die Erde, beim Kübel auch tiefer in den Ballen. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während es unten noch nass ist. Deshalb prüfe ich die Feuchte unterhalb der Oberfläche oder hebe den Topf an, um sein Gewicht zu fühlen.
Ob im Beet eine verdichtete Schicht das Wasser staut, kannst du selbst prüfen. Eine spitze Metallstange, die du in den feuchten Boden stichst, und Wurzeln, die um etwa 90° seitlich abknicken, können eine undurchlässige Schicht anzeigen.
Auch Dünger braucht passende Bedingungen. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder Staunässe kaum Nährstoffe frei, sodass eine weitere Gabe das akute Problem nicht zuverlässig behebt. Warum du deshalb zuerst die Ursache klärst, gehört zu den Grundlagen zu Mangel und Überdüngung.
Eine vernässte Kübelhortensie zu düngen. Solange die Wurzeln noch nicht verfault sind, bekommt sie bis zum Abtrocknen und zur Erholung weder Wasser noch Dünger. Auch eine kranke Pflanze regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachsen an.
pH-Wert: Wenn Nährstoffe da sind, aber nicht ankommen
Ein zu hoher Boden-pH kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Dann zeigt die Hortensie Mangel, obwohl die Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Das betrifft besonders Spurennährstoffe wie Eisen. Auch Phosphat wird schlechter verfügbar: Bei Boden-pH-Werten unter 5,5 nimmt die Löslichkeit vieler Phosphatverbindungen stark ab. Oberhalb von pH 7,0 gilt das ebenso.
Gartenhortensien bevorzugen einen leicht sauren, lehmig-humosen und wasserspeichernden Boden. Rispenhortensien vertragen auch durchlässige Gartenböden, Schneeballhortensien bevorzugen leicht sauren Boden. Einen einheitlichen pH-Zielbereich für alle Blühpflanzen gibt es nicht, denn der passende Wert hängt von Bodenart und Pflanzengruppe ab. Als allgemeine Orientierung für Gartenböden dient diese Übersicht:
| Bodenart | anzustrebender pH-Bereich je nach Humusgehalt |
|---|---|
| Sand | 5,0 bis 6,5 |
| Lehm | 5,5 bis 7,0 |
| Ton | 6,0 bis 7,5 |
Ausgenommen sind besondere Ansprüche, etwa von Moorbeetpflanzen.
Liegt der pH-Wert über dem Bereich, der zu Boden und Pflanze passt, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger noch Kompost. Kompost kann durch basisch wirksame Bestandteile den pH-Wert anheben, und Eisenchlorosen gehen häufig auf einen zu hohen pH-Wert zurück. Wer gelbe junge Blätter mit Kompost versorgen will, kann das Problem also verstärken. Langfristig auf Kalk- und Kompostgaben zu verzichten, kann helfen, den pH-Wert zu senken. Solange die Pflanzen zufriedenstellend gedeihen, musst du einen pH-Wert über dem empfohlenen Bereich aber nicht korrigieren.
Bei geeigneten Bauernhortensien hängt am pH-Wert auch die Blütenfarbe. Die Blaufärbung hängt von saurem Boden und verfügbarem Aluminium ab, hohe Phosphatgehalte können sie beeinträchtigen, und nicht jede Sorte lässt sich überhaupt blau färben. Ein eigener Ratgeber erklärt, wie du die Blütenfarbe über pH-Wert und Aluminium steuerst.
Hortensie im Kübel: hartes Wasser und Rindenhumus
Im Topf wirkt das Gießwasser direkt auf das Substrat. Hartes Gießwasser kann den Substrat-pH erhöhen und dadurch Eisenchlorosen begünstigen. Bei kalkbedingter ChloroseChlorose ist eine unnatürliche Gelbfärbung der Blätter, weil das Blattgrün schlecht ausgebildet oder zerstört wird. Am häufigsten ist bei uns die Eisenmangel-Chlorose, oft ausgelöst durch kalkhaltigen Boden und Leitungswasser. von Kübelpflanzen ist kalkarmes Gießwasser eine geeignete Korrektur. Für Hortensien mit solchen Bodenproblemen kann auch Rhododendronerde passen.
Regenwasser fange ich nur von Dachflächen auf, die nicht aus Kupfer oder Zink bestehen und nicht mit herbizidhaltigen Dachbahnen gedeckt sind. Wasser von solchen Dächern ist für die Gartenbewässerung ungeeignet oder nur eingeschränkt geeignet.
Gelbe junge Blätter in saurer Erde müssen nicht auf einen zu hohen pH-Wert zurückgehen. In torfreduzierten oder torffreien Substraten mit manganreichen Bestandteilen wie Rindenhumus können durch Manganüberschuss schon bei pH 5,0 bis 5,5 Eisenmangelchlorosen auftreten. Bei hohen Rindenhumusanteilen sollten pH-Werte unter 6 deshalb vermieden werden. Ob dein Substrat zu basisch oder schon zu sauer ist, zeigt nur eine Messung. Direkt im Substrat brauchst du dafür eine kalibrierte Glas-Einstichelektrode, denn einfache Metallsonden und sehr trockenes Substrat liefern unzuverlässige Werte.
Bodenprobe, pH-Test und Blattanalyse: den Verdacht prüfen
Am Blatt kannst du einen Verdacht fassen, beweisen kannst du ihn dort nicht. Eine Bodenuntersuchung ermittelt die pflanzenverfügbaren Nährstoffvorräte und ist die Grundlage für Auswahl und Menge einer Düngung. Die gängige Standardanalyse erfasst Phosphor, Kalium, Magnesium und pH-Wert. Eisen bestimmt das Labor nicht automatisch, diese Spurenelementanalyse vereinbarst du gesondert. Stickstoff wird häufig nicht gemessen, weil das Ergebnis nur eine Momentaufnahme wäre.
Für die Probe steche ich rund um die Hortensien ein und spare Wege, Ränder und die Nähe zum Kompost aus. Gehölzflächen bekommen eine eigene Mischprobe, getrennt von Rasen, Gemüse und Stauden. Die Einstiche mische ich in einem sauberen Eimer und beschrifte den Beutel mit Beet und Datum. Proben nimmst du im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung oder im zeitigen Frühjahr, jeweils vor der Düngung.
Unter Sträuchern wie Hortensien entnimmst du 10 bis 20 gleichmäßig verteilte Einzelproben. Beprobt wird die bearbeitete Bodenschicht bis etwa 30 cm Tiefe. Von der gut vermischten Probe füllst du 300 bis 500 g in einen sauberen, beschrifteten Kunststoffbeutel. Im Hausgarten wird eine Bodenanalyse alle 3 bis 5 Jahre empfohlen.
Im Befund steht GehaltsklasseDie Gehaltsklasse ist eine Einstufung im Bodenuntersuchungsbefund, die angibt, wie gut der Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Sie reicht von A für niedrige bis E für besonders hohe Versorgung. C für die anzustrebende mittlere Versorgung. Liegt ein Nährstoff in Klasse E, düngst du ihn nicht zusätzlich. Hast du den Verdacht, dass eher zu viel gedüngt wurde, beauftragst du zusätzlich ausdrücklich eine Untersuchung des Salzgehalts.
Für einen orientierenden pH-Test mit Teststreifen gibst du Boden mit der doppelten Menge destilliertem Wasser in ein Glas. Schüttle beides zwei Minuten lang. Lass die Mischung danach etwa zehn Minuten absetzen. Dann tauchst du den Teststreifen etwa fünf Sekunden in das überstehende Wasser. Für Nährstoffwerte und genaue Zahlen brauchst du trotzdem das Labor.
Zeigt die Hortensie Symptome, obwohl der Bodenbefund unauffällig ist, kann eine Blatt- oder Ganzpflanzenanalyse weiterhelfen. Sie prüft zusätzlich zur Bodenuntersuchung die tatsächliche Nährstoffversorgung der Pflanze und kann einen Mangel nachweisen. Das Ergebnis hilft auch bei der Entscheidung, ob eine gezielte Blattdüngung sinnvoll ist.
Mangel gezielt beheben
Erst wenn Wasser, Wurzeln und pH-Wert geklärt sind, lohnt sich Dünger. Dann ergänzt du gezielt nur, was fehlt. Zeigt der Befund einen hohen Phosphatvorrat und zugleich Kalium- oder Magnesiummangel, gibst du die fehlenden Nährstoffe einzeln statt eines zusätzlichen vollständigen Mehrnährstoffdüngers. Die Menge auf der Packung passt du an den Bodenvorrat und an Kompost an, den du ohnehin gibst.
Bei festgestelltem Mangel kann eine passende Flüssigdüngung die Versorgung rasch verbessern. Flüssigdünger kommt nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Bei großer Hitze und Trockenheit gießt du eine notwendige Flüssigdüngung niedrig konzentriert auf den zuvor angefeuchteten Boden, ohne das Laub zu benetzen. Feste Dünger streust du auf feuchten Boden und nicht auf nasse Blätter, weil dort Ätzschäden entstehen können.
| Verdacht | Zuerst prüfen | Dann |
|---|---|---|
| Eisenmangel: junge Blätter gelb, Adern grün | pH-Wert, Staunässe, im Kübel die Wasserhärte | kalkarm gießen, bei hohem pH-Wert kein Kalk und kein Kompost, Blattdüngung nur zur Überbrückung |
| Stickstoffmangel: ältere Blätter hell | frischer Holz- oder Rindenmulch, holzfaserreiche torffreie Erde | Stickstoff nach Bedarf ergänzen, im Garten höchstens 10 g N/m² je Einzelgabe |
| Magnesiummangel: Aufhellung zwischen den Adern älterer Blätter | Magnesium und Kalium im Bodenbefund | Magnesium gezielt ergänzen, kein zusätzliches Kalium bei hoher Versorgung |
| Kaliummangel: Vergilbung, später braune Ränder älterer Blätter | Trockenheit, Salzschäden | Kalium nach Bodenbefund ergänzen, bei sehr hoher Versorgung nicht |
| Phosphormangel: dunkle, rötliche Blätter | Kälte, Staunässe, Trockenheit, Verdichtung | nur nach Befund düngen, bei blauen Sorten die Blaufärbung bedenken |
Bei Stickstoff gilt die Obergrenze je Einzelgabe, der tatsächliche Bedarf kann deutlich niedriger liegen. Auch bei einem Mangel bekommt die Hortensie nach Mitte Juli keinen Stickstoff mehr, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen.
Bittersalz gilt als schnelle Hilfe bei Magnesiummangel, denn es ist gut wasserlösliches Magnesiumsulfat. Ein Magnesiumüberschuss kann aber das Calciumgleichgewicht stören, Wurzeln schädigen und Kaliummangel verursachen. Ob Magnesium fehlt, zeigt erst der Bodenbefund, denn der pH-Wert ersetzt keine Untersuchung des Magnesiumgehalts.
Blattdüngung: Überbrückung, keine Lösung
Eine Blattdüngung kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern. Die Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln ersetzt sie mengenmäßig nicht. Eine Spurenelement-Blattdüngung überbrückt eine eingeschränkte Bodenverfügbarkeit nur für begrenzte Zeit, und Eisenmangel entsteht häufig gerade durch eine solche Einschränkung bei zu hohem pH-Wert. Solange pH-Wert und Wasserhaushalt nicht stimmen, bleibt jede Blattgabe deshalb eine Überbrückung.
Blattdünger bringst du bei bedecktem Himmel oder abends aus. Starke Sonne lässt die Lösung eintrocknen, die Salzkonzentration steigt, und es kann zu Verbrennungen am Blatt kommen. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung.
Welcher Hortensiendünger zu deinem Befund passt, ist ein eigenes Thema. Der Ratgeber dazu zeigt, welche Nährstoffe ein Hortensiendünger liefern sollte und wie du ihn im Beet und im Kübel anwendest. Ein Punkt gehört trotzdem hierher: Mehr Phosphat ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten.
Wenn zu viel Dünger das Problem ist
Manchmal fehlt nichts, sondern es ist zu viel im Boden. Ein überhöhtes Salzangebot durch Dünger kann Wurzeln schädigen und braune Blattränder verursachen, besonders bei Kübelpflanzen. Zu viel Stickstoff zeigt sich eher an auffallend dunkelgrünem, weichem Wuchs und kann starkes Laubwachstum auf Kosten der Blüten fördern. Weiße Beläge am Topfrand können auch aus dem Gießwasser stammen und beweisen allein keine Überdüngung. Ein eigener Ratgeber zeigt, wie du eine überdüngte Hortensie erkennst und rettest.
So beugst du Nährstoffmangel vor
Hortensien im Beet
Vorbeugen beginnt beim Boden. Gartenhortensien bevorzugen leicht sauren, lehmig-humosen und wasserspeichernden Boden. Für die Garten-Hortensie eignet sich zudem ein gut durchlässiger Boden mit hohem Anteil organischer Substanz.
Eine allgemeine Düngepflicht gibt es nicht. Für etablierte Bauernhortensien sind mehrere leichte Düngergaben während der Wachstumszeit empfehlenswert. Mophead-Hortensien können dagegen auch ohne Dünger gedeihen. Beide Aussagen betreffen unterschiedlich weit gefasste Gruppen, deshalb richtest du dich nach Befund und BlattbildDas Blattbild ist das sichtbare Erscheinungsbild der Blätter: Farbe, Flecken und das Muster von Verfärbungen. Es hilft dir einzuschätzen, ob einer Pflanze Nährstoffe fehlen oder ob eher eine Krankheit dahintersteckt.. Bei Ziergehölzen außer Rosen deckt das StickstoffangebotDas Stickstoffangebot ist die Menge an Stickstoff, die den Pflanzen im Boden tatsächlich zur Verfügung steht. Fachleute bestimmen diesen pflanzenverfügbaren Stickstoff mit einer Bodenanalyse, der sogenannten Nmin-Methode. des Bodens den Bedarf häufig schon weitgehend.
Braucht die Hortensie laut Befund Stickstoff, gibst du ihn ab Mai. Den frühen Austrieb versorgen Ziergehölze aus Reserven in Holz und Rinde. Nach Mitte Juli bekommt die Hortensie keinen Stickstoff mehr. Düngst du, dann lieber im Frühjahr als im Herbst, weil so weniger Nährstoffe ausgewaschen werden.
Kompost kann eingewachsene Ziergehölze im Frühjahr grundversorgen, als Orientierung gelten jährlich 2 bis 4 l je m². Das gilt nur, wenn der pH-Wert nicht schon über dem Zielbereich liegt und die Bodenversorgung die Gabe rechtfertigt.
Eine Mulchschicht vermindert die Verdunstung aus dem Boden. Gut abgelagerter Rindenmulch kann unter Gehölzen bis zu 8 cm dick liegen. Weil er beim Abbau Stickstoff binden kann, berücksichtigst du vor dem Mulchen die Stickstoffversorgung.
Bei Trockenheit gießt du durchdringend. Für eingewachsene Gartenpflanzen rechnest du je Gießgang mit 10 bis 20 l/m², abhängig von der Bodenart. Neu gepflanzte Hortensien brauchen in trockenen Phasen häufiger Wasser als eingewachsene.
Kaffeesatz gilt als Hortensiendünger für alle Fälle. Er enthält zwar Stickstoff, Phosphor und Kalium, liefert damit aber keine festgelegte, bedarfsgerechte Dosis. Ich gebe ihn deshalb zusammen mit anderen Küchenresten auf den Kompost. Ob er den pH-Wert deines Bodens verändert, zeigt dir nur eine Messung.
Hortensien im Kübel
Im Kübel entscheidet der Wasserablauf mit über die Versorgung. Das Gefäß braucht Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann und keine Staunässe entsteht. Strukturstabile Kübelpflanzenerde beugt Verdichtung und VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. im unteren Topfbereich vor. Nach starkem Regen leerst du angestautes Wasser zügig aus dem Untersetzer.
Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde braucht die Hortensie in den ersten 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Für Kübelpflanzen mit Winterruhe liegt das Düngefenster von Ende April bis August. Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung des Düngers, wobei du die vorhandene Grunddüngung der Erde anrechnest. Bleibt das Wachstum trotz Düngung aus oder passen Topf und Pflanze nicht mehr zusammen, ist das ein Anlass, das Umtopfen zu prüfen.
Beim Umtopfen wählst du einen Topf, dessen oberer Durchmesser mindestens 2 cm größer ist als der alte. Einen Gießrand von ein bis zwei Fingerbreiten lässt du frei.
Bevor du eine Hortensie mit Mangelerscheinungen düngst:
- Bestimme, ob ältere oder junge Blätter betroffen sind.
- Prüfe die Feuchte, im Kübel auch unten im Ballen.
- Schließe Staunässe und verdichteten Boden aus.
- Miss den pH-Wert und denke im Kübel an die Härte des Gießwassers.
- Lass Phosphor, Kalium, Magnesium und pH untersuchen, Eisen gesondert.
- Ergänze nur den fehlenden Nährstoff und gib nach Mitte Juli keinen Stickstoff mehr.
