Kompostieren in der Stadt: praktische Lösungen gegen Geruch, Fliegen und Fäulnis
- Fauliger Geruch weist auf zu nassen Kompost hin, stechender Ammoniakgeruch auf zu viel nährstoffreiches Material.
- Frische Küchenabfälle deckst du mit trockenen Gartenabfällen oder reifem Kompost ab, dann locken sie weniger Fruchtfliegen an.
- Gekochte Speisereste sowie Fleisch- und Käsereste bleiben draußen, weil sie Ratten anlocken können.
- Sorgfältig vorgemischt kann das Umsetzen entfallen; Mist mischst du dafür mit Laub oder Häckselgut und stapelst ihn höchstens 1 m hoch.
- Elektrische Küchenkomposter zerkleinern und trocknen in der Regel nur, die mikrobielle Kompostierung braucht mehr Zeit.

In der Stadt kompostierst du nah an Nachbarn, Fenstern und Küche. Riecht der Balkonkomposter faulig, schwirren Fruchtfliegen durch die Wohnung oder lockt der Hofkompost Ratten an, gibt es Ärger. Ich prüfe meinen Komposter deshalb zuerst mit der Nase und dann mit der Hand, denn Geruch und Feuchte zeigen mir, was im Behälter nicht stimmt.
Kurz vorweg: Grundlagen und Systemwahl
Kompost braucht gute Durchlüftung, Feuchte ohne Nässe und eine Mischung mit einem Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 25:1 bis 35:1. Holzasche gehört wegen möglicher Schwermetall- und Schadstoffbelastungen weder in den Kompost noch als Dünger ins Beet, sondern abgekühlt in den Hausmüll. Wie du einen Kompost mit Standort, Material und System anlegst, erklärt der Ratgeber Düngen, Boden & Kompost.
Welches System in deine Wohnung passt, ob Thermokomposter, Wurmkiste, Bokashi-Eimer oder Selbstbau, richtet sich nach dem verfügbaren Platz und der Menge an Abfall. Den Vergleich der Systeme und was im Mietverhältnis erlaubt ist, findest du im Ratgeber zu platzsparenden Kompostsystemen für Wohnung und Balkon.
Wie bleibt der Balkonkompost geruchsarm?
Der Geruch sagt dir, was im Behälter nicht stimmt. Fauliger Geruch weist auf zu nassen Kompost hin. Riecht es stechend nach Ammoniak, spricht das für einen Überschuss an nährstoffreichem Material, dem du Laub, Stroh oder Gehölzschnitt beimischst.
In dicht gelagertem, faulendem Kompost kann der pH-WertDer pH-Wert gibt an, wie sauer oder alkalisch etwas ist, etwa Gartenboden, Blumenerde, Gießwasser oder Kompost. Die Skala reicht von 0 bis 14; der Wert 7 gilt als neutral, niedrigere Werte sind sauer, höhere alkalisch. rasch in einen sauren Bereich absinken, der für die Verrottung ungünstig ist. Dem Fäulnisgeruch begegnest du mit Umsetzen und mit Schutz vor weiterem Niederschlag. Steigende pH-Werte und höhere Temperaturen erhöhen dagegen den Ammoniakanteil, damit steigt das Risiko gasförmiger Stickstoffverluste.
Feuchte mit der Hand prüfen
Kompost soll feucht, aber nicht nass sein und gut durchlüftet bleiben. Für die Feuchteprobe nehme ich Kompost aus der Mitte und drücke ihn in der Faust zusammen: Er soll sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm. Ist er zu nass, mischst du trockenes Material unter. Ist er zu trocken, befeuchtest du ihn beim Umsetzen oder mischst feuchte krautige Abfälle ein.
Luft im geschlossenen Behälter
Geschlossene Schnell- und Thermokomposter brauchen wenig Stellfläche und bremsen Austrocknung und Abkühlung. Gegen VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. ist aber eine ausreichende Belüftung nötig. Ein kommunaler Bauvorschlag für Balkonkomposter sieht Öffnungen im Boden und an den Seiten vor, der Behälter steht erhöht über einem Untersetzer. Gute Durchlüftung hilft, Geruchsbildung zu vermeiden.
Kalk gegen Gestank? Kalk beseitigt keinen Sauerstoffmangel. Rotteorganismen bevorzugen ein Milieu um pH 7, das sich in einer lockeren, strukturreichen Mischung meist ohne Kalkgabe einstellt. Gegen fauligen Geruch helfen Umsetzen, Schutz vor Regen und eine lockere Mischung mit Strukturmaterial.
Bokashi-Eimer in der Wohnung
Bokashi-Ferment und Bokashi-Saft können geruchsintensiv sein, deshalb verwendest du beides besser außerhalb der Wohnräume. Der Eimer braucht einen luftdichten Verschluss und einen Siebeinsatz, unter dem sich Flüssigkeit sammelt und ablassen lässt. Den Saft lässt du etwa alle 2 bis 3 Tage ab. Beim Befüllen drückst du das Material fest zusammen, damit wenig Luft eingeschlossen bleibt. Ich fange den Saft in einer Kanne auf und gieße ihn draußen auf die Beete, im Verhältnis 1:100 mit Wasser verdünnt.
Was hilft gegen Fruchtfliegen, Ratten und Wühlmäuse?
Offen liegende Küchenabfälle ziehen Fruchtfliegen an. Deck jede frische Ladung mit trockenen Gartenabfällen oder reifem Kompost ab, dann lockt der Behälter weniger Fliegen an. In der Wurmkiste übernimmt das eine leicht feuchte Zeitung oder Hanfmatte auf dem Futter: Sie hält die Kiste dunkel und feucht und hilft gegen Fruchtfliegen.
Neben jedem Komposter steht bei mir ein Eimer mit trockenem Material, im Herbst mit Laub, sonst mit kleinen Ästen oder Stroh. Jede Ladung Küchenabfall bekommt daraus eine Decke, bevor ich den Deckel schließe.
Für Schnellkomposter lohnt sich ein solcher Vorrat trockener Gartenmaterialien, den du regelmäßig beimischst. Herbstlaub kannst du neben dem Kompost bevorraten und im Winter lagenweise mit Küchen- und Gartenabfällen sowie Gehölzhäckseln kombinieren.
Ratten: Was draußen bleibt
Gekochte Speisereste sowie Fleisch- und Käsereste gehören nicht auf den Kompost, weil sie Ratten anlocken können. Für die Wurmkiste ist die Liste länger: keine Zitrusschalen, kein Fleisch, keine Milch- und Getreideprodukte, nichts Gekochtes und nichts Verschimmeltes. Pflanzliche Küchenreste, Tee und Kaffeesatz dürfen hinein. Eine neu gestartete Wurmkiste bekommt anfangs wenig Küchenabfall, die Menge steigerst du allmählich.
Wühlmäuse im Hof und Gemeinschaftsgarten
Steht der Komposter auf offenem Boden, erschwert ein Bodengitter mit höchstens 13 mm Maschenweite Wühlmäusen das Einnisten. Das Gitter legst du ein, bevor du den Behälter zum ersten Mal befüllst.
Fäulnis, Schimmel, stockende Rotte: Was tust du?
Die Tabelle ordnet typische Anzeichen ein. Ein Anzeichen ist ein Hinweis, keine sichere Diagnose.
| Was du bemerkst | Möglicher Hinweis | Was du tust |
|---|---|---|
| fauliger Geruch, nasse Masse | Material zu nass | umsetzen und vor weiterem Niederschlag schützen |
| stechender Ammoniakgeruch | zu viel nährstoffreiches Material | Laub, Stroh oder Gehölzschnitt beimischen |
| starke Schimmelbildung | kann auch auf zu trockenen Kompost hindeuten | umsetzen und befeuchten |
| Rotte stockt, Material trocken | Trockenheit | beim Umsetzen befeuchten oder feuchte krautige Abfälle einmischen |
| Rasenschnitt verklebt zu nasser, faulender Masse | frisch und ohne Struktur eingefüllt | anwelken lassen und mit lockerem, trockenem Strukturmaterial mischen |
| Wurmkiste zu nass | zu viel Feuchte | trockene Kartonschnipsel einlegen |
| Wurmkiste zu trocken | zu wenig Feuchte | vorsichtig besprühen |
Bei Trockenheit wässerst du den Kompost nach Bedarf, bei Regen deckst du ihn gegen Übernässung ab. Auch ohne ausgeprägte Heißrotte kann durch Kaltrotte guter Kompost entstehen.
Wie wird der Kompost schneller reif?
Für eine ausgewogene Mischung kombinierst du feuchte mit trockenen, grobe mit feinen und stickstoffarme mit stickstoffreichen Materialien. Beim Einfüllen wechseln sich feuchte und trockene Lagen ab, die feuchten hältst du dünner. Eine Kompostmiete kann nach etwa 3 Monaten umgesetzt werden, um die Rotte zu beschleunigen. Im kleinen Behälter mischst du das Material schon beim Einfüllen sorgfältig vor, dann kann das Umsetzen entfallen.
Starter, Impfung und Beschleuniger
Einen neu angelegten Kompost kannst du mit Gartenerde animpfen. Käufliche Kompoststarter sind bei vielfältig gemischten Küchen- und Gartenabfällen normalerweise entbehrlich. Als Kompostbeschleuniger werden unter anderem kalkhaltige oder stickstoffhaltige Düngemittel verwendet. Zusätzlich auf den Kompost gegebene Dünger erhöhen aber den Nährstoffgehalt der entstehenden Komposterde. Mit einem solchen Beschleuniger düngst du deinen späteren Balkonkasten oder dein Beet also gleich mit. Ob sich Kompostbeschleuniger lohnen, prüft ein eigener Ratgeber.
Woran du reifen Kompost erkennst
Gartenkompost braucht je nach Material und Rotteführung etwa 4 bis 12 Monate, deshalb prüfst du den Reifezustand zusätzlich. Beim KressetestDer Kressetest zeigt dir, ob dein Kompost reif ist: Du säst Kresse auf eine Kompostprobe und zum Vergleich auf Gartenerde. Werden die Kresseblätter auf dem Kompost gelb oder braun, ist er noch zu frisch. säst du Kresse in Kompost und zum Vergleich in Gartenerde. Wächst sie im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, braucht er noch Reifezeit. Ich beschrifte beide Schalen mit Datum und Herkunft des Komposts, damit ich die Ergebnisse später zuordnen kann.
Mist kompostieren ohne Umsetzen: Geht das?
Das kann klappen, wenn du sorgfältig vormischst: Bei gut vorgemischten Kompostmaterialien kann das Umsetzen entfallen. Bekommt dein Gemeinschafts- oder Kleingarten Pferdemist, mischst du ihn beim Aufsetzen gründlich mit Laub oder Häckselgut. Wegen der Wärmeentwicklung stapelst du den Haufen höchstens 1 m hoch. Umsetzen kann die Rotte beschleunigen; wer darauf verzichtet, plant deshalb besser mit der längeren der empfohlenen Rottezeiten.
Für einen mit Laub oder Häckselgut gemischten Misthaufen werden mindestens 3 bis 4 Monate Rotte empfohlen, besser 1 Jahr. Für die Gartendüngung gilt mindestens ein Jahr gelagerter Mist als Empfehlung. Keine dieser Zeiten ersetzt einen Hygienenachweis oder belegt Keimfreiheit.
Gut verrottet ist Mist mürbe und riecht meist angenehm.
Frischer Pferde- und Rindermist kann keimfähige Unkrautsamen, Tierarzneimittelrückstände und Krankheitserreger enthalten. Hol Pferdemist möglichst aus bekannten Haltungen, denn Angaben zu Behandlungen fehlen häufig. Beim Umgang trägst du Handschuhe oder wäschst dir danach gründlich die Hände, und geerntetes Gemüse wäschst du ebenfalls gründlich.
Wie organisierst du einen Gemeinschaftskompost im Hof oder Quartier?
Bevor der erste Eimer im Behälter landet, klärst du mit den anderen drei Dinge: wer den Kompost betreut, ob die Hausverwaltung zustimmt und wer den fertigen Kompost verwendet. Eigenkompostierung ist nur sinnvoll, wenn für den entstehenden Kompost tatsächlich Bedarf besteht. Als Faustregel gegen ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt. gelten für die vollständige Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied. Wer die Bioabfälle eines ganzen Hauses kompostiert, braucht für den fertigen Kompost deshalb Abnehmer mit viel Beetfläche. Überschüssige Gartenreste gehen weiter über die Biotonne oder die kommunale Grüngutsammlung.
Der passende Platz
Der Kompostplatz liegt auf offenem, ebenem Boden im Schatten oder HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. und ist vor extremer Sonne, Dauerregen und Wind geschützt. Er sollte von Haus und Beeten gut erreichbar sein und einen Zugang haben, der auch bei Regen begehbar bleibt. Zu benachbarten Terrassen und Fenstern hältst du besonders Abstand. Bei ausreichendem Platz erleichtern 3 Komposter die Trennung von frischem Material, laufender Rotte und reifem Kompost. Beschrifte die Behälter, damit alle wissen, wo frisches Material hineingehört.
- Betreuungsgruppe benannt und Aufgaben verteilt
- Zustimmung der Hausverwaltung eingeholt
- Abnehmer für den fertigen Kompost geklärt
- Platz im Schatten oder Halbschatten, mit Abstand zu Terrassen und Fenstern
- Bodengitter gegen Wühlmäuse eingelegt
- Vorrat an trockenem Strukturmaterial neben dem Behälter
Welche Technik hilft beim Kompostieren in der Stadt?
Neue Geräte sparen Platz oder Handgriffe, die Rotte selbst nehmen sie dir nicht ab. Welches platzsparende System zu deiner Wohnung passt, beschreibt der Ratgeber, wie du auf Balkon und Terrasse mit dem Kompostieren startest.
Elektrische Küchenkomposter
Elektrische Küchenkomposter zerkleinern und trocknen Bioabfälle in der Regel lediglich. Für eine vollständige mikrobielle Kompostierung braucht das Material mehr Zeit. Das Ergebnis aus dem Gerät ist deshalb noch kein reifer Kompost.
Das getrocknete Material aus dem Elektrokomposter gleich als fertigen Kompost unter die Blumenerde mischen. Zerkleinert und getrocknet heißt noch nicht verrottet. Gib es in den Komposter, damit die mikrobielle Kompostierung nachfolgen kann.
Thermo- und Trommelkomposter
Ein Thermokomposter halbiert die Rottezeit nicht grundsätzlich, weil auch Zutaten, Feuchtigkeit und Bodenlebewesen das Tempo bestimmen. Trommelkomposter erleichtern das Mischen und eignen sich besonders für kleinere Materialmengen.
Bokashi: zwei Phasen statt einer
Bokashi ist eine Vorbehandlung durch Milchsäuregärung im luftdicht verschlossenen Eimer. Das fermentierte Material muss danach mit Erde vermischt oder kompostiert werden, bevor es als Dünger taugt. Frischen Eimerinhalt gibst du nicht an bestehende Pflanzen, weil er sie schädigen kann. Die Fermentation kann bei Zimmertemperatur laufen. Ein zweiter Eimer sammelt neue Küchenreste, während der erste geschlossen fermentiert. Nach dem Entleeren reinigst du Eimer und Bauteile und lässt sie an der Luft trocknen.
Nach dem Befüllen fermentiert der Eimer je nach Verfahren etwa 2 bis 6 Wochen verschlossen, bei Kälte auch länger. Ein häusliches Verfahren mischt danach 1 Teil Ferment mit 4 Teilen Gartenerde oder Kompost und lässt die Mischung weitere 3 Monate im offenen Behälter reifen, gelegentlich umgesetzt.
In einem vierjährigen biologischen Feldversuch brachte die Zugabe Effektiver Mikroorganismen keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Die beobachteten Wirkungen von Bokashi und Mist gingen dort auf das organische Material und die Nährstoffzufuhr zurück. Ob mikrobielle Präparate wirken, hängt von Boden, Klima, vorhandenen Mikroben und Produktqualität ab.
Wurmkiste
Kompostwürmer arbeiten bei 15 bis 25 °C unter günstigen Bedingungen. Die Kiste darf nicht luftdicht verschlossen sein, weil Wurmkompostierung Sauerstoff braucht. Das Bioabfallvolumen sinkt dabei auf ungefähr ein Zehntel. Je nach Feuchte, Temperatur und Ausgangsmaterial ist der Wurmkompost nach etwa 3 bis 6 Monaten fertig. Vor der Ernte aus einer Zweikammer-Kiste fütterst du nur noch die andere Kammer, damit die Würmer dorthin wandern.
Was ein Kompostthermometer zeigt
Im Inneren eines ausreichend großen, gut geführten Komposts gelten 60 bis 70 °C als günstige Rottebedingungen. Ein Thermometer im Kern zeigt dir also, ob die Rotte unter günstigen Bedingungen läuft.
Heiß heißt keimfrei? Nein. Eine einzelne Messung beweist keine Hygienisierung. Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen tötet Gartenkompost nicht zuverlässig ab, denn ausreichende RottetemperaturenDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. werden oft nicht durchgehend erreicht.
Wie gibst du Kompostwissen in Haus, Garten und Schule weiter?
Ein Gemeinschaftskompost bleibt eher störungsfrei, wenn alle Beteiligten dieselben Regeln kennen. Häng am Behälter einen Aushang auf: oben, was hinein darf, unten, was draußen bleibt, und jeweils der Grund daneben. Neben gekochten Speiseresten, Fleisch und Käse steht dann zum Beispiel: kann Ratten anlocken.
Neue Mitglieder führst du einmal direkt am Behälter ein. Ich rieche dabei mit ihnen am Material und zeige, wie sich fauliger von stechendem Geruch unterscheidet. Danach folgen die Feuchteprobe mit der Faust und das Abdecken frischer Abfälle mit Strukturmaterial. Die Betreuungsgruppe verteilt die wiederkehrenden Aufgaben: Strukturvorrat auffüllen, Feuchte prüfen, Bokashi-Saft ablassen und vor der Ausgabe den Kressetest ansetzen. Das Ergebnis wertet die Gruppe gemeinsam aus.
In Schulgärten und Klassenzimmern macht eine Wurmkiste den Abbau von Küchenresten sichtbar. Damit sie störungsfrei läuft, gelten dort dieselben Regeln wie zu Hause: nicht luftdicht verschließen, die Temperatur im günstigen Bereich halten und weder Gekochtes noch Fleisch oder Milchprodukte verfüttern.
Schreib die Kompostregeln deiner Gruppe auf eine Seite: was hinein darf, was draußen bleibt, wer welche Aufgabe übernimmt und wohin der fertige Kompost geht. Häng das Blatt wetterfest neben den Behälter.
Was bringt Stadtkompost für Umwelt und Geldbeutel?
Kompostierte Bioabfälle führen Humusbestandteile und Nährstoffe in den natürlichen Stoffkreislauf zurück, und eigener Kompost kann Ausgaben für Dünger und Blumenerde verringern. Gut durchlüftet hilft er außerdem, klimaschädliche Methanemissionen zu vermeiden. Wann Kompost zur Überdüngung beiträgt und wie Nährstoffe ausgewaschen werden, steht im Ratgeber Düngen, Boden & Kompost im Kapitel Mangel und Überdüngung.
Wie verwendest du den Kompost auf Balkon und im Hochbeet?
In selbst gemischter Blumenerde bleibt Kompost ein Anteil von höchstens etwa 30 %, und er sollte besonders gut durchgerottet sein. Pur eignet er sich nicht für empfindliche Keimlinge, weil hohe Nährsalzkonzentrationen ihren Wurzeln Wasser entziehen können. Wie du Kompost in Beet und HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. dosierst, erklärt der Ratgeber Düngen, Boden & Kompost im Kapitel Kompost pflegen, prüfen, verwenden.
