Gartenpraxis · Düngen, Boden & Kompost · Pflege

Mineralische vs. organische Substrate: Was sie unterscheidet und wofür du welches nimmst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Organische Substrate bestehen überwiegend aus Pflanzenmaterial wie Kompost, Rindenhumus, Holzfasern, Kokosmark oder Torf und bauen sich mit der Zeit ab.
  • Mineralische Zuschläge wie Bims, Splitt und Blähton erhöhen die Strukturstabilität von Kübelerde.
  • Nährstoffe können Tonminerale und organische Substanz festhalten, sandreiche Böden speichern dagegen wenig.
  • Holzige Anteile können beim Abbau Stickstoff binden, kompostreiche Erden können viel Phosphor und Kalium mitbringen.
  • Selbst gemischte Blumenerde enthält höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost, denn reiner Kompost kann Keimlingswurzeln Wasser entziehen.
  • Kakteen brauchen ein rasch abtrocknendes, mineralisch betontes Substrat, Phalaenopsis ein sehr luftiges Rindensubstrat.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Ein neuer Kübel, ein Sack Erde, und auf der Packung stehen Holzfaser, Kompost, Bims oder Blähton. Welche Mischung du wählst, bestimmt mit, ob die Wurzeln Luft bekommen, ob überschüssiges Wasser abläuft und ob genug Stickstoff verfügbar ist. Ich lese beim Kauf deshalb zuerst die Zutatenliste und erst danach den Namen vorne auf dem Sack. Organische und mineralische Bestandteile haben jeweils eigene Stärken, und für jeden Einsatz gibt es eine Richtung, in die die Mischung gehen sollte.

Was ist ein organisches Substrat, was ein mineralisches?

Ein organisches Substrat besteht überwiegend aus pflanzlichem Material, das sich mit der Zeit abbaut. Typische Bestandteile sind Torf, Kompost, Holzfasern, Rindenhumus, Kokosfasern und Kokosmark. Rindenhumus ist kompostierte, zerkleinerte und nach Korngrößen sortierte Rinde und damit etwas anderes als bloßer Rindenmulch.

Mineralische Bestandteile sind etwa Sand und Quarzsand, Splitt, Bims, Lava, Blähton, Zeolith oder Ton. Viele Erden sind Mischungen: Kakteenerde verbindet mineralische Anteile mit organischen Komponenten. Torffreie Blumenerde kombiniert mehrere organische Stoffe, damit Luftführung, Wasserspeicherung, pH-Stabilität und Nährstoffangebot zusammenpassen. Ziehst du Pflanzen ganz ohne Erde, musst du sämtliche Nährstoffe gezielt dosieren.

Kurz erklärt

Tonminerale und organische Substanz können positiv geladene Nährstoffionen austauschbar binden und später wieder an das Bodenwasser abgeben. Fachleute nennen das Kationenaustausch. Für Nitrat gilt das nicht: Weil Bodenteilchen überwiegend negativ geladen sind, wird Nitrat kaum festgehalten und kann ausgewaschen werden.

Organisch und mineralisch im direkten Vergleich

Eigenschaft Organische Bestandteile Mineralische Bestandteile
Beispiele Kompost, Rindenhumus, Holzfasern, Kokosfasern, Kokosmark, Torf Sand, Splitt, Bims, Lava, Blähton, Zeolith, Ton
Nährstoffe festhalten organische Substanz bindet Nährstoffionen austauschbar Tonminerale ebenso; sandreiche Böden speichern wenig
Nährstoffe mitbringen Kompost liefert Stickstoff, Phosphat und Kalium, aber nicht alles sofort verfügbar; holzige Anteile können beim Abbau Stickstoff binden ganz ohne Erde musst du sämtliche Nährstoffe dosieren
Struktur komposthaltige Erde kann bei langer Lagerung an Stabilität verlieren Bims, Splitt und Blähton erhöhen die Strukturstabilität von Kübelerde
Wasser organische Substanz verbessert im Boden Aufnahme und Speicherung von Wasser; torffreie Erde kann oben trocken und unten nass sein Bims oder Zeolith können im Topfboden Wasser speichern; sandreiche Böden speichern wenig, tonreiche lassen Wasser langsam durch
pH-Wert Kompost kann den pH-Wert anheben; Rindenhumus liegt bei pH 4,0 bis 7,0 auch tonhaltige Substrate puffern den pH-Wert nur begrenzt

Die Einteilung in organisch und mineralisch sagt also noch wenig über einzelne Eigenschaften. Tonminerale und organische Substanz halten Nährstoffe fest, sandreiche Böden speichern wenig: Mineralisch heißt deshalb nicht automatisch nährstoffarm, es kommt darauf an, ob Ton oder Sand im Spiel ist.

Ein Vergleichspunkt betrifft die Umwelt, und dort geht es vor allem um Torf: Sein Abbau und die dafür nötige Entwässerung zerstören Moorlebensräume und setzen gespeicherten Kohlenstoff als Treibhausgas frei. Verlass dich beim Kauf auf die Angabe „torffrei“ oder „ohne Torf“, denn torfreduzierte oder torfarme Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten, und ein Bio-Siegel allein belegt keine Torffreiheit. Welche Vorteile torffreie Substrate haben und wie der Umstieg gelingt, liest du im eigenen Ratgeber.

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Organische Bestandteile: Stärken und Grenzen

Kompost

Kompost bringt Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe mit. Der Gesamtgehalt ist aber nicht gleich dem, was die Pflanze sofort aufnehmen kann, denn organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden. Pur eignet sich Kompost nicht für junge Pflanzen, weil seine hohe Nährsalzkonzentration Keimlingswurzeln Wasser entziehen kann. Für selbst gemischte Blumenerde gilt eine Obergrenze von etwa 30 % besonders gut durchgerottetem Kompost.

Ich siebe Kompost, der in Topferde kommt, vorher auf etwa 10 bis 15 mm. Bei gekauftem, RAL-gütegesichertem Kompost dokumentiert ein Prüfzeugnis die Eigenschaften und Analysenergebnisse der jeweiligen Charge. Kompost kann außerdem den pH-Wert anheben, und das wird bei säureliebenden Pflanzen zum Thema.

Achtung

Gartenkompost ist nicht keimfrei. Im Haufen werden ausreichende Rottetemperaturen oft nicht durchgehend erreicht, deshalb sterben Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen darin nicht zuverlässig ab. Alte Erde aus Töpfen mit wurzelfaulen Pflanzen verwendest du nicht wieder.

Rindenhumus

Rindenhumus macht Mischungen schwerer, weil er ungefähr die doppelte Rohdichte von Weißtorf hat. Das merkst du beim Umstellen großer Kübel. Bei hohen Rindenhumusanteilen solltest du pH-Werte unter 6 vermeiden. Im sauren Bereich kann die Pflanze vermehrt Mangan aufnehmen, und das kann einen Eisenmangel auslösen.

Mythos-Check

„Rindenhumus ist sauer, also passt er immer zu Moorbeetpflanzen.“ So pauschal stimmt das nicht: Rindenhumus aus kompostierter Rinde kann einen pH-Wert zwischen 4,0 und 7,0 haben. Ob eine Mischung sauer genug ist, zeigt erst eine Messung.

Holzfasern, Kokos und andere Torfersatzstoffe

Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost, Kokosfasern und Kokosmark können Torf in Substratmischungen ersetzen. Die organischen Bestandteile torffreier Erden können beim Abbau Stickstoff binden, sodass selbst vorgedüngte Erde vorübergehend zu wenig verfügbaren Stickstoff bietet. Kompostreiche Erden können dagegen viel Phosphor und Kalium mitbringen. Holzreiche Blumenerde braucht deshalb eher eine stickstoffbetonte Düngung, bei kompostreicher rechnest du das enthaltene Phosphor an.

Sichtbare Pilze auf solcher Erde können Zersetzer abgestorbener organischer Bestandteile sein. Sie bedeuten nicht automatisch, dass deine Pflanze krank ist.

Torffreie und komposthaltige Erden verändern sich auch im Sack. Bei langer Lagerung können Nährstofffreisetzung und Salzgehalt steigen, der pH-Wert kann sich verschieben, und die Struktur kann an Stabilität verlieren. Angebrochene Reste mischst du deshalb lieber frischer Erde bei.

Mineralische Bestandteile: Struktur, Abfluss und Grenzen

Mineralische Zuschläge wie Bims, Splitt, Blähton und geeignete Granulate erhöhen die Strukturstabilität von Kübelpflanzenerde. Das zählt, weil gute Blumenerde ausreichend belüftet und strukturstabil bleiben soll. Unter torffreier Erde kannst du Bims oder Zeolith als wasserspeichernde Schicht in den Topfboden geben, nötig ist das aber nicht.

Sand und Ton verhalten sich gegensätzlich. Sandreiche Böden speichern wenig Wasser und Nährstoffe. Tonreiche Böden halten Nährstoffe besser fest, lassen Wasser aber langsamer durch und neigen eher zu Staunässe. Bei Kakteen aus Trockengebieten nutzt du die mineralische Seite gezielt: Ein Substrat aus Blähton, Lava und Bims mit organischen Komponenten trocknet rasch ab.

Am Gartenteich ist die Trennung am deutlichsten. Für naturnahe Teiche eignet sich eine etwa 10 cm starke Schicht aus nährstoffarmem, gewaschenem Sand und Kies ohne organische Beimischungen. Für ein reines Sumpfbeet kann dagegen lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde passen.

In Hydrokultur gibst du im Haus keine organischen Flüssigdünger. Die gehören nur in Erdkulturen, sonst drohen Geruchsprobleme.

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Welches Substrat für welchen Einsatz?

Erde und Dünger wählst du nach den Ansprüchen der Pflanze, die hineinsoll. Diese Richtungen und Werte helfen beim Einordnen:

Einsatz Richtung Anhaltspunkte
Aussaat salzarm, torffrei auch selbst gemischt Salzgehalt unter 0,5 g/l; Mischung aus zwei Teilen Quarzsand, einem Teil reifem, eher nährstoffarmem Kompost und einem Teil Gartenerde
Pikieren leicht, gut durchlüftet, feucht, nährstoffarm Salzgehalt bis 1,5 g/l
Kübel und Blumenkasten organische Erde mit mineralischen Zuschlägen Salzgehalt 2,5 bis 3 g/l; Bims, Splitt oder Blähton für mehr Strukturstabilität
Kakteen und Sukkulenten im Zimmer mineralisch betont, rasch abtrocknend ein Teil Blumenerde mit einem Teil grobem Sand oder ein Teil organische mit zwei Teilen mineralischen Bestandteilen
Phalaenopsis organisch, sehr luftig sehr luft- und wasserdurchlässiges Rindensubstrat; Orchideen sind besonders salzempfindlich
Pelargonien im Regen leicht, wenig Kompost höchstens 30 % Kompost
Kräuter in Töpfen und Kästen Kräutererde Abzugslöcher gegen Staunässe
Steingartenpflanzen im Gefäß locker, nährstoffarm ohne Staunässe
Rhododendron sauer, ohne Gartenkompost bevorzugt pH 4,5 bis 5,5, obere Toleranz bis etwa pH 6,0
Heidelbeeren im Kübel sauer etwa pH 4,0 bis 5,0, kalkarmes Gießwasser
Häufiger Fehler

Rhododendron, Azaleen oder Heidelbeeren bekommen die übliche kompostreiche Erde. Gartenkompost kann den pH-Wert anheben und eignet sich deshalb nicht für diese Pflanzen, sie brauchen ein saures Substrat.

Wie du das Substrat von der Aussaat über das Pikieren bis zum Abhärten anpasst, steht im Ratgeber darüber, welches Substrat Setzlinge in jeder Phase brauchen.

Für torffreie Topferde gibt es eine erprobte Beispielmischung aus jeweils ungefähr 25 % Holzfasern, Kokosmark, Rindenhumus und gütegesichertem Kompost; als Rezept für Aussaat- oder Rhododendronerde ist sie nicht gedacht. Welche Torfersatzstoffe es gibt und wie du Erde nach Zweck auswählst, steht im Kapitel Erden und Substrate im Ratgeber Düngen, Boden und Kompost.

Gießen und Düngen: was das Substrat ändert

Torffreie, organisch betonte Erde kann an der Oberfläche trocken sein, während sie weiter unten im Gefäß noch nass ist. Prüf die Feuchte deshalb unterhalb der Oberfläche, bevor du gießt. Jedes direkt bepflanzte Gefäß braucht außerdem einen Ablauf, damit überschüssiges Wasser entweichen kann. Staunässe über verdichteten Schichten kann Sauerstoffmangel verursachen, Wurzelfäulnis auslösen und die Nährstoffaufnahme stoppen.

Marias Erfahrung

Bei meinen Kübeln mit torffreier Erde stecke ich vor dem Gießen einen Finger tief in die Erde und fühle, ob es weiter unten noch feucht ist. Große Kübel stelle ich auf kleine Holzkeile, damit zwischen Gefäßboden und Stellfläche Platz für den Wasserablauf bleibt.

Wie du den Wasserhaushalt über Substratwahl und Zuschlagstoffe steuerst, vertieft ein eigener Ratgeber.

Beim Düngen zählt, was schon in der Erde steckt. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen meist 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Diese Grunddüngung rechnest du bei späteren Gaben an. Hornspäne oder Hornmehl für torffreie Gefäßerde mischst du schon vor dem Pflanzen unter, weil feste organische Dünger erst mikrobiell abgebaut werden müssen.

Hartes Gießwasser kann den pH-Wert im Topf anheben und die Verfügbarkeit von Eisen und anderen Spurenelementen vermindern. Auch tonhaltige Substrate fangen das nur begrenzt ab, deshalb gehört die Wasserhärte in deine Düngerwahl. Wie du Pflanzen in torffreier Erde übers Jahr versorgst, beschreibt der Ratgeber dazu, wie du in torffreier Erde gießt, düngst und umtopfst.

Vergilben bei Zimmerpflanzen ältere Blätter, kann das auch auf verbrauchtes Substrat oder Fehler beim Gießen hindeuten, nicht nur auf Nährstoffmangel. Bei Kakteen und Sukkulenten ist zerfallendes Substrat oder fehlende Standfestigkeit ein Anlass, sie in ein Gefäß mit Abzugsloch umzutopfen.

Fertigerde kaufen: worauf du achtest

Der Name auf dem Sack sagt wenig über die Zusammensetzung. Selbst die Bezeichnung Kultursubstrat, zu der auch Friedhofserde zählt, garantiert keinen bestimmten Nährstoffgehalt.

Mini-Checkliste

Diese Punkte prüfe ich vor dem Kauf.

  • Zutatenliste: Welche organischen und mineralischen Bestandteile stecken drin?
  • Zweck: Passen Salzgehalt, pH-Wert und Nährstoffversorgung zur Pflanzengruppe?
  • Gütezeichen: Das RAL-Gütezeichen steht für eine regelmäßige unabhängige Prüfung, unter anderem von pH-Wert, Nährstoffversorgung, Unkrautsamenfreiheit und Struktur.
  • Frische: Frische Ware ist mir lieber als lange gelagerte, weil sich Salzgehalt, pH-Wert und Struktur im Sack verändern können.
  • Kübel: Sind strukturstabile mineralische Zuschläge enthalten, oder gebe ich sie selbst dazu?

Häufige Fragen

Welche Substrate eignen sich am besten für Topfpflanzen?
Für die meisten Topfpflanzen passt eine organische Grunderde, der mineralische Zuschläge wie Bims, Splitt oder Blähton mehr Strukturstabilität geben. Kakteen aus Trockengebieten brauchen ein rasch abtrocknendes Substrat aus Blähton, Lava und Bims mit organischem Anteil. Phalaenopsis wächst dagegen in einem sehr luft- und wasserdurchlässigen Rindensubstrat. Entscheidend sind immer die Ansprüche der jeweiligen Pflanzenart.
Wie unterscheiden sich mineralische und organische Substrate in ihren Eigenschaften?
Organische Bestandteile wie Kompost, Rindenhumus, Holzfasern oder Kokosmark bauen sich ab, können Nährstoffe binden und bringen zum Teil selbst welche mit, holzige Anteile können beim Abbau aber Stickstoff festlegen. Mineralische Zuschläge wie Bims, Splitt und Blähton machen Kübelerde strukturstabiler. Bei der Nährstoffspeicherung kommt es auf das Material an: Tonminerale können Nährstoffe binden, sandreiche Böden speichern wenig. Viele Erden kombinieren deshalb beide Gruppen, etwa Kakteenerde mit mineralischen und organischen Anteilen.
Warum ist die Strukturstabilität bei Substraten wichtig?
Eine gute Blumenerde soll ausreichend belüftet und strukturstabil bleiben, damit die Wurzeln Luft bekommen. Verdichtet sie, kann sich Wasser stauen, und Staunässe kann Sauerstoffmangel und Wurzelfäulnis auslösen und die Nährstoffaufnahme stoppen. Komposthaltige Blumenerde kann bei langer Lagerung an Strukturstabilität verlieren, mineralische Zuschläge wie Bims, Splitt oder Blähton erhöhen sie.
Welche Rolle spielen Bodenlebewesen in organischen Substraten?
Mikroorganismen zersetzen die organischen Bestandteile, und organisch gebundene Nährstoffe werden erst durch diese Mineralisierung für Wurzeln verfügbar. Beim Abbau holziger Anteile können sie aber auch Stickstoff binden, sodass torffreie Erden vorübergehend zu wenig verfügbaren Stickstoff bieten. Wärme und ausreichende Feuchte beschleunigen die mikrobielle Freisetzung von Nährstoffen aus Humus. Sichtbare Pilze auf der Erde können solche Zersetzer sein und bedeuten nicht automatisch, dass die Pflanze krank ist.
Was versteht man unter der pH-Pufferkapazität von Substraten?
Gemeint ist, wie stark ein Substrat seinen pH-Wert gegen äußere Einflüsse wie hartes Gießwasser hält. Selbst tonhaltige Kultursubstrate puffern nur begrenzt, deshalb gehört die Carbonathärte des Gießwassers in die Düngerwahl. Hartes Wasser kann den pH-Wert im Topf anheben und die Verfügbarkeit von Eisen und anderen Spurenelementen vermindern. Zum Messen im Substrat brauchst du eine kalibrierte Glas-Einstichelektrode, weil einfache Metallsonden und sehr trockenes Substrat unzuverlässige Werte liefern können.
Welche Substratmischung eignet sich für die Aussaat am besten?
Für die Aussaat brauchst du ein salzarmes Substrat, Aussaaterde sollte unter 0,5 g/l Salzgehalt liegen. Reiner Kompost passt nicht, weil seine hohe Nährsalzkonzentration Keimlingswurzeln Wasser entziehen kann. Eine torffreie Anzuchterde mischst du aus Quarzsand, reifem, eher nährstoffarmem Kompost und Gartenerde, wobei der Quarzsand den doppelten Anteil stellt.
Wann eignet sich Blähton besser als herkömmliche Pflanzerde?
Pauschal besser ist Blähton nicht, seine Stärke liegt als Zuschlag: Zusammen mit Bims und Splitt erhöht er die Strukturstabilität von Kübelerde. Für Kakteen aus Trockengebieten gehört er mit Lava und Bims in ein rasch abtrocknendes Substrat mit organischem Anteil. Ziehst du Pflanzen ganz ohne Erde, musst du sämtliche Nährstoffe gezielt dosieren.
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