Teicherde richtig wählen: Sand, Kies oder Lehm für jede Teichzone
- Im naturnahen Teich genügt auf der Abdichtung eine etwa 10 cm starke Auflage aus nährstoffarmem, gewaschenem Sand und Kies.
- Kompost, Blumenerde und andere organische Zuschläge bleiben aus den Wasserzonen des naturnahen Teichs draußen.
- Für Seerosen eignet sich steinfreier Untergrundlehm mit Kiesabdeckung.
- Lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde kann für ein reines Sumpfbeet geeignet sein.
- Die Flachwasserzone liegt etwa 10 bis 40 cm unter der Wasserlinie.
- Pflanzkörbe oder beschwerte Pflanzinseln ermöglichen eine Bepflanzung ohne flächige Substratauflage.

Kompost oder humose Gartenerde auf der Teichfolie klingen nach einem guten Start für kräftige Pflanzen. Im naturnahen Teich bringen sie aber organisches Material ins Wasser, und genau das soll dort vermieden werden. Ich wähle Teicherde deshalb nie pauschal für den ganzen Teich, sondern Zone für Zone und passend zu den Pflanzen, die dort wurzeln sollen. Hier bekommst du die Typen von Sand bis Seerosenlehm, die Zuordnung zu den Teichzonen und den Weg, Teicherde selbst zusammenzustellen.
Was Teicherde von Gartenerde unterscheidet
Für naturnah gestaltete Gartenteiche eignen sich nährstoffarme Gemische aus gewaschenem Sand, Kies oder beidem. Organische Bestandteile gehören nicht hinein, also weder Kompost noch Blumenerde noch humose Gartenerde. Der Grund liegt im Abbau: Bodenmikroorganismen setzen bei der MineralisierungMineralisierung ist der Abbau organischer Stoffe wie Erntereste, Mulch, Kompost oder Mist im Boden. Bodenlebewesen schließen sie dabei auf, sodass die darin gebundenen Nährstoffe für Pflanzen verfügbar werden. organischer Stoffe mineralische Nährstoffe frei. Hohe Nitrat- und Phosphatgehalte im Teichwasser fördern wiederum starkes Algenwachstum. Ein SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. ohne organische Bestandteile liefert diesen Nährstoffnachschub also gar nicht erst.
Eine Ausnahme mit organischem Anteil gibt es: Für ein reines Sumpfbeet kann lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde geeignet sein. Warum ein Gartenteich überhaupt Teicherde braucht und was an gängigen Irrtümern dran ist, klärt ein eigener Ratgeber. Einen Überblick, wie sich Erden und Substrate im Garten unterscheiden, findest du in den Grundlagen zu Düngen, Boden und Kompost.
Kompost oder Blumenerde als Nährstoffpolster unter die Teicherde legen. Im naturnahen Teich bleibt das Substrat mineralisch. Ausnahme ist das reine Sumpfbeet mit lehmiger Gartenerde und kompostierter Rinde.
Die Teicherde-Typen: sandig, kiesig, lehmhaltig, speziell
Sandige und kiesige Teicherde
Sand und Kies bilden im naturnahen Teich die eigentliche Teicherde. Beide sollen gewaschen und nährstoffarm sein, und du kannst sie einzeln oder als Gemisch verwenden. Sandreiche Böden speichern wenig Nährstoffe. Das passt zu einem Teich, in dem möglichst wenig Nährstoffe ins Wasser gelangen sollen.
Auf der Abdichtung eines naturnahen Teichs genügt eine etwa 10 cm starke Auflage aus nährstoffarmem, gewaschenem Sand und Kies. Organische Beimischungen gehören nicht dazu.
Lehmhaltige Teicherde
Lehm setzt du im Teich gezielt ein. In der Seerosenzone kann steinfreier Untergrundlehm als Pflanzsubstrat dienen, obenauf kommt eine Kiesabdeckung. Tonminerale können positiv geladene Nährstoffionen austauschbar binden und später an die Bodenlösung abgeben. Ob ein Boden tonreich ist, zeigt dir die Fingerprobe: Feucht klebt tonreicher Boden und lässt sich gut formen, sandreicher zerfällt körnig.
Bevor Lehm in den Teich kommt, feuchte ich eine Probe an und knete sie zwischen den Fingern. Dabei lese ich jeden Stein aus, denn für Seerosen soll der Lehm steinfrei sein.
Lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde
Diese Mischung hat als einzige einen organischen Anteil und ist für das reine Sumpfbeet gedacht. Gemeint ist kompostierte Rinde, also RindenhumusRindenhumus ist feine, kompostierte Rinde. Du arbeitest ihn leicht in die Beeterde ein, um dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zuzuführen – anders als Rindenmulch, der als Abdeckung obenauf liegt., und kein bloßer RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet.. Im übrigen naturnahen Teich bleiben organische Zuschläge draußen.
Spezialsubstrate
Neben Sand, Kies und Lehm gibt es Materialien, die Nährstoffe gezielt binden sollen. Zeolith kann Ammonium über Ionenaustausch binden. Eingesetzt wird das in der Abwasserreinigung, wo man erschöpfte Zeolithsäulen wechselt und regeneriert. In einem Versuch an einem Badesee band ein eisenbeschichtetes Filtermaterial Orthophosphat besser als Oolith, offen blieb aber, wie lange es hält. Was solche neuen Teichsubstrate leisten können, ordnet ein eigener Beitrag ein.
Welche Teicherde in welche Teichzone gehört
Die Zonen eines Teichs richten sich nach der Wassertiefe. Die Flachwasserzone liegt etwa 10 bis 40 cm unter der Wasserlinie. Ab etwa 40 cm beginnt die Mittel- und Tiefwasserzone. Im naturnahen Teich trägt die Abdichtung in beiden Zonen eine nährstoffarme mineralische Auflage, Lehm und Sumpfbeeterde kommen nur an ihren eigenen Stellen dazu.
| Bereich | Lage | Passendes Substrat |
|---|---|---|
| Flachwasserzone | etwa 10 bis 40 cm unter der Wasserlinie | nährstoffarmes Gemisch aus gewaschenem Sand, Kies oder beidem, ohne organische Bestandteile |
| Mittel- und Tiefwasserzone | ab etwa 40 cm | nährstoffarme mineralische Auflage wie in der Flachwasserzone |
| Seerosenzone | dort, wo Seerosen wurzeln | steinfreier Untergrundlehm mit Kiesabdeckung |
| Reines Sumpfbeet | eigener Sumpfbereich | lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde |
| Pflanzkorb oder beschwerte Pflanzinsel | Stellen ohne flächige Auflage | Bepflanzung ohne flächige Substratauflage |
Welche Pflanzengruppe welche Erde braucht
- Seerosen: Sie wurzeln in steinfreiem Untergrundlehm, den eine Kiesschicht abdeckt.
- Röhricht- und Sumpfpflanzen: Im naturnahen Teich stehen sie auf der mineralischen Auflage aus Sand und Kies. In einem reinen Sumpfbeet kann lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde geeignet sein.
- Unterwasserpflanzen wie Hornkraut oder Tausendblatt: Ich setze sie in die nährstoffarme Grundschicht oder in einen beschwerten Pflanzkorb.
Pflanzkörbe oder beschwerte Pflanzinseln ermöglichen eine Teichbepflanzung ohne flächige Substratauflage. Das hilft, wenn du einzelne Pflanzen getrennt vom übrigen Teichboden setzen willst.
Teichtyp: naturnah, mit Fischen oder mit Sumpfbeet
Naturnaher Teich: Hier gilt die mineralische Linie. Sand und Kies bleiben ohne organische Bestandteile, Lehm setzt du gezielt für Seerosen ein.
Teich mit Fischen: Fischkot und Futterreste tragen zur Nährstoffbelastung des Wassers bei. Fischfutter kann zudem eine wichtige Phosphatquelle sein, und hohe Phosphatgehalte fördern Algen. Im Fischteich spricht deshalb noch mehr für ein Substrat, das selbst möglichst wenig Nährstoffe beisteuert. Gründelnde Fische wie Goldfische können außerdem Partikel vom Teichboden aufwirbeln und das Wasser trüben.
Teich mit Sumpfbeet: Das Sumpfbeet bekommt seine eigene Mischung aus lehmiger Gartenerde und kompostierter Rinde. Der Wasserbereich daneben bleibt mineralisch.
Teicherde selber machen: Material und Vorgehen
Teicherde selber zu machen heißt vor allem, die passenden Bestandteile für jede Stelle zusammenzutragen. Für die Wasserzonen eines naturnahen Teichs brauchst du gewaschenen Sand, Kies oder beides. Wo Seerosen wurzeln sollen, kommt steinfreier Untergrundlehm dazu, den du mit Kies abdeckst. Fürs reine Sumpfbeet mischst du lehmige Gartenerde und kompostierte Rinde gründlich durch.
Rezepte, die Kompost unter die Teicherde mischen, passen nicht zum naturnahen Teich. Dort werden organische Zuschläge vermieden, und das gilt auch für selbst gemischte Erde.
- Sand und Kies sind gewaschen und nährstoffarm.
- Für die Wasserzonen ist nichts Organisches beigemischt.
- Der Lehm für Seerosen ist steinfrei, Kies zum Abdecken liegt bereit.
- Fürs Sumpfbeet nimmst du kompostierte Rinde, keinen Rindenmulch.
Selbst gemischt oder gekauft?
Ob du mischst oder kaufst, entscheidet sich an der Zusammensetzung, nicht am Namen auf dem Sack. Bei Sackware lese ich zuerst die angegebenen Bestandteile. Für die Wasserzonen suche ich ein Mineralgemisch aus gewaschenem Sand, Kies oder beidem ohne organische Zuschläge. Stehen Kompost oder Torf auf der Liste, passt die Erde nicht in die Wasserzonen eines naturnahen Teichs.
Einbringen, Nährstoffe und Pflege in Kürze
Die mineralische Auflage kommt direkt auf die Abdichtung, Seerosenlehm deckst du mit Kies ab. Wie du Teicherde Zone für Zone einsetzt und welche Fehler du dabei vermeidest, zeigt der Ratgeber zum Einsetzen.
Auch der pH-WertDer pH-Wert gibt an, wie sauer oder alkalisch etwas ist, etwa Gartenboden, Blumenerde, Gießwasser oder Kompost. Die Skala reicht von 0 bis 14; der Wert 7 gilt als neutral, niedrigere Werte sind sauer, höhere alkalisch. spielt mit: PhotosynthesePhotosynthese ist der Vorgang, bei dem grüne Pflanzen mithilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlenstoffdioxid Zucker und Stärke herstellen. Als Nebenprodukt entsteht Sauerstoff, den sie an die Luft abgeben. kann den pH-Wert des Teichwassers erhöhen, weil dabei Kohlendioxid aus dem Wasser entnommen wird. Einen Teichwasser-pH unter 7 einzustellen, ist aber keine gesichert wirksame Maßnahme gegen Veralgung. Welche Nährstoffe und welcher pH-Wert in Teicherde stecken und wie sie auf Pflanzen, Algen und Wasser wirken, erklärt ein eigener Beitrag.
Herbstlaub fische ich aus dem Teich, weil seine Zersetzung Nährstoffe freisetzt und späteres Algenwachstum begünstigt. Einen naturnahen Teich entschlammst du außerhalb der Kaulquappenzeit, zum Beispiel im September. Was die Teicherde in Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter braucht, steht im Pflegeratgeber.
