Was ist Teicherde? Fünf Irrtümer zu Algen, Kies, Austausch und Preis
- Teicherde ist das Substrat, in dem Wasser- und Sumpfpflanzen im Gartenteich wurzeln.
- Auf der Abdichtung naturnaher Gartenteiche genügt eine etwa 10 cm starke Auflage aus nährstoffarmem Mineralgemisch ohne organische Bestandteile.
- Für Seerosen eignet sich steinfreier Untergrundlehm mit Kiesabdeckung, für ein reines Sumpfbeet kann lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde geeignet sein.
- Starkes Algenwachstum fördern hohe Nitrat- und Phosphatgehalte im Wasser, die auch aus Fischfutter, Fischkot und Herbstlaub stammen können.
- Ein jährlicher Komplettaustausch gehört nicht zur Teichpflege; entschlammt wird außerhalb der Kaulquappenzeit, zum Beispiel im September.
- Am Preis erkennst du nicht, ob ein Substrat nährstoffarm ist; entscheidend ist die Zusammensetzung.

Wer Teicherde kauft, will kräftige Wasserpflanzen und klares Wasser. Das falsche SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. kann beides gefährden, denn hohe Nitrat- und Phosphatgehalte im Teichwasser fördern starkes Algenwachstum. Ich kläre deshalb vor jedem neuen Teich zuerst, wo überhaupt Erde hingehört und wie nährstoffarm sie sein soll.
Was ist Teicherde?
Teicherde ist das Substrat, in dem Wasser- und Sumpfpflanzen im Gartenteich wurzeln. Sie liegt entweder als Auflage auf der Abdichtung oder nur dort, wo gepflanzt wird. Pflanzkörbe und beschwerte Pflanzinseln ermöglichen nämlich eine Bepflanzung ohne flächige Substratauflage.
Infrage kommen dabei ganz verschiedene Materialien. Für den Grund eines naturnahen Teichs eignet sich ein nährstoffarmes Gemisch aus gewaschenem Sand und Kies ohne organische Bestandteile. In der Seerosenzone kann steinfreier Untergrundlehm als Pflanzsubstrat dienen. Ein reines Sumpfbeet ist die Ausnahme: Dort kann lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde geeignet sein, obwohl du organische Zuschläge im übrigen Teich vermeidest. Wie du für jede Zone und Pflanzengruppe das passende Material findest, zeigt der Ratgeber dazu, welche Teicherde zu welcher Teichzone passt.
Warum braucht ein Gartenteich Teicherde?
Teicherde gibt den Wurzeln Halt, damit Wasser- und Sumpfpflanzen an ihrem Platz bleiben. Nährstoffreich muss sie dafür nicht sein. Auf der Abdichtung naturnaher Gartenteiche genügt eine etwa 10 cm starke Auflage nährstoffarmer Mineralgemische.
Lockt Teicherde Algen an?
Starkes Algenwachstum fördern hohe Nitrat- und Phosphatgehalte im Teichwasser. Ein nährstoffreiches Substrat kann eine Quelle dafür sein, es ist aber nicht die einzige. Fischkot und Futterreste tragen ebenfalls zur Nährstoffbelastung bei. Fischfutter selbst kann eine wichtige Phosphatquelle im Gartenteich sein. Wer Fische füttert, bringt also PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. ins Wasser, ganz gleich, welche Erde am Grund liegt.
Dazu kommt Herbstlaub: Zersetzt es sich im Teich, setzt es Nährstoffe frei und begünstigt späteres Algenwachstum. Sterben viele Algen ab, kann ihr Abbau im stehenden Wasser Sauerstoffmangel verursachen. Fadenalgen fische ich mit einem Rechen ab, lege sie ans Ufer und schaue nach, ob Kleintiere herauskriechen, bevor sie auf den Kompost wandern.
„Mit saurem Wasser oder Mikroorganismen-Präparaten bleibt der Teich algenfrei.“ Ein Teichwasser-pH unter 7 gilt nicht als gesichert wirksame Maßnahme gegen Veralgung. Eine direkte Konkurrenz zwischen zugesetzten Effektiven Mikroorganismen und Blaualgen ließ sich in einem wissenschaftlich begleiteten Sanierungsprojekt nicht sicher nachweisen.
Welche Nährstoffe und welcher pH-Wert in Teicherde stecken und wie sie auf Pflanzen und Wasserqualität wirken, erklärt ein eigener Ratgeber.
Kann ich Teicherde selbst mischen?
Ja, solange du bei mineralischen, nährstoffarmen Bestandteilen bleibst. Für den Teichgrund genügt gewaschener Sand mit Kies, für Seerosen steinfreier Lehm aus dem Untergrund. Fällt beim Ausheben solcher Lehm an, lege ich ihn für die Seerosen beiseite und lese die Steine heraus.
Heikel wird die Eigenmischung, sobald Organisches hineinkommt. Nitrat wird im Kompost kaum gebunden und kann ausgewaschen werden. Im Teich gelangt es so direkt ins Wasser, wo hohe Nitratgehalte Algen fördern. Meinen Kompost verteile ich deshalb auf den Beeten und nicht im Teich.
Blumenerde oder humusreiche Gartenerde als Teicherde zu verwenden. HumusHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält. ernährt BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben., deren Tätigkeit Nährstoffe freisetzt, und viele Blumenerden sind zusätzlich vorgedüngt.
Darin liegt auch der eigentliche Unterschied zu normaler Gartenerde: Für den Teichgrund zählen mineralisch und nährstoffarm, nur das reine Sumpfbeet bildet eine Ausnahme. Wie sich Gartenerde, Kompost und gekaufte Substrate grundsätzlich unterscheiden, erklärt der Überblick zu Erden, Substraten und Kompost.
Taugen Sand und Kies als Teichboden?
Ja. Für naturnah gestaltete Teiche eignen sich nährstoffarme Mineralgemische aus gewaschenem Sand, Kies oder beidem, ohne organische Bestandteile. Dass ein solches Gemisch kaum Nährstoffe liefert, ist kein Nachteil. Genau diese Eigenschaft wird für den Teichgrund empfohlen.
„Sand und Kies sind nur Deko, Pflanzen brauchen echte Teicherde.“ Für den Grund naturnaher Teiche ist das nährstoffarme Mineralgemisch selbst die passende Teicherde.
Für Seerosen eignet sich steinfreier Untergrundlehm mit Kiesabdeckung, der übrige Grund kommt mit dem Mineralgemisch aus. Weil Pflanzkörbe eine Bepflanzung ohne flächige Auflage erlauben, gehört Lehm also nur dorthin, wo Seerosen stehen. Mit gründelnden Fischen wie Goldfischen kann das Wasser trotzdem trüb werden, weil sie Partikel vom Teichboden aufwirbeln.
Ich fülle für jede Seerose einen eigenen Pflanzkorb mit steinfreiem Lehm, decke ihn mit Kies ab und stelle ihn erst dann in die Seerosenzone.
Ist teure Teicherde automatisch besser?
Nein, am Preis erkennst du nicht, ob ein Substrat nährstoffarm ist. Ich lese auf dem Sack die Zusammensetzung und suche drei Dinge: mineralisch, gewaschen, ohne organische Bestandteile.
Bei Zusätzen lohnt ein genauer Blick. Tonminerale können positiv geladene Nährstoffionen binden und später wieder abgeben. Nitrat dagegen wird von überwiegend negativ geladenen Bodenteilchen kaum festgehalten. Ein Tonzusatz hält also ausgerechnet einen der beiden Nährstoffe kaum zurück, die Algen im Teichwasser fördern.
Zeolith kann Ammonium durch Ionenaustausch binden. Beschrieben ist das für ein Abwasserverfahren, bei dem das Material nach Erreichen einer Grenze gewechselt und anschließend regeneriert wird. In einem Badeseeversuch band ein eisenbeschichtetes Filtermaterial Orthophosphat besser als Oolith, wie lange es durchhält, blieb dort ungeklärt. Was solche Zusätze leisten, ordnet der Ratgeber zu neuen Substraten und Zusätzen für Gartenteiche ein.
Steht auf dem Sack mineralisch und gewaschen? Fehlen organische Bestandteile wie Kompost oder Humus? Kommt Lehm nur für die Seerosen hinzu?
Muss Teicherde jedes Jahr ausgetauscht werden?
Nein. Den Teichgrund jedes Jahr komplett auszuräumen, gehört nicht zur Pflege eines naturnahen Teichs. Schlamm holst du gezielt heraus, und zwar außerhalb der Kaulquappenzeit, zum Beispiel im September. Selbst Fadenalgen fischst du unter Schonung der darin lebenden Kleintiere ab. Ein jährlicher Komplettaustausch würde genau diese Tiere jedes Mal stören.
Ich entscheide nicht nach dem Kalender, sondern nach dem Blick auf den Grund: Wie viel Laub liegt dort, wie viel Schlamm hat sich gesammelt? Stehen Pflanzen in Körben, erneuere ich bei Bedarf nur den Inhalt des betroffenen Korbes.
Zur laufenden Pflege gehört, Herbstlaub herauszuholen, bevor es sich zersetzt. Röhricht- und Sumpfpflanzen schneidest du erst im März zurück. Welche Pflege der Teichboden von Frühjahr bis Winter braucht, steht im Ratgeber zum Jahreslauf.
Wie kommt die Teicherde in den Teich?
Das Mineralgemisch kommt als Auflage auf die Abdichtung, der Lehm für Seerosen in Körbe oder auf beschwerte Pflanzinseln. Wie du Teicherde je Zone einsetzt und welche Fehler du dabei vermeidest, zeigt ein eigener Ratgeber.
