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Gartenkalender Januar: So startest du drinnen in die Saison

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Microgreens und Sprossen ziehst du drinnen; Sprossen und Keimlinge, auch selbst gezogene, isst du nur durcherhitzt.
  • Ingwer-Rhizomstücke bedeckst du dünn mit Erde und hältst sie bei einer idealen Bodentemperatur von 20 °C feucht.
  • Für die Keimprobe zählst du die Samen genau ab; keimen in zwei bis drei Wochen nur wenige, säst du dichter oder besorgst neues Saatgut.
  • Chili und Paprika säst du im Februar, sie keimen bei 25 °C zügig; im Januar bereitest du Saatgut und Anzuchtplatz vor.
  • Eine Amaryllis topfst du etwa acht Wochen vor dem gewünschten Blühtermin frisch ein.

Im Januar ist draußen wenig zu tun, aber auf der Fensterbank beginnt die Saison. Ich nutze diesen Monat für die Vorarbeit: Saatgut sichten, Keimproben ansetzen, Ingwer und Blumenzwiebeln antreiben. Wer das jetzt erledigt, weiß bei den ersten Aussaaten im Februar, welches Saatgut noch keimt und was fehlt.

Pflanzkalender Januar auf einen Blick

Diese Aufgaben stehen im Januar an, die meisten davon drinnen.

Aufgabe Worauf du achtest
Microgreens und Sprossen ziehen Sprossen und Keimlinge nur durcherhitzt essen
Ingwer vortreiben Rhizomstücke dünn mit Erde bedecken, ideale Bodentemperatur 20 °C
Saatgut sichten selbst gewonnenes Saatgut von Hybridsorten ist nicht zuverlässig sortenecht
Keimprobe ansetzen Samen genau abzählen, nach zwei bis drei Wochen auswerten
Chili und Paprika vorbereiten Aussaat im Februar, Keimung bei 25 °C zügig
Amaryllis eintopfen etwa acht Wochen vor dem gewünschten Blühtermin
Winterquartiere prüfen viele klassische Kübelpflanzen stehen hell und frostfrei bei 5 bis 10 °C
Geräte pflegen reinigen, ölen, Scheren und Messer bei Bedarf schärfen

Microgreens und Sprossen auf der Fensterbank

Microgreens und Sprossen kannst du das ganze Jahr drinnen ziehen, auch wenn draußen Schnee liegt. Ich säe Microgreens dicht in eine flache Schale und stelle sie an einen hellen Platz am Fenster. Das Substrat halte ich gleichmäßig feucht, ohne dass Wasser in der Schale steht. Bei torffreier Erde trocknet die Oberfläche rasch ab, deshalb prüfst du die Feuchte darunter mit dem Finger. Geschnitten werden die Pflänzchen im Keimblattstadium oder sobald sich die ersten echten Blätter zeigen.

Achtung

Sprossen und Keimlinge isst du nur durcherhitzt, auch wenn du sie selbst gezogen hast. Ich behandle Microgreens in der Küche genauso wie Keimlinge.

Ingwer und Kurkuma vortreiben

Ingwer und Kurkuma brauchen eine lange Kulturzeit, deshalb lege ich sie schon im Januar aus. Vom Ingwer setzt du Rhizomstücke in einen wasserdurchlässigen Behälter und bedeckst sie dünn mit Erde. Ideal ist eine Bodentemperatur von 20 °C, dabei hältst du das Substrat feucht. Der durchlässige Behälter lässt überschüssiges Wasser ablaufen, sodass das Rhizom nicht im Nassen steht. Ein Thermometer im Substrat zeigt dir, ob der Platz warm genug ist.

Kurkuma lege ich nach demselben Muster aus wie den Ingwer. Bis sich bei beiden das erste Grün zeigt, brauchst du Geduld. In dieser Zeit prüfst du vor allem, ob das Substrat unter der Oberfläche feucht bleibt.

Saatgut sichten: was da ist und was fehlt

Ich gehe im Januar alle Saatguttüten durch und sortiere sie nach dem Monat, in dem sie gesät werden. Dabei klärst du drei Fragen: Was ist noch da, was ist aufgebraucht, und was brauchst du neu? Tüten mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum wirfst du nicht vorschnell weg. Sie kommen auf einen eigenen Stapel für die Keimprobe.

Selbst geerntetes Saatgut siehst du dir genauer an. Stammt es von Hybridsorten, entstehen daraus keine zuverlässig sortenechten Nachkommen.

Achtung

Eigenes Kürbissaatgut kann nach einer Einkreuzung von Zierkürbissen in der nächsten Generation bittere und giftige Früchte bringen. Die Früchte der bestäubten Pflanze selbst werden dadurch nicht unmittelbar giftig. Schmeckt ein Kürbis oder eine Zucchini bitter, spuckst du den Bissen aus und entsorgst die Frucht, denn Erhitzen zerstört die giftigen Cucurbitacine nicht.

Mit der fertigen Liste kannst du im Beetplaner Arten, Belegungszeiten sowie Vor- und Nachkulturen einzeichnen. Vor dem Saatgutkauf prüfst du, welche Gemüse als Nachbarn zusammenpassen. Die Grundlagen stehen im Ratgeber, wie du Beete, Fruchtfolge und Mischkultur übers Gartenjahr planst.

Keimprobe: so prüfst du älteres Saatgut

Für die Keimprobe zählst du die Samen genau ab, damit du das Ergebnis später auswerten kannst. Leg sie zwischen feuchtes Küchenpapier und steck das Päckchen in einen Beutel, der es vor dem Austrocknen schützt. Der Beutel kommt an einen gleichmäßig warmen Ort, wo du nachsiehst, ob Samen keimen, und das Papier feucht hältst.

Keimen innerhalb von zwei bis drei Wochen nur wenige Samen, kommen eine dichtere Aussaat oder neues Saatgut infrage. Die gekeimten Samen setzt du ins Verhältnis zur Zahl der ausgelegten. Daraus schätzt du ab, wie viel du säen musst, um die gewünschte Zahl an Pflanzen zu bekommen.

Zahl im Blick

Wie warm die Probe liegt, richtest du nach der Art. Paprika und Chili keimen bei 25 °C zügig. Radieschen der Sorte ‘Sora’ keimen bei 8 bis 20 °C in 7 bis 14 Tagen.

Marias Erfahrung

Ich beschrifte jeden Beutel mit Sorte, Datum und der Zahl der ausgelegten Samen. Die zugehörige Tüte lege ich daneben, bis die Probe ausgewertet ist.

Chili und Paprika: im Januar vorbereiten, im Februar säen

Chili und Paprika können im Februar vorgezogen werden, Paprika je nach Anzuchtbedingungen auch noch Anfang März. Ich nutze den Januar deshalb für die Vorbereitung: Saatgut prüfen, Anzuchtgefäße säubern, einen warmen und hellen Platz festlegen. Eine Keimprobe braucht zwei bis drei Wochen bis zur Auswertung, und gesät wird im Februar. Setzt du die Probe also jetzt an, weißt du vor der Aussaat, ob dein Chilisaatgut noch keimt.

Zum Keimen brauchen beide Wärme, bei 25 °C keimen sie zügig. Danach braucht Paprika einen sehr hellen Platz. Sobald sich die ersten echten Laubblätter bilden, vereinzelst du die Sämlinge.

Tipp

Wenn du für die Anzucht eine Pflanzenlampe anschaffst, achte auf die photosynthetische Photonenflussdichte in µmol/m²s. Diese Angabe sagt mehr über das Licht für Pflanzen aus als eine reine Luxzahl.

Blumenzwiebeln vortreiben

Wer schon im Winter Blüten im Haus möchte, treibt Zwiebeln im Topf vor. Eine Amaryllis topfst du etwa acht Wochen vor dem gewünschten Blühtermin frisch ein.

Mini-Checkliste

So setzt du die Amaryllis.

  • Topf etwa 2 cm breiter als die Zwiebel, mit Wasserabzug
  • Zwiebel mindestens zu einem Drittel über der Erde lassen
  • hell aufstellen, ohne direkte Sonne, bei etwa 20 °C

Zimmernarzissen wie ‘Avalanche’ oder ‘Grand Soleil d’Or’ setze ich in einen Topf mit Blumenerde und stelle ihn warm und sonnig. Auch dieses Gefäß braucht einen Wasserabzug, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Hast du im Herbst keine Krokusse, Tulpen oder Narzissen gesteckt, holst du das draußen nach, solange der Boden nicht gefroren ist.

Zimmerpflanzen und Winterquartiere kontrollieren

Kaladie, Gloxinie und Amazonaslilie überwintern als Knolle. Sie brauchen jetzt wenig Pflege, trotzdem prüfst du, dass die Erde nicht vollständig austrocknet. Glücksklee, der zum Jahreswechsel ins Haus kam, bleibt an einem hellen, kühlen Platz kompakter als in einem warmen Zimmer.

Pflanze Platz im Winter Worauf du achtest
Glücksklee hell und kühl bei 10 bis 15 °C bleibt kompakter als bei zu warmer Haltung
viele klassische Kübelpflanzen hell und frostfrei bei 5 bis 10 °C Eignung für die jeweilige Art prüfen
Canna mit Erdballen bei 10 bis 15 °C darf nicht austrocknen
Dahlien dunkel und kühl, nebeneinander erst nach dem Abtrocknen eingelagert
Kübelpflanzen im Freien in einem größeren Behälter Zwischenraum mit trockenem Laub isolieren

Steht ein Kübel aus Ton oder Keramik draußen, denk daran, dass solche Gefäße in der Regel nicht oder nur bedingt frostfest sind.

Draußen im Januar

Draußen ruht der Garten weitgehend. Robuste Gehölze kannst du an frostfreien Tagen schneiden.

Geräte, Gewächshaus und Futterstellen

In der Winterpause reinigst und ölst du die Gartengeräte und schärfst Scheren und Messer bei Bedarf. Saubere Gewächshausscheiben verbessern den Lichtzugang zu den Pflanzen, deshalb putze ich sie im Winter. Stehen gelassene Fruchtstände und Beerensträucher bieten Gartenvögeln jetzt natürliche Nahrung. Geschützte Futterspender halten Kot, Regen und Schnee vom Körnerfutter fern. Schalenreste und Kot an den Futterstellen entfernst du täglich.

Teich und Stauden

Eine schneeverschattete Eisdecke kann den Sauerstoffmangel im Teich verschärfen. Eine ausreichende Tiefe allein verhindert das nicht. Röhricht- und Sumpfpflanzen schneidest du erst im März zurück, weil ihre Halme im Winter Frostschutz und Gasaustausch unterstützen. Gesunde Staudenstängel und Samenstände bleiben ebenfalls stehen, Krankes und alles, was in Wege ragt, nimmst du heraus.

Wintergemüse ernten und Lager prüfen

Gefrorene Salatblätter berührst du nicht, du schneidest sie erst nach vollständigem Auftauen. Pastinaken und Schwarzwurzeln können im Winter im Beet bleiben. Vlies schützt Wintergemüse gegen Kälte und Wintersonne, bei Folientunneln sorgen offene Enden für Luftaustausch.

Gemüse Erntefenster
Rosenkohl, gepflanzt Ende April bis Anfang Juni Oktober bis Februar
Winterporree aus Juli-Pflanzung Januar bis Mai
Wirsing ‘Winterfürst 2’ November bis Februar im Freiland
Asia-Salat ‘Grün im Schnee’ in geschützter Winterkultur November bis März
Grünkohl ab Ende Oktober

Für die längere Lagerung taugt nur gesundes, unverletztes Gemüse, deshalb sortierst du im Lager aus, was nicht mehr einwandfrei ist. Grüne oder stark keimende Kartoffeln isst du nicht, und Kartoffeln lagerst du kühl, dunkel und trocken. Wie du einzelne Gemüse lagerst, steht im Ratgeber zur Gartenplanung.

Was im Februar und März folgt

Nach dem Januar beginnen die ersten Aussaaten, drinnen wie draußen.

Kultur Aussaat oder Start Bedingung
Chili, Paprika Februar, Paprika auch Anfang März keimen bei 25 °C zügig
Kohlrabi ab Anfang Februar Keimung bei 16 bis 18 °C, danach 14 bis 16 °C bis zur Pflanzung Anfang April
Hornveilchen ‘Helen Mount’ ab Februar Vorkultur bei 16 bis 20 °C, Samen nur dünn mit Erde bedecken, Keimung in 7 bis 14 Tagen
Puffbohnen ab Februar unter Folien- oder Vliesabdeckung nur bei geeigneten Bodenbedingungen
Tomaten Mitte bis Ende März auf der Fensterbank ins Freie gewöhnlich ab Mitte Mai

Für frühe Aussaaten unter Vlies muss der Boden ausreichend abgetrocknet und bereits etwas erwärmt sein.

Mythos-Check

Je früher gesät, desto besser? Für Tomaten auf der Fensterbank genügt eine Aussaat Mitte bis Ende März. Ins Freie kommen sie gewöhnlich ab Mitte Mai, wenn keine Kälte mehr droht. Wer schon im Januar sät, muss die Jungpflanzen also entsprechend länger drinnen versorgen.

Passt dazu

Wie es nach dem Januar weitergeht, zeigt dir der Überblick, welche Aussaaten und Arbeiten im Februar anstehen.

Häufige Fragen

Was kann man im Januar im Garten alles machen?
Im Januar liegt der Schwerpunkt drinnen: Du ziehst Microgreens und Sprossen, treibst Ingwer und Amaryllis vor und prüfst dein Saatgut mit Keimproben. Draußen reinigst und ölst du die Gartengeräte und schärfst Scheren und Messer bei Bedarf. An Vogelfutterstellen entfernst du Schalenreste und Kot täglich, und gefrorene Salatblätter schneidest du erst nach vollständigem Auftauen.
Welche Pflanzen kann man im Januar auf der Fensterbank vorziehen?
Im Januar passen Microgreens, Sprossen und vorgetriebene Ingwer-Rhizome auf die Fensterbank, dazu Amaryllis und Zimmernarzissen im Topf. Ingwer hältst du bei einer idealen Bodentemperatur von 20 °C feucht. Chili und Paprika folgen im Februar, Paprika je nach Anzuchtbedingungen auch Anfang März. Für Tomaten genügt eine Aussaat Mitte bis Ende März.
Wie warm müssen Chili und Paprika zum Keimen stehen?
Chili und Paprika keimen bei 25 °C zügig. Nach der Keimung braucht Paprika einen sehr hellen Platz. Sobald sich die ersten echten Laubblätter bilden, vereinzelst du die Sämlinge. Ausgesät werden beide im Februar, Paprika je nach Anzuchtbedingungen auch Anfang März.
Wie führt man eine Keimprobe bei altem Saatgut durch?
Du legst eine genau abgezählte Zahl Samen zwischen feuchtes Küchenpapier und steckst das Päckchen in einen Beutel, damit es nicht austrocknet. Der Beutel liegt an einem gleichmäßig warmen Ort, und du hältst das Papier feucht. Keimen innerhalb von zwei bis drei Wochen nur wenige Samen, kommen eine dichtere Aussaat oder neues Saatgut infrage.
Stimmt es, dass abgelaufenes Saatgut grundsätzlich unbrauchbar ist?
Nein, Saatgut mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum musst du nicht vorschnell wegwerfen. Ob es noch keimt, zeigt dir eine Keimprobe mit genau abgezählten Samen. Keimen innerhalb von zwei bis drei Wochen nur wenige, säst du dichter aus oder besorgst neues Saatgut.
Was unterscheidet Vorkultur von der normalen Aussaat?
Bei der Vorkultur ziehst du Jungpflanzen drinnen vor und setzt sie später ins Beet, bei der Direktsaat kommen die Samen gleich an ihren endgültigen Platz. Zucchini und Kürbis werden etwa vier Wochen vor dem geplanten Auspflanzen vorgezogen. Radieschen der Sorte 'Sora' eignen sich dagegen zur Direktsaat von März bis September.
Variiert der Gartenkalender Januar je nach Klimazone?
Ja, denn der Zustand des Bodens bestimmt den Termin stärker als das Datum. Für frühe Aussaaten unter Vlies muss der Boden ausreichend abgetrocknet und bereits etwas erwärmt sein. Kartoffeln kommen erst ab 8 °C Bodentemperatur in die Erde, gewöhnlich von Mitte April bis Anfang Mai. Drinnen richtest du dich dagegen nach der Keimtemperatur der jeweiligen Art.
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