Spezialrechen: Welcher Rechen passt zu Rasen, Kiesweg, Beet, Steingarten und Teich?
- Ein Federstahlrechen ist ein Fächerbesen mit gebogenen Federstahlzinken für Laub, Früchte und kleine Zweige.
- Auf Kiesflächen holt ein Kunststoff-Fächerbesen das Laub, ohne die Kiesel stark aufzuwühlen.
- Kies, Schotter und Erde verteilst du mit einem Eisenrechen mit kräftigen Zinken.
- Zwischen Gehölzen und Stauden arbeitest du mit dem seitlich abgeflachten Rosenrechen.
- Bleibt keine Erde mehr an den Zinken haften, ist das Beet ausreichend abgetrocknet zum Bearbeiten.
Im Herbst ziehe ich auf dem Rasen einen anderen Rechen als auf dem Kiesweg, und im SaatbeetDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. wieder einen anderen. Auf dem Rasen soll das Laub weg, auf dem Kies sollen die Steine liegen bleiben. Im Beet soll die Erde eben und locker werden, und am Teich darf nichts die Folie verletzen. Für jede dieser Aufgaben gibt es einen Spezialrechen, vom Federstahlrechen bis zum Netzrechen.
Welcher Rechen passt zu welchem Gartenbereich?
Die Fläche bestimmt den Rechen. Die Tabelle ordnet jedem Bereich die typische Aufgabe und das passende Werkzeug zu.
| Bereich | Aufgabe | Passender Rechen |
|---|---|---|
| Rasen | Laub, Früchte und kleine Zweige zusammenkehren | Fächerbesen mit gebogenen Federstahlzinken (Federstahlrechen) |
| Rasen | Schnittgut nach dem Mähen sammeln | Rasenrechen mit eng stehenden, längeren Zinken und Bügeln am Rechenjoch |
| Rasen | Filz ab einer Schichtstärke von 1 cm entfernen | Vertikutierrechen |
| Kiesweg | Kies, Schotter und Erde verteilen | Eisenrechen mit kräftigen Zinken |
| Kiesweg | Laub entfernen, ohne die Kiesel stark aufzuwühlen | Kunststoff-Fächerbesen |
| Sandfläche | lockeren Sand einebnen | Gartenrechen |
| Beet | Erde einebnen, Saatbett vorbereiten | Gartenrechen (Harke) |
| Beet mit Gehölzen und Stauden | zwischen den Pflanzen arbeiten | Rosenrechen mit seitlich abgeflachter Form |
| Steingarten | Laub zwischen Steinen und Polstern | Kunststoff-Fächerbesen auf Kies, schmaler Handrechen in engen Spalten |
| Teich | Fadenalgen und schwimmende Pflanzenreste | Netzrechen mit Teleskopstiel |
Was ist ein Federstahlrechen und wofür nimmst du ihn?
Ein Federstahlrechen ist ein Fächerbesen mit gebogenen Federstahlzinken. Er kehrt lose Pflanzenreste zusammen, also Laub, Früchte und kleine Zweige. Damit gehört er im Herbst auf den Rasen und unter die Obstbäume, wo Fallobst und abgebrochene Zweige liegen.
Zum Einebnen von Erde und zum Verteilen von Kies ist der Fächer nicht gedacht. Dafür nimmst du einen Eisenrechen mit kräftigen Zinken. Für Laub auf Kies nehme ich den Kunststoff-Fächerbesen, mehr dazu beim Kiesweg.
Beim Verstellbesen lässt sich die Arbeitsbreite stufenlos verändern. Ich stelle ihn für die schmalen Wege zwischen den Beeten eng und ziehe ihn für den Rasen wieder breit auf.
Rechen und Harke sind regional unterschiedliche Bezeichnungen für dasselbe Gerät, mit dem du Boden lockerst oder einebnest. Der Federstahlrechen ist dagegen ein Fächerbesen: Seine gebogenen Federstahlzinken kehren zusammen, was lose aufliegt.
Rasen: Laub abrechen, Schnittgut sammeln, Filz entfernen
Laub rechst du vom Rasen ab, damit das Gras Licht und Luft bekommt. In kleinen bis mittelgroßen Gärten ist der Rechen eine Alternative zu Laubsauger und Laubbläser, die ohne Strom und Kraftstoff auskommt.
Weil der Rasen das Laub loswerden muss, gesundes Laub aber in dünnen Lagen unter Hecken liegen bleiben kann, rechst du es einfach dorthin. Als Haufen kann es Insekten und Igeln als Rückzugsort dienen. Laub von kranken oder befallenen Pflanzen gibst du dagegen über die kommunale Entsorgung ab, weil der eigene Kompost es meist nicht vollständig hygienisiert.
Für das Schnittgut nach dem Mähen gibt es den Rasenrechen. Er sammelt geschnittenes Gras mit eng stehenden, längeren Zinken und Bügeln am Rechenjoch.
Den Filz holt ein Vertikutierrechen aus dem Rasen. Entfernt wird Rasenfilz ab einer Schichtstärke von 1 cm, eine dünnere Filzschicht kann nützlich sein. Wie Vertikutier- und Laubrechen gebaut sind, erklärt der Überblick, welche Typen von Rechen und Harke es gibt und wofür du sie einsetzt.
Kiesweg und Sandfläche: Kies verteilen, Laub entfernen
Kies, Schotter und Erde verteilst du mit einem Eisenrechen mit kräftigen Zinken. Zum Umlagern nimmst du vorher die Holsteiner Schaufel. Mit ihrem fast flachen Blatt und der geraden Vorderkante eignet sie sich für lose Materialien wie Sand, Kies und RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet.. Danach ebnest du Kies und Sand mit dem Rechen ein.
Für das Laub brauchst du einen anderen Rechen. Ein Kunststoff-Fächerbesen holt Laub von Kiesflächen, ohne die Kiesel stark aufzuwühlen. Größere Blätter nimmt auf losen Kieswegen auch ein Federbesen auf. Ein gewöhnlicher Besen und der Hochdruckreiniger sind dort ungeeignet.
Auf demselben Weg arbeitest du also mit zwei Rechen: Der Eisenrechen verteilt den Kies, der Kunststoff-Fächer holt das Laub und lässt die Kiesel weitgehend liegen. Von Wegen räumst du das Laub ab, weil es dort die Rutschgefahr erhöht.
Beet: Saatbett vorbereiten, Kompost einarbeiten, zwischen Stauden arbeiten
Im Beet ebnest du mit dem Gartenrechen die Erde ein und bereitest das Saatbett vor. Für Gemüseaussaaten soll der Boden mäßig feucht und locker sein, damit die Keimlinge Wasser aufnehmen und atmen können. Zu nassen Boden betrittst und bearbeitest du nicht, weil dabei neue Verdichtungen entstehen können.
Ob das Beet bereit ist, zeigt dir der Rechen selbst. Bleibt keine Erde mehr an den Zinken haften, ist der Boden ausreichend abgetrocknet. Zur Probe zerdrückst du einen erbsengroßen Krümel aus etwa 10 cm Tiefe: Zerfällt er, kannst du loslegen, schmiert er, ist der Boden noch zu nass.
Aufgestreuten Kompost arbeitest du nur oberflächlich ein. Ich nehme dafür den Handgrubber und ziehe die Fläche danach mit dem Rechen glatt.
Auch MulchMulch ist eine Schicht, mit der du offenen Gartenboden bedeckst, meist aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Laub. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht und hemmt Unkraut. verteile ich mit dem Rechen. Organischer Mulch wird im Gemüsebeet normalerweise etwa 2 bis 3 cm dick aufgetragen, feiner Rasenschnitt nur dünn. Damit beginnst du gewöhnlich erst bei etwa 10 cm Pflanzenhöhe, Saatrillen und Jungpflanzen bleiben frei.
Zwischen Rosen, anderen Gehölzen und Stauden arbeitest du mit dem Rosenrechen. Seine seitlich abgeflachte Form erleichtert die Arbeit zwischen den Pflanzen und schont empfindliche Veredelungsstellen. Welche Kultur in das vorbereitete Beet kommt, kannst du im Beetplaner mit Flächen und Anbaupausen planen.
Wurzelunkraut mit Hacke oder Rechen zerteilen. Zieh Wurzelunkräuter vollständig heraus oder grab sie aus, etwa mit einer Gierschgabel, weil zurückbleibende Teilstücke erneut austreiben können. Samenunkräuter entfernst du vor der Samenbildung.
Steingarten: Laub zwischen Steinen und Polsterstauden
Im Steingarten soll das Laub heraus, während Steine und PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. an ihrem Platz bleiben. Wo zwischen den Steinen Kies liegt, nimmst du den Kunststoff-Fächerbesen wie auf dem Kiesweg. Er holt das Laub, ohne die Kiesel stark aufzuwühlen.
In den engen Zwischenräumen arbeite ich mit einem schmalen Handrechen und ziehe ihn in kurzen Zügen zu mir. Laub, das in den Polstern festsitzt, zupfe ich mit der Hand heraus. Einen Holzrechen setze ich zwischen den Steinen nicht als Hebel ein, weil Holzzinken bei großer Krafteinwirkung leicht brechen können.
Unkraut zwischen den Polsterstauden ziehst du gezielt oder stichst es aus. Flächiges Hacken stört in Staudenpflanzungen die Entwicklung der Stauden und den FlächenschlussFlächenschluss ist der Zustand, in dem Stauden, Gräser oder Bodendecker einer Pflanzung so weit zusammengewachsen sind, dass sie eine geschlossene Pflanzendecke bilden und kaum noch offener Boden zu sehen ist.. Auch der seitlich abgeflachte Rosenrechen passt hier zwischen die Pflanzen.
Teich: Algen und Laub vom Ufer aus herausholen
Fadenalgen und schwimmende Pflanzenreste holst du mit einem Netzrechen aus dem Wasser. Er besteht aus einem stabilen Rahmen mit feinmaschigem Netz, durch das das Wasser abläuft. Für Algen und abgestorbenes Material an Steinen in flachen Zonen gibt es Teichbesen mit langem, ausziehbarem Stiel und weichen Borsten.
Algenrechen mit gezackten Kanten führst du nur vorsichtig, weil sie die Teichfolie verletzen können. Ein Teleskopstiel muss sich in der gewählten Länge leicht feststellen lassen und darf sich beim Arbeiten nicht von selbst lösen.
Bei sommerlichem Algenwachstum kann es helfen, die Algen abzufischen und den Teich teilweise zu beschatten. Algen brauchen Licht und Wasser zum Wachsen, deshalb ergänzen sich beide Maßnahmen: Der Rechen holt die Algen heraus, der Schatten nimmt ihnen einen Teil des Lichts.
Am Teichrand trägst du geschlossene Schuhe mit rutschfester Sohle und achtest auf einen sicheren Stand. Zieh lieber den Teleskopstiel weiter aus, als dich weit über das Wasser zu lehnen.
Brauchst du für jeden Bereich einen eigenen Rechen?
Nicht von Anfang an. Fang mit einer kleinen Auswahl guter Werkzeuge an und erweitere sie mit deinem tatsächlichen Bedarf. Austauschbare Aufsätze und Stiele können Anschaffungskosten und Platz bei der Aufbewahrung verringern.
Ich habe mit einem Eisenrechen fürs Beet und einem Federstahlrechen fürs Laub angefangen. Den Kunststoff-Fächer für den Kiesweg und den Netzrechen für den Teich habe ich erst dazugenommen, als ich diese Flächen angelegt hatte.
Leg Rechen so ab, dass sie nicht herunterfallen und niemand versehentlich mit den Zinken in Berührung kommt. Ich lehne meine Rechen mit den Zinken zur Wand und trage sie mit den Zinken nach unten.
Material, Stiellänge und Pflege kurz gefasst
Material: Werkzeug aus Edelstahl lässt sich leichter reinigen, weil weniger Erde daran haftet. Beim Zerfall größerer Kunststoffteile kann sekundäres Mikroplastik entstehen, deshalb sammle ich abgebrochene Kunststoffzinken auf. Worauf es bei Material und Auswahl ankommt, vertieft der Ratgeber, welche Rechen und Harken zu welcher Gartenaufgabe passen.
Stiellänge: Stehst du aufrecht, sollte ein aufgestellter Rechen mindestens bis zu deinem Kinn reichen, besser bis zur Stirn. Für Laubbesen und Vertikutierrechen wird eine Gerätelänge bis 30 cm über deiner Stirnhöhe empfohlen. Wie du Laub, Gras und Kies in aufrechter Haltung rechst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Pflege: Trockene Erde bürstest du nach der Arbeit ab, fest haftenden Schmutz entfernst du mit Wasser und Bürste. Danach reibst du die Zinken trocken und schützt rostende Stahlzinken mit einem Öl- oder Fettfilm. Wie du Werkzeug pflegst, reparierst und lagerst, beschreibt der Werkzeug-Überblick, der auch Qualität, Material und Ergonomie behandelt.

