Alexandrinerklee: Was er für Bodenleben und Knöllchenbakterien tut
- Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum) ist ein einjähriger, nicht winterharter Klee aus der Familie der Schmetterlingsblütler.
- Knöllchenbakterien an seinen Wurzeln bilden aus Luftstickstoff Ammonium, der Klee liefert ihnen dafür unter anderem Zucker.
- Wurzeln und Grünmasse versorgen das Bodenleben mit organischem Material, verrottende Wurzeln hinterlassen Kanäle für Wasser und Luft.
- Schneide spätestens zu Blühbeginn, bevor die Stängel verholzen: Junges Material wird schneller umgesetzt.
- Der Klee passt auf nicht saure Böden im pH-Bereich 6–8 mit guter Wasserversorgung.

Liegt ein Beet nach der Ernte kahl, fehlt dem Bodenleben der Nachschub. Es wachsen keine Wurzeln mehr, und Sonne und Starkregen treffen die nackte Oberfläche. Alexandrinerklee schließt solche Lücken mit einer lebenden Pflanzendecke. Er versorgt dabei zwei Gruppen von Bodenbewohnern: die Knöllchenbakterien an seinen Wurzeln und die Organismen, die später seine Reste abbauen. Ich säe ihn in Beete, die im Sommer frei werden, und sehe mir vor dem Schnitt die Wurzeln an.
Was ist Alexandrinerklee?
Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum) ist ein einjähriger, nicht winterharter Klee aus der Familie der Schmetterlingsblütler, der auch Ägyptischer Klee heißt. Er blüht von Mai bis September und wird vor allem als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. und Gründüngung gesät, daneben als Futterpflanze. Unter den Gründüngern zählt er zu den schwachzehrenden, tief wurzelnden Arten. Wie er sich neben Phacelia, Senf und den übrigen Kleearten einordnet, zeigt unsere Übersicht zu Gründünger und Bodenkur im Abschnitt über Familien und Wuchsformen der Gründüngerpflanzen.
Wie arbeitet der Klee mit Knöllchenbakterien zusammen?
An den Wurzeln des Klees leben Knöllchenbakterien. Sie bilden aus Luftstickstoff Ammonium und versorgen damit die Pflanze, der Klee liefert ihnen im Gegenzug unter anderem Zucker. Diesen Tausch gibt es nur bei Leguminosen. Alle anderen Gründünger nutzen allein den Stickstoff, der schon im Boden vorhanden ist. Zusätzlichen Stickstoff brauchst du diesem Klee deshalb nicht zu geben.
Leguminosen sind Schmetterlingsblütler wie Klee, Wicken und Lupinen. Mithilfe ihrer Wurzelbakterien binden sie Luftstickstoff in organischer Form.
In organischer Form heißt: Der Stickstoff steckt zunächst in der Pflanze, und für die Nachkultur wird er erst durch die Verrottung verfügbar. Nach den Knöllchenbakterien braucht es deshalb das übrige Bodenleben, bevor dein Gemüse etwas davon hat. Wie viel Stickstoff ein Bestand sammelt und was davon bei der Folgekultur ankommt, klärt der Ratgeber dazu, wie Alexandrinerklee Luftstickstoff bindet.
Knöllchen selbst ansehen
Die Knöllchen kannst du dir im eigenen Beet ansehen. Ich grabe dafür eine Pflanze mit dem Spaten samt Wurzelballen aus und ziehe sie nicht am Kraut heraus, weil feine Wurzeln dabei abreißen. Dann löse ich die Erde vorsichtig von den Wurzeln. Die Knöllchen sitzen als kleine Verdickungen daran.
Was hat das übrige Bodenleben vom Klee?
Organisches Material für Bodentiere und Mikroorganismen
Solange der Klee wächst, bleibt der Boden bedeckt und durchwurzelt. Was diese Decke für den Bodenschutz bedeutet, steht in der Gründünger-Übersicht im Abschnitt dazu, was Gründüngung im Boden leistet. Für das Bodenleben zählt vor allem die Zeit nach dem Schnitt: Dann versorgen Wurzeln und Grünmasse es mit organischem Material. Bodentiere mischen es ein und beschleunigen den Abbau, Mikroorganismen beeinflussen Nährstoffumsatz und Humusbildung. Ein Teil der organischen Substanz wird dabei weiter umgesetzt und setzt Nährstoffe frei. Ein stabilerer Anteil bleibt länger als Dauerhumus im Boden.
Für Alexandrinerklee werden 12–14 Dezitonnen TrockenmasseTrockenmasse ist das Gewicht eines Materials, etwa von Erntegut oder Futter, nach Abzug des enthaltenen Wassers. Sie macht Vergleiche möglich, die nicht davon abhängen, wie feucht das Material gerade ist. je Hektar an Wurzel- und Ernterückständen angegeben. Gemeint sind nur die Rückstände, nicht der gesamte Aufwuchs und nicht der Dauerhumus.
Wurzelgänge für Wasser und Luft
Auch die Wurzeln selbst hinterlassen etwas. Wenn sie verrotten, bleiben Kanäle zurück, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen können. Zwischenfruchtwurzeln und aktive Regenwürmer bilden Bioporen, die das Eindringen von Regenwasser fördern. Was das für Struktur und Nährstoffvorrat bedeutet, vertieft der Ratgeber dazu, wie Alexandrinerklee den Gartenboden mit Nährstoffen anreichert und seine Struktur verbessert.
Junges Grün wird schneller umgesetzt
Wie zügig das Bodenleben die Reste verarbeitet, hängt vom Alter der Pflanzen ab. Junge Pflanzen haben ein engeres Verhältnis von KohlenstoffKohlenstoff ist ein chemisches Element und der Hauptbestandteil des Humus. Pflanzen holen ihn als Kohlendioxid aus der Luft und bilden daraus bei der Photosynthese Zucker. zu Stickstoff als ältere und werden schneller umgesetzt. Verholzte Reste verrotten langsamer und können dabei vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Schneidest du den Klee, bevor seine Stängel verholzen, bekommt das Bodenleben also Material, das es zügig abbauen kann. Wie viel davon bei der Nachkultur ankommt, hängt von Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab.
Und was ist mit Mykorrhiza?
MykorrhizaMykorrhiza ist eine Lebensgemeinschaft zwischen bestimmten Bodenpilzen und Pflanzenwurzeln zum beiderseitigen Nutzen. Die Pilzfäden liefern der Pflanze Wasser und Nährsalze und erhalten dafür einen Teil der Kohlenhydrate, die die Pflanze durch Photosynthese bildet. heißt die Lebensgemeinschaft von Bodenpilzen und Pflanzenwurzeln. Der Pilz bekommt Zucker von der Pflanze, und die Pflanze kann über das Pilzgeflecht Wasser und Nährstoffe aus einem größeren Bodenraum erreichen. Klee gehört zu den Pflanzen, deren Wurzeln solche Pilze besiedeln können.
Anders als die Knöllchen siehst du diese Pilze mit bloßem Auge nicht. Wie stark ein Kleebestand sie in deinem Beet fördert, kannst du im Garten nicht messen. Ich plane deshalb mit keinem bestimmten Effekt. Stattdessen halte ich mich an das, was sich prüfen lässt: Der Boden bleibt bewachsen, die Wurzeln bleiben nach dem Schnitt im Boden, und das Grün arbeite ich nur flach ein.
Was kannst du im Beet selbst beobachten?
Mikroorganismen siehst du nicht, wohl aber den Zustand des Bodens, in dem sie leben. Ich mache dafür eine SpatenprobeDie Spatenprobe ist eine einfache Bodenbeurteilung vor Ort: Du stichst mit dem Spaten eine Erdscheibe aus und prüfst sie durch Anschauen, Riechen und Fühlen auf Krümelstruktur, Verdichtungen, Wurzeln und Regenwurmgänge. und beurteile Eindringwiderstand, Gefüge, Wurzelverlauf, Hohlräume, Farbe und Geruch. Durchgehende Wurm- und Wurzelröhren zeigen eine günstige Wasserleitfähigkeit, Durchlüftung und Durchwurzelbarkeit an. Farbe und Geruch können auf Durchlüftungsprobleme hindeuten, eine Diagnose sind sie nicht.
Spatenprobe im Kleebeet
- Dringt der Spaten leicht ein oder stößt er auf Widerstand?
- Zerfällt der Block in Krümel oder in dichte Klumpen?
- Wohin laufen die Kleewurzeln, und sitzen Knöllchen daran?
- Siehst du durchgehende Wurm- und Wurzelröhren?
- Welche Farbe hat die Erde, und wie riecht sie?
Ich wiederhole die Probe an derselben Stelle, bevor die nächste Kultur ins Beet kommt. So sehe ich den Boden einmal mit lebenden und einmal mit verrottenden Wurzeln.
Anbau, Schnitt und Fruchtfolge in Kürze
Für Anbau und Fruchtfolge genügt hier das Nötigste. Die Grundlagen stehen in der Gründünger-Übersicht, jeweils im genannten Abschnitt.
Wann und wie säst du?
Gesät wird Alexandrinerklee von April bis September in ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett. Er passt auf nicht saure Böden im pH-Bereich 6–8 und braucht Wärme und eine gute Wasserversorgung. Im Gemüsegarten bietet sich ab August eine späte UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. unter Tomaten, Kohlarten oder Lauch an. Schneide sie, sobald sie das Gemüse beeinträchtigt. Die Saatmonate aller Arten zeigt der Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken, Grundsätzliches steht in den Abschnitten zu Standort und Boden sowie zur Aussaat.
Wann schneidest du, und wohin mit dem Grün?
Den ersten Schnitt setzt du spätestens zu Blühbeginn. Das Grün arbeitest du nur flach ein, denn tief vergraben kann frische Masse unter Luftabschluss faulen. Danach wartest du meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung. Zeitpunkt, Mulch und Wartezeit erklärt der Abschnitt zum Mähen und Einarbeiten. Den ganzen Weg von der Aussaat bis zum Einarbeiten beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Alexandrinerklee als schnelle Zwischenfrucht nutzt.
Blühen lassen für Insekten?
Der Klee gilt als nützlingsfreundlich. Lässt du ihn für Insekten blühen, beendest du den Bestand nach der Blüte, aber vor der Samenreife. Ältere Pflanzen werden langsamer umgesetzt als junge, du wägst also Blüten gegen schnell verwertbares Grün ab. Was blühende Gründünger Insekten bieten, steht im Abschnitt zu Familien und Wuchsformen.
Was gilt für die Fruchtfolge?
Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen Leguminosen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. ausmachen, Klee zählt dabei mit. Säe ihn nicht auf Beete, auf denen kürzlich Bohnen oder Erbsen standen oder als nächste Hauptkultur geplant sind. Für Alexandrinerklee selbst gilt eine Anbaupause von 3 Jahren. Die Regeln dahinter stehen im Abschnitt zu Fruchtfolge und Mischkultur. Vor-, Haupt-, Zwischen- und Nachfrucht behandelt der Ratgeber dazu, wie du Alexandrinerklee in die Fruchtfolge einbindest. Im Mischkultur-Werkzeug siehst du, welche Nachbarn sich mit Klee vertragen, und im Beetplaner kannst du Kulturfolge und Anbaupausen für dein Beet planen.
Welche Krankheit solltest du kennen?
Alexandrinerklee ist für Stängelbrenner anfällig. Der Erreger überdauert auf Pflanzenresten und gefährdet überjährige Bestände stärker, plane deshalb eine kurze Nutzungsdauer ein. Mehr zu Krankheiten bei Gründüngern steht im Abschnitt zu NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt., Biofumigation und Krankheiten.
Allein oder in der Mischung?
In Gründüngungsmischungen lässt sich Alexandrinerklee mit Phacelia und Buchweizen kombinieren. Unterschiedliche Wurzelformen können dabei mehrere Bodenschichten erschließen, und der Klee bringt als Leguminose zusätzlichen Stickstoff ein. Alle enthaltenen Pflanzenfamilien müssen zu deiner Gemüsefruchtfolge passen. Wie der Klee neben anderen Arten abschneidet, zeigt der Ratgeber dazu, welche Vorteile Alexandrinerklee als Gründünger im Vergleich mit anderen Arten hat.





