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Alexandrinerklee im Gemüsegarten: Untersaat und Nachfrucht kombinieren

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Alexandrinerklee ist einjährig, nicht winterhart und wird 20–30 cm hoch.
  • Als späte Untersaat passt er unter Tomaten, Kohlarten oder Lauch, gesät ab August.
  • Als Nachfrucht kommt er auf Beete, die im Sommer frei werden, etwa nach Frühkartoffeln.
  • Auf Beete mit Bohnen oder Erbsen als Vor- oder Folgekultur gehört kein Klee.
  • Schneide die Untersaat, sobald sie das Gemüse beeinträchtigt, denn bei Trockenheit kann sie um Wasser konkurrieren.
  • Nach dem Klee passt stark zehrendes Gemüse; nach dem Einarbeiten wartest du meist etwa 2–3 Wochen.
Ein blühender Stängel von Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum) mit Blättern vor einem weißen Hintergrund.
Foto: Depositphotos-Contributor 85325210 · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Im Juli sind die Frühkartoffeln geerntet, und das Beet liegt bis zum Frühjahr offen. Im August steht zwischen den Tomaten nackte Erde. In beide Lücken passt Alexandrinerklee, wenn Zeitpunkt und Nachbarn stimmen. Unter stehendem Gemüse kann er um Wasser konkurrieren, und auf Beete mit Erbsen oder Bohnen gehört er nicht. Ich kläre deshalb zuerst, ob der Klee unter eine stehende Kultur soll oder auf ein abgeerntetes Beet. Danach plane ich Saattermin und Folgekultur.

Was ist Alexandrinerklee?

Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum), auch Ägyptischer Klee genannt, ist ein einjähriger Schmetterlingsblütler. Gesät wird er vor allem als Zwischenfrucht, daneben dient er als Futterpflanze. Für das Gemüsebeet zählt, dass er niedrig bleibt, tief wurzelt und den Winter nicht übersteht.

Merkmal Alexandrinerklee
Familie Schmetterlingsblütler (Fabaceae)
Lebensdauer einjährig, nicht winterhart
Wuchshöhe 20–30 cm
Blütezeit Mai bis September
Wurzel tief wurzelnd
Nährstoffbedarf schwach zehrend
Aussaat April bis September
Keimdauer 14–21 Tage
Saattiefe höchstens 1 cm

Als Leguminose bindet der Klee mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff. Seine Pflanzendecke schützt die Bodenoberfläche vor Verschlämmung und Erosion, und verrottende Wurzeln hinterlassen Kanäle für Wasser und Luft. Mehr dazu, was Gründüngung im Boden leistet, steht im Überblick zu Gründüngern und Bodenkur.

Kurz erklärt

Bei der Untersaat wächst der Klee zwischen einer stehenden Gemüsekultur. Als Nachfrucht kommt er auf das Beet, nachdem das Gemüse geerntet ist.

Aussaatkalender Alexandrinerklee
GartenkalenderAussaat: April, Mai, Juni, Juli, August, September; Blüte: Mai, Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat: SeptemberBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberAussaatBlüte

Untersaat: Klee unter stehendem Gemüse

Unter welches Gemüse passt die Untersaat, und wann säst du?

Alexandrinerklee passt als späte Untersaat unter Tomaten, Kohlarten oder Lauch. Gesät wird ab August. Zu diesem Zeitpunkt steht das Gemüse schon lange im Beet, und der junge Klee wächst in einen eingewachsenen Bestand hinein.

Wie säst du in die stehende Kultur?

Bei einer Untersaat streust du das Saatgut in die bereits gepflanzte Kultur und arbeitest es mit dem letzten Hackgang ein. So gehst du vor:

  1. Grabe Wurzelunkräuter zwischen den Reihen aus, denn zerteilte Wurzelstücke können wieder austreiben.
  2. Streue das Saatgut breitwürfig zwischen die Gemüsereihen. Die Menge entnimmst du der Saatguttüte.
  3. Arbeite den Samen mit dem letzten Hackgang flach ein. Tiefer als 1 cm soll er nicht liegen.
  4. Drücke die Fläche an, damit der Samen Bodenkontakt bekommt.
  5. Halte die Saat bis zum Auflaufen feucht. Bis zur Keimung vergehen 14–21 Tage.
Marias Erfahrung

Ich streue den Klee direkt vor dem letzten Hackgang und führe die Hacke dabei ganz flach. Danach gieße ich mit weichem Strahl, damit die Oberfläche nicht verschlämmt, und prüfe mit dem Finger, ob die oberste Schicht feucht geblieben ist.

Wann schneidest du die Untersaat?

Schneide den Klee, sobald er das Gemüse beeinträchtigt. Eine lebende Untersaat verbraucht selbst Wasser und kann bei Trockenheit mit der Hauptkultur konkurrieren. An trockenen Standorten ist ihr Nutzen deshalb nicht selbstverständlich.

Warte mit dem Schnitt außerdem nicht, bis die Stängel verholzen. Junge Pflanzen werden schneller umgesetzt, verholzte Reste verrotten langsamer und können vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Früh geschnittenes Material eignet sich deshalb besser als Mulch zwischen den Reihen. Ein Schröpfschnitt, also ein früher Pflegeschnitt, kann zugleich den Unkrautwuchs im Klee verringern und seine Bestockung fördern.

Tipp

Bei Alexandrinerklee gibt es ein- und mehrschnittige Sorten. Wenn du die Untersaat mehrmals schneiden willst, achtest du beim Kauf auf einen mehrschnittigen Typ.

Mischkultur und Konkurrenz kurz gefasst

Klee gilt als passender Gründünger unter anderem für Möhren, Pastinaken und Petersilie und als unverträglich mit Markerbsen, Puffbohnen und Prunkbohnen. In Gründüngungsmischungen steht Alexandrinerklee auch neben Phacelia, Buchweizen oder Ölrettich. Welche Mischkulturpartner zu Alexandrinerklee passen und wie du Konkurrenz vermeidest, zeigt ein eigener Ratgeber.

Nachfrucht: Klee auf dem abgeernteten Beet

Nach welchem Gemüse passt Alexandrinerklee?

Im Feldanbau steht Alexandrinerklee als Zwischenfrucht nach Frühkartoffeln. Im Garten passt er entsprechend auf Beete, die im Sommer frei werden. Ausgenommen sind Beete mit Bohnen oder Erbsen.

Häufiger Fehler

Klee auf das frei gewordene Erbsen- oder Bohnenbeet säen. Klee ist selbst eine Leguminose und sollte Beete meiden, auf denen kürzlich Bohnen oder Erbsen standen oder die als Nächstes damit belegt werden.

Ob andere Kulturen als Nachbarn zum Klee passen, prüfst du mit dem Mischkultur-Check für verträgliche und unverträgliche Nachbarn.

Wann säst du die Nachfrucht?

Die Aussaat ist von April bis September möglich. Für die Saat nach der Ernte gilt im Feldanbau Juli bis Anfang August als empfohlenes Fenster. Säe deshalb möglichst bald nach dem Abräumen: Der Klee braucht 14–21 Tage zum Keimen und ist nicht winterhart, sodass der Frost sein Wachstum beendet.

Der Klee braucht ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett. Räume Erntereste ab, harke die Fläche eben und säe breitwürfig. Danach rechst du flach ein, drückst an und hältst die Saat bis zum Auflaufen feucht. Die Saatfenster anderer Arten zeigt dir der Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken. Den ganzen Ablauf beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Alexandrinerklee als schnelle Zwischenfrucht von der Aussaat bis zum Einarbeiten führst.

Was passiert mit dem Klee im Winter?

Alexandrinerklee ist nicht winterhart: Der abgefrorene Bestand bleibt über Winter als Mulch liegen und wird im Frühjahr flach eingearbeitet. Im Frühherbst arbeitest du ihn nicht ein, weil frei werdende Nährstoffe sonst ausgewaschen werden können. Zeitpunkt, Mulch und Wartezeit erklärt der Gründünger-Überblick im Abschnitt zum Mähen und Einarbeiten.

Was bedeutet der Klee für das Gemüse danach?

Leguminosen-Gründüngung eignet sich als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Nach Alexandrinerklee pflanze ich deshalb Kohl, Kürbis oder Tomaten. Zwischen dem Einarbeiten und der Pflanzung liegen meist etwa 2–3 Wochen.

Wie viel Stickstoff du für das Gemüse anrechnen kannst, richtet sich nach der Höhe des Bestands. Als pauschale Rechenhilfe für die Gartendüngung gilt:

Aufwuchshöhe des Bestands Anrechenbarer Stickstoff
unter 5 cm 1 g/m²
5–14 cm 2 g/m²
15–30 cm 4 g/m²
über 30 cm 6 g/m²

Alexandrinerklee wird 20–30 cm hoch. Ein voll entwickelter Bestand liegt damit in der dritten Stufe, ein spät gesäter und kurz gebliebener darunter. Auch deshalb lohnt die frühe Saat der Nachfrucht.

Die Tabelle ist eine Rechenhilfe, keine Zusage. Der Stickstoff aus der Pflanzenmasse steht dem Gemüse je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig zur Verfügung. Plane die Düngung der Folgekultur weiter nach ihrem Bedarf und rechne den Klee dabei an.

In der Fruchtfolge planst du Klee wie eine Hülsenfrucht ein: Höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung sollen auf Leguminosen entfallen, Erbsen und Bohnen eingeschlossen. Auf dieselbe Fläche kommt Alexandrinerklee erst nach einer Anbaupause von 3 Jahren wieder. Wie du Alexandrinerklee als Vor-, Haupt-, Zwischen- und Nachfrucht in die Fruchtfolge einbindest, steht in einem eigenen Ratgeber.

Standort, Pflege, Krankheiten und Futter in Kürze

Diese Themen reiße ich hier nur an, ausführlich stehen sie im Gründünger-Überblick.

Standort und Boden. Alexandrinerklee wächst auf leichten bis mittelschweren, nährstoffreichen Böden mit guter Wasserversorgung, trockene Jahre sind ungünstig. Saure Böden meidest du, als geeignet gilt ein pH-Bereich von 6–8. Welche Art auf welchen Boden passt, steht dort im Abschnitt zu Standort und Boden.

Pflege. Bei trockener Witterung kann die Saat besonders in der Keimphase wiederholtes Gießen brauchen. Eine zusätzliche Stickstoffdüngung benötigt der Klee nicht. Mehr steht im Abschnitt zu Pflege, Gießen und Düngen und im Ratgeber dazu, wie du Alexandrinerklee anbaust und pflegst, von der Aussaat bis zum Frost.

Krankheiten. Alexandrinerklee ist für Stängelbrenner anfällig. Der Erreger überdauert auf Pflanzenresten und gefährdet überjährige Bestände stärker, deshalb planst du eine kurze Nutzungsdauer ein. Den Rahmen gibt der Abschnitt zu Nematoden, Biofumigation und Krankheiten.

Futternutzung. Alexandrinerklee wird auch als Futterpflanze genutzt. Der erste Schnitt liegt spätestens am Blühbeginn, und beim Bergen begrenzen wenige Arbeitsgänge die Bröckelverluste.

Drei Beispiele aus dem Beet

Die folgenden Abläufe zeigen, wie ich Untersaat und Nachfrucht einplane. Auf deine eigenen Beete überträgst du sie, indem du die Belegung im Beetplaner durchspielst.

Tomaten: späte Untersaat ab August

Unter Tomaten säe ich den Klee ab August zwischen die Reihen und lasse den Pflanzenfuß frei. Die Tomaten gieße ich weiter gezielt am Wurzelbereich. In einem Gewächshausversuch ließ sich die Kultur genauer steuern, wenn Tomaten und Untersaat getrennt bewässert wurden.

Nach dem Abräumen der Tomaten bleibt der Klee stehen. Weil er nicht winterhart ist, friert er ab und bedeckt das Beet über Winter als Mulch. Aus der Untersaat wird so ohne zweite Aussaat eine Nachfrucht.

Mythos-Check

„Klee unter Tomaten bringt mehr Ertrag.“ Gesichert ist das nicht. In einem Versuch mit Cocktailtomaten waren die Unterschiede bei Ertrag und Marktfähigkeit durch eine Klee-Untersaat statistisch nicht abgesichert. Säe den Klee für den Boden und für das Gemüse im Folgejahr.

Kürbisgewächse: Klee davor statt darunter

Die Empfehlung für die späte Untersaat nennt Tomaten, Kohlarten und Lauch, Kürbisgewächse gehören nicht dazu. Bei Kürbis, Zucchini und Gurken setze ich den Klee deshalb als Vorfrucht ein. Er wächst im Vorjahr als Nachfrucht auf dem Beet, friert ab und bleibt als Mulch liegen. Im Frühjahr arbeite ich die Reste flach ein und pflanze nach der Wartezeit. Als Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf passen Kürbisgewächse zu einer Leguminosen-Vorfrucht.

Wenn du den Klee trotzdem unter Kürbis säen willst, gilt dieselbe Regel wie bei jeder Untersaat: Schneide ihn, sobald er die Kultur beeinträchtigt, und achte bei Trockenheit auf die Wasserkonkurrenz.

Kartoffeln: Klee nach den Frühkartoffeln

Nach Frühkartoffeln ist das Beet im Sommer frei, das passt zum Saatfenster der Nachfrucht. Nach dem Roden ist der Boden locker und aufgewühlt. Der Klee braucht aber ein gut rückverfestigtes Saatbett und darf höchstens 1 cm tief liegen. Ich harke das Beet deshalb eben, trete es an und säe erst dann.

Im Jahr darauf folgt stark zehrendes Gemüse wie Kohl. Bohnen und Erbsen kommen auf dieses Beet nicht als Nächstes.

Mini-Checkliste

Vor der Saat prüfst du vier Punkte: Beet ohne Bohnen oder Erbsen als Vor- oder Folgekultur, Saatbett feinkrümelig und fest, Wasser bis zum Auflaufen gesichert, Saatmenge von der Tüte abgelesen.

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Häufige Fragen

Wie plant man eine erfolgreiche Mischkultur mit Alexandrinerklee im Gemüsebeet?
Plane Alexandrinerklee als späte Untersaat: Er passt unter Tomaten, Kohlarten oder Lauch und wird ab August gesät. Schneide ihn, sobald er das Gemüse beeinträchtigt, denn eine lebende Untersaat kann bei Trockenheit um Wasser konkurrieren. Auf Beete, auf denen kürzlich Bohnen oder Erbsen standen oder als Nächstes geplant sind, gehört er nicht.
Stimmt es, dass Alexandrinerklee anderen Pflanzen Nährstoffe wegnimmt?
Wie jede Gründüngung nimmt auch Alexandrinerklee Nährstoffe aus dem Boden auf. Als Leguminose bringt er über Knöllchenbakterien aber zusätzlich Luftstickstoff ein und braucht selbst keine Stickstoffdüngung. Zu rechnen ist mit Konkurrenz um Wasser: Eine lebende Untersaat kann dadurch den Gemüseertrag mindern. Schneide den Klee deshalb, sobald er die Gemüsekultur beeinträchtigt.
Wann ist der optimale Zeitpunkt zum Einarbeiten von Alexandrinerklee als Gründünger?
Geschnitten wird Gründüngung im Hausgarten gewöhnlich kurz vor der Blüte, auf jeden Fall vor der Samenreife und bevor die Stängel verholzen. Im Frühherbst arbeitest du den Klee nicht ein, weil frei werdende Nährstoffe sonst ausgewaschen werden können. Ein abgefrorener Bestand bleibt über Winter als Mulch liegen und wird im Frühjahr flach eingearbeitet. Danach wartest du meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung.
Wie funktioniert die Stickstoffbindung bei Alexandrinerklee im Gemüsegarten?
Alexandrinerklee lebt als Leguminose mit Knöllchenbakterien zusammen. Die Bakterien versorgen die Pflanze mit Ammonium, das sie aus Luftstickstoff bilden, und erhalten dafür unter anderem Zucker. Für das folgende Gemüse wird dieser Stickstoff erst verfügbar, wenn die Pflanzenreste verrotten. Je nach Boden und Witterung kommt er nicht vollständig bei der Folgekultur an.
Worin unterscheidet sich Alexandrinerklee von anderen Kleearten im Garten?
Alexandrinerklee ist einjährig und nicht winterhart, Rotklee dagegen mehrjährig und winterhart. Inkarnatklee kann überwintern, verträgt harte, lange und schneereiche Winter aber schlecht. Mit 20–30 cm bleibt Alexandrinerklee so niedrig wie Weißklee, wurzelt im Unterschied zu ihm aber tief.
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