Alexandrinerklee im Gemüsegarten: Untersaat und Nachfrucht kombinieren
- Alexandrinerklee ist einjährig, nicht winterhart und wird 20–30 cm hoch.
- Als späte Untersaat passt er unter Tomaten, Kohlarten oder Lauch, gesät ab August.
- Als Nachfrucht kommt er auf Beete, die im Sommer frei werden, etwa nach Frühkartoffeln.
- Auf Beete mit Bohnen oder Erbsen als Vor- oder Folgekultur gehört kein Klee.
- Schneide die Untersaat, sobald sie das Gemüse beeinträchtigt, denn bei Trockenheit kann sie um Wasser konkurrieren.
- Nach dem Klee passt stark zehrendes Gemüse; nach dem Einarbeiten wartest du meist etwa 2–3 Wochen.

Im Juli sind die Frühkartoffeln geerntet, und das Beet liegt bis zum Frühjahr offen. Im August steht zwischen den Tomaten nackte Erde. In beide Lücken passt Alexandrinerklee, wenn Zeitpunkt und Nachbarn stimmen. Unter stehendem Gemüse kann er um Wasser konkurrieren, und auf Beete mit Erbsen oder Bohnen gehört er nicht. Ich kläre deshalb zuerst, ob der Klee unter eine stehende Kultur soll oder auf ein abgeerntetes Beet. Danach plane ich Saattermin und Folgekultur.
Was ist Alexandrinerklee?
Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum), auch Ägyptischer Klee genannt, ist ein einjähriger Schmetterlingsblütler. Gesät wird er vor allem als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut., daneben dient er als Futterpflanze. Für das Gemüsebeet zählt, dass er niedrig bleibt, tief wurzelt und den Winter nicht übersteht.
| Merkmal | Alexandrinerklee |
|---|---|
| Familie | Schmetterlingsblütler (FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft.) |
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
| Wuchshöhe | 20–30 cm |
| Blütezeit | Mai bis September |
| Wurzel | tief wurzelnd |
| Nährstoffbedarf | schwach zehrend |
| Aussaat | April bis September |
| Keimdauer | 14–21 Tage |
| Saattiefe | höchstens 1 cm |
Als Leguminose bindet der Klee mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff. Seine Pflanzendecke schützt die Bodenoberfläche vor Verschlämmung und Erosion, und verrottende Wurzeln hinterlassen Kanäle für Wasser und Luft. Mehr dazu, was Gründüngung im Boden leistet, steht im Überblick zu Gründüngern und Bodenkur.
Bei der UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. wächst der Klee zwischen einer stehenden Gemüsekultur. Als Nachfrucht kommt er auf das Beet, nachdem das Gemüse geerntet ist.
Untersaat: Klee unter stehendem Gemüse
Unter welches Gemüse passt die Untersaat, und wann säst du?
Alexandrinerklee passt als späte Untersaat unter Tomaten, Kohlarten oder Lauch. Gesät wird ab August. Zu diesem Zeitpunkt steht das Gemüse schon lange im Beet, und der junge Klee wächst in einen eingewachsenen Bestand hinein.
Wie säst du in die stehende Kultur?
Bei einer Untersaat streust du das Saatgut in die bereits gepflanzte Kultur und arbeitest es mit dem letzten Hackgang ein. So gehst du vor:
- Grabe Wurzelunkräuter zwischen den Reihen aus, denn zerteilte Wurzelstücke können wieder austreiben.
- Streue das Saatgut breitwürfig zwischen die Gemüsereihen. Die Menge entnimmst du der Saatguttüte.
- Arbeite den Samen mit dem letzten Hackgang flach ein. Tiefer als 1 cm soll er nicht liegen.
- Drücke die Fläche an, damit der Samen Bodenkontakt bekommt.
- Halte die Saat bis zum Auflaufen feucht. Bis zur Keimung vergehen 14–21 Tage.
Ich streue den Klee direkt vor dem letzten Hackgang und führe die Hacke dabei ganz flach. Danach gieße ich mit weichem Strahl, damit die Oberfläche nicht verschlämmt, und prüfe mit dem Finger, ob die oberste Schicht feucht geblieben ist.
Wann schneidest du die Untersaat?
Schneide den Klee, sobald er das Gemüse beeinträchtigt. Eine lebende Untersaat verbraucht selbst Wasser und kann bei Trockenheit mit der HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. konkurrieren. An trockenen Standorten ist ihr Nutzen deshalb nicht selbstverständlich.
Warte mit dem Schnitt außerdem nicht, bis die Stängel verholzen. Junge Pflanzen werden schneller umgesetzt, verholzte Reste verrotten langsamer und können vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Früh geschnittenes Material eignet sich deshalb besser als Mulch zwischen den Reihen. Ein SchröpfschnittEin Schröpfschnitt ist ein früher Schnitt im ersten Jahr nach dem Aussäen einer Blumenwiese. Er kürzt schnell wachsende Beikräuter zurück, damit die langsameren eingesäten Wildkräuter nicht überwuchert werden und genug Licht bekommen., also ein früher Pflegeschnitt, kann zugleich den Unkrautwuchs im Klee verringern und seine Bestockung fördern.
Bei Alexandrinerklee gibt es ein- und mehrschnittige Sorten. Wenn du die Untersaat mehrmals schneiden willst, achtest du beim Kauf auf einen mehrschnittigen Typ.
Mischkultur und Konkurrenz kurz gefasst
Klee gilt als passender Gründünger unter anderem für Möhren, Pastinaken und Petersilie und als unverträglich mit Markerbsen, Puffbohnen und Prunkbohnen. In Gründüngungsmischungen steht Alexandrinerklee auch neben Phacelia, Buchweizen oder Ölrettich. Welche Mischkulturpartner zu Alexandrinerklee passen und wie du Konkurrenz vermeidest, zeigt ein eigener Ratgeber.
Nachfrucht: Klee auf dem abgeernteten Beet
Nach welchem Gemüse passt Alexandrinerklee?
Im Feldanbau steht Alexandrinerklee als Zwischenfrucht nach Frühkartoffeln. Im Garten passt er entsprechend auf Beete, die im Sommer frei werden. Ausgenommen sind Beete mit Bohnen oder Erbsen.
Klee auf das frei gewordene Erbsen- oder Bohnenbeet säen. Klee ist selbst eine Leguminose und sollte Beete meiden, auf denen kürzlich Bohnen oder Erbsen standen oder die als Nächstes damit belegt werden.
Ob andere Kulturen als Nachbarn zum Klee passen, prüfst du mit dem Mischkultur-Check für verträgliche und unverträgliche Nachbarn.
Wann säst du die Nachfrucht?
Die Aussaat ist von April bis September möglich. Für die Saat nach der Ernte gilt im Feldanbau Juli bis Anfang August als empfohlenes Fenster. Säe deshalb möglichst bald nach dem Abräumen: Der Klee braucht 14–21 Tage zum Keimen und ist nicht winterhart, sodass der Frost sein Wachstum beendet.
Der Klee braucht ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett. Räume Erntereste ab, harke die Fläche eben und säe breitwürfig. Danach rechst du flach ein, drückst an und hältst die Saat bis zum Auflaufen feucht. Die Saatfenster anderer Arten zeigt dir der Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken. Den ganzen Ablauf beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Alexandrinerklee als schnelle Zwischenfrucht von der Aussaat bis zum Einarbeiten führst.
Was passiert mit dem Klee im Winter?
Alexandrinerklee ist nicht winterhart: Der abgefrorene Bestand bleibt über Winter als Mulch liegen und wird im Frühjahr flach eingearbeitet. Im Frühherbst arbeitest du ihn nicht ein, weil frei werdende Nährstoffe sonst ausgewaschen werden können. Zeitpunkt, Mulch und Wartezeit erklärt der Gründünger-Überblick im Abschnitt zum Mähen und Einarbeiten.
Was bedeutet der Klee für das Gemüse danach?
Leguminosen-Gründüngung eignet sich als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Nach Alexandrinerklee pflanze ich deshalb Kohl, Kürbis oder Tomaten. Zwischen dem Einarbeiten und der Pflanzung liegen meist etwa 2–3 Wochen.
Wie viel Stickstoff du für das Gemüse anrechnen kannst, richtet sich nach der Höhe des Bestands. Als pauschale Rechenhilfe für die Gartendüngung gilt:
| Aufwuchshöhe des Bestands | Anrechenbarer Stickstoff |
|---|---|
| unter 5 cm | 1 g/m² |
| 5–14 cm | 2 g/m² |
| 15–30 cm | 4 g/m² |
| über 30 cm | 6 g/m² |
Alexandrinerklee wird 20–30 cm hoch. Ein voll entwickelter Bestand liegt damit in der dritten Stufe, ein spät gesäter und kurz gebliebener darunter. Auch deshalb lohnt die frühe Saat der Nachfrucht.
Die Tabelle ist eine Rechenhilfe, keine Zusage. Der Stickstoff aus der Pflanzenmasse steht dem Gemüse je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig zur Verfügung. Plane die Düngung der Folgekultur weiter nach ihrem Bedarf und rechne den Klee dabei an.
In der Fruchtfolge planst du Klee wie eine Hülsenfrucht ein: Höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. sollen auf Leguminosen entfallen, Erbsen und Bohnen eingeschlossen. Auf dieselbe Fläche kommt Alexandrinerklee erst nach einer Anbaupause von 3 Jahren wieder. Wie du Alexandrinerklee als Vor-, Haupt-, Zwischen- und Nachfrucht in die Fruchtfolge einbindest, steht in einem eigenen Ratgeber.
Standort, Pflege, Krankheiten und Futter in Kürze
Diese Themen reiße ich hier nur an, ausführlich stehen sie im Gründünger-Überblick.
Standort und Boden. Alexandrinerklee wächst auf leichten bis mittelschweren, nährstoffreichen Böden mit guter Wasserversorgung, trockene Jahre sind ungünstig. Saure Böden meidest du, als geeignet gilt ein pH-Bereich von 6–8. Welche Art auf welchen Boden passt, steht dort im Abschnitt zu Standort und Boden.
Pflege. Bei trockener Witterung kann die Saat besonders in der Keimphase wiederholtes Gießen brauchen. Eine zusätzliche Stickstoffdüngung benötigt der Klee nicht. Mehr steht im Abschnitt zu Pflege, Gießen und Düngen und im Ratgeber dazu, wie du Alexandrinerklee anbaust und pflegst, von der Aussaat bis zum Frost.
Krankheiten. Alexandrinerklee ist für Stängelbrenner anfällig. Der Erreger überdauert auf Pflanzenresten und gefährdet überjährige Bestände stärker, deshalb planst du eine kurze Nutzungsdauer ein. Den Rahmen gibt der Abschnitt zu NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt., Biofumigation und Krankheiten.
Futternutzung. Alexandrinerklee wird auch als Futterpflanze genutzt. Der erste Schnitt liegt spätestens am Blühbeginn, und beim Bergen begrenzen wenige Arbeitsgänge die Bröckelverluste.
Drei Beispiele aus dem Beet
Die folgenden Abläufe zeigen, wie ich Untersaat und Nachfrucht einplane. Auf deine eigenen Beete überträgst du sie, indem du die Belegung im Beetplaner durchspielst.
Tomaten: späte Untersaat ab August
Unter Tomaten säe ich den Klee ab August zwischen die Reihen und lasse den Pflanzenfuß frei. Die Tomaten gieße ich weiter gezielt am Wurzelbereich. In einem Gewächshausversuch ließ sich die Kultur genauer steuern, wenn Tomaten und Untersaat getrennt bewässert wurden.
Nach dem Abräumen der Tomaten bleibt der Klee stehen. Weil er nicht winterhart ist, friert er ab und bedeckt das Beet über Winter als Mulch. Aus der Untersaat wird so ohne zweite Aussaat eine Nachfrucht.
„Klee unter Tomaten bringt mehr Ertrag.“ Gesichert ist das nicht. In einem Versuch mit Cocktailtomaten waren die Unterschiede bei Ertrag und Marktfähigkeit durch eine Klee-Untersaat statistisch nicht abgesichert. Säe den Klee für den Boden und für das Gemüse im Folgejahr.
Kürbisgewächse: Klee davor statt darunter
Die Empfehlung für die späte Untersaat nennt Tomaten, Kohlarten und Lauch, KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen. gehören nicht dazu. Bei Kürbis, Zucchini und Gurken setze ich den Klee deshalb als Vorfrucht ein. Er wächst im Vorjahr als Nachfrucht auf dem Beet, friert ab und bleibt als Mulch liegen. Im Frühjahr arbeite ich die Reste flach ein und pflanze nach der Wartezeit. Als Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf passen Kürbisgewächse zu einer Leguminosen-Vorfrucht.
Wenn du den Klee trotzdem unter Kürbis säen willst, gilt dieselbe Regel wie bei jeder Untersaat: Schneide ihn, sobald er die Kultur beeinträchtigt, und achte bei Trockenheit auf die Wasserkonkurrenz.
Kartoffeln: Klee nach den Frühkartoffeln
Nach Frühkartoffeln ist das Beet im Sommer frei, das passt zum Saatfenster der Nachfrucht. Nach dem Roden ist der Boden locker und aufgewühlt. Der Klee braucht aber ein gut rückverfestigtes Saatbett und darf höchstens 1 cm tief liegen. Ich harke das Beet deshalb eben, trete es an und säe erst dann.
Im Jahr darauf folgt stark zehrendes Gemüse wie Kohl. Bohnen und Erbsen kommen auf dieses Beet nicht als Nächstes.
Vor der Saat prüfst du vier Punkte: Beet ohne Bohnen oder Erbsen als Vor- oder Folgekultur, Saatbett feinkrümelig und fest, Wasser bis zum Auflaufen gesichert, Saatmenge von der Tüte abgelesen.





