Gründüngung in Fruchtfolge und Mischkultur: Familien, Pausen, Untersaaten
- Gründünger zählen in der Fruchtfolge zu ihrer Pflanzenfamilie, Senf und Ölrettich zu den Kreuzblütlern, Klee, Wicken und Lupinen zu den Hülsenfrüchten.
- Arten derselben Familie stehen nicht unmittelbar hintereinander auf derselben Fläche.
- Höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung sollen auf Leguminosen entfallen, Erbsen und Bohnen eingeschlossen.
- Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und ergänzt deshalb viele Gemüsefolgen.
- Untersaat und Lebendmulch verbrauchen selbst Wasser. Schneide sie, sobald sie das Gemüse beeinträchtigen.
Nach dem Kohl ist das Beet im August leer, und Gelbsenf wächst zügig an. Genau diese Folge ist heikel: Senf gehört wie Kohl, Rettich und Radieschen zu den Kreuzblütlern und kann in deren Fruchtfolge Kohlhernie fördern. Eine Gründüngung ist für das Beet also keine neutrale Pause. In der Fruchtfolge zählt sie mit, und in der Mischkultur ist sie ein Nachbar wie jedes Gemüse. Ich trage deshalb jede Gründüngung mit ihrer Pflanzenfamilie in meinen Beetplan ein, bevor ich Saatgut kaufe.
Gründüngung heißt, dass du Pflanzen für den Boden säst und nicht für die Ernte. Ihre Decke schützt die Oberfläche vor VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten., Verkrustung und Erosion, ihre Reste versorgen später das Bodenleben mit organischem Material. Die Grundlagen dazu, was Gründüngung im Boden leistet, stehen im Überblick zu Gründünger und Bodenkur.
Warum zählt Gründüngung in der Fruchtfolge mit?
Gründünger gehören zu denselben Pflanzenfamilien wie dein Gemüse. Senf, Ölrettich und Raps fallen in die Kreuzblütlerpause, Klee, Wicken und Lupinen in die Planung der Hülsenfrüchte. Dazu kommt eine Grundregel: Arten derselben Familie stehen nicht unmittelbar hintereinander auf derselben Fläche. Sie gilt auch, wenn beide Kulturen Gründünger sind. Auf Senf folgt im nächsten freien Fenster also kein Ölrettich und auf Klee keine Wicke.
Jede Art hat außerdem ihre eigene Anbaupause. Die Tabelle ordnet die gängigen Gründünger nach Familie.
| Familie | Gründünger | Anbaupause | Im Gemüsebeet beachten |
|---|---|---|---|
| Kreuzblütler (Brassicaceae) | Gelbsenf, Ölrettich, Rübsen, Winterraps | 4 Jahre | zählen zur Pause von Kohl, Rettich und Radieschen |
| Leguminosen (FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft.) | Weißklee, Perserklee, Alexandrinerklee, Serradella | 3 Jahre | zählen zur Planung von Erbsen und Bohnen |
| Leguminosen (Fabaceae) | Lupine, Inkarnatklee, Sommerwicken | 4 Jahre | untereinander und mit Markerbsen, Puffbohnen und Prunkbohnen unverträglich |
| Leguminosen (Fabaceae) | Luzerne | 6 Jahre | mit sich selbst und anderen Leguminosen unverträglich |
| Leguminosen (Fabaceae) | Rotklee | 7 Jahre | mit sich selbst und den meisten anderen Leguminosen unverträglich |
| Boraginaceae | Phacelia | 2 Jahre | mit keiner gängigen Gemüseart verwandt |
| Polygonaceae | Buchweizen | 3 Jahre | nicht neben Rhabarber und Ampfer |
| Asteraceae | Studentenblumen | 2 Jahre | nicht neben Endivie, Artischocken und Schwarzwurzeln |
| Asteraceae | Feldsonnenblumen | 4 Jahre | starkzehrend, Raps ist keine geeignete Vorfrucht |
| Linaceae | Lein | 6 Jahre | bei zu kurzen Pausen droht Leinmüdigkeit |
Die Pausen in der Tabelle gelten für die Art selbst. Zu anderen Kreuzblütlern brauchen Gelbsenf und Ölrettich im Gemüsebeet mindestens 3–5 Jahre Abstand.
Die Gründüngung fehlt im Beetplan. Dann steht im nächsten Jahr Kohl dort, wo im Herbst Senf wuchs, und die Kreuzblütlerpause ist unterbrochen, ohne dass du es merkst.
Wenn du nicht auf Papier planst, kannst du deine Beete mit Gemüse und Gründüngung im Beetplaner anlegen.
Welche Gründüngung passt nach welchem Gemüse?
Ich gehe meine Beete nach der Ernte einzeln durch und kläre zuerst, welche Familie dort zuletzt stand. Danach schaue ich auf die Kultur, die folgen soll. Bei der Fruchtfolgeplanung gehören Pflanzenfamilie und Stickstoffbedarf der Folgekultur zusammen.
Was säe ich nach Kohl, Rettich und Radieschen?
Wächst bei dir viel Kohl, Rettich oder Radieschen, lässt du Senf, Ölrettich und Raps möglichst weg. Säe stattdessen Phacelia. Sie ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und ergänzt deshalb viele Gemüsefolgen.
Bei Kohlhernieproblemen an Kohl empfiehlt sich ein Fruchtwechsel von fünf bis sechs Jahren. In dieser Zeit verzichtest du auf Kreuzblütler auch als Gründüngung.
Wohin gehören Klee, Wicken und Lupinen in der Folge?
Klee, Wicken und Lupinen binden mithilfe von Wurzelbakterien Luftstickstoff. Nur Leguminosen bringen so zusätzlichen Stickstoff ins Beet, alle anderen Gründünger nutzen den Stickstoff, der schon im Boden ist. Als Vorfrucht eignen sie sich deshalb für stark zehrendes Gemüse.
Ihr Anteil im Garten ist aber begrenzt. Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. auf Leguminosen entfallen. Erbsen und Bohnen zählen dabei mit. Wer schon viele Hülsenfrüchte anbaut, hat für Klee oder Wicken als Gründüngung also wenig Anteil übrig und sät auf den übrigen Beeten besser Phacelia.
Klee meidest du außerdem auf Beeten, auf denen kürzlich Bohnen oder Erbsen standen oder als nächste HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. geplant sind.
Was passt nach Kartoffeln?
Nach früh geräumten Kartoffeln passt Buchweizen, denn Kartoffeln gelten für ihn als günstige Vorfrucht. Gesät wird er von Mai bis Juli. Als Sommerzwischenfrucht zwischen Gemüsekulturen kann er ab etwa 6 Wochen Samen ansetzen, deshalb beendest du den Bestand vor der Samenreife.
Welche Familie stand zuletzt auf dem Beet? Welche Kultur folgt, und wie viel Stickstoff braucht sie? Wie lange ist die Fläche frei, die Wartezeit nach dem Einarbeiten eingerechnet? Passt bei einer Mischung jede enthaltene Familie?
Wie lange ist das Beet frei? Zwischenfrucht oder Hauptfrucht
Meist steht Gründüngung als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. und füllt die Zeit zwischen zwei Gemüsekulturen. Im Gemüsebau gilt eine Gründüngung mit bis zu 3 Monaten Vegetationszeit als Kurzzeitgründüngung, alles darüber als Langzeitgründüngung. Für die kurze Lücke brauchst du Arten mit kurzer Entwicklungszeit.
| Gründünger | Entwicklungszeit im Hausgarten | In der Fruchtfolge |
|---|---|---|
| Senf | 4–10 Wochen | Kreuzblütler, nicht in Folgen mit Kohl, Rettich und Radieschen |
| Phacelia | 6–10 Wochen | ergänzt viele Gemüsefolgen |
| Ölrettich | 6–10 Wochen | Kreuzblütler, wie Senf |
Die Entwicklungszeit ist nur ein Teil der Rechnung. Nach dem Einarbeiten wartest du meist etwa 2–3 Wochen, bevor du wieder säst oder pflanzt. Eine Lücke, die gerade für den Aufwuchs reicht, ist für die Folgekultur deshalb zu knapp.
Nach der Gemüseernte eignen sich besonders August und September für die Aussaat. Im September kannst du noch Ölrettich, Winterzottelwicke und Inkarnatklee säen, im Oktober bleibt Winterroggen. Auch hier entscheidet die Familie, denn Ölrettich ist ein Kreuzblütler, Wicke und Inkarnatklee sind Leguminosen.
Für das Beet im Frühjahr zählt, ob der Bestand abfriert. Abgefrorene Gründüngung bleibt über Winter als Mulch liegen. Winterharte Bestände beendest du vor der nächsten Kultur selbst, und das kann viel Handarbeit bedeuten. Plane diese Arbeit ein, wenn du das Beet im Frühjahr früh brauchst.
Als Hauptfrucht belegt die Gründüngung das Beet für eine ganze Saison. Sinnvoll ist das bei stark verdichteten oder geschädigten Böden, dort kann sie ein Jahr oder länger stehen bleiben. In der Fruchtfolge zählt das Beet für diese Zeit zur Familie des Bestands.
Wie du Gründüngung Jahreszeit für Jahreszeit mit dem Gemüseanbau abstimmst, zeigt ein eigener Ratgeber. Für die Bodenkur vor der Pflanzzeit gibt es eine Anleitung dazu, wie eine kurze Gründüngung im Frühjahr abläuft. Die SaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. je Art hast du mit dem Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken am Beet zur Hand.
Wie passt Gründüngung in die Mischkultur?
In der Mischkultur steht die Gründüngung nicht zwischen zwei Kulturen, sondern neben oder unter dem Gemüse. Möglich ist das als UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter., im Streifenanbau und als Lebendmulch. Für alle Formen gilt dieselbe Bedingung: Eine Gründüngung zwischen Gemüse schneidest du, sobald sie die Gemüsekultur beeinträchtigt.
Als Nachbar hat jeder Gründünger passende und unverträgliche Partner.
| Gründünger | Passt als Nachbar zu | Unverträglich mit |
|---|---|---|
| Phacelia | Zwiebeln, Möhren, Tomaten, Kartoffeln, Kürbis, Mais | Boretsch |
| Klee | Möhren, Pastinaken, Petersilie, Knollenfenchel, Stangensellerie | Markerbsen, Puffbohnen, Prunkbohnen |
| Gelbsenf | Zwiebeln, Möhren, Tomaten, Kartoffeln, Puffbohnen | Radieschen, Rauke, Kresse, Meerrettich |
| Sommerwicken | Möhren, Pastinaken, Petersilie, Dill | Markerbsen, Puffbohnen, Klee, Lupine |
| Buchweizen | Asia-Salate, Markerbsen, Puffbohnen | Rhabarber, Ampfer |
| Studentenblumen | Tomaten, Kartoffeln | Endivie, Artischocken, Schwarzwurzeln |
Die Paarungen sind eine Orientierung, denn Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts. Für weitere Kombinationen kannst du nachschlagen, welche Gemüsearten sich mit deinem Gründünger vertragen.
Untersaat: Wie säe ich Gründüngung unter das Gemüse?
Bei der Untersaat säst du die Gründüngung in eine Kultur, die schon steht. Geeignet sind niedrig wachsende Gelb- oder Weißkleearten, sie passen zwischen Gemüse und Beerenkulturen. Das Saatgut streust du in die gepflanzte Hauptkultur und arbeitest es mit dem letzten Hackgang ein.
Weißklee entwickelt sich in der Jugend langsamer. Beim Saattermin berücksichtigst du das und auch die Konkurrenz durch die Kultur, die darüber steht. Für den Spätsommer gibt es eine zweite Möglichkeit: Alexandrinerklee als späte Untersaat ab August unter Tomaten, Kohlarten oder Lauch.
Die Untersaat greift in deine Fruchtfolge ein. Klee zählt zu den Leguminosen und gehört nicht auf Beete, auf denen als nächste Hauptkultur Bohnen oder Erbsen geplant sind. Mit einer Klee-Untersaat legst du also schon fest, was im Folgejahr nicht auf dieses Beet kommt.
Dazu kommt das Wasser. Eine lebende Untersaat vermindert zwar die Verdunstung aus dem Boden, verbraucht beim Wachsen aber selbst Wasser. Bei Trockenheit kann sie mit der Hauptkultur konkurrieren und den Gemüseertrag mindern. An trockenen Standorten ist ihr Nutzen deshalb nicht selbstverständlich. Mehr dazu, wie Gründüngung den Wasserhaushalt des Bodens verändert, liest du im Ratgeber zur Bewässerung.
„Eine Untersaat hält das Beet unkrautfrei und steigert den Ertrag.“ So pauschal stimmt das nicht. In Feldversuchen mit Kartoffeln verringerte Phacelia als Untersaat die Spätverunkrautung nicht in allen untersuchten Situationen signifikant. In einem Versuch mit Cocktailtomaten waren die Unterschiede bei Ertrag und Marktfähigkeit durch Klee- und Oregano-Untersaat statistisch nicht abgesichert.
Was Gründüngung gegen Unkraut tatsächlich leistet, ordnet der Ratgeber dazu ein, wie Gründüngung Unkraut unterdrückt und wo das endet.
Ich gehe an den Reihen entlang und schaue, ob der Klee ins Gemüse wächst. Wo er Jungpflanzen bedrängt, schneide ich ihn mit der Schere zurück und lasse den Schnitt als Mulch liegen.
Streifenanbau: Wie wechseln Gemüse und Gründüngung im Beet?
Beim Streifenanbau wechseln sich Gemüsereihen und Streifen mit Gründüngung ab. In der nächsten Runde tauschst du die Rollen, und das Gemüse zieht auf den alten Gründüngungsstreifen. Damit wird der Streifen zur Vorfrucht, und die Familienregel gilt dort genauso. Auf einen Senfstreifen pflanzt du keinen Kohl, auf einen Kleestreifen keine Erbsen.
Die Breite richtest du nach deinem Beet. Gemüse und Streifen solltest du von der Seite erreichen, ohne auf die Fläche zu treten.
Bei der Artenwahl zählt die Wuchshöhe. Weißklee bleibt mit 20–30 cm niedrig. Phacelia erreicht dagegen 60–100 cm. Schnell schließende Bestände von Senf, Buchweizen, Raps oder Ölrettich unterdrücken Unkraut vor allem durch Lichtkonkurrenz. Ein hoher, dichter Streifen kann deshalb auch dem Gemüse daneben Licht nehmen, und du schneidest ihn, sobald er die Kultur beeinträchtigt.
Als Blühstreifen eignet sich Phacelia, denn ihre blauen Blüten liefern reichlich Pollen und Nektar. Den Streifen beendest du nach der Blüte, aber vor der Samenreife, damit er sich nicht selbst aussät.
Lebendmulch: Kann ich Gemüse in eine Kleedecke pflanzen?
Beim Lebendmulch ist die Reihenfolge umgekehrt: Erst steht eine niedrige Gründüngung als Bodendecke, dann pflanzt du das Gemüse hinein. Dafür nimmst du niedrig wachsenden Weißklee. Die lebende Decke schützt die Bodenoberfläche vor Sonneneinstrahlung, Starkregen und Verschlämmung.
Der Nachteil ist die Konkurrenz um Wasser. Gieße das Gemüse deshalb möglichst morgens direkt am Wurzelbereich. Den Klee schneidest du rund um die Pflanzen zurück, sobald er sie bedrängt. In einem Versuch mit Tomaten im Gewächshaus ermöglichte die getrennte Bewässerung von Tomaten und Untersaat eine genauere Steuerung der Kultur.
Für die Fruchtfolge ist ein Beet mit Kleedecke ein Leguminosen-Beet und zählt zum Leguminosen-Anteil deines Gartens. Erbsen und Bohnen pflanzt du nicht hinein, denn Klee ist mit Markerbsen, Puffbohnen und Prunkbohnen unverträglich.
Permakultur: Was bringen Dauerbegrünung und Mischungen?
In der Permakultur bleibt der Boden möglichst dauerhaft bedeckt, und statt einer Art wächst meist eine Mischung. Für Mischungen spricht, dass unterschiedliche Wurzelformen mehrere Bodenschichten erschließen und Leguminosen zusätzlichen Stickstoff einbringen. In Feldversuchen glichen Mischungen mit verschiedenen Wuchsformen Lücken im Bestand aus und unterdrückten Unkraut besser als die einzelnen Arten in Reinsaat. Buchweizen lässt sich zum Beispiel mit Phacelia, Alexandrinerklee und Sommerwicke kombinieren.
Für die Fruchtfolge wird es dadurch enger. Bei einer Mischung muss jede enthaltene Pflanzenfamilie zur bisherigen und zur geplanten Gemüsefolge passen, und jede Art bringt ihre Anbaupause mit. Je mehr Familien in der Mischung stecken, desto mehr Folgekulturen schließt du also aus.
Für eine dauerhafte Decke liegen mehrjährige Arten nahe. Rotklee ist mehrjährig, hat aber eine Anbaupause von 7 Jahren und verträgt sich mit den meisten anderen Leguminosen nicht. Plane ihn deshalb nur auf Flächen, auf denen du länger keine Erbsen und Bohnen ziehen willst.
Ausdauernde Wildkräuter wie Giersch lasse ich im Gemüsebeet nicht als Bodendecke stehen. Zerteilte unterirdische Teile von Wurzelunkräutern können wieder austreiben, deshalb gräbst du sie vor einer Begrünung möglichst vollständig aus. Auch eine dauerhafte Begrünung schneidest du, bevor ihre Samen ausreifen, sonst wird sie selbst zum Unkraut.
Boden, Aussaat, Pflege und Einarbeiten: das Nötigste in Kürze
Diese Themen führt der Gründünger-Überblick in eigenen Abschnitten aus. Für deine Planung genügt hier eine Kurzfassung.
Boden und Artenwahl. Neben Familie und Zeitfenster entscheidet die Bodenart über die Wahl. Was auf Sand, Lehm oder Ton gehört, zeigt der Ratgeber dazu, welche Gründüngerpflanzen zu welchem Bodentyp passen. Familien und Wuchsformen stellt der Überblick im Abschnitt zu den Gründüngerpflanzen vor.
Aussaat. Das Saatgut verteilst du breitwürfig, rechst es ein und drückst es an. Bis zum Auflaufen hältst du die Fläche feucht. Saatmengen und Saattiefen je Art nennt der Abschnitt zur Aussaat.
Pflege und Düngung. Bei trockener Witterung kann der Bestand besonders in der Keimphase wiederholtes Gießen brauchen. Wie viel eine Gründüngung dem folgenden Gemüse an Nährstoffen liefert, hängt von Art, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Eine zusätzliche Düngung ersetzt sie deshalb nicht automatisch, mehr dazu im Abschnitt zu Pflege, Gießen und Düngen.
Einarbeiten. Frische Masse arbeitest du nur flach ein, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Im Frühherbst bleibt der Bestand stehen, damit frei werdende Nährstoffe nicht ausgewaschen werden. Zeitpunkt, Mulch und Wartezeit erklärt der Abschnitt zum Mähen und Einarbeiten.
NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt.. Resistenter Senf kann Rübennematoden mindern, verlassen solltest du dich darauf nicht. Bei Studentenblumen beziehen sich die Felddaten auf Tagetes patula, und sie eignet sich nicht pauschal gegen alle Nematoden. Sorten, Bedingungen und Grenzen stehen im Abschnitt zu Nematoden und Krankheiten.





