Gartenpraxis · Gründünger & Bodenkur · Pflege

Gründüngung und natürliche Bewässerung: Was sie für das Wasser in deinem Boden tut

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Wurzeln der Gründüngung und Regenwürmer bilden Bioporen, durch die Regen leichter einsickert und weniger oberflächlich abfließt.
  • Ein lebender Bestand vermindert die Verdunstung aus dem Boden, verbraucht aber selbst Wasser und kann bei Trockenheit mit der Hauptkultur konkurrieren.
  • Geschnitten oder abgefroren hemmt die Gründüngung als Mulch die Verdunstung und hält die Bodenoberfläche offenporig.
  • Humus kann das Wasserhaltevermögen verbessern, garantiert aber keinen gleich großen Zuwachs an pflanzenverfügbarem Wasser im ganzen Bodenprofil.
  • Bis zum Auflaufen braucht die Saat Feuchte; gesammeltes Regenwasser hilft dir in Trockenphasen.

Nach einem kräftigen Sommerregen gehe ich als Erstes über meine Beete und schaue, wo das Wasser einsickert und wo es auf der Oberfläche stehen bleibt. Offener Boden ist Regen und Sonne ungeschützt ausgesetzt: Er kann verschlämmen und verkrusten, und aus ihm verdunstet Wasser. Genau hier setzt Gründüngung an, sie bringt aber auch einen eigenen Wasserbedarf mit.

Ihre Wurzeln hinterlassen Röhren, durch die Regen leichter in den Boden gelangt. Mit ihren Blättern beschattet sie die Oberfläche, und nach dem Schnitt bleibt sie als Mulch liegen. Solange sie wächst, zieht sie allerdings selbst Wasser aus dem Boden. Wenn du beide Seiten kennst, setzt du sie gezielt für den Wasserhaushalt deines Gartens ein.

Gründüngung heißt, dass du Pflanzen nicht für die Ernte säst, sondern für den Boden. Nach dem Schnitt bleibt die Masse als Mulch liegen, kommt auf den Kompost oder wird flach eingearbeitet. Was sie über das Wasser hinaus bewirkt, etwa beim Stickstoff, beschreibt der Abschnitt was Gründüngung im Boden leistet im Gründünger-Überblick.

Wie verändert Gründüngung den Wasserhaushalt im Boden?

Gründüngung wirkt an mehreren Stellen auf das Bodenwasser: beim Eindringen, beim Verdunsten, beim Speichern und an der Oberfläche. Zu jeder Wirkung gehört eine Grenze, die du beim Planen mitdenkst.

Wirkung Was dahinter steckt Wo die Grenze liegt
Regen dringt ein Wurzeln und Regenwürmer bilden Bioporen, organische Substanz unterstützt die Porenbildung Tiefe Verdichtungen können eine fachgerechte Tiefenlockerung nötig machen
Weniger Verdunstung Pflanzendecke und später Mulch bedecken den Boden Ein lebender Bestand verbraucht selbst Wasser und kann bei Trockenheit mit der Hauptkultur konkurrieren
Mehr Speicher Humus aus der Pflanzenmasse kann das Wasserhaltevermögen verbessern Kein gleich großer Zuwachs an pflanzenverfügbarem Wasser im ganzen Bodenprofil garantiert
Offene Oberfläche Bedeckung schützt vor Verschlämmung, Verkrustung und Erosion Der Schutz besteht nur, solange Pflanzen oder Mulch den Boden bedecken
Tiefere Schichten Tiefe Wurzeln lockern auch tiefere Schichten, nach Luzerne kann die Folgekultur die Wurzelgänge nutzen Kein stetiger Wasserstrom aus der Tiefe, auf Sand kann der kapillare Nachschub abreißen

Wurzeln und Regenwürmer schaffen Wege für das Regenwasser

Die Wurzeln einer Zwischenfrucht und die Gänge aktiver Regenwürmer bilden Bioporen im Boden. Durch diese Röhren dringt Regenwasser leichter ein, und es fließt weniger oberflächlich ab. Die organische Masse der Gründüngung versorgt zusätzlich das Bodenleben und unterstützt so die Porenbildung. Auf schweren Böden fördert organische Substanz eine Krümelstruktur, durch die Luft und Wasser besser in den Boden kommen.

Tiefwurzler reichen dabei weit nach unten. Ackerbohnen, Lupinen und Sonnenblumen können standortabhängig deutlich mehr als 1 m tief wurzeln. Die Pfahlwurzel der Luzerne erhöht den Porenanteil im Wurzelraum, und Wurzeln der Folgekultur können die zurückbleibenden Gänge nutzen. Für schwere, kalte und staunasse Böden ist Luzerne allerdings ungeeignet. Bei stark verdichteten oder geschädigten Böden kann eine Gründüngung ein Jahr oder länger stehen bleiben.

Bei tiefen Verdichtungen können fachgerecht eingesetzte Tiefenlockerer nötig sein, und danach stabilisieren tiefwurzelnde Pflanzen das gelockerte Gefüge. Gründüngung ersetzt bei einer tiefen Sperrschicht also nicht die Lockerung, sie sichert deren Ergebnis ab. Vor einer solchen Lockerung werden Lage, Mächtigkeit und Festigkeit der dichten Schicht untersucht.

Mini-Checkliste

Mit der Spatenprobe siehst du, ob Wasser in deinem Boden Wege findet.

  • Eindringwiderstand: Wie leicht geht der Spaten in den Boden?
  • Gefüge: Ist der Boden krümelig oder dicht?
  • Wurzelverlauf: Wohin und wie tief wachsen die Wurzeln?
  • Hohlräume: Siehst du durchgehende Wurm- und Wurzelröhren? Sie zeigen eine günstige Wasserleitfähigkeit an.
  • Farbe und Geruch: Auffälligkeiten können auf Durchlüftungsprobleme hindeuten.

Ich mache diese Probe, bevor ich eine Gründüngung plane, und wiederhole sie an derselben Stelle, wenn ich den Bestand beende.

Häufiger Fehler

Den Boden bearbeiten, solange er nass ist. Bei Tonböden ist die Verdichtungsgefahr in feuchtem Zustand besonders hoch. Lockere erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist, und nimm dafür Grabgabel oder Krail.

Bodendecke: weniger Verdunstung, aber eigener Wasserverbrauch

Solange Pflanzen den Boden beschatten und bedecken, schützen sie ihn vor Verschlämmung, Verkrustung und Erosion. Ein lebender Bestand vermindert außerdem die Verdunstung aus dem Boden. Beim Wachsen verbraucht er aber selbst Bodenwasser, und bei Trockenheit kann er mit deiner Hauptkultur konkurrieren.

Kurz erklärt

Verdunstung meint hier das Wasser, das direkt aus der Bodenoberfläche entweicht. Transpiration ist das Bodenwasser, das wachsende Pflanzen selbst aufnehmen und wieder abgeben. Eine lebende Gründüngung senkt das eine und verursacht das andere.

Organischer Mulch hemmt die Verdunstung ebenfalls, wächst aber nicht mehr und zieht kein Wasser aus dem Boden. Die Ersparnis ohne Eigenverbrauch bekommst du also erst, wenn die Gründüngung geschnitten oder abgefroren als Mulch auf dem Beet liegt.

Humus: besserer Speicher mit Grenzen

Aus der Pflanzenmasse der Gründüngung bildet sich Humus, und der kann das Wasserhalte- und Nährstoffspeichervermögen deines Bodens verbessern. Auf leichten Böden verbessert organische Substanz die Wasserspeicherung, auf schweren die Durchlässigkeit. Kompost und organischer Mulch können die Aufnahme und Speicherung von Wasser über den Humusaufbau ebenfalls verbessern. Ein höherer Humusgehalt garantiert aber keinen entsprechend großen Zuwachs an pflanzenverfügbarem Wasser im ganzen Bodenprofil. Rechne also mit einer Verbesserung, nicht mit einem Vorrat, der eine Trockenphase allein überbrückt.

Mythos-Check

„Gründüngung holt Wasser aus der Tiefe nach oben.“ Einen stetigen Wasserstrom aus tieferen Schichten garantiert sie nicht. Auf Sandböden kann der kapillare Nachschub bei Trockenheit sogar abreißen. Tiefe Wurzeln lockern den Boden, für Trockenphasen planst du trotzdem Gießwasser ein.

Sandböden lassen Wasser durch ihre weiten Grobporen schnell versickern und halten im Wurzelraum wenig pflanzenverfügbares Wasser zurück. Auf humusarmen leichten Böden eignen sich Arten mit reichlicher Grünmasse wie Phacelia und Sonnenblumen. Welche Mischungen und welche Etablierung bei Trockenheit dort passen, liest du im Ratgeber, wie du die Wasserspeicherung sandiger Böden mit Gründüngung verbesserst.

Gründüngung als Mulch: Verdunstung bremsen ohne Eigenverbrauch

Nach dem Schnitt oder nach dem Abfrieren wird aus deiner Gründüngung eine Mulchschicht. Organische Mulchmaterialien hemmen die Verdunstung, isolieren den Boden und halten ihn für eindringendes Wasser offenporig. Bei Hitze kann abgestorbener Mulch den Boden kühler halten, einen festen Temperatureffekt garantiert er aber nicht.

Ich schneide meine Gründüngung kurz vor der Blüte und zerkleinere dickstängeliges Material, bevor es als Mulch liegen bleibt. Frische Masse vergräbst du nicht tief, weil sie unter Luftabschluss faulen kann. Abgefrorene Bestände bleiben über Winter als Mulch liegen. Im Frühjahr rechst du die Reste bei Bedarf ab und kompostierst sie oder arbeitest sie flach ein.

Für das Gemüsebeet nennt die BZL-Anleitung etwa 2 bis 3 cm Mulch. Saatrillen und Jungpflanzen bleiben frei, und wärmeliebendes Gemüse mulchst du erst ab Mai oder Juni. Samentragende Unkräuter, lebende Wurzelunkräuter und kranke Pflanzen gehören nicht als Mulch ins Gemüsebeet. Welche weiteren Materialien du einsetzt, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Gründüngung und Mulch im Jahresverlauf kombinierst.

Achtung

Feuchter Mulch bietet auch Schnecken Lebensraum. Bei starken Schneckenschäden prüfst du, ob der Schaden den Nutzen der Mulchschicht übersteigt.

Regenwasser nutzen und richtig gießen

Natürliche Bewässerung beginnt damit, dass Regen dort ankommt, wo die Wurzeln sind. Bioporen und eine bedeckte Oberfläche können helfen, dass mehr davon einsickert. Für Trockenzeiten sammelst du Regenwasser in Regentonnen oder einer Zisterne und gießt damit deine Gartenpflanzen.

Gieß möglichst morgens und direkt am Wurzelbereich, damit weniger Wasser verloren geht und die Blätter nicht lange nass bleiben. Ein weicher Gießstrahl schützt die Oberfläche vor Verschlämmung und Verkrustung. Warte nicht, bis der Boden völlig ausgetrocknet ist, denn dann nimmt er Wasser schlecht auf.

Tipp

Setz eine Brause auf die Gießkanne. So bleibt der Strahl weich, und die frisch gesäte Fläche verschlämmt nicht so leicht.

Die junge Gründüngung selbst hältst du bis zum Auflaufen feucht. Bei Trockenheit kann besonders die Keimphase wiederholtes Gießen brauchen. Was danach an Pflege anfällt, steht im Gründünger-Überblick unter Pflege, Gießen und Düngen.

Weil die Keimphase bei Trockenheit wiederholt Wasser braucht und gesammeltes Regenwasser genau für Trockenzeiten gedacht ist, säe ich im Sommer erst, wenn meine Regentonne gut gefüllt ist.

Im Hochbeet brauchst du mehr Aufmerksamkeit für die Feuchte. Hochbeete erwärmen sich schneller als Bodenbeete und können dadurch rascher austrocknen, organischer Mulch hilft dort, die Bodenfeuchte zu halten. Eine Gründüngung kann die Zeit nutzen, in der das Hochbeet nach der Ernte mehrere Wochen oder über Winter frei bleibt; mehr dazu im Ratgeber, wie du Gründüngung im Hochbeet einsetzt.

Untersaat und gemischte Wurzeln im Permakultur-Beet

Wenn du deinen Garten nach Permakultur-Gedanken planst, möchtest du Gründüngung vielleicht nicht nur in Lücken säen, sondern zwischen den Kulturen mitwachsen lassen. Dafür eignen sich niedrig wachsende Gelb- oder Weißkleearten als Untersaat zwischen Gemüse oder Beerenkulturen. Weißklee entwickelt sich in der Jugend langsamer, deshalb stimmst du den Saatzeitpunkt auf die Konkurrenz der Hauptkultur ab.

Auch eine Untersaat wächst und verbraucht dabei Bodenwasser, bei Trockenheit kann sie mit der Hauptkultur konkurrieren. Ein Gewächshausversuch mit Tomaten zeigte, dass sich die Kultur genauer steuern ließ, wenn Tomaten und Untersaat getrennt bewässert wurden. In einem Versuch mit Cocktailtomaten waren Unterschiede bei Ertrag und Marktfähigkeit durch Klee- und Oregano-Untersaat statistisch nicht abgesichert. Bei Untersaaten lege ich den Schlauch deshalb so, dass ich die Hauptkultur gezielt am Wurzelbereich gießen kann.

Für den Boden selbst lohnt der Blick auf die Wurzeltypen. Untersucht wird, wie Pfahlwurzler und Arten mit ausgeprägtem Feinwurzelsystem Ober- und Unterboden ergänzend durchwurzeln. Ölrettich kann dafür in Mischungen mit Phacelia, Alexandrinerklee oder Senf stehen. Gräser fördern mit ihrer feinen Wurzelverteilung die Krümelstabilität des Oberbodens.

Jede Mischung muss mit allen enthaltenen Pflanzenfamilien zu deiner bisherigen und geplanten Gemüsefruchtfolge passen. Senf und Ölrettich sind wie Kohl, Rettich und Radieschen Kreuzblütler, deshalb meidest du sie möglichst in Fruchtfolgen mit viel Kohl. Mehr dazu steht im Ratgeber, wie du Gründüngung in Fruchtfolge und Mischkultur einbaust, und welche Nachbarn sich vertragen, prüfst du im Mischkultur-Werkzeug.

Hecken, Obstbäume und Agroforst: Wasser über das Beet hinaus

Hecken und Agroforstsysteme, in denen Bäume und Ackerkulturen zusammenstehen, können in strukturarmen Landschaften über ein besseres Mikroklima zum Wasserrückhalt beitragen. Im Hausgarten begegnet dir dieselbe Frage im Kleinen unter Obstbäumen: Wie teilen sich Gehölz und Bodenbewuchs das Wasser?

Im Obstgarten kannst du offenen Boden noch im Juli mit Gründüngung einsäen, um die Bodengare zu verbessern. Dichter Unterbewuchs konkurriert aber mit den Bäumen um Wasser und Nährstoffe. Geschwächte Bäume entlastet eine bewuchsfreie, gemulchte Baumscheibe, die je nach Baumgröße einen Radius von 0,5 bis 2 m haben kann. Weil die Gründüngung die Bodengare fördert und dichter Bewuchs zugleich mit dem Baum um Wasser konkurriert, säe ich unter meinen Obstbäumen nur außerhalb der Baumscheibe. Den Rest erklärt der Ratgeber, wie du Gründüngung auf den Jahresrhythmus deiner Obstbäume abstimmst.

Pflanzenwahl, Aussaat und Einarbeiten in Kürze

Welche Art passt zu deinem Beet?

Du wählst die Art nach Bodenart, nach der Zeit, die das Beet frei ist, und nach den Pflanzenfamilien deiner Fruchtfolge. Eine Übersicht nach Bodentyp gibt der Ratgeber, welche Gründüngerpflanzen zu Sand-, Lehm-, Ton- und humusarmen Böden passen. Familien und Wuchsformen aller Arten stellt der Gründünger-Überblick vor.

Wann und wie säst du?

Nach der Gemüseernte eignen sich besonders August und September für eine Gründüngung. Das Saatgut streust du breitwürfig auf eine feinkrümelige, ebene Fläche, rechst es ein und drückst es an. Die Saatfenster je Art findest du im druckbaren Aussaatkalender für Gründüngerpflanzen.

Wann mähst du und arbeitest ein?

Beende die Gründüngung vor der Samenbildung, damit sie sich nicht selbst aussät. Arbeite die Masse flach ein und warte meist etwa 2 bis 3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung. Im Frühherbst lässt du sie stehen, weil frei werdende Nährstoffe sonst ausgewaschen werden können; mehr dazu steht im Gründünger-Überblick unter Mähen und Einarbeiten.

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Häufige Fragen

Welche Rolle spielt Gründüngung für die Wasserspeicherkapazität des Bodens?
Aus der Pflanzenmasse einer Gründüngung entsteht Humus, und der kann das Wasserhaltevermögen des Gartenbodens verbessern. Auf leichten Böden verbessert organische Substanz die Wasserspeicherung, auf schweren die Durchlässigkeit. Ein höherer Humusgehalt garantiert aber keinen entsprechend großen Zuwachs an pflanzenverfügbarem Wasser im ganzen Bodenprofil.
Wie kann Gründüngung zur natürlichen Bewässerung im Garten beitragen?
Wurzeln der Gründüngung und aktive Regenwürmer bilden Bioporen, durch die Regenwasser leichter eindringt und weniger oberflächlich abfließt. Die Pflanzendecke schützt den Boden vor Verschlämmung und Verkrustung, und nach dem Schnitt hemmt sie als Mulch die Verdunstung. Solange sie wächst, verbraucht sie allerdings selbst Wasser, deshalb ersetzt sie das Gießen in Trockenphasen nicht.
Wie wirkt sich der Kapillareffekt bei Gründüngung auf die Wasserversorgung aus?
Gründüngung garantiert keinen stetigen Wasserstrom aus tieferen Bodenschichten nach oben. Auf Sandböden kann der kapillare Nachschub bei Trockenheit sogar abreißen. Tiefe Wurzeln lockern zwar auch tiefere Schichten, eine sichere Wasserversorgung in Trockenphasen ergibt sich daraus aber nicht.
Wie entstehen Bodenporen durch Gründüngung und warum sind sie wichtig?
Wurzeln der Gründüngung und aktive Regenwürmer hinterlassen Röhren im Boden, sogenannte Bioporen. Die organische Masse der Gründüngung unterstützt zusätzlich das Bodenleben und damit die Porenbildung. Durchgehende Wurm- und Wurzelröhren zeigen eine günstige Wasserleitfähigkeit, Durchlüftung und Durchwurzelbarkeit an, sodass Regenwasser besser eindringen kann.
Ist es ein Mythos, dass Gründüngung immer sehr viel Wasser benötigt?
Ganz ohne Wasser geht es nicht: Bis zum Auflaufen hältst du die Saat feucht, und bei Trockenheit kann besonders die Keimphase wiederholtes Gießen brauchen. Ein wachsender Bestand vermindert zwar die Verdunstung aus dem Boden, verbraucht aber selbst Bodenwasser und kann bei Trockenheit mit der Hauptkultur konkurrieren. Geschnitten oder abgefroren hemmt die Gründüngung als Mulch die Verdunstung, ohne weiter Wasser zu verbrauchen.
Wie beeinflusst das organische Material der Gründüngung das Bodenleben?
Eingearbeitete Gründüngungsmasse versorgt das Bodenleben mit organischem Material, das bei seiner Zersetzung Nährstoffe freisetzt. Das unterstützt auch die Porenbildung, sodass Regenwasser besser in den Boden eindringen kann. Junge Pflanzen werden dabei schneller umgesetzt als ältere, weil sie ein engeres C/N-Verhältnis haben.
Wie bereitet man den Boden richtig für die Gründüngung vor?
Entferne Erntereste weitgehend oder arbeite sie ein, und harke die oberflächlich gelockerte Fläche feinkrümelig und eben. Bearbeite den Boden erst, wenn er ausreichend abgetrocknet ist, denn besonders bei Tonböden ist die Verdichtungsgefahr in feuchtem Zustand hoch. Danach streust du das Saatgut breitwürfig, rechst es ein, drückst es an und hältst es bis zum Auflaufen feucht.
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