Gartenpraxis · Gründünger & Bodenkur · Anbau

Rotklee im Fruchtwechsel: Vorfrucht, Nachfrüchte und Anbaupause

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Rotklee bindet mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff und verbessert so die Stickstoffversorgung der Folgekulturen.
  • Danach passen Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf, etwa Kohlarten, Mais oder Weizen.
  • Rotklee verträgt sich weder mit sich selbst noch mit den meisten anderen Leguminosen, Erbsen und Bohnen gehören deshalb auf ein anderes Beet.
  • Für Rotklee gilt eine Anbaupause von 7 Jahren auf derselben Fläche.
  • Im Gemüsegarten sollen Leguminosen höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung einnehmen.
Nahaufnahme eines blühenden Rotklees mit seinen charakteristischen violetten Blütenköpfen und grünen Blättern im Hintergrund.
Foto: Mehmet PİŞİRGEN · Pexels License · Quelle ↗

Wenn dein Rotklee auf dem Beet steht, kommt bald die Frage: Was wächst danach? Setzt du Erbsen oder Bohnen, folgt Leguminose auf Leguminose, und damit verträgt sich Rotklee schlecht. Ich lege den Nachfolger deshalb fest, bevor ich den Klee säe. So behalte ich im Blick, wann das Beet wieder eine Leguminose bekommen darf.

Was Rotklee im Fruchtwechsel besonders macht

Rotklee (Trifolium pratense) gehört zur Familie Fabaceae, also zu den Leguminosen. Er ist eine kurzlebige mehrjährige Pflanze und winterhart, sein Bestand kann also über den Winter stehen bleiben. Seine Wurzeln reichen tief, als Nährstoffverbraucher gilt er als schwachzehrend. Für den Fruchtwechsel zählen vor allem zwei Eigenschaften. Er bringt Luftstickstoff in den Boden, und er verträgt sich weder mit sich selbst noch mit den meisten anderen Leguminosen. Daraus ergibt sich, was nach ihm wachsen darf und wann er selbst wiederkommt.

Eigenschaft Rotklee
Botanischer Name Trifolium pratense
Familie Fabaceae (Leguminosen)
Lebensdauer kurzlebig mehrjährig, winterhart, keine Dauerkultur
Wurzel tiefwurzelnd
Nährstoffbedarf schwachzehrend
Stickstoff bindet mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff
Wuchshöhe 30–50 cm
Blütezeit Mai bis September, nützlingsfreundlich
Licht sonnig bis halbschattig
Boden bevorzugt schwach sauer und stickstoffarm, nicht mit Mist gedüngt
Anbaupause 7 Jahre auf derselben Fläche
Verträglichkeit unverträglich mit sich selbst und den meisten anderen Leguminosen

Empfehlungen für den Garten

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Die Samen 0,5-1 cm tief säen.

Aussaatkalender Rotklee
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, Juni, Juli, August, September; Blüte: Mai, Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat: SeptemberBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberAussaatBlüte

Rotklee als Vorfrucht: was er dem Beet hinterlässt

Alle Gründüngungspflanzen binden Stickstoff, der schon im Boden ist, Leguminosen wie Rotklee bringen über ihre Symbiose mit Knöllchenbakterien zusätzlich Luftstickstoff ein. So verbessert Rotklee die Stickstoffversorgung der Kulturen, die nach ihm wachsen. Wie das im Boden abläuft, findest du im Gründünger-Überblick unter was Gründüngung im Boden leistet.

Mit einer festen Düngerersparnis rechne ich trotzdem nicht. Die Nährstoffwirkung einer Gründüngung hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Eine zusätzliche Düngung ersetzt sie deshalb nicht automatisch. Ich beobachte die Folgekultur beim Wachsen und entscheide dann, ob sie nachgedüngt werden muss.

Auch der Platz für den Klee will überlegt sein. Rotklee bevorzugt schwach sauren, stickstoffarmen Boden, etwa ein Beet, das nicht mit Mist gedüngt wurde. Stickstoff holt er sich über die Knöllchenbakterien zusätzlich aus der Luft. Ein frisch mit Mist gedüngtes Beet ist deshalb der falsche Platz für ihn.

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Welche Kulturen nach Rotklee passen

Eine Gründüngung aus Leguminosen ist eine geeignete Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Wird Kleegras umgebrochen, also Klee im Gemenge mit Gräsern, eignen sich danach Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf wie Weizen, Mais und Kohlarten. Im Gemüsegarten heißt das: Kohl oder Mais kommen auf das frühere Kleebeet. Ich plane nach Rotklee meist Kohl ein, weil Kohlarten zu den Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf zählen.

Als Gründünger passt Klee, also die Gattung Trifolium, unter anderem zu Möhren, Pastinaken, Knollenfenchel, Petersilie und Dill. Dasselbe gilt für Kerbel, Kümmel, Koriander, Stangensellerie, Liebstöckel, Basilikum, Artischocken und Asia-Salate. Die Partner und die unverträglichen Nachbarn für Klee kannst du in der Mischkultur-Übersicht nachschlagen.

Nach Rotklee Kulturen
passt stark zehrendes Gemüse wie Kohlarten, außerdem Mais; nach Kleegras auch Weizen
lieber auf ein anderes Beet Rotklee selbst und die meisten anderen Leguminosen, etwa Erbsen, Bohnen, Lupinen, Luzerne oder Wicken

Leguminosen sollen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung einnehmen, Erbsen und Bohnen mitgerechnet. Die Grenze dient der Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten. Rotklee zählt als Leguminose mit. Jedes Kleebeet belegt damit einen Teil der Fläche, die sonst für Erbsen und Bohnen frei wäre.

Häufiger Fehler

Erbsen oder Bohnen direkt auf das frühere Kleebeet säen. Rotklee verträgt sich mit den meisten anderen Leguminosen nicht, plane Erbsen und Bohnen deshalb auf einem Beet ein, auf dem zuletzt kein Klee stand.

Marias Erfahrung

In meinem Beetplan bekommen Rotklee, Erbsen und Bohnen dieselbe Farbe. So sehe ich auf einen Blick, wie viel Fläche die Leguminosen im laufenden Jahr belegen.

Wann die Folgekultur aufs Beet kann

Rotklee ist winterhart und friert nicht ab, du musst den Bestand vor der Folgekultur also selbst beenden. Nach dem Einarbeiten vergehen meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung, diese Spanne rechne ich vom Pflanztermin rückwärts. Zeitpunkt und Methode erklärt der Ratgeber dazu, wann und wie du Rotklee einarbeitest.

Kleemüdigkeit: warum Rotklee lange Pausen braucht

Rotklee verträgt sich weder mit sich selbst noch mit den meisten anderen Leguminosen. Kommt er zu schnell wieder auf dieselbe Fläche, kann Kleemüdigkeit auftreten. Dafür gibt es mehrere mögliche Ursachen: bodenbürtige Schaderreger, Ungleichgewichte in der Nährstoffversorgung und Giftstoffe. Welche davon auf einem Beet zutrifft, bleibt ohne Untersuchung offen.

Die Grunduntersuchung einer Gartenbodenprobe erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Damit prüfst du die Nährstoffseite der möglichen Ursachen, Schaderreger gehören nicht zu diesem Umfang.

Für Rotklee setze ich eine Anbaupause von 7 Jahren auf derselben Fläche an. Ich notiere für jedes Beet, wann dort Klee, Erbsen oder Bohnen standen. Das gelingt gut, wenn du mit dem Beetplaner die Belegung deiner Beete über mehrere Jahre planst.

Mini-Checkliste

Bevor Rotklee auf ein Beet kommt

  • Stand dort in den letzten 7 Jahren schon Rotklee? Dann wähle ein anderes Beet.
  • Stand dort zuletzt eine andere Leguminose wie Erbsen oder Bohnen? Dann weiche ebenfalls aus.
  • Bleibt der Leguminosen-Anteil an der wechselnden Beetbelegung bei höchstens 25 %?
  • Wurde das Beet frisch mit Mist gedüngt? Dann passt es nicht zu Rotklee.
  • Steht der Nachfolger fest, und ist die Wartezeit nach dem Einarbeiten eingeplant?

Reinsaat, Kleegras oder Untersaat: die Anbauformen

Rotklee lässt sich als Reinsaat anbauen, im Gemenge mit Gräsern oder als Untersaat in Getreide. Im Gemüsegarten bietet sich die Reinsaat an. Du säst den Klee flächig auf ein freies Beet und lässt ihn stehen, bis die Folgekultur dran ist. Das Gemenge mit Gräsern heißt Kleegras, nach seinem Umbruch folgen Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf.

Als Untersaat zwischen Gemüse oder Beerenkulturen nimmt man niedrig wachsende Gelb- oder Weißkleearten. Rotklee wird 30–50 cm hoch und gehört deshalb eher auf ein eigenes Beet als zwischen die Gemüsereihen. Wie das mit dem niedrigen Klee klappt, zeigt der Ratgeber, wie du Weißklee als Untersaat in den Fruchtwechsel einbaust.

Wie lange Rotklee stehen bleibt

Im Gemüsebau gilt eine Gründüngung mit bis zu 3 Monaten Vegetationszeit als Kurzzeitgründüngung. Was länger wächst, zählt als Langzeitgründüngung. Als winterharte, mehrjährige Art eignet sich Rotklee für Flächen, die länger frei bleiben. Auf stark verdichteten oder geschädigten Gartenböden kann eine Gründüngung ein Jahr oder länger stehen bleiben.

Soll nur über Winter etwas wachsen, wird auch Inkarnatklee als überwinternde Zwischenfrucht genutzt. Harte, lange, kalte und schneereiche Winter übersteht er allerdings schlecht. Als Leguminose zählt er beim Anteil genauso mit wie Rotklee. Wie du ihn einplanst, liest du im Ratgeber, wie du Inkarnatklee als Vor- und Zwischenfrucht einbindest.

Futternutzung und Sorten

In der Landwirtschaft wird Rotklee auch als Futter geschnitten, im Feldfutterbau liegt die Schnitthöhe bei 8 cm. Im Gemüsegarten zählt er dagegen als Gründüngung und Vorfrucht. Welche Sorte zu welchem Zweck taugt, erfährst du im Überblick, welche Rotklee-Sorte zu Zweck, Standort und Anbausystem passt.

Rotklee anbauen: das Wichtigste in Kürze

Rotklee steht gern sonnig bis halbschattig auf schwach saurem, stickstoffarmem Boden. Gesät wird von März bis Juni und von August bis September, für die Planung kannst du dir den Aussaatkalender für Gründünger ausdrucken. Die einzelnen Schritte findest du in der Anleitung, wie du Rotklee im Garten aussäst, pflegst und über den Winter bringst.

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Häufige Fragen

Was macht Rotklee im Fruchtwechsel besonders?
Rotklee (Trifolium pratense) ist eine kurzlebige mehrjährige, winterharte Leguminose mit tiefen Wurzeln. Mithilfe von Knöllchenbakterien bindet er Luftstickstoff und verbessert dadurch die Stickstoffversorgung der Kulturen, die nach ihm wachsen. Zugleich verträgt er sich weder mit sich selbst noch mit den meisten anderen Leguminosen, deshalb braucht er auf derselben Fläche eine lange Anbaupause.
Welche Kulturen passen nach Rotklee?
Nach Rotklee passen Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf. Nach dem Umbruch von Kleegras eignen sich zum Beispiel Weizen, Mais und Kohlarten. Im Gemüsegarten ist eine Leguminosen-Gründüngung eine geeignete Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Die Nährstoffwirkung hängt allerdings von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab und ersetzt zusätzliche Düngung nicht automatisch.
Darf ich nach Rotklee Erbsen, Bohnen oder Wicken anbauen?
Plane sie besser auf ein anderes Beet, denn Rotklee verträgt sich weder mit sich selbst noch mit den meisten anderen Leguminosen. Auch als Nachbarn gelten für Klee unter anderem Markerbsen, Puffbohnen, Prunkbohnen und Sommerwicken als unverträglich. Im Gemüsegarten sollen Leguminosen zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung einnehmen, Erbsen und Bohnen mitgerechnet.
Wie lange muss Rotklee pausieren, bevor er wieder auf dasselbe Beet kommt?
Für Rotklee wird eine Anbaupause von 7 Jahren auf derselben Fläche angesetzt. Der Grund ist seine Unverträglichkeit mit sich selbst, die sich als Kleemüdigkeit zeigen kann. Als Ursachen dafür kommen bodenbürtige Schaderreger, Ungleichgewichte in der Nährstoffversorgung und Giftstoffe infrage.
Laugt Rotklee den Boden aus?
Rotklee gilt als schwachzehrend und bringt über seine Knöllchenbakterien zusätzlich Luftstickstoff in den Boden, der die Stickstoffversorgung der Folgekulturen verbessert. Wie stark diese Wirkung ausfällt, hängt unter anderem von Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab, eine zusätzliche Düngung ersetzt sie nicht automatisch. Heikel wird es eher, wenn Klee zu schnell wieder auf derselben Fläche steht, weil dann Kleemüdigkeit auftreten kann.
Eignet sich Rotklee als Untersaat zwischen Gemüse?
Als Untersaat wird Rotklee in Getreide angebaut. Zwischen Gemüse oder Beerenkulturen nimmt man niedrig wachsende Gelb- oder Weißkleearten. Rotklee wird 30–50 cm hoch. Weißklee bleibt mit 20–30 cm deutlich niedriger.
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