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Insektenhotel durchs Jahr pflegen: Was wann ansteht und wann Bienen schlüpfen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Eine Wildbienen-Nisthilfe bleibt im Winter draußen an ihrem Standort, wird nicht ins Haus geholt und nicht ausgeputzt.
  • Ein Teil der Mauerbienen schlüpft erst nach der zweiten Überwinterung, ein stilles Röhrchen ist also nicht automatisch leer.
  • Ein Nistgang kann besiedelt sein, obwohl von außen kein Verschluss zu sehen ist.
  • Für das Reinigen der Niströhrchen gibt es keine feste Frist: Neue Röhrchen stellst du dazu, statt alte auszuleeren.
  • Das Hotel steht sonnig mit Öffnungen nach Süden, geschützt vor Regen und fest gegen Windböen.
  • Gegen Vogelfraß kannst du ein Gitter mit 25 × 25 mm Maschenweite vor die Niströhren setzen.

Im Frühjahr hängt das Insektenhotel oft noch still da, und die Bürste liegt schon bereit. Genau jetzt kann gut gemeinte Pflege der Brut schaden. Ein Nistgang kann besiedelt sein, obwohl von außen kein Verschluss zu sehen ist. Und ein Teil der Mauerbienen schlüpft erst nach der zweiten Überwinterung.

Ich pflege mein Insektenhotel deshalb nach Jahreszeiten und fasse die Röhrchen so wenig wie möglich an. Die meiste Arbeit steckt bei mir im Hinschauen, im Regenschutz und in einer festen Befestigung.

Das Jahr am Insektenhotel auf einen Blick

Jahreszeit Das tust du Das lässt du
Frühling Befestigung und Dach nach dem Winter prüfen, Ausflüge beobachten und notieren Gänge ohne sichtbaren Verschluss ausputzen
Sommer Regenschutz kontrollieren, einen Teil der Kräuter blühen lassen Das Hotel in den Halbschatten umhängen
Herbst Dach und Befestigung winterfest machen, bei Vogelfraß ein Gitter vorsetzen Belegte Röhrchen austauschen
Winter Hotel draußen lassen, neue Röhrchen bauen, Beete planen Hotel ins Haus holen oder ausputzen
Röhrchen tauschen Neue Röhrchen dazustellen, nur Röhrchen mit offenem Verschluss austauschen Röhrchen nach Kalender reinigen oder nach dem Augenschein ausleeren

Wann schlüpfen die Bienen aus dem Bienenhotel?

Ein Bienenhotel ist eine Hohlraum-Nisthilfe. Darin nisten unter anderem Mauerbienen, Scherenbienen und Blattschneiderbienen, dazu Lehm- und Grabwespen. Das Weibchen einer Solitärbiene versorgt jede Brutzelle mit Blütenstaub, legt ein Ei dazu und verschließt die Zelle mit artspezifischem Material. Blattschneiderbienen kleiden ihre Brutzellen außerdem mit Blattstückchen aus.

Danach bleibt die Brut im Gang. Bei Mauerbienen überwintert sie dort und schlüpft erst nach dem Winter. Ein Teil der Mauerbienen bleibt sogar bis nach der zweiten Überwinterung im Gang. Einen festen Schlupftermin gibt es deshalb nicht einmal innerhalb einer Art.

Für die Pflege folgt daraus: Ein Röhrchen, aus dem nach dem ersten Winter nichts herauskommt, ist nicht automatisch leer. Ich lasse solche Gänge deshalb in Ruhe und notiere sie in meinem Tagebuch.

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Frühling: nachsehen, befestigen, nichts ausräumen

Nach dem Winter prüfe ich zuerst, ob das Hotel noch fest sitzt. Eine Nisthilfe soll so sicher hängen, dass sie sich bei Windböen nicht bewegt. Lockere Schrauben und Drähte ziehe ich nach, ohne an den Röhrchen zu ruckeln.

Dann kommt das Dach dran. Nisthilfen müssen vor eindringender Feuchtigkeit geschützt sein, weil Schimmel Eier und Larven schädigen oder töten kann. Ist das Dach rissig oder verzogen, bessere ich es aus.

Spinnweben vor den Eingängen streiche ich vorsichtig weg. In die Gänge stochere ich nicht, auch wenn sich dort noch nichts rührt. Sobald die ersten Tiere ausfliegen, beginnt mein Tagebuch für das neue Jahr.

Häufiger Fehler

Im Frühjahr alle Röhrchen ausputzen, damit das Hotel „frisch“ startet. Damit triffst du womöglich Brut, die noch im Gang sitzt, und von außen erkennst du das nicht sicher.

Sommer: beobachten statt eingreifen

Im Sommer beschränke ich mich am Hotel aufs Hinschauen. Gut zu sehen ist, was die Tiere eintragen: Bienenweibchen bringen Blütenstaub, Blattschneiderbienen schleppen Blattstückchen heran. Grabwespen der Gattungen Passaloecus und Pemphredon tragen Blattläuse als Futter für ihren Nachwuchs ein. Wer genau einzieht und was diese Tiere dem Garten bringen, liest du bei den Bewohnern des Insektenhotels und ihrem Nutzen im Garten.

Pflegen heißt im Sommer vor allem, den Regenschutz zu kontrollieren. Nach Starkregen schaue ich, ob die Fronten trocken geblieben sind. Läuft Wasser in die Gänge, verlängere ich das Dach, statt das Hotel umzuhängen.

Mythos-Check

Im Hochsommer gehört das Insektenhotel in den Halbschatten, damit es nicht überhitzt? Nein: Eine Wildbienen-Nisthilfe steht sonnig, mit den Öffnungen nach Süden. Vor Regen schützt sie ein Dach, gegen Wind eine feste Befestigung.

Im Kräuterbeet lasse ich einen Teil der Pflanzen blühen, etwa Thymian, Lavendel, Dill und Gewürzfenchel. So finden die Insekten Nahrung.

Herbst: das Hotel wetterfest machen

Im Herbst bereite ich das Hotel auf Nässe und Wind vor. Ich prüfe, ob das Dach die Fronten noch abdeckt und ob die Befestigung hält. Was jetzt locker sitzt, ziehe ich fest, bevor die Brut den Winter darin verbringt.

Belegte Gänge bleiben ab jetzt zu. In ihnen überwintert die Brut, und welcher Gang besetzt ist, siehst du von außen nicht sicher. Deshalb tausche ich im Herbst keine Röhrchen aus, auch keine, die leer aussehen.

Wenn sich Vögel an den Niströhren zu schaffen machen, setze ich ein Gitter davor. Es dient als Schutz gegen Vogelfraß an der Brut.

Zahl im Blick

Das Vogelschutzgitter hat eine Maschenweite von 25 × 25 mm. Es sitzt mit 5 bis 10 cm Abstand vor den Niströhren.

Im Beet lasse ich die Staudenstängel über Winter stehen. Insekten und Entwicklungsstadien von Schmetterlingen können daran oder darin überwintern.

Winter: draußen lassen und das Frühjahr planen

Im Winter bleibt das Insektenhotel an seinem Platz im Freien. Wildbienen-Nisthilfen sollen nicht zur Überwinterung ins Haus geholt und nicht ausgeputzt werden. Das Dach hält jetzt Regen und Schnee von den Fronten fern.

Achtung

Hol das Hotel im Winter nicht ins Haus, putz es nicht aus und tausche keine Röhrchen. Die Nisthilfe bleibt draußen an ihrem Standort.

Auch auf dem Balkon bleibt die Nisthilfe über Winter draußen. Welche kompakten Modelle dort passen, zeigen die platzsparenden Nisthilfen für Balkon und Terrasse.

Die ruhige Zeit nutze ich für die Vorbereitung. Neue Röhrchen oder einen zusätzlichen Block baue ich jetzt, damit sie im Frühjahr fertig sind. Wenn ich die Beete fürs nächste Jahr plane, lasse ich Platz für Kräuter, die blühen dürfen.

Wann darfst du Niströhrchen reinigen oder tauschen?

Einen festen Termin zum Reinigen gibt es nicht. Ausputzen darfst du einen Gang erst, wenn die Brut geschlüpft und ausgeflogen ist, und das richtet sich nach den Tieren, nicht nach dem Kalender.

Von außen lässt sich das nicht sicher ablesen. Ein Gang kann besiedelt sein, obwohl du keinen Verschluss siehst. Dazu kommen die Mauerbienen, die erst nach der zweiten Überwinterung schlüpfen. Ich leere deshalb keine Röhrchen aus, sondern stelle neue dazu, damit die Tiere immer freie Gänge finden. Austauschen kannst du Röhrchen, deren Verschluss offen ist.

Dein Tagebuch hilft dir bei dieser Entscheidung. Notierst du, aus welchen Röhrchen Tiere ausgeflogen sind und welche still geblieben sind, entscheidest du nicht nach Gefühl. Gebohrte Hölzer ersetze ich erst, wenn sie schimmeln oder Risse bekommen.

Marias Erfahrung

Röhrchen, die ich austausche, werfe ich nicht weg. Ich lagere sie draußen in der Nähe des Hotels, falls darin noch etwas sitzt.

Das Jahrestagebuch: was du notierst

Ich führe für mein Hotel ein kleines Heft und schreibe nach Jahreszeiten hinein. Mehr als ein paar Zeilen pro Besuch brauche ich dafür nicht.

Mini-Checkliste

erste Ausflüge mit Datum; welche Röhrchen verschlossen werden und womit; aus welchen Röhrchen später Tiere schlüpfen; feuchte Stellen, Schimmel oder lockere Befestigung; Spuren von Vogelfraß.

Wenn du im folgenden Jahr nachliest, siehst du, welche Gänge nach dem ersten Winter still geblieben sind. Genau diese Röhrchen lässt du weiter in Ruhe. Wer da ein- und ausfliegt, bestimmst du mit dem Ratgeber dazu, wie du ein Insektenhotel baust, platzierst und seine Bewohner erkennst.

Warum das Hotel allein nicht reicht

Ein Insektenhotel bietet Hohlräume, davon haben Hohlraumnister etwas. Mehr als zwei Drittel der mitteleuropäischen Wildbienenarten nisten aber im Boden und brauchen dafür geeignete Bodennistplätze. Solche Stellen schützt du behutsam und ohne Pflanzenschutzmittel vor Zuwachsen und zunehmender Beschattung. Wie Nisthilfen, Wiese, Altgras und offene Bodenstellen zusammen Lebensraum schaffen, zeigt der Überblick zu Lebensräumen und Nisthilfen für Nützlinge.

Häufige Fragen

Welche Insekten nutzen ein Insektenhotel als Nistplatz?
Hohlraum-Nisthilfen nutzen unter anderem Mauerbienen, Scherenbienen und Blattschneiderbienen sowie Lehm- und Grabwespen. Die Weibchen der Solitärbienen versorgen jede Brutzelle mit Blütenstaub, legen ein Ei dazu und verschließen die Zelle mit artspezifischem Material. Grabwespen der Gattungen Passaloecus und Pemphredon tragen Blattläuse als Futter für ihren Nachwuchs ein.
Welche Rolle spielen Insektenhotels bei der Überwinterung von Insekten?
Bei Mauerbienen überwintert die Brut im Nistgang, und ein Teil schlüpft erst nach der zweiten Überwinterung. Deshalb bleibt eine Wildbienen-Nisthilfe im Winter draußen an ihrem Standort und wird weder ins Haus geholt noch ausgeputzt. Wichtig ist ein guter Schutz vor eindringender Feuchtigkeit, weil Schimmel Eier und Larven schädigen oder töten kann.
Welche Pflege braucht ein Insektenhotel in den einzelnen Jahreszeiten?
Im Frühling prüfst du Befestigung und Dach, ohne Gänge auszuputzen. Im Sommer beobachtest du und kontrollierst den Regenschutz, im Herbst machst du Dach und Befestigung winterfest. Im Winter bleibt das Hotel unangetastet draußen an seinem Standort. Für die Röhrchen gibt es keinen festen Reinigungstermin: Du stellst neue dazu, statt alte auszuleeren, und tauschst nur Röhrchen aus, deren Verschluss offen ist.
Wie schützt du ein Insektenhotel vor Fressfeinden wie Vögeln?
Gegen Vogelfraß kannst du bei Bedarf ein Gitter vor die Niströhren setzen. Es hat eine Maschenweite von 25 × 25 mm. Du bringst es mit 5 bis 10 cm Abstand vor den Niströhren an.
Wo sollte ein Insektenhotel im Garten stehen?
Eine Wildbienen-Nisthilfe steht sonnig, die Öffnungen zeigen nach Süden. Sie braucht Schutz vor eindringender Feuchtigkeit, weil Schimmel Eier und Larven schädigen oder töten kann. Befestige sie so sicher, dass sie sich bei Windböen nicht bewegt.
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