Maulwurffreundliche Gartenpflege: So pflegst du Rasen, Beete und Boden mit Maulwurf
- Der Maulwurf ist besonders geschützt: nicht fangen, nicht töten, sondern die Pflege anpassen.
- Frische Hügel abtragen und die Erde als Pflanzenerde weiterverwenden.
- Gepflegten Rasen im Sommer auf 5 bis 6 cm mähen, Vertikutiermesser nur bis zur Bodenoberfläche.
- Maulwürfe fressen keine Pflanzen, deshalb Beete gegen Unterwühlen sichern, etwa mit Gitterboden im Hochbeet.
- Kaiserkronen sind keine verlässliche Maulwurfabwehr, und in die Gänge gehört kein Neemöl.
Frische Erdhügel im Rasen, kurz bevor du mähen willst: Hier beginnt bei vielen der Streit mit dem Maulwurf. Ich greife dann zu Schaufel und Eimer, denn der Maulwurf darf in meinem Garten bleiben. Meine Pflege richte ich nach ihm aus. Ich trage Hügel ab und nutze die Erde, mähe den Rasen passend und sichere empfindliche Beete von unten.
Für den Maulwurf gilt besonderer Artenschutz. Fangen und Töten sind verboten. Alles in diesem Ratgeber setzt deshalb bei Rasen, Beet und Boden an, nicht beim Tier.
Was der Maulwurf im Garten anrichtet und was nicht
Maulwürfe fressen keine Pflanzen und keine Pflanzenteile. Ärger machen sie mit ihren Erdhügeln und mit ihrer Wühltätigkeit unter Rasen und Beet. Ihre Grabtätigkeit kann den Boden aber auch durchmischen, belüften und besser entwässern. Wie Maulwürfe Bodenstruktur und Entwässerung verbessern, liest du im Ratgeber zu ihrer Bodenwirkung. Ob er insgesamt eher Schädling oder NützlingNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. ist und was du rechtlich gegen einen Maulwurf unternehmen darfst, steht in einem eigenen Beitrag.
Hilft Neemöl gegen den Maulwurf?
Neemöl gegen den Maulwurf ist eine häufige Frage. Meine Antwort: Ich gieße weder Öl noch andere Mittel in die Gänge. Dazu kommt der Artenschutz, denn Fangen und Töten sind verboten. Alles, was den Maulwurf töten könnte, scheidet damit aus.
Als nichtberuflicher Anwender darfst du im Hausgarten ohnehin nur gekennzeichnete Pflanzenschutzmittel verwenden, die für Pflanze und Schadorganismus zugelassen sind. Ist der Maulwurf in der Zulassung nicht genannt, darfst du ein solches Mittel nicht gegen ihn einsetzen. Ob Ultraschallgeräte gegen Maulwürfe wirken, prüft ein eigener Beitrag. Ich setze stattdessen bei der Pflege an.
Maulwurfshügel abtragen und die Erde nutzen
Frische Hügel räume ich ab, bevor ich mähe. Mit der Schaufel steche ich die Erde flach ab und fülle sie in einen Eimer. Diese Erde lässt sich als Pflanzenerde weiterverwenden, zum Beispiel für Töpfe oder zum Auffüllen von Senken im Beet. Den Rest ziehe ich mit dem Rechen über die Fläche, bis kein Haufen mehr steht. Die kahle Stelle im Rasen säe ich nach.
Viele Hügel bedeuten nicht automatisch viele Tiere. Maulwürfe sind überwiegend Einzelgänger, die ihr Revier gegen Artgenossen verteidigen. Eine ganze Hügelreihe auf deinem Rasen kann also von einem einzigen Maulwurf stammen. Rechne außerdem das ganze Jahr mit neuen Hügeln, denn Maulwürfe bleiben auch im Winter aktiv und suchen weiter Nahrung.
Vor dem Rasenschnitt gehe ich diese Punkte durch.
- Fläche abgehen und frische Hügel suchen
- Hügelerde abstechen und im Eimer sammeln
- Reste mit dem Rechen verteilen
- Kahle Stellen im Rasen nachsäen
Die gesammelte Hügelerde kippe ich in einen eigenen Kübel neben dem Kompost. Von dort nehme ich sie zum Topfen und zum Auffüllen von Pflanzlöchern.
Rasen mähen und vertikutieren, wenn der Maulwurf gräbt
Gepflegten Gartenrasen mähst du im Sommer auf eine Schnitthöhe von 5 bis 6 cm. Ich stelle den Mäher für den Sommer darauf ein und messe nach dem ersten Schnitt mit dem Zollstock nach. Vor dem Mähen gehe ich die Fläche ab, damit kein frischer Hügel unter das Messer gerät.
Beim VertikutierenVertikutieren ist ein Pflegeschritt für den Rasen: Scharfe Messer ritzen die Fläche leicht an und holen den Rasenfilz heraus. Rasenfilz ist eine Schicht aus liegen gebliebenem Schnittgut, abgestorbenen Pflanzenresten und Moos. reichen die Messer nur bis zur Bodenoberfläche, nicht tiefer. Ich probiere die Einstellung an einem Rand aus und schaue, ob die Messer nur die Oberfläche anritzen.
Wer den Rasen nach vielen Hügeln uneben findet, stellt die Vertikutiermesser gern tiefer. Die Messer bleiben aber an der Bodenoberfläche. Unebenheiten gleiche ich vorher mit dem Rechen und der abgetragenen Hügelerde aus.
Wiese statt Zierrasen, wo der Maulwurf viel gräbt
Wo sich die Hügel häufen, lege ich lieber eine Teilfläche als Gartenwiese an. Mähe eine insektenfreundlich gepflegte Gartenwiese nur 1 bis 2 Mal im Jahr, damit ihre Pflanzen zur Blüte kommen. Wie du dabei mit Schnitthöhe, Mähgut und Altgrasstreifen umgehst, steht im Ratgeber dazu, wie du Lebensräume für Nützlinge im Garten schaffst.
Auf der Wiese lasse ich Hügel liegen. Gemäht wird dort nur selten, und auf den offenen Stellen können sich konkurrenzschwache Pflanzen ansiedeln, die in dichtem Bewuchs keinen Platz finden.
Beete und Gemüse vor dem Unterwühlen schützen
Der Maulwurf frisst keine Pflanzen, kann aber durch sein Wühlen Schaden anrichten. Deshalb sichere ich Beete gegen das Unterwühlen und nicht gegen Fraß. Findest du angefressene Möhren oder Wurzeln, deutet das auf ein anderes Tier hin.
Für empfindliche Kulturen nehme ich ein HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche.. Den Boden lege ich vor dem Befüllen mit Drahtgitter aus und biege es an den Wänden hoch, damit keine Lücke bleibt. So ein Gitterboden kann das Unterwühlen von unten abhalten, eine Garantie ist er nicht. Einzelne empfindliche Stauden setze ich in einen Drahtkorb, den ich mit eingrabe. Was ich im Beet nicht riskieren will, wächst bei mir im Kübel. Wenn du Hochbeet und Beete neu ordnest, kannst du deine Beete im Beetplaner aufteilen.
MischkulturMischkultur bedeutet, dass verschiedene Gemüsearten nebeneinander auf einem Beet wachsen. So nutzt du die Fläche besser aus, und der Boden bleibt während der Saison weitgehend bedeckt. und FruchtfolgeFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. plane ich für die Gesundheit der Pflanzen, nicht als Maulwurfsperre. Positive Mischkultureffekte zeigen sich nicht unter allen Standort-, Boden- und Pflegebedingungen gleich. Welche Gemüse als Nachbarn zusammenpassen, zeigt dir der Mischkultur-Planer.
Boden lockern, ohne umzugraben
Beete lockere ich mit der Grabegabel, statt sie umzugraben. Ich steche ein, bewege den Stiel leicht vor und zurück und setze einen Schritt weiter wieder an. Darüber kommt eine MulchschichtEine Mulchschicht ist eine Abdeckung des Bodens, meist aus organischem Material wie Laub, Stroh oder Rasenschnitt. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht, verringert Erosion und hemmt Unkraut. aus Laub oder Rasenschnitt.
Ob und was dein Boden an Dünger braucht, zeigt eine BodenuntersuchungEine Bodenanalyse ist die Laboruntersuchung einer Bodenprobe, die du aus vielen Einstichen einer Fläche zusammenmischst. Sie zeigt, welche Nährstoffe im Boden stecken und wie viel Kalk er braucht, und ist die Grundlage für bedarfsgerechtes Düngen.. Dafür nimmst du je einheitlich genutzter Fläche 10 bis 15 Einzelproben und vermischst sie zu einer Probe. Wie die Probe ins Labor kommt, steht im Nützlinge-Ratgeber im Abschnitt zu Standort, Boden und Düngung.
Kaiserkrone, Narzisse, Wolfsmilch: Pflanzen als Maulwurfsperre?
Kaiserkronen, Narzissen, Knoblauch und Wolfsmilch werden oft als Pflanzen genannt, die Maulwürfe meiden sollen. Ich setze sie wegen der Blüte oder für die Küche, nicht als Sperre.
Wer Kaiserkronen pflanzt, um Maulwürfe abzuwehren, hat damit keine verlässliche Methode. Auch bei Knoblauch, Narzissen und Wolfsmilch würde ich mich nicht auf eine Abwehr verlassen.
Mehrere dieser Pflanzen sind giftig. Das zählt besonders dort, wo Kinder spielen oder Haustiere im Beet graben.
| Pflanze | Worauf du achtest |
|---|---|
| Kaiserkrone | Giftig ist vor allem die Zwiebel. |
| Gelbe Narzisse | Alle Teile sind giftig, die Zwiebel besonders. |
| Zypressen-Wolfsmilch | Der Milchsaft kann bei Haut- oder Augenkontakt Rötungen und Brennen auslösen. |
Beim Pflanzen und Zurückschneiden der Wolfsmilch trage ich Handschuhe und fasse mir dabei nicht ins Gesicht.

