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Maulwürfe im Gartenboden: Was ihre Grabarbeit verbessern kann

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 3 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Grabtätigkeit des Maulwurfs kann Durchmischung, Belüftung und Entwässerung des Bodens verbessern.
  • Die Erde aus Maulwurfshügeln kannst du abtragen und als Pflanzenerde weiterverwenden.
  • Lücken durch Maulwurfshügel können konkurrenzschwachen Pflanzen die Ansiedlung ermöglichen.
  • Maulwürfe fressen keine Pflanzen und stehen unter besonderem Artenschutz: kein Fangen, kein Töten.

Wenn morgens frische Erdhaufen im Rasen stehen, ist der Ärger verständlich. Ich greife dann zur Schaufel und trage die Hügel ab, bevor ich mähe. Dabei lohnt der Blick nach unten. Der Maulwurf gräbt Gänge, lagert Erde um und kann so die Durchmischung, Belüftung und Entwässerung deines Bodens verbessern. Wie viel davon zu erwarten ist und wo die Grenzen liegen, ordne ich hier ein.

Was verändert der Maulwurf im Gartenboden?

Der Maulwurf lebt unter der Erde und legt dort seine Gänge an. Die ausgeworfene Erde landet als Hügel an der Oberfläche. Diese Grabtätigkeit kann drei Dinge im Boden verbessern: die Durchmischung, die Belüftung und die Entwässerung. Das ist ein Kann, kein Versprechen, und es gilt nur dort, wo er tatsächlich gräbt.

Kurz erklärt

Durchmischung heißt, dass Erde aus verschiedenen Tiefen umgelagert wird. Belüftung meint, dass Luft in den Boden gelangt. Entwässerung beschreibt, wie gut überschüssiges Wasser aus dem Boden abziehen kann, statt stehen zu bleiben.

Bodenstruktur: Durchmischung und Luft

Beim Graben schiebt der Maulwurf Erde aus seinen Gängen nach oben und lagert sie dabei um. Dadurch kann sich die Durchmischung des Bodens verbessern. Die Gänge selbst sind Hohlräume, über die Luft in den Boden gelangen kann. So kann auch die Belüftung profitieren.

Drainage: Hilft der Maulwurf gegen Staunässe?

Die Grabtätigkeit kann auch die Entwässerung verbessern. Bei einer dauerhaft nassen Stelle würde ich mich darauf trotzdem nicht verlassen. Wo der Maulwurf gräbt, bestimmt er selbst, und deine Problemstelle liegt vielleicht gar nicht in seinem Revier.

Nährstoffverteilung: Was die Durchmischung leistet

Durchmischen heißt vor allem umlagern. Erde aus den Gängen landet im Hügel an der Oberfläche. Ob der Boden darunter gut mit Nährstoffen versorgt ist, verrät dir der Hügel allerdings nicht.

Das zeigt erst eine Bodenuntersuchung. Dafür nimmst du je einheitlich genutzter Fläche 10 bis 15 Einzelproben und führst sie zu einer Mischprobe zusammen. Wie du danach gezielt düngst, steht im Abschnitt zu Standort, Boden und Düngung unseres Ratgebers über Nützlinge und Schädlinge.

Was machst du mit der Erde aus den Hügeln?

Die ausgeworfene Erde kannst du abtragen und als Pflanzenerde weiterverwenden. Im Rasen hat das einen zweiten Vorteil: Die Fläche bleibt eben, und du mähst nicht über lose Erdhaufen. Weil der Maulwurf auch im Winter aktiv bleibt und weiter nach Nahrung sucht, können frische Hügel auch in der kalten Jahreszeit auftauchen.

Marias Erfahrung

Ich trage frische Hügel mit der Schaufel ab und sammle die Erde in einem Eimer. Steine und Wurzelreste lese ich dabei heraus. Die Erde nehme ich für Töpfe und zum Auffüllen von Senken im Beet.

Mythos-Check

Maulwurfserde gilt manchen als fertiger Kompost. Sie ist aber Erde aus den Gängen und kein verrotteter Gartenabfall. Als Pflanzenerde kannst du sie weiterverwenden. Wie viele Nährstoffe sie mitbringt, siehst du ihr nicht an.

Warum Maulwurfshügel Platz für andere Pflanzen schaffen

Wo ein Hügel liegt, entsteht eine Lücke in der Pflanzendecke. Solche Lücken können konkurrenzschwachen Pflanzen die Ansiedlung ermöglichen. Im Rasen ist das eine kahle Stelle, auf einer Wiese dagegen ein offener Platz für Arten, die sonst kaum durchkommen.

In meiner Wiesenecke lasse ich einzelne Hügel liegen und schaue mir an, was darauf keimt. Im Rasen trage ich sie dagegen ab. Wie du Rasen und Beete maulwurffreundlich pflegst, zeige ich dir in einem eigenen Ratgeber.

Wo der Maulwurf stört und was du darfst

Pflanzen frisst der Maulwurf nicht, Schaden machen seine Erdhügel und die Wühltätigkeit unter Rasen und Beet. Er lebt überwiegend als Einzelgänger und verteidigt sein Revier gegen Artgenossen. Ich wäge in einem eigenen Ratgeber ab, ob der Maulwurf in deinem Garten eher schadet oder nützt.

Fangen und töten darfst du ihn nicht, denn Maulwürfe stehen unter besonderem Artenschutz. Kaiserkronen gelten als Abwehrpflanze, halten ihn aber nicht verlässlich fern, und ihre Zwiebel ist giftig. Ob Ultraschallgeräte gegen Maulwürfe wirken, klärt ein eigener Ratgeber.

Häufige Fragen

Wie verbessern Maulwürfe im Garten die Bodenqualität?
Beim Graben legt der Maulwurf Gänge an und lagert Erde um. Das kann die Durchmischung, die Belüftung und die Entwässerung des Bodens verbessern. Garantiert ist das nicht, und es gilt nur dort, wo er tatsächlich gräbt. Die ausgeworfene Erde der Hügel kannst du zusätzlich abtragen und als Pflanzenerde weiterverwenden.
Wie nutzt man Maulwurfshügel sinnvoll für die Gartenpflege?
Die ausgeworfene Erde kannst du abtragen und als Pflanzenerde weiterverwenden, zum Beispiel für Töpfe oder zum Auffüllen von Senken im Beet. Im Rasen trägst du die Hügel ab, damit die Fläche eben bleibt. Auf einer Wiese können die Lücken, die ein Hügel in der Pflanzendecke hinterlässt, konkurrenzschwachen Pflanzen die Ansiedlung ermöglichen.
Stimmt es, dass Maulwürfe nur Schädlinge sind?
Nein. Maulwürfe fressen keine Pflanzen oder Pflanzenteile, Schäden entstehen durch ihre Erdhügel und ihre Wühltätigkeit. Dieselbe Grabarbeit kann die Durchmischung, Belüftung und Entwässerung des Bodens verbessern. Fangen oder töten darfst du sie nicht, denn Maulwürfe stehen unter besonderem Artenschutz.
Wie unterscheiden sich Maulwürfe von Wühlmäusen?
Der Maulwurf frisst keine Pflanzen oder Pflanzenteile. Angefressene Wurzeln oder Zwiebeln deuten deshalb auf einen anderen Verursacher hin. Die Jahreszeit hilft bei der Unterscheidung nicht, denn Maulwürfe bleiben auch im Winter aktiv und Wühlmäuse halten keinen Winterschlaf. Bevor du etwas unternimmst, lohnt die Klärung: Der Maulwurf steht unter besonderem Artenschutz und darf weder gefangen noch getötet werden.
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