Maulwürfe im Gartenboden: Was ihre Grabarbeit verbessern kann
- Die Grabtätigkeit des Maulwurfs kann Durchmischung, Belüftung und Entwässerung des Bodens verbessern.
- Die Erde aus Maulwurfshügeln kannst du abtragen und als Pflanzenerde weiterverwenden.
- Lücken durch Maulwurfshügel können konkurrenzschwachen Pflanzen die Ansiedlung ermöglichen.
- Maulwürfe fressen keine Pflanzen und stehen unter besonderem Artenschutz: kein Fangen, kein Töten.
Wenn morgens frische Erdhaufen im Rasen stehen, ist der Ärger verständlich. Ich greife dann zur Schaufel und trage die Hügel ab, bevor ich mähe. Dabei lohnt der Blick nach unten. Der Maulwurf gräbt Gänge, lagert Erde um und kann so die Durchmischung, Belüftung und Entwässerung deines Bodens verbessern. Wie viel davon zu erwarten ist und wo die Grenzen liegen, ordne ich hier ein.
Was verändert der Maulwurf im Gartenboden?
Der Maulwurf lebt unter der Erde und legt dort seine Gänge an. Die ausgeworfene Erde landet als Hügel an der Oberfläche. Diese Grabtätigkeit kann drei Dinge im Boden verbessern: die Durchmischung, die Belüftung und die Entwässerung. Das ist ein Kann, kein Versprechen, und es gilt nur dort, wo er tatsächlich gräbt.
Durchmischung heißt, dass Erde aus verschiedenen Tiefen umgelagert wird. Belüftung meint, dass Luft in den Boden gelangt. Entwässerung beschreibt, wie gut überschüssiges Wasser aus dem Boden abziehen kann, statt stehen zu bleiben.
Bodenstruktur: Durchmischung und Luft
Beim Graben schiebt der Maulwurf Erde aus seinen Gängen nach oben und lagert sie dabei um. Dadurch kann sich die Durchmischung des Bodens verbessern. Die Gänge selbst sind Hohlräume, über die Luft in den Boden gelangen kann. So kann auch die Belüftung profitieren.
Drainage: Hilft der Maulwurf gegen Staunässe?
Die Grabtätigkeit kann auch die Entwässerung verbessern. Bei einer dauerhaft nassen Stelle würde ich mich darauf trotzdem nicht verlassen. Wo der Maulwurf gräbt, bestimmt er selbst, und deine Problemstelle liegt vielleicht gar nicht in seinem Revier.
Nährstoffverteilung: Was die Durchmischung leistet
Durchmischen heißt vor allem umlagern. Erde aus den Gängen landet im Hügel an der Oberfläche. Ob der Boden darunter gut mit Nährstoffen versorgt ist, verrät dir der Hügel allerdings nicht.
Das zeigt erst eine BodenuntersuchungEine Bodenanalyse ist die Laboruntersuchung einer Bodenprobe, die du aus vielen Einstichen einer Fläche zusammenmischst. Sie zeigt, welche Nährstoffe im Boden stecken und wie viel Kalk er braucht, und ist die Grundlage für bedarfsgerechtes Düngen.. Dafür nimmst du je einheitlich genutzter Fläche 10 bis 15 Einzelproben und führst sie zu einer MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. zusammen. Wie du danach gezielt düngst, steht im Abschnitt zu Standort, Boden und Düngung unseres Ratgebers über Nützlinge und Schädlinge.
Was machst du mit der Erde aus den Hügeln?
Die ausgeworfene Erde kannst du abtragen und als Pflanzenerde weiterverwenden. Im Rasen hat das einen zweiten Vorteil: Die Fläche bleibt eben, und du mähst nicht über lose Erdhaufen. Weil der Maulwurf auch im Winter aktiv bleibt und weiter nach Nahrung sucht, können frische Hügel auch in der kalten Jahreszeit auftauchen.
Ich trage frische Hügel mit der Schaufel ab und sammle die Erde in einem Eimer. Steine und Wurzelreste lese ich dabei heraus. Die Erde nehme ich für Töpfe und zum Auffüllen von Senken im Beet.
Maulwurfserde gilt manchen als fertiger Kompost. Sie ist aber Erde aus den Gängen und kein verrotteter Gartenabfall. Als Pflanzenerde kannst du sie weiterverwenden. Wie viele Nährstoffe sie mitbringt, siehst du ihr nicht an.
Warum Maulwurfshügel Platz für andere Pflanzen schaffen
Wo ein Hügel liegt, entsteht eine Lücke in der Pflanzendecke. Solche Lücken können konkurrenzschwachen Pflanzen die Ansiedlung ermöglichen. Im Rasen ist das eine kahle Stelle, auf einer Wiese dagegen ein offener Platz für Arten, die sonst kaum durchkommen.
In meiner Wiesenecke lasse ich einzelne Hügel liegen und schaue mir an, was darauf keimt. Im Rasen trage ich sie dagegen ab. Wie du Rasen und Beete maulwurffreundlich pflegst, zeige ich dir in einem eigenen Ratgeber.
Wo der Maulwurf stört und was du darfst
Pflanzen frisst der Maulwurf nicht, Schaden machen seine Erdhügel und die Wühltätigkeit unter Rasen und Beet. Er lebt überwiegend als Einzelgänger und verteidigt sein Revier gegen Artgenossen. Ich wäge in einem eigenen Ratgeber ab, ob der Maulwurf in deinem Garten eher schadet oder nützt.
Fangen und töten darfst du ihn nicht, denn Maulwürfe stehen unter besonderem Artenschutz. Kaiserkronen gelten als Abwehrpflanze, halten ihn aber nicht verlässlich fern, und ihre Zwiebel ist giftig. Ob Ultraschallgeräte gegen Maulwürfe wirken, klärt ein eigener Ratgeber.

