Maulwürfe im Garten: Schaden, Nutzen und was du darfst
- Maulwürfe leben überwiegend als Einzelgänger und verteidigen ihr Revier gegen Artgenossen.
- Sie fressen keine Pflanzen oder Pflanzenteile; Schäden entstehen durch Erdhügel und Wühltätigkeit.
- Ihre Grabtätigkeit kann den Boden besser durchmischen, belüften und entwässern.
- Für Maulwürfe gilt besonderer Artenschutz: Du darfst sie weder fangen noch töten, auch nicht mit einer Lebendfalle.
- Die Erde aus den Hügeln kannst du abtragen und als Pflanzenerde weiterverwenden.
Wenn in meinem Rasen ein neuer Erdhügel auftaucht, schaue ich zuerst nach, wo er liegt: mitten in der Fläche, am Beetrand oder direkt unter einer Jungpflanze. Danach richtet sich, ob der Maulwurf gerade Schaden anrichtet oder nur das Bild stört. Was du gegen ihn unternehmen darfst, ist dagegen klar begrenzt. Maulwürfe stehen unter besonderem Artenschutz, und du darfst sie weder fangen noch töten. Was dir innerhalb dieser Grenze bleibt, ergibt sich aus seiner Lebensweise.
Sind Maulwürfe Einzelgänger?
Ja, Maulwürfe leben überwiegend als Einzelgänger. Jedes Tier hat sein eigenes Gangsystem und verteidigt sein Revier gegen Artgenossen. Begegnungen gibt es vor allem zur Paarung. Ein Weibchen säugt seine Jungen im Nest, bis sie es verlassen.
Weil ein Maulwurf allein lebt und sein Revier gegen andere verteidigt, verraten viele Hügel nicht automatisch viele Tiere. Ich zähle deshalb keine Hügel, sondern schaue, an welcher Stelle neue dazukommen.
Wie lebt der Maulwurf, und was frisst er?
Der Maulwurf ist für das Leben unter der Erde gebaut. Sein walzenförmiger Körper, die schaufelartigen Vorderpfoten und das samtige Fell helfen ihm beim Graben. Im Dunkeln orientiert er sich vor allem über den Tastsinn seiner empfindlichen Schnauze.
Er ist ein Fleischfresser und jagt in seinen Gängen Regenwürmer, Insektenlarven und andere Bodentiere. Pflanzen oder Pflanzenteile frisst er nicht, also auch keine Wurzeln und keine Zwiebeln. Einen Winterschlaf hält er nicht: Auch in der kalten Jahreszeit bleibt er aktiv und sucht weiter nach Nahrung. Frische Hügel können deshalb auch im Winter auftauchen.
„Der Maulwurf frisst meine Wurzeln.“ Das stimmt nicht. Maulwürfe fressen keine Pflanzen und keine Pflanzenteile. Schäden entstehen durch ihre Erdhügel und das Wühlen, nicht durch Fraß.
Welchen Schaden richten Maulwürfe an?
Der Schaden entsteht beim Graben, nicht beim Fressen. Ein frischer Hügel deckt Rasen, Saaten oder Jungpflanzen zu. Verläuft ein Gang direkt unter einer Pflanzreihe, kann er Wurzeln freilegen, sodass die Pflanzen über einem Hohlraum stehen. Im Rasen bleiben Erdflecken und Unebenheiten zurück, und eingesunkene Gänge können zur Stolperstelle werden. Wer über frische Hügel mäht, verteilt die Erde im Gras.
Weil der Maulwurf keine Pflanzen frisst, können angefressene Wurzeln, Knollen oder Zwiebeln auf einen anderen Verursacher hindeuten.
Welkt in meinem Gemüsebeet eine Pflanze neben einem Hügel, ziehe ich sie nicht gleich heraus. Ich lege die Wurzeln vorsichtig frei und schaue, ob sie angefressen sind oder nur über einem Hohlraum hängen. Hängen sie frei, drücke ich die Erde wieder an und gieße die Pflanze an.
Schaden oder Nutzen: wie fällt die Abwägung aus?
Beim Maulwurf stehen sich zwei Seiten gegenüber. Welche schwerer wiegt, hängt davon ab, wo er gräbt.
| Spricht für den Maulwurf | Spricht gegen ihn |
|---|---|
| Seine Grabtätigkeit kann den Boden besser durchmischen, belüften und entwässern. | Hügel decken Rasen, Saaten und Jungpflanzen zu. |
| Er frisst keine Pflanzen, auch keine Wurzeln. | Gänge können Wurzeln freilegen. |
| Die Hügelerde lässt sich abtragen und als Pflanzenerde nutzen. | Erdflecken und Unebenheiten stören im Rasen und beim Mähen. |
| Lücken durch Hügel geben konkurrenzschwachen Pflanzen Raum zur Ansiedlung. | Eingesunkene Gänge können zur Stolperstelle werden. |
Im Zierrasen lasse ich ihn graben und kümmere mich nur um die Hügel. Im Gemüsebeet kontrolliere ich neben jedem neuen Hügel die Pflanzen in der Reihe. Was die Gänge im Einzelnen für Struktur, Wasserabzug und Nährstoffe bedeuten, liest du im Ratgeber dazu, was Maulwurfsgänge für deinen Boden leisten. Wie du Tiere im Garten grundsätzlich einordnest, zeigt der Überblick dazu, wie du Schädlinge einordnest und welche Maßnahmen zuerst kommen.
Was darfst du rechtlich gegen Maulwürfe tun?
Maulwürfe stehen unter besonderem Artenschutz. Du darfst sie weder fangen noch töten, auch wenn sie in deinem eigenen Garten graben. Damit scheiden Schlagfallen und Giftköder aus. Tabu ist auch die Lebendfalle: Wer einen Maulwurf einfängt, um ihn anderswo auszusetzen, fängt ihn trotzdem.
Weil eine Wühlmausfalle passend in die Gangöffnung gehört und ein Maulwurf nicht gefangen werden darf, muss vor jeder Falle klar sein, wer den Gang gegraben hat.
Bist du unsicher, ob ein Gang vom Maulwurf stammt, stellst du dort keine Falle auf. Angefressene Wurzeln in der Nähe sind ein Hinweis auf einen anderen Gräber, aber kein Beweis.
Die Hügel kannst du abtragen und die Erde weiterverwenden. Jede andere Maßnahme prüfst du zuerst daran, ob sie das Tier fängt oder tötet. Bist du unsicher, ob eine Methode mit dem Artenschutz vereinbar ist, frag vor dem Einsatz bei der zuständigen Naturschutzbehörde nach.
Was tun mit den Hügeln, und was hilft bei der Abwehr?
Frische Hügel nehme ich mit dem Spaten ab, bevor ich mähe. Die Erde siebe ich und nutze sie als Pflanzenerde für Kübel oder zum Auffüllen im Beet.
Kaiserkronen sind keine verlässliche Methode, um Maulwürfe fernzuhalten, und bei ihnen ist vor allem die Zwiebel giftig. Ob Ultraschallgeräte etwas ausrichten, prüft der Beitrag dazu, ob Ultraschall Maulwürfe wirklich vertreibt. Wie du Rasen, Beete und Boden so pflegst, dass Maulwurf und Garten konfliktarm nebeneinander bestehen, zeige ich im Ratgeber zur maulwurffreundlichen Pflege von Rasen und Beeten.

