Rasennachsaat düngen: wann die erste Gabe kommt und wie es im ersten Jahr weitergeht
- Die erste Gabe richtet sich nach dem ersten Schnitt, nicht nach einer festen Wochenzahl.
- Nachgesäter Rasen wird erstmals bei etwa 10 cm Aufwuchshöhe gemäht und dabei auf 5 bis 6 cm gekürzt.
- Nach dem ersten Schnitt passt eine Nachversorgung mit stickstoffbetontem Langzeitdünger.
- Phosphorbetonter Starterdünger gehört zur Aussaat; steht Phosphat in Gehaltsklasse E oder F, ist keine weitere Gabe vorgesehen.
- Kurzzeitig wirkende Dünger bringst du mit höchstens 5 g N/m² je Gabe aus.
- Danach zählt die Nachsaat-Gabe im normalen Jahresplan mit, und bei Hitze und Trockenheit pausiert der Stickstoff.
Die Lücken sind nachgesät, die ersten Spitzen werden grün, und die Frage liegt nahe, ob jetzt Dünger drauf muss. Ich warte damit, bis die NachsaatNachsaat heißt, Lücken in einem bestehenden Pflanzenbestand nachträglich mit frischem Saatgut zu schließen, ohne die Fläche komplett neu anzulegen. Im Garten betrifft das etwa lückigen Rasen oder Wiesenflächen. ihren ersten Schnitt hinter sich hat. Bis dahin kümmere ich mich vor allem ums Wasser, weil ein keimender Samen, der austrocknet, absterben kann.
Danach stellen sich drei Fragen: wann genau die erste Gabe passt, welcher Dünger zu welchem Schritt gehört und wie die frische Fläche im ersten Jahr in den normalen Düngeplan übergeht.
Wann dünge ich die Nachsaat zum ersten Mal?
Den Termin gibt der erste Schnitt vor, nicht der Kalender. Nachgesäter Rasen wird erstmals gemäht, wenn er etwa 10 cm hoch ist. Dabei kürzt du ihn auf 5 bis 6 cm. Ich messe die Höhe an mehreren Stellen mit dem Zollstock, weil die Gräser einer Mischung unterschiedlich schnell auflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen..
Nach diesem ersten Schnitt kann die Nachsaat eine Nachversorgung mit stickstoffbetontem LangzeitdüngerEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger. bekommen. Auch bei einer ausreichend grundversorgten Neuansaat folgt die erste ergänzende Stickstoffgabe auf den ersten Schnitt. Weil sich der Schnitt nach der Wuchshöhe richtet und die Gabe nach dem Schnitt, gibt es für die erste Düngung keine feste Wochenzahl.
So sieht der Ablauf als Orientierung aus:
| Abschnitt nach der Nachsaat | Orientierung |
|---|---|
| Erste Halme früher Gräser | nach 4 bis 7 Tagen, bei günstigen Bedingungen |
| Spät keimende Mischungspartner | etwa 4 Wochen |
| Erster Schnitt | bei etwa 10 cm Aufwuchs, gekürzt auf 5 bis 6 cm |
| Erste Düngergabe | nach dem ersten Schnitt, stickstoffbetonter Langzeitdünger |
| Mähpause nach Düngergranulat | etwa 2 Tage |
| Wieder belastbar | nach etwa 4 bis 6 Wochen, wenn sich die Nachsaat erfolgreich etabliert hat |
Vor und bei der Saat: Altbestand und Starterdünger
Wenn du vor der Nachsaat vertikutierst, kann der Rasen etwa 14 Tage vorher bedarfsgerecht gedüngt werden. Zur Aussaat selbst können phosphorbetonte Starterdünger die frühe Nährstoffversorgung und die Wurzelentwicklung unterstützen. Ob dein Boden diesen Phosphor braucht, zeigt die Bodenuntersuchung. Steht Phosphat dort in GehaltsklasseDie Gehaltsklasse ist eine Einstufung im Bodenuntersuchungsbefund, die angibt, wie gut der Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Sie reicht von A für niedrige bis E für besonders hohe Versorgung. E oder F, ist keine weitere Gabe vorgesehen, und ein phosphorbetonter Starter passt dann nicht.
Die Untersuchung stuft jeden Grundnährstoff in eine Gehaltsklasse ein und zeigt Unter- wie Überversorgung. Wie du die Probe nimmst und die Klassen liest, erkläre ich im Abschnitt Düngen meines Rasen-Ratgebers; die pH-Zielbereiche je Bodenart stehen dort unter „Standort und Boden“.
Die Saatmenge richtest du nach der Angabe deiner Mischung, denn zu viel Saat verstärkt die Konkurrenz der Keimlinge und kann Pilzkrankheiten begünstigen. Das Saatgut wird flach eingeharkt oder leicht mit Rasenerde abgedeckt; wie du Rasenerde gleichmäßig aufträgst, zeige ich gesondert. Saattiefe und Keimung findest du im Rasen-Ratgeber unter „Rasen säen“.
Bis zum ersten Schnitt zählt das Wasser
Nachgesäte Stellen bleiben etwa 4 Wochen durchgehend feucht, auch wenn schon Halme stehen, damit die langsam keimenden Gräser nachkommen. Wie oft und wie viel du frisch nachgesäten Rasen gießt, beschreibe ich in einer eigenen Anleitung; die Grundregeln für Keimphase und etablierten Rasen stehen im Rasen-Ratgeber unter „Gießen“.
Welcher Dünger passt zur Nachsaat?
Für die Gabe nach dem ersten Schnitt nehme ich einen stickstoffbetonten Langzeitdünger. Stickstoff fördert bei Rasengräsern Zellteilung und Wachstum, und ein Langzeitdünger verteilt die Versorgung über eine längere Zeit. Den Langzeitstickstoff liefern je nach Produkt natürliche organische Stoffe, synthetisch-organische Verbindungen oder umhüllte Nährstoffkerne. Die übrigen Typen ordne ich so ein:
| Düngertyp | Einsatz rund um die Nachsaat | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Phosphorbetonter Starterdünger | zur Aussaat | keine weitere Phosphatgabe, wenn Phosphat in Gehaltsklasse E oder F steht |
| Stickstoffbetonter Langzeitdünger | Nachversorgung nach dem ersten Schnitt | Wirkdauer je nach Produkt, Bodenwärme und Bodenfeuchte 3 bis 6 Monate; andere Angaben nennen je nach Stickstoffform 6 bis 12 Wochen |
| Schnell wirkender mineralischer Dünger | beschrieben für grundversorgten Saatrasen nach dem ersten Schnitt, dort mit 5 g N/m² | je Gabe höchstens 5 g N/m², körnige Ware gründlich einwässern |
| Organischer Dünger, etwa HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne. | eher für die spätere Versorgung nährstoffarmer Flächen | setzt bei Frost, Trockenheit oder Staunässe kaum Nährstoffe frei |
Aus organischen Düngern setzen BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. die Nährstoffe beim Abbau frei. Im Frühjahr erwärmt sich der Boden langsamer als die Luft, und bei niedriger Bodentemperatur verlangsamt sich diese Freisetzung. Eine organische Gabe im zeitigen Frühjahr wirkt deshalb langsamer, als ein warmer Tag vermuten lässt. Umgekehrt kann feuchtwarmes Wetter starke Schübe auslösen, sodass auch organische Düngung den Bedarf überschreiten kann.
Auf Rasendünger mit Unkrautvernichtern verzichte ich, wie es für die Rasenpflege empfohlen wird.
Von Haustieren gefressener synthetischer Gartendünger kann Vergiftungen verursachen. Lagere Sack und Streuer so, dass Hund und Katze nicht herankommen, und lass keine Körnerreste auf Wegen oder Terrasse liegen.
Wie viel Dünger, und wie kommt er auf die Fläche?
Die Menge rechnest du aus dem Nährstoffziel: Nährstoffziel in g/m² mal 100, geteilt durch den deklarierten Gehalt dieses Nährstoffs in Prozent. Das Ergebnis ist die Düngermenge in g/m². Ich wiege die Menge für die Fläche ab und teile sie in zwei Hälften. Die erste Hälfte streue ich in Längsbahnen, die zweite quer dazu. Ein Streuwagen verteilt genauer als die Hand.
Körniger, schnell wirkender Mineraldünger wird nach dem Ausbringen gründlich eingewässert, um Verbrennungen zu vermeiden. Nach einer mineralischen Frühjahrsdüngung helfen etwa 5 bis 10 l Wasser je m², die Körner aufzulösen. Danach bleibt der Mäher etwa 2 Tage stehen, damit er das Granulat nicht gleich wieder aufnimmt. Mehr zu Streugerät, Verteilung und Lagerung findest du in meiner Anleitung, wie du Rasendünger gleichmäßig und sicher ausbringst.
Dünger morgens auf taunasse Halme streuen. Rasendünger gehört auf trockene Halme über feuchtem Boden, damit keine Ätzschäden entstehen und die Nährstoffe wirken können.
Vor der ersten Gabe auf der Nachsaat gehe ich diese Punkte durch.
- Die Nachsaat ist einmal gemäht.
- Die Halme sind trocken, der Boden darunter ist feucht.
- Die Menge ist berechnet, abgewogen und in zwei Hälften geteilt.
- Es herrscht weder große Hitze noch Trockenheit.
- Die Gabe steht im Düngekalender, damit spätere Termine sie mitzählen.
Wie geht es im ersten Jahr weiter?
Nach der Nachversorgung gehört die nachgesäte Fläche zum normalen Düngeplan deines Rasens. Bei jeder weiteren Gabe zählt mit, was du schon an Dünger und Kompost ausgebracht hast. Stickstoff in zu kurzen Abständen erhöht zudem das Risiko, dass ungenutztes Nitrat ausgewaschen wird. Liegt die Gabe nach dem ersten Schnitt kurz vor einem regulären Termin, rechne ich sie deshalb auf diesen Termin an, statt gleich noch eine Portion zu streuen. Ich trage sie mit Datum in denselben Düngekalender ein wie die übrigen Termine.
Für Gartenrasen werden je nach Nutzungs- und Pflegekonzept etwa 10 bis 25 g N/m² im Jahr genannt. Das Düngekonzept für Gebrauchsrasen mit 20 bis 25 g N/m² jährlich verteilt den Stickstoff auf 3 bis 5 Gaben. Gedüngt wird also in Teilgaben, nicht in einer großen Portion.
Wie viele Termine es werden, hängt an der Nutzung, denn mit stärkerer Nutzung steigt der Nährstoffbedarf des Rasens. Diese Orientierungspläne gibt es:
| Rasen | Orientierungsplan |
|---|---|
| Normaler Hausrasen | erste Gabe im zeitigen Frühjahr, zweite Ende Juni bis Anfang Juli |
| Unbelasteter Zierrasen | zwei Langzeitdüngungen, etwa Mitte April und im Juli |
| Stärker belastete Flächen | drei Gaben im April, Juni und August |
| Schattenrasen | vier Langzeitdüngergaben im März, Mai, Juli und September |
| Rasen unter Bäumen | kann wegen der Nährstoffkonkurrenz mindestens drei Termine im Jahr brauchen |
Im Schatten dosierst du Stickstoff vorsichtig, damit das Haupttriebwachstum nur moderat angeregt wird. Wer organisch weiterdüngen möchte: Für nährstoffarmen Rasen werden je 35 bis 40 g Hornmehl pro m² im April und im Juni empfohlen. Kompost bringt eigene Nährstoffe mit, die du vom ermittelten Bedarf abziehst. Wie du einen strapazierfähigen Gebrauchsrasen übers Jahr versorgst, beschreibe ich in einem eigenen Beitrag.
Wann setze ich mit dem Düngen aus?
Bei großer Hitze und Trockenheit streue ich keinen stickstoffreichen Dünger. Erst wenn wieder genug Feuchte da ist und der Rasen sichtbar wächst, versorge ich ihn wieder nach Bedarf.
Eine Herbstnachsaat ist etwa bis Mitte Oktober möglich, solange ausreichend Feuchte da ist. Der Boden sollte dann noch ungefähr 8 bis 10 °C warm sein. Stickstoff außerhalb der VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. erhöht das Risiko, dass Nitrat ins Grundwasser ausgewaschen wird. Fällt der erste Schnitt einer späten Nachsaat in diese Zeit, prüfe ich vor dem Streuen, ob der Rasen noch sichtbar wächst. Welche Monate für die Rasensaat infrage kommen, zeigt dir der Aussaatkalender für Rasen zum Ausdrucken.
Eine zusätzliche Herbstdüngung braucht normaler Hausrasen nicht grundsätzlich. Ob Kalium fehlt, klärt die Bodenprobe. Auf unzureichend versorgten Böden kann eine Kaliumgabe von Mitte Oktober bis Ende November sinnvoll sein, weil Kalium bei Rasengräsern Wasserhaushalt und WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. unterstützt.
Bedarfsgerecht zu düngen schont auch das Grundwasser, denn überhöhte Stickstoffgaben können die Nitratauswaschung erhöhen. Wer nach Bodenuntersuchung düngt und Kompost anrechnet, kann dieses Risiko senken. Die typischen Fehler rund ums Düngen habe ich in einer Übersicht zu häufigen Düngefehlern beim Rasen gesammelt.






