Gloxinien düngen: wann, wie oft und womit für üppige Blüten
- Dünge die Gloxinie nur, solange sie sichtbar wächst; ohne Wachstum im lichtarmen Winter ist Dünger nicht angezeigt.
- Als Rahmen gilt für viele Zimmerpflanzen in Frühling und Sommer eine Flüssigdüngung alle 2 bis 4 Wochen.
- Die Menge je Gabe richtet sich nach der Packungsanweisung deines Düngers.
- Gib die Düngerlösung nur auf bereits feuchte Erde und über Untersetzer oder Übertopf.
- Halte die Blätter trocken; Blattdüngung ist bei Gloxinien keine gute Wahl.
- Steckt die Knolle in frischer, vorgedüngter Erde, rechnest du die Grunddüngung mit ein.

Setzt deine Gloxinie wenig Knospen an, liegt der Griff zur Düngerflasche nahe. Dünger auf trockener Erde kann aber die Wurzeln schädigen, und zu viel davon erhöht den Salzgehalt im Topf. Ich dünge meine Gloxinien deshalb in einer festen Reihenfolge. Zuerst schaue ich, ob die Pflanze wächst, dann prüfe ich die Feuchte im Topf, und erst danach kommt Dünger ins Gießwasser.
Gemeint ist die Zimmergloxinie, botanisch Sinningia speciosa. Die Art gehört zu den Gesneriengewächsen und bildet eine Knolle.
Wann fängst du mit dem Düngen an?
Ich richte den Start nach der Pflanze, nicht nach dem Kalender. Dünger bekommt die Gloxinie erst, wenn sie sichtbar wächst und neue Blätter bildet, denn Düngung soll sich am Bedarf orientieren. Als grobe Orientierung für die Hauptwachstumszeit gängiger Zimmerpflanzen gilt März bis Oktober.
Hast du die Knolle frisch in vorgedüngte Blumenerde gesetzt, enthält das Substrat schon eine Grunddüngung. Diesen Vorrat rechnest du beim Nachdüngen mit ein. Ich lese dafür auf dem Erdsack nach, ob die Erde vorgedüngt ist, und warte mit der ersten Gabe, bis die Pflanze kräftig austreibt.
Wie oft braucht die Gloxinie Dünger?
Für die Abstände arbeite ich mit dem Rahmen, der für viele Zimmerpflanzen gilt.
Für viele Zimmerpflanzen wird während der Wachstumsphase im Frühling und Sommer eine Flüssigdüngung alle 2 bis 4 Wochen empfohlen. Für gängige Zimmerpflanzen in der Schulkultur gilt von März bis Oktober eine Flüssigdüngung alle 4 Wochen als allgemeine Orientierung. Für die Gloxinie ist das ein Rahmen, kein fester Takt.
Innerhalb dieses Rahmens entscheidet der Zustand der Pflanze. Bildet sie neue Blätter und Knospen, bleibe ich bei meinen Abständen. Steht sie still, setze ich die nächste Gabe aus und schaue mir zuerst Licht und Feuchte an.
Wie viel Dünger in die Kanne gehört, steht auf der Packung deines Düngers. Daran hältst du dich bei jeder Gabe, denn die Dosierung richtet sich nach dem jeweiligen Produkt. Ich notiere mir jede Düngung mit Datum auf einem Zettel am Fensterbrett, damit ich die Abstände nicht schätzen muss.
Welcher Dünger passt zur Gloxinie?
Flüssigdünger mit dem Gießwasser
Ich gebe meinen Gloxinien Flüssigdünger mit dem Gießwasser. So setze ich jede Gabe selbst und verbinde sie mit dem Gießen über den Untersetzer. Wichtiger sind die Dosierung nach Packung und eine Gabe, die zum Wachstum passt.
Stickstoff braucht die Pflanze für Blatt- und Triebwachstum, Phosphor ist am Energiehaushalt beteiligt, und Kalium regelt den Wasserhaushalt. Zu den Hauptnährstoffen zählen außerdem Calcium, Magnesium und SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft., dazu kommen SpurennährstoffeSpurennährstoffe sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in geringen Mengen aufnehmen, auf die sie aber trotzdem angewiesen sind. Dazu zählen etwa Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän. wie Eisen und Bor. Was die einzelnen Nährstoffe leisten, erklärt der Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Düngen.
Auch für einen Orchideendünger, der ohnehin im Schrank steht, gilt die Packungsangabe. Ein eigener Ratgeber zeigt, wie viel Orchideendünger du in welcher Verdünnung gibst.
Depotdünger
Umhüllte DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. geben ihre Nährstoffe abhängig von Feuchtigkeit und Temperatur frei. Bei organischen und mineralischen Langzeitdüngern verzögern niedrigere Temperaturen die Wirkung. Die Menge, die gerade bei den Wurzeln ankommt, steuerst du damit weniger direkt als mit einer abgemessenen Flüssiggabe nach Packung.
Organische Dünger und Hausmittel
Organische Dünger wie Hornspäne werden erst von Mikroorganismen abgebaut, bevor ihre Nährstoffe für die Pflanze verfügbar sind. Hornspäne liefern Stickstoff dabei langsamer als Hornmehl. Beides lässt sich schon vor dem Pflanzen in torffreie Gefäßerde einmischen, um Stickstoff vorbeugend bereitzustellen. Auch organische Dünger können zu viel werden, denn ihre freigesetzten Nährstoffe können den Salzgehalt im Substrat erhöhen.
Reiner Kompost ist als Topferde zu nährstoffreich. Holzasche aus dem eigenen Ofen taugt wegen möglicher Schadstoffe und Schwermetalle nicht als Dünger. BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse., KompostteeKomposttee ist ein flüssiger Auszug aus Kompost: Ein Stoffbeutel mit Kompost hängt 3 bis 24 Stunden im Gießwasser. Der Tee enthält gelöste Nährstoffe und Mikroorganismen und wird zum Düngen und Stärken gegossen oder gesprüht. und Kaffeesatz werden gern als Naturdünger für Zimmerpflanzen genannt. Für selbst angesetzte Brühen gibt es aber keine Packungsangabe, an der du die Menge ausrichten könntest. Ich lasse sie bei meinen Gloxinien deshalb weg.
Wie gibst du den Dünger, ohne Knolle und Blätter zu gefährden?
Gloxinien werden über den Untersetzer oder den Übertopf gegossen, damit die empfindliche Knolle und die Blattpolster geschont werden. Auch die Blätter sollen vor Nässe geschützt bleiben. Weil mein Flüssigdünger im Gießwasser steckt, gebe ich auch die Düngerlösung von unten in den Untersetzer.
Die Düngerlösung kommt nur auf Erde, die schon feucht ist, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Ich hebe den Topf deshalb vorher an und schätze die Feuchte am Gewicht. Ist er leicht, gieße ich zuerst mit klarem Wasser und dünge erst auf den durchfeuchteten Ballen. In torffreier Erde prüfe ich zusätzlich die Feuchte weiter unten im Topf, weil die Oberfläche schneller abtrocknet.
Der Topf ist leicht, die Erde trocken, und die Düngerlösung kommt direkt hinterher. Auf einem ausgetrockneten Ballen kann sie die Wurzeln schädigen. Gieß zuerst mit klarem Wasser über den Untersetzer und dünge erst, wenn die Erde durchfeuchtet ist.
Was nach dem Gießen im Untersetzer stehen bleibt, gieße ich ab. Bleibt der Ballen zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und können faulen. Zum Gießen nehme ich zimmerwarmes Regenwasser, denn kaltes oder hartes Leitungswasser kann empfindlichen Arten Probleme bereiten. Mehr dazu zeigt der Ratgeber, wie du Gloxinien bei Substrat, Topfwahl und Gießen pflegst.
Hängen die Blätter, obwohl die Erde nass ist, kann das auf Wurzelschäden durch anhaltende Nässe hindeuten. Dann entfernst du überschüssiges Wasser und gießt zunächst nicht weiter, auch nicht mit Düngerlösung.
Wächst die Gloxinie gerade sichtbar? Ist der Ballen feucht, auch weiter unten im Topf? Ist die Menge nach der Packung abgemessen? Geht die Lösung in den Untersetzer und nicht auf die Blätter?
Warum ich nicht über die Blätter dünge
BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. kann Nährstoffe zuführen, ist aber nur begrenzt einsetzbar. Die Blätter können verbrennen, und eine nachhaltige Wirkung bleibt aus. Bei der Gloxinie kommt hinzu, dass ihre Blätter ohnehin vor Nässe geschützt werden sollen. Ich dünge sie deshalb nur über die Erde.
Trockene Blätter betreffen das Gießen und Sprühen. Welche Luftfeuchtigkeit die Zimmergloxinie im Jahreslauf braucht, ist eine eigene Frage.
Was ändert sich, wenn die Knospen kommen?
Sobald Knospen sichtbar sind, wechsle ich weder den Dünger noch die Abstände. Ich achte jetzt vor allem darauf, dass der Ballen gleichmäßig feucht bleibt. In der Produktionskultur der Sorte ‘Brocade’ werden Gloxinien genau so gehalten, weil Welken die Blüte verzögert. Für den Standort gilt als Richtwert: hell, aber ohne direkte Sonne.
„Mehr Dünger bringt mehr Blüten.“ Gedüngt wird nach dem Bedarf der Pflanze und nach der Packungsangabe. Was darüber hinausgeht, kann den Salzgehalt in der Erde erhöhen und Salzschäden verursachen.
Welche Maßnahmen die Blühphase verlängern können, zeigt der Ratgeber dazu, wie du die Blüte deiner Gloxinie länger erhältst.
Wann hörst du mit dem Düngen auf?
Im Winter bekommen Zimmerpflanzen weniger Licht und brauchen dann weniger Wasser und Nährstoffe, auch wenn das Zimmer warm bleibt. Bleibt das Wachstum wegen Lichtmangel aus, ist zusätzlicher Dünger nicht angezeigt. Ich stelle das Düngen ein, sobald meine Gloxinie keine neuen Blätter mehr bildet. Was in der Ruhezeit allgemein zu beachten ist, steht im Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Ruhezeit und Überwinterung.
Was tun, wenn die Blätter gelb werden?
Gelbe Blätter mit Blattfall können auf Nährstoffmangel hindeuten, ebenso aber auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten.. Passt der pH-Wert nicht zur Pflanze, kann die Aufnahme stocken, obwohl genug Nährstoffe im Topf sind. Für die Gloxiniensorte ‘Brocade’ gilt in der Produktionskultur ein Substrat-pH von 5,8 bis 6,2. Dünger bringt gelöste Salze in die Erde; bremst der pH-Wert die Aufnahme, erhöht zusätzlicher Dünger also vor allem die Salzlast.
Vermutest du eine Überdüngung, stellst du das Düngen ein und topfst bei Bedarf um, wobei du einen Teil der alten Erde austauschst. Mangelbilder und Überdüngung behandelt der Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Nährstoffmangel, SpurenelementeSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. und Überdüngung.

