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Orchideen düngen: wann, wie oft und wann du pausierst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Im Sommerhalbjahr kommt nach dem allgemeinen Pflegeschema zweimal im Monat Orchideendünger ins Gießwasser.
  • Im Winterhalbjahr sieht das Schema einmal im Monat vor; steht das Wachstum wegen Lichtmangels still, pausierst du.
  • Sobald bei Phalaenopsis Blütenstiele sichtbar werden, kommen zusätzliche Gaben alle 2 Wochen dazu.
  • Düngerlösung gehört auf bereits feuchtes Substrat, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen.
  • Nach dem Umtopfen zählt die Grunddüngung im Substrat mit; Phalaenopsis in reiner Borke braucht eine gesonderte Nährstoffversorgung.
  • Phosphatbetonte Blütendünger gelten aus Sicht der Pflanzenernährung als nicht sinnvoll.
Magentafarbene Blüten einer Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis) am gebogenen Blütenstiel vor hellem Fenster
Foto: mari_di_ann · Pixabay Content License · Quelle ↗

Ich dünge meine Orchideen nach einem festen Rhythmus, schaue aber vor jeder Gabe auf die Pflanze und ins Substrat. Das hat einen Grund: Orchideen gelten im Kultursubstrat als sehr salzempfindlich. Zu hohe oder zu häufige Düngergaben können ihre Wurzeln schädigen. Deshalb richtest du den Rhythmus nach Jahreszeit und Wachstum aus und nicht nach dem Kalender allein.

Ganz ohne Dünger geht es trotzdem nicht. Phalaenopsis lässt sich in reiner Pinien- oder Tannenborke kultivieren, braucht dabei aber eine gesonderte Nährstoffversorgung.

Wann und wie oft düngst du Orchideen?

Für epiphytische Zimmerorchideen gibt es ein allgemeines Pflegeschema. Spezieller Orchideendünger kommt dabei mit dem Gießwasser an die Pflanze, und die Häufigkeit richtet sich nach dem Halbjahr. Die Tabelle zeigt den Rhythmus, nach dem ich mich richte, und die Fälle, in denen ich pausiere.

Phase Rhythmus Worauf ich achte
Sommerhalbjahr zweimal im Monat Orchideendünger ins Gießwasser Ich schaue, ob die Orchidee neue Blätter oder Wurzeln bildet.
Winterhalbjahr einmal im Monat Weniger Licht bedeutet weniger Bedarf an Wasser und Nährstoffen.
Winter, Wachstum steht wegen Lichtmangels still keine zusätzliche Düngung Ich prüfe vor jeder geplanten Gabe, ob neue Blätter oder Wurzelspitzen kommen.
Phalaenopsis mit sichtbarem Blütenstiel zusätzliche Gaben alle 2 Wochen Der Zusatz beginnt, sobald der Stiel sichtbar wird.
Nach dem Umtopfen je nach Substrat Vorgedüngtes Substrat bringt eine Grunddüngung mit, Phalaenopsis in reiner Borke braucht eine gesonderte Nährstoffversorgung.
Kranke oder geschwächte Pflanze erst nach der Erholung Für Kübelpflanzen gilt das als Regel, ich halte es bei Orchideen genauso.

Der Zusatz für Blütenstiele gilt für Phalaenopsis. Bei anderen Orchideen bleibe ich beim allgemeinen Schema und richte mich nach dem Wachstum der Pflanze.

Sommerhalbjahr: düngen, solange die Orchidee wächst

Die Düngung orientiert sich am Bedarf der Pflanze. Neue Triebe und Blätter brauchen Stickstoff, denn er ist Bestandteil von Eiweiß und Chlorophyll. Im Sommerhalbjahr gebe ich meinen Orchideen deshalb zweimal im Monat Orchideendünger ins Gießwasser. Den Start mache ich nicht an einem Datum fest: Ich schaue, ob die Pflanze neue Blätter oder frische Wurzelspitzen schiebt.

Für viele andere Zimmerpflanzen gilt in der Wachstumsphase im Frühling und Sommer eine Flüssigdüngung alle 2–4 Wochen. Die allgemeinen Regeln dazu stehen im Ratgeber, wie du Zimmerpflanzen richtig düngst.

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Winterhalbjahr: seltener düngen oder pausieren

Im Winter bekommen Zimmerpflanzen einschließlich Orchideen weniger Licht. Sie brauchen dann weniger Wasser und Nährstoffe, deshalb wird zurückhaltender gegossen und seltener gedüngt. Das allgemeine Schema sieht im Winterhalbjahr einmal im Monat Orchideendünger vor. Steht das Wachstum wegen Lichtmangels ganz still, ist zusätzliche Düngung nicht angezeigt.

Der geringere Bedarf gilt auch dann, wenn der Raum warm bleibt. Wer im geheizten Zimmer im Sommertakt weiterdüngt, düngt also häufiger, als die Orchidee es braucht. Und zu häufige Gaben können Orchideenwurzeln schädigen.

Im Winter sehe ich mir vor jeder geplanten Gabe die Wurzeln und das jüngste Blatt an. Zeigt sich kein neues Wachstum, lasse ich den Dünger weg und gieße mit klarem Wasser.

Blütezeit: was sich mit dem Blütenstiel ändert

Bei Phalaenopsis ist der sichtbare Blütenstiel ein eigener Zeitpunkt im Düngeplan. Sobald er sich zeigt, kommen zusätzliche Düngergaben im Abstand von 2 Wochen dazu. Ich notiere mir den Tag, an dem ich den Stiel entdecke, damit ich den Abstand einhalte.

Mythos-Check

Zur Blüte auf einen phosphorbetonten Blütendünger umsteigen? Phosphor ist für Energiehaushalt und Zellaufbau notwendig. Eine pauschale Förderung der Blütenbildung durch zusätzliche Phosphorgaben lässt sich daraus aber nicht ableiten, und phosphatbetonte Blütendünger gelten aus Sicht der Pflanzenernährung als nicht sinnvoll. Ich wechsle zur Blüte deshalb nicht den Dünger, nur den Rhythmus.

Nach der Blüte kann ein kühlerer Standort bei Phalaenopsis die erneute Blütenbildung anregen. Wie du die Pflanze in dieser Phase versorgst, zeigt der Ratgeber, wie du Orchideen zwischen Verblühen und Neuaustrieb düngst.

Nach dem Umtopfen: das Substrat entscheidet über die Pause

Nach dem Umtopfen kommt es darauf an, was im neuen Substrat steckt. Bei der Nachdüngung von Topfpflanzen zählt die Grunddüngung mit, die schon im Substrat enthalten ist. Kübelpflanzen in vorgedüngter Blumenerde brauchen zum Beispiel gewöhnlich während der ersten 4–6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Reine Pinien- oder Tannenborke ist anders: Phalaenopsis braucht darin eine gesonderte Nährstoffversorgung. Wer in reine Borke topft, kann also nicht auf einen Vorrat im Substrat bauen.

Ich lese beim Kauf auf der Packung nach, ob ein Orchideensubstrat vorgedüngt ist. Ich selbst warte, bis ich im durchsichtigen Topf neue Wurzelspitzen sehe.

Roher Rindenmulch ist kein Ersatz für Orchideensubstrat, weil er wachstumshemmende Stoffe enthalten und Stickstoff binden kann. Welche Zutaten in eine eigene Mischung gehören, zeigt der Ratgeber, wie du Orchideensubstrat aus einfachen Zutaten selbst mischst.

Welke oder kranke Orchidee: erst die Ursache, dann der Dünger

Welke, matte oder fleckige Orchideenblätter können verschiedene Ursachen haben und erlauben allein keine sichere Diagnose eines Nährstoffmangels. Wirkt eine Orchidee trotz feuchtem Substrat vertrocknet, kann das auf Wurzeln hindeuten, die durch Staunässe geschädigt sind. Wer dann zum Dünger greift, behandelt womöglich eine Ursache, die gar nicht vorliegt.

Für kranke Kübelpflanzen gilt, dass sie erst nach ihrer Erholung wieder gedüngt werden. Ich halte es bei meinen Orchideen genauso.

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Wie kommt der Dünger an die Wurzeln? Die Methoden

Für die Methode kommen drei Wege infrage: über das Gießwasser, über die Blätter und als Depot im Substrat.

Mit dem Gieß- oder Tauchwasser

Das allgemeine Schema setzt den Orchideendünger dem Gießwasser zu. Die Lösung kommt dabei nur auf bereits feuchtes Substrat, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Ist eine Orchidee stark abgetrocknet, wässere ich sie zuerst mit klarem Wasser und gebe die Düngerlösung erst auf das feuchte Substrat. Zum Tauchen eignet sich lauwarmes, kalkarmes Wasser, beispielsweise Regenwasser. Danach lasse ich die Orchidee etwa 15 Minuten abtropfen, bevor sie zurück in den Übertopf kommt.

Tipp

Bei Phalaenopsis im durchsichtigen Topf siehst du, ob das Substrat noch feucht ist. Dunkle Rinde zeigt Feuchtigkeit an. Hellere Rinde und silbrige statt grüne Wurzeln deuten auf Abtrocknung hin.

Über die Blätter

Blattdüngung kann Nährstoffe zuführen, ist aber nur begrenzt einsetzbar. Verbrennungen sind möglich, und eine nachhaltige Wirkung fehlt. Ich nutze sie deshalb nicht als Ersatz für die Gabe über das Gießwasser.

Als Stäbchen oder Depot im Substrat

Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Nährstofffreisetzung von Feuchtigkeit und Temperatur ab. Mineralische Depotdünger sind mit ihrer Wirkungsdauer gekennzeichnet, die liest du vor dem Einsetzen auf der Packung ab. Niedrigere Temperaturen verzögern die Wirkung von Langzeitdüngern. Im warmen Wohnzimmer kann ein Depot im Winter also weiter Nährstoffe abgeben, obwohl die Orchidee bei weniger Licht weniger braucht. Mit Flüssigdünger passt du die Gabe dagegen an jede Phase an.

Mini-Checkliste

Das prüfe ich vor jeder Düngung.

  • Wächst die Orchidee, oder steht sie wegen Lichtmangels still?
  • Ist das Substrat feucht, sind die Wurzeln im durchsichtigen Topf grün?
  • Hat sich die Pflanze von Staunässe oder Krankheit erholt?
  • Steckt nach dem Umtopfen noch Grunddüngung im Substrat?
  • Kenne ich die Dosierungsanweisung auf der Packung?

Wie viel Dünger gehört ins Wasser?

Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung auf der Verpackung deines Düngers. Für Phalaenopsis in Zimmerkultur ist eine schwache Nährlösung beschrieben. Welche Konzentration das ist und wie du je Düngerform vorgehst, zeigt der Ratgeber, wie viel Orchideendünger in welche Verdünnung gehört.

Welcher Dünger passt zu deiner Orchidee?

Mineralische Dünger können an Orchideenwurzeln Salzverbrennungen verursachen, organische Orchideendünger werden empfohlen, um dieses Risiko zu verringern. Kaffeesatz oder Bananenschalen wird nachgesagt, Stickstoff oder Kalium zu liefern, doch auch aus organischem Material freigesetzte Nährstoffe können den Salzgehalt im Substrat erhöhen. Welcher Dünger nach Zusammensetzung und Form zu deiner Pflanze passt, zeigt der Ratgeber, welcher Orchideendünger zu welcher Orchideenart passt.

Zu viel gedüngt?

Bei Überdüngung von Zimmerpflanzen wird die Düngung eingestellt und gegebenenfalls ein Teil des belasteten Substrats ausgetauscht. Im Ratgeber zu den Warnsignalen liest du, woran du eine überdüngte Orchidee erkennst. Fehler bei Düngerwahl, Zeitpunkt und Gießwasser behandelt der Ratgeber, wie du Düngefehler bei Orchideen erkennst und korrigierst.

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Häufige Fragen

Wie oft sollte man Orchideen düngen?
Nach dem allgemeinen Pflegeschema für epiphytische Zimmerorchideen kommt im Sommerhalbjahr zweimal im Monat Orchideendünger ins Gießwasser. Im Winterhalbjahr ist es einmal im Monat, weil Orchideen bei weniger Licht weniger Nährstoffe brauchen. Bei Phalaenopsis kommen zusätzliche Gaben im Abstand von 2 Wochen dazu, sobald Blütenstiele sichtbar werden. Steht das Wachstum im Winter wegen Lichtmangels still, ist zusätzliche Düngung nicht angezeigt.
Warum ist die saisonale Düngungsanpassung bei Orchideen wichtig?
Bei geringerem Lichtangebot im Winter brauchen Orchideen weniger Wasser und Nährstoffe, und das gilt auch in einem warmen Raum. Gleichzeitig gelten Orchideen im Kultursubstrat als sehr salzempfindlich, und zu häufige Düngergaben können ihre Wurzeln schädigen. Wer im Winter im Sommertakt weiterdüngt, gibt also öfter Dünger, als die Pflanze braucht. Deshalb wird im Winter seltener gedüngt und bei lichtbedingtem Wachstumsstillstand ganz pausiert.
Wie düngt man Orchideen nach dem Umtopfen richtig?
Nach dem Umtopfen kommt es darauf an, was im neuen Substrat steckt, denn eine vorhandene Grunddüngung zählt bei der Nachdüngung mit. Kübelpflanzen in vorgedüngter Blumenerde brauchen zum Beispiel gewöhnlich während der ersten 4–6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Phalaenopsis in reiner Pinien- oder Tannenborke braucht dagegen eine gesonderte Nährstoffversorgung. Die Düngerlösung kommt in jedem Fall nur auf bereits feuchtes Substrat, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen.
Worin unterscheiden sich Flüssigdünger und Düngerstäbchen für Orchideen?
Flüssigdünger gibst du mit dem Gießwasser, sodass du jede Gabe an Jahreszeit und Wachstum anpassen kannst. Bei Depotdüngern wie Stäbchen hängt die Nährstofffreisetzung dagegen von Feuchtigkeit und Temperatur ab, und mineralische Depotdünger sind mit ihrer Wirkungsdauer gekennzeichnet. Weil erst niedrigere Temperaturen die Wirkung verzögern, kann ein Depot im warmen Winterzimmer weiter Nährstoffe abgeben. Die Orchidee braucht bei weniger Licht im Winter aber weniger Nährstoffe.
Wie beeinflusst das NPK-Verhältnis die Blütenbildung von Orchideen?
Phosphor ist für Energiehaushalt und Zellaufbau notwendig, eine pauschale Förderung der Blütenbildung durch zusätzliche Phosphorgaben lässt sich daraus aber nicht ableiten. Phosphatbetonte Blütendünger gelten aus Sicht der Pflanzenernährung als nicht sinnvoll. Stickstoff braucht die Orchidee für Triebe und Blätter, Kalium wirkt am Wasserhaushalt mit. Was sich bei Phalaenopsis mit dem Blütenstiel ändert, ist der Rhythmus: Sobald er sichtbar wird, kommen zusätzliche Düngergaben alle 2 Wochen dazu.
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