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Orchideendüngung: typische Fehler bei Dünger, Substrat und Gießwasser korrigieren

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Orchideen gelten als sehr salzempfindlich: Zu hohe oder zu häufige Düngergaben können ihre Wurzeln schädigen.
  • Düngerlösung nur auf bereits feuchtes Substrat geben, nie auf trockene Rinde.
  • Phosphatbetonte Blütendünger sind aus Sicht der Pflanzenernährung nicht sinnvoll.
  • Bei Phalaenopsis kommen zusätzliche Düngergaben alle 2 Wochen dazu, sobald Blütenstiele sichtbar werden.
  • Wächst die Orchidee im lichtarmen Winter nicht, braucht sie in dieser Zeit keinen Dünger.
  • Wasser mit hoher Carbonathärte kann den Substrat-pH heben und Spurennährstoffe schlechter verfügbar machen.
  • Gelbe oder welke Blätter belegen keinen Nährstoffmangel, auch geschädigte Wurzeln kommen infrage.
Magentafarbene Blüten einer Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis) am gebogenen Blütenstiel vor hellem Fenster
Foto: mari_di_ann · Pixabay Content License · Quelle ↗

Wenn mir jemand eine Orchidee mit schlaffen Blättern zeigt, frage ich zuerst nach dem Dünger und sehe mir dann die Wurzeln an. Orchideen gelten im gärtnerischen Kultursubstrat als sehr salzempfindlich. Zu hohe oder zu häufige Düngergaben können ihre Wurzeln schädigen, und eine Extraportion Dünger gegen welke Blätter kann den Schaden dann noch vergrößern.

Die Fehler passieren an sechs Stellen: bei der Düngerwahl, bei der Menge, beim Zeitpunkt, beim Ausbringen, im Substrat und im Gießwasser. Zu jeder Stelle steht die Korrektur gleich dabei.

Warum Orchideen beim Düngen empfindlich sind

Orchideen sind keine einheitliche Gruppe: Je nach Art versorgen sich erwachsene Pflanzen selbst, teilweise über Pilzpartner oder ganz über Pilzpartner. Für die Phalaenopsis auf der Fensterbank eignet sich statt Blumenerde ein spezielles Rindensubstrat mit hoher Luft- und Wasserdurchlässigkeit. Welche Nährstoffzusammensetzung und Düngerform zu welcher Art passt, erklärt der Ratgeber dazu, welcher Orchideendünger zu deiner Orchideenart passt.

Fehler bei der Düngerwahl: Allzweckdünger und Phosphor

Ich lese bei jedem Dünger zuerst die Rückseite: Für welche Pflanzen ist die Dosierung gedacht, und welche Nährstoffe stehen drauf? Für Topfpflanzen ist die Dosierungsanweisung des verwendeten Düngers der Maßstab. Mischst du einen Allzweckdünger nach einer Anweisung, die nicht für Orchideen geschrieben ist, landet er bei einer Pflanzengruppe, die als sehr salzempfindlich gilt. Für Phalaenopsis ist ausdrücklich eine schwache Nährlösung beschrieben.

Auch die Düngerform spielt mit. Mineralische Dünger können an Orchideenwurzeln Salzverbrennungen verursachen, wenn die Gaben zu hoch oder zu häufig sind. Organisch gebundene Nährstoffe werden erst durch Mineralisierung frei und wirken deshalb zeitlich verzögert. Harmlos macht sie das nicht: Auch die Freisetzung aus organischen Düngern kann zur Überversorgung und zu erhöhtem Salzgehalt im Substrat beitragen.

Das Nährstoffverhältnis: Phosphor bringt keine Extra-Blüten

Beim Nährstoffverhältnis hilft es, die Aufgaben der Hauptnährstoffe zu kennen. Stickstoff braucht die Pflanze für Triebe und Blätter, er ist Bestandteil von Eiweiß und Chlorophyll. Kalium wirkt an der Regulation des Wasserhaushalts und der Spaltöffnungen mit. Magnesium ist ein Baustein des Chlorophylls und für die Photosynthese unentbehrlich.

Mythos-Check

Mehr Phosphor, mehr Blüten? Die pauschale Aussage, Phosphor fördere die Blüten- und Fruchtbildung, ist fachlich unzutreffend. Phosphor ist für Energiehaushalt und Zellaufbau notwendig, eine Blütenförderung durch zusätzliche Phosphorgaben lässt sich daraus aber nicht ableiten. Phosphatbetonte Blütendünger sind aus Sicht der Pflanzenernährung nicht sinnvoll.

Zahl im Blick

Für Phalaenopsis in Zimmerkultur ist eine schwache Nährlösung mit der beispielhaften Zusammensetzung 15-5-25-2 beschrieben. In der üblichen Reihenfolge Stickstoff, Phosphor, Kalium ist Phosphor hier der niedrigste der ersten drei Werte.

Spurenelemente kurz eingeordnet

Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän zählen zu den Spurennährstoffen, Magnesium und Calcium zu den Hauptnährstoffen. Auch hier schadet ein Zuviel: Ein Eisenüberschuss kann durch Ionenkonkurrenz einen Manganmangel auslösen. Mehr dazu steht im Ratgeber, welche Spurenelemente Orchideen brauchen und woran du einen Mangel erkennst; die Grundlagen findest du im Kapitel zu Nährstoffmangel, Spurenelementen und Überdüngung bei Zimmerpflanzen.

Dosierungsfehler: zu viel oder zu wenig

Überdüngung

Überdüngung entsteht durch zu hohe oder zu häufige Gaben, und beides kann Orchideenwurzeln schädigen. Ein zu hoher Salzgehalt im Topfsubstrat kann außerdem braune Blattränder verursachen. Dazu kommt, was schon im Topf steckt: Bei der Nachdüngung von Topfpflanzen zählt die Grunddüngung im Substrat mit. Die Düngung richtet sich am Bedarf der Pflanze aus. Ich messe jede Gabe nach der Gebrauchsanleitung ab und notiere das Datum auf dem Steckschild im Topf.

Unterdüngung

Auch zu wenig Dünger ist ein Fehler. Phalaenopsis kann in reiner Pinien- oder Tannenborke mit 0,5 bis 2 cm Korngröße kultiviert werden, braucht dort aber eine gesonderte Nährstoffversorgung. Hellen zuerst die älteren Blätter auf, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten. Optisch lässt sich das allerdings kaum von allgemeinem Nährstoffmangel unterscheiden. Bei Orchideen erlauben welke, matte oder fleckige Blätter allein ohnehin keine sichere Mangeldiagnose.

Die passende Menge

Abgemessen wird nach der Dosierungsanweisung des jeweiligen Düngers. Für Phalaenopsis in Zimmerkultur ist eine schwache Nährlösung mit 0,5 bis 1 g Dünger je Liter Wasser beschrieben. Wie du die Menge berechnest und je nach Düngerform technisch richtig ausbringst, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Orchideendünger richtig dosierst.

Zeitfehler: düngen, wenn die Orchidee nicht wächst

Bei geringerem Lichtangebot im Winter brauchen Zimmerpflanzen einschließlich Orchideen weniger Wasser und Nährstoffe. Deshalb wird dann vorsichtiger gegossen und seltener gedüngt. Wer den Sommerrhythmus im Winter einfach fortsetzt, gibt Nährstoffe in einer Phase mit geringerem Bedarf, und das an Pflanzen, die als sehr salzempfindlich gelten. Die Übersicht zeigt, woran du den Rhythmus ausrichtest.

Situation Was gilt
Epiphytische Zimmerorchideen im Sommerhalbjahr spezieller Orchideendünger zweimal im Monat im Gießwasser, als allgemeines Pflegeschema
Epiphytische Zimmerorchideen im Winterhalbjahr spezieller Orchideendünger einmal im Monat im Gießwasser
Phalaenopsis, sobald Blütenstiele sichtbar werden zusätzliche Düngergaben alle 2 Wochen
Pflanze wächst im Winter wegen Lichtmangel nicht in dieser Zeit kein Dünger

Die beiden Winterzeilen passen zusammen. Zimmerpflanzen werden nur gedüngt, wenn die übrigen Standortbedingungen Wachstum ermöglichen. Eine Orchidee, die zu dunkel steht und deshalb nicht wächst, braucht in dieser Zeit keinen Dünger.

Nach der Blüte kann ein kühlerer Standort bei Phalaenopsis die erneute Blütenbildung anregen. Wie du in Ruhephase und Neuaustrieb düngst, beschreibt der Ratgeber, wie du Orchideen nach der Blüte richtig düngst. Den ganzen Jahresablauf mit Pausen findest du im Ratgeber dazu, wann und wie oft du Orchideen düngst.

Anwendungsfehler: trockene Rinde, nasse Blätter, stehendes Wasser

Dünger auf trockene Rinde

Düngerlösung gehört auf bereits feuchtes Substrat, damit die Salzkonzentration die Wurzeln nicht schädigt. Ich gieße deshalb zuerst mit klarem Wasser und gebe die Düngerlösung danach auf die angefeuchtete Rinde.

Tipp

Im transparenten Topf siehst du den Feuchtezustand von außen. Dunkle Rinde zeigt bei Phalaenopsis Feuchtigkeit an, hellere Rinde und silbrige statt grüne Wurzeln weisen auf Abtrocknung hin.

Dünger über die Blätter

Blattdüngung kann Nährstoffe zuführen, ist aber nur begrenzt einsetzbar. Verbrennungen sind möglich, und eine nachhaltige Wirkung fehlt. Die Düngerlösung kommt deshalb mit dem Gießwasser ins Substrat.

Wasser bleibt im Übertopf stehen

Nach dem Gießen oder Tauchen muss überschüssiges Wasser vollständig ablaufen. Orchideen dürfen nicht im Wasser stehen, denn Staunässe erhöht die Gefahr von Wurzelfäulnis. Kälte und anhaltende Feuchtigkeit begünstigen zusätzlich die Erreger von Schwarz- und Wurzelfäule.

Zahl im Blick

Für Phalaenopsis in Topfkultur ist einmal wöchentlich ein etwa 10-minütiges Tauchbad in lauwarmem Wasser beschrieben, danach tropft die Pflanze vollständig ab. Epiphytische Zimmerorchideen lässt du nach dem Tauchbad etwa 15 Minuten abtropfen, bevor sie zurück in den Übertopf kommen.

Mini-Checkliste

Vor jeder Düngergabe gehe ich diese Punkte durch.

  • Ist die Rinde dunkel und sind die Wurzeln grün, oder muss ich erst gießen?
  • Wächst die Pflanze gerade, oder steht sie im Winter zu dunkel dafür?
  • Ist die Menge nach der Gebrauchsanleitung abgemessen?
  • Ist das Wasser lauwarm und kalkarm?
  • Ist der Übertopf nach dem Abtropfen leer?

Substratfehler: rohe, reine oder zerfallene Rinde

Das Substrat gibt den Wurzeln Halt und sichert ihre Versorgung mit Luft, Wasser und Nährstoffen. Ein Phalaenopsis-Substrat soll wenig zersetzt und gut durchlüftet sein, Wasser und Nährstoffe speichern und frei von schädlichen Stoffen und Krankheitserregern sein.

Rindenmulch statt Orchideensubstrat

Für Phalaenopsis eignen sich spezielle Rindensubstrate mit guter Luft- und Wasserdurchlässigkeit. Reine Pinien- oder Tannenborke ist ebenfalls möglich, verlangt aber die gesonderte Nährstoffversorgung, die bei der Unterdüngung beschrieben ist.

Achtung

Roher Rindenmulch ist nicht dasselbe wie aufbereitetes Kultursubstrat. Er kann wachstumshemmende Stoffe enthalten und Stickstoff binden.

Zerfallenes Substrat

Zerfällt Orchideensubstrat, bekommen die Wurzeln zu wenig Luft und können faulen. Frisches Substrat muss deshalb rechtzeitig in den Topf. Für Phalaenopsis in Zimmerkultur liegt der übliche Umtopfrhythmus bei etwa 2 bis 3 Jahren, abhängig vom Zustand der Wurzeln und des Substrats. Bei epiphytischen Zimmerorchideen gilt das Frühjahr nach der Blüte als günstiger Zeitpunkt.

Geschädigte Wurzeln können in noch feuchter Rinde Trockenheit vortäuschen. Eine Orchidee in zerfallenem Substrat kann deshalb unterversorgt wirken, obwohl mehr Dünger die Ursache nicht behebt.

Beim Umtopfen entfernst du altes Rindensubstrat und morsche Wurzeln. Die gesunden Wurzeln setzt du vorsichtig ein und umgibst sie mit frischem Rindensubstrat. Einen größeren Topf braucht Phalaenopsis danach im Normalfall nicht, nach Möglichkeit nimmst du einen transparenten Kunststofftopf. Das alte Substrat kommt bei mir nie in den nächsten Topf, denn mit Wurzelfäuleerregern verunreinigte Töpfe und Substrate können Krankheiten auf weitere Orchideen übertragen.

pH-Wert aus dem Blick verloren

Ein zur Pflanzenart unpassender pH-Wert kann die Nährstoffaufnahme begrenzen, obwohl genug Nährstoffe vorhanden sind. In Zierpflanzensubstraten kann ein pH-Wert unter 5 die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Kalium vermindern. Auch der Dünger verschiebt den Wert: Ammoniumbetonte Düngung wirkt im Substrat tendenziell versauernd, nitratbetonte tendenziell alkalisch. Schnelle pH-Korrekturen können im Topfsubstrat heftige und schwer vorhersehbare Wirkungen haben. Wie Dünger und Substrat zusammenpassen, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Orchideendünger und Substrat aufeinander abstimmst.

Gießwasser: was hartes Wasser beim Düngen verändert

Gießwasser bringt eigene Stoffe mit. Calcium und Magnesium, die schon im Wasser stecken, zählen bei der Planung einer Nährlösung mit. Eine hohe Carbonathärte begünstigt außerdem, dass der pH-Wert im Substrat steigt. Mit steigendem pH nimmt die Verfügbarkeit von Eisen, Zink, Mangan, Kupfer und Bor ab. Wasser mit hoher Carbonathärte kann also einen Mangel an Spurennährstoffen begünstigen, obwohl du düngst.

Zum Tauchen epiphytischer Zimmerorchideen eignet sich lauwarmes, kalkarmes Wasser, zum Beispiel Regenwasser. Kaltes oder hartes Leitungswasser kann empfindlichen Arten Probleme bereiten. Ich fange Regenwasser in Kannen auf und stelle sie ins Zimmer, damit das Wasser nicht kalt an die Wurzeln kommt.

Kurz erklärt

Der EC-Wert beschreibt die elektrische Leitfähigkeit aller gelösten Salze aus Gießwasser und Dünger, und auch die Temperatur beeinflusst ihn. Er zeigt den Gesamtsalzgehalt an, unterscheidet aber keine einzelnen Nährstoffe.

Düngefehler erkennen und korrigieren

Symptome sind Hinweise, keine Diagnosen. Welke, matte oder fleckige Orchideenblätter können verschiedene Ursachen haben. Gelbe Blätter belegen keinen Nährstoffmangel, weil auch Wurzelfäule zur Vergilbung führen kann. Die Tabelle ordnet ein, was hinter einem Bild stecken kann und womit du anfängst.

Was du siehst Was dahinterstecken kann Was du zuerst tust
Braune Blattränder zu hoher Salzgehalt durch Überdüngung Düngung einstellen, Wurzeln prüfen
Braune Blattspitzen trockene Luft Standort prüfen, nicht direkt über der Heizung
Welke Blätter trotz feuchter Rinde durch Staunässe geschädigte Wurzeln austopfen, Wurzeln ansehen
Gelbe Blätter Wurzelfäule, Lichtmangel, Temperaturschwankungen, Wasserstress oder Nährstoffmangel erst Wurzeln und Standort prüfen, dann die Düngung
Ältere Blätter hellen auf möglicher Stickstoffmangel, optisch kaum von allgemeinem Mangel zu trennen Düngerhythmus und Substrat prüfen
Helle Rinde, silbrige Wurzeln abgetrocknetes Substrat erst gießen, dann düngen

Wenn du Überdüngung vermutest

Stell die Düngung ein. Bei Bedarf topfst du um und tauschst dabei das alte, belastete Substrat aus, so wie es beim Umtopfen beschrieben ist. Wie du eine überdüngte Orchidee Schritt für Schritt rettest und wann du wieder mit Dünger beginnst, steht im Ratgeber dazu, woran du Überdüngung bei Orchideen erkennst und wie du eine überdüngte Pflanze rettest.

Wenn die Orchidee unterversorgt wirkt

Prüf zuerst Wurzeln, Licht und Wasser. Gelbe oder abfallende Blätter können auch durch Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress entstehen und belegen allein keinen Düngermangel. Sind die Wurzeln gesund und wächst die Pflanze, nimmst du die Düngung wieder auf: abgemessen nach der Gebrauchsanleitung und nur auf feuchtes Substrat. Eine Pflanzen- oder Blattanalyse erfasst den aktuellen Ernährungszustand und kann die Diagnose ergänzen.

Marias Erfahrung

Bevor ich bei einer kränkelnden Orchidee die Düngung ändere, nehme ich sie aus dem Topf und sehe mir die Wurzeln an. Ich sortiere dabei nach grünen, silbrig abgetrockneten und morschen Wurzeln.

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Orchideendüngung von der Düngung anderer Zimmerpflanzen?
Orchideen gelten als sehr salzempfindliche Pflanzengruppe, deshalb können zu hohe oder zu häufige Düngergaben ihre Wurzeln schädigen. Für viele Zimmerpflanzen wird in der Wachstumsphase im Frühling und Sommer alle 2 bis 4 Wochen eine Flüssigdüngung empfohlen. Bei Phalaenopsis kommen zusätzliche Düngergaben alle 2 Wochen hinzu, sobald Blütenstiele sichtbar werden. Im lichtarmen Winter brauchen Orchideen wie andere Zimmerpflanzen weniger Nährstoffe und werden seltener gedüngt.
Wie beeinflusst die Wasserhärte die Nährstoffaufnahme bei Orchideen?
Gießwasser mit hoher Carbonathärte begünstigt, dass der pH-Wert im Substrat steigt. Mit steigendem pH nimmt die Verfügbarkeit von Eisen, Zink, Mangan, Kupfer und Bor ab, sodass ein Mangel trotz Düngung möglich ist. Calcium und Magnesium aus dem Gießwasser zählen bei der Planung einer Nährlösung bereits mit. Zum Tauchen epiphytischer Zimmerorchideen eignet sich lauwarmes, kalkarmes Wasser, zum Beispiel Regenwasser.
Was unterscheidet Orchideensubstrat von normaler Zimmerpflanzenerde?
Zimmerpflanzenerde soll locker, luftdurchlässig und strukturstabil sein und Wasser aufnehmen, speichern und wieder abgeben. Für Phalaenopsis eignet sich dagegen ein spezielles Rindensubstrat mit hoher Luft- und Wasserdurchlässigkeit, das wenig zersetzt sein soll. In reiner Pinien- oder Tannenborke mit 0,5 bis 2 cm Korngröße braucht Phalaenopsis eine gesonderte Nährstoffversorgung. Roher Rindenmulch ist kein gleichwertiger Ersatz, weil er wachstumshemmende Stoffe enthalten und Stickstoff binden kann.
Woran erkennt man Überdüngung und Unterdüngung bei Orchideen?
Wie bei anderen Zimmerpflanzen können braune Blattränder auf einen zu hohen Salzgehalt durch Überdüngung hindeuten. Hellen zuerst ältere Blätter auf, kann Stickstoffmangel dahinterstecken, der sich optisch aber kaum von allgemeinem Nährstoffmangel unterscheiden lässt. Gelbe, welke oder fleckige Orchideenblätter erlauben allein keine sichere Diagnose, weil auch Wurzelfäule, Lichtmangel oder Wasserstress solche Bilder erzeugen können. Sieh dir deshalb die Wurzeln an, bevor du die Düngung änderst.
Wie wendet man Flüssigdünger bei Orchideen richtig an?
Miss den Dünger nach der Dosierungsanweisung auf der Packung ab und gib ihn mit dem Gießwasser. Die Lösung kommt nur auf bereits feuchtes Substrat, damit die Salzkonzentration die Wurzeln nicht schädigt. Danach muss überschüssiges Wasser vollständig ablaufen, denn Staunässe erhöht bei Orchideen die Gefahr von Wurzelfäulnis. Über die Blätter zu düngen ist nur begrenzt sinnvoll, weil Verbrennungen möglich sind und eine nachhaltige Wirkung fehlt.
Welche Rolle spielt der pH-Wert des Substrats bei der Orchideenernährung?
Ein zur Pflanzenart unpassender pH-Wert kann die Nährstoffaufnahme begrenzen, obwohl genügend Nährstoffe vorhanden sind. In Zierpflanzensubstraten kann ein pH-Wert unter 5 die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Kalium vermindern. Steigt der pH-Wert, sinkt die Verfügbarkeit von Eisen, Zink, Mangan, Kupfer und Bor. Ammoniumbetonte Düngung wirkt im Substrat tendenziell versauernd, nitratbetonte Düngung tendenziell alkalisch.
Stimmt es, dass Orchideen ohne jegliche Düngung auskommen können?
Für Phalaenopsis in reiner Pinien- oder Tannenborke ist eine gesonderte Nährstoffversorgung nötig, ganz ohne Dünger geht es dort also nicht. Gedüngt wird aber nur, wenn die Pflanze wächst. Steht eine Orchidee im Winter so lichtarm, dass sie nicht wächst, braucht sie in dieser Zeit keinen Dünger. Zu hohe oder zu häufige Gaben können die Wurzeln schädigen, deshalb gilt die Dosierungsanweisung des Düngers.
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