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Orchideen pflegen und düngen: So stimmst du Dünger und Substrat ab

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Flüssigdünger kommt mit dem Gießwasser an die Wurzeln, und das Substrat bestimmt, wie lange dieses Wasser im Topf bleibt.
  • Düngerlösung gehört auf bereits feuchtes Substrat: Trockene Rinde feuchtest du vorher mit klarem Wasser an.
  • Steckt im Substrat schon eine Grunddüngung, rechnest du sie beim Nachdüngen mit ein.
  • Für viele Zimmerpflanzen gilt in der Wachstumsphase im Frühling und Sommer eine Flüssigdüngung alle 2 bis 4 Wochen.
  • Bei Phalaenopsis kommen zusätzliche Düngergaben alle 2 Wochen dazu, sobald Blütenstiele sichtbar werden.
  • Wirkt eine Orchidee in nasser Rinde wie vertrocknet, kann das auf geschädigte Wurzeln hindeuten; zusätzlicher Dünger kann sie weiter belasten.
Magentafarbene Blüten einer Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis) am gebogenen Blütenstiel vor hellem Fenster
Foto: mari_di_ann · Pixabay Content License · Quelle ↗

Flüssigdünger kommt mit dem Gießwasser an die Orchidee, und das Substrat entscheidet, wie lange dieses Wasser an den Wurzeln bleibt. Passen beide nicht zusammen, trifft es zuerst die Wurzeln. Zu viel oder zu oft gegebener Dünger kann Orchideenwurzeln schädigen, und Staunässe erhöht die Gefahr von Wurzelfäulnis. Ich schaue deshalb vor jeder Düngung zuerst in den Topf und erst danach auf die Düngerflasche.

Warum Dünger und Substrat zusammenpassen müssen

Ein geeignetes Topfsubstrat hält Wasser über längere Zeit, lässt überschüssiges Wasser ablaufen und bietet den Wurzeln genug Luft. Davon hängt ab, wie lange eine Düngerlösung im Topf bleibt und ob die Wurzeln sie aufnehmen können.

Für Phalaenopsis eignet sich ein spezielles Rindensubstrat, das Luft und Wasser gut durchlässt. In der Erwerbskultur wird für reines Rindensubstrat eine Körnung von 0,5 bis 2 cm empfohlen. Hält eine Mischung mehr Wasser oder steht die Orchidee in Hydrokultur ohne Erde, ändert sich die Düngepraxis.

Zum Substrat gehört auch, was schon darin steckt. Enthält dein Substrat eine Grunddüngung, musst du sie beim Nachdüngen berücksichtigen. Lies deshalb vor der ersten Düngung nach, was auf der Packung steht. Beim Dünger gilt dasselbe, denn die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung auf seiner Verpackung. Wie viel du in welcher Verdünnung gibst, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Orchideendünger richtig dosierst.

So passt du die Düngergabe an dein Substrat an

Eine Regel gilt für jedes Substrat: Gib Düngerlösung nur auf bereits feuchtes Substrat, damit sie die Wurzeln nicht schädigt. Wie du das sicherstellst, hängt vom Substrat ab.

Substrat Was du wissen solltest So düngst du darauf
Reines Rindensubstrat, etwa für Phalaenopsis lässt Luft und Wasser gut durch Rinde zuerst mit klarem Wasser anfeuchten, dann die Düngerlösung geben
Mischung, die mehr Wasser hält anhaltende Nässe kann Sauerstoffmangel und Wurzeltod auslösen vor dem Düngen das Topfgewicht prüfen, stehendes Wasser abgießen
Fertigsubstrat mit Grunddüngung enthält bereits Nährstoffe Grunddüngung beim Nachdüngen mitrechnen
Hydrokultur erdelos, alle Nährstoffe kommen über die Nährlösung Nährstoffe gezielt dosiert zuführen, Nährstoffe aus dem Gießwasser anrechnen

Rindensubstrat: erst anfeuchten, dann düngen

Rinde lässt Wasser gut durch und kann zwischen den Wassergaben antrocknen. Gieß keine Düngerlösung auf ausgetrocknete Rinde. Feuchte das Substrat zuerst mit klarem Wasser an und gib den Dünger erst danach.

Auch der Topf spielt mit. Ein unglasierter Tontopf verliert zusätzlich Wasser über seine poröse Wand, ein Kunststofftopf nicht. Weil Düngerlösung nur auf feuchtes Substrat gehört und Ton die Rinde schneller abtrocknen lassen kann, prüfst du bei Tontöpfen vor dem Düngen besonders genau, wie feucht die Rinde noch ist.

Marias Erfahrung

Ich hebe meine Orchideentöpfe vor dem Gießen an und nach dem Abtropfen noch einmal. Am Gewicht schätze ich ab, wie feucht die Rinde ist, bevor ich Dünger ins Wasser gebe.

Mischungen, die mehr Wasser halten

Mischungen mit wasserspeichernden Anteilen bleiben nach dem Gießen länger feucht. Mineralische Zuschläge wie Bims können zum Beispiel Wasser speichern. Hier wird eher die Nässe zum Risiko, denn sie kann den Wurzeln den Sauerstoff nehmen und sie absterben lassen. Prüfe vor dem Düngen das Gewicht des Topfes und schau in den Übertopf. Steht dort Wasser, gießt du es ab und gibst vorerst weder Wasser noch Dünger.

Häufiger Fehler

Die Orchidee kommt in einen deutlich größeren Topf, damit sie mehr Platz hat. Ein übergroßer Topf erhöht aber das Risiko, zu viel zu gießen und damit die Wurzeln zu schädigen.

Hydrokultur: Die Nährlösung liefert alles

Hydrokultur kommt ohne Erde aus. In erdelosen Kulturen musst du sämtliche Nährstoffe, die die Pflanze braucht, gezielt dosiert zuführen. Fertig gekaufte Hydrokulturgefäße für Zimmerpflanzen arbeiten üblicherweise mit einer Nährlösung, deren pH-Wert auf 5,5 bis 6,5 eingestellt ist. Ungefähr alle 6 Monate wechselst du das Wasser und stellst die Nährlösung neu ein. Was dein Gießwasser schon mitbringt, etwa Calcium und Magnesium, rechnest du bei der Nährlösung an. Für Phalaenopsis in Hydrokultur soll der Wasserstand in der Erwerbskultur höchstens 1 cm betragen. Ein EC-Messgerät zeigt dir die gesamte gelöste Salzmenge aus Wasser und Dünger, aber nicht, welcher einzelne Nährstoff fehlt.

Mini-Checkliste

Vor jeder Düngung gehe ich diese Fragen durch.

  • Ist das Substrat feucht? Trockene Rinde feuchte ich zuerst mit klarem Wasser an.
  • Steht Wasser im Übertopf? Dann gieße ich es ab und dünge nicht.
  • Wächst die Pflanze gerade, oder zeigt eine Phalaenopsis einen Blütenstiel?
  • Enthält das Substrat eine Grunddüngung?
  • Halte ich mich an die Dosierung auf der Packung?

Wie das Substrat die Nährstoffaufnahme beeinflusst

Wurzeln brauchen Luft

Nährstoffe nimmt die Orchidee über die Wurzeln auf, und die Wurzeln brauchen dafür Luft im Substrat. Bleibt ein Ballen zu lange nass, fehlt ihnen Sauerstoff, und sie können faulen. Die Pflanze wirkt dann trotz feuchter Erde wie vertrocknet. Zeigt eine Orchidee in feuchter oder nasser Rinde solche Trockenheitszeichen, können geschädigte Wurzeln dahinterstecken. Weil zu viel oder zu oft gegebener Dünger Orchideenwurzeln zusätzlich schädigen kann, hilft Nachdüngen in dieser Lage nicht weiter. Ich hebe eine schlappe Orchidee in nasser Rinde deshalb zuerst aus dem Topf und sehe mir die Wurzeln an.

pH-Wert und Gießwasser

Auch wenn genug Nährstoffe im Topf sind, kann ein pH-Wert, der nicht zur Pflanzenart passt, ihre Aufnahme begrenzen. In Zierpflanzensubstraten kann ein pH-Wert unter 5 die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Kalium vermindern. Auch das Gießwasser wirkt mit: Viel Hydrogencarbonat kann den pH-Wert anheben und Phosphor, Eisen, Mangan und Bor schlechter verfügbar machen. Für Zimmerpflanzen eignet sich zimmerwarmes Regenwasser, während kaltes oder hartes Leitungswasser empfindlichen Arten Probleme bereiten kann.

Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän zählen zu den Spurennährstoffen. Woran du einen Mangel oder eine Überdosierung erkennst, erklärt der Ratgeber dazu, welche Spurenelemente Orchideen brauchen.

Wenn das Substrat alt wird

Phalaenopsis im Zimmer kommen üblicherweise etwa alle 2 bis 3 Jahre in frisches Substrat. Den genauen Zeitpunkt bestimmen Wurzeln und Substrat. Ich prüfe deshalb bei jeder Kontrolle beides: wie die Wurzeln aussehen und ob die Rinde noch locker im Topf liegt. Substrat aus einem Topf, in dem eine Pflanze an Wurzelfäule erkrankt war, verwendest du nicht noch einmal zum Einpflanzen.

Wie oft düngen? Der Rhythmus übers Jahr

Richte die Düngung nach dem Bedarf der Pflanze aus. Als Rahmen dienen diese Werte:

Situation Orientierung
Viele Zimmerpflanzen in der Wachstumsphase im Frühling und Sommer Flüssigdüngung alle 2 bis 4 Wochen
Phalaenopsis, sobald Blütenstiele sichtbar werden zusätzliche Düngergaben alle 2 Wochen
Hauptwachstumszeit gängiger Zimmerpflanzen grob März bis Oktober
Winter mit wenig Licht und ohne Zuwachs keine zusätzliche Düngung

Bei geringem Winterlicht brauchen Zimmerpflanzen weniger Wasser und Nährstoffe, selbst wenn der Raum warm bleibt. Ein geheiztes Wohnzimmer ist also kein Grund, nach Sommerplan weiterzudüngen. Bei Phalaenopsis gibt der sichtbare Blütenstiel den Anlass für zusätzliche Gaben, nicht der Kalender.

Feste Intervalle je Substratmischung?

Dieselbe Mischung bleibt je nach Topf und Jahreszeit unterschiedlich lange feucht, und Dünger gehört nur auf feuchtes Substrat. Der Rhythmus aus der Tabelle bleibt deshalb der Rahmen, und das Substrat bestimmt den Zeitpunkt darin. Ist die Rinde trocken, feuchtest du sie zuerst an. Ist die Mischung nass, wartest du mit Wasser und Dünger, bis sie angetrocknet ist. Ich notiere mir jede Düngung mit Datum und dazu, wie schwer sich der Topf angefühlt hat.

Mythos-Check

„Mehr Dünger bringt mehr Blüten.“ Zu hohe oder zu häufige Gaben können Orchideenwurzeln schädigen, und Überdüngung kann den Salzgehalt im Substrat erhöhen. Richte dich nach dem Bedarf der Pflanze und nach der Dosierung auf der Packung.

Welcher Dünger passt zu welcher Orchidee?

Orchideen brauchen wie andere Pflanzen Hauptnährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium, dazu Spurennährstoffe. Für die Abstimmung mit dem Substrat zählt vor allem die Form: Flüssigdünger kommt mit dem Gießwasser, während umhüllte Depotdünger ihre Nährstoffe je nach Feuchtigkeit und Temperatur freisetzen. Welche Zusammensetzung und welche Düngerform zu deiner Orchideenart passen, zeigt der Ratgeber dazu, welcher Orchideendünger zu welcher Orchidee passt.

Orchideensubstrat kaufen oder selbst mischen

Ob du fertiges Orchideensubstrat kaufst oder Rinde und Zuschläge selbst kombinierst: Für die Düngung zählt, wie viel Wasser die Mischung hält und ob eine Grunddüngung darin steckt. Welche Zutaten in eine Mischung gehören, zeigen die Rezepte dazu, wie du Orchideensubstrat selbst mischst.

Überdüngung und Nährstoffmangel erkennen

Gelbe Blätter mit Blattfall können auf Nährstoffmangel hindeuten, ebenso aber auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress. Hat Überdüngung den Salzgehalt erhöht, stellst du das Düngen ein und topfst bei Bedarf um, wobei du einen Teil des alten Substrats austauschst. Weitere Warnzeichen und wie du typische Düngefehler bei Orchideen korrigierst, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Orchideenpflege kurz: Tauchen und Rückschnitt

Phalaenopsis im Topf kannst du wöchentlich für etwa 10 Minuten in lauwarmes Wasser tauchen und danach vollständig abtropfen lassen. Ein abgeblühter Blütenstiel der Phalaenopsis lässt sich auf 2 bis 3 Augen einkürzen, aus denen eventuell neue Blütentriebe kommen. Mehr zu Licht, Luftfeuchtigkeit und Wasser findest du in den Grundlagen zu Standort, Gießen und Pflege rund um die Blüte bei Zimmerpflanzen.

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Häufige Fragen

Welche Nährstoffe brauchen Orchideen für Wachstum und Blüte?
Orchideen brauchen wie andere Pflanzen die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Stickstoff wird für Eiweiße und Chlorophyll gebraucht, Phosphor steckt in Energieträgern wie ATP, und Kalium regelt den Wasserhaushalt mit. Magnesium ist ein Baustein des Chlorophylls, dazu kommen Spurennährstoffe wie Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän.
Warum müssen Dünger und Substrat bei Orchideen zusammenpassen?
Flüssigdünger kommt mit dem Gießwasser an die Wurzeln, und das Substrat bestimmt, wie lange dieses Wasser bleibt und ob die Wurzeln genug Luft bekommen. Für Phalaenopsis eignet sich ein spezielles Rindensubstrat, das Luft und Wasser gut durchlässt. Düngerlösung gehört auf bereits feuchtes Substrat, weil sie sonst die Wurzeln schädigen kann. Steckt im Substrat schon eine Grunddüngung, wird sie beim Nachdüngen mitgerechnet.
Wie beeinflusst der pH-Wert des Substrats die Nährstoffaufnahme bei Orchideen?
Passt der pH-Wert nicht zur Pflanzenart, kann er die Nährstoffaufnahme bremsen, obwohl genug Nährstoffe im Topf sind. In Zierpflanzensubstraten kann ein pH-Wert unter 5 die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Kalium vermindern. Viel Hydrogencarbonat im Gießwasser kann den pH-Wert anheben und Phosphor, Eisen, Mangan und Bor schlechter verfügbar machen.
Worin unterscheiden sich Flüssigdünger und Düngerstäbchen bei Orchideen?
Flüssigdünger kommt mit dem Gießwasser und wird auf bereits feuchtes Substrat gegeben. Düngerstäbchen wirken als Langzeitdünger im Substrat, und bei niedrigeren Temperaturen setzt ihre Wirkung verzögert ein. Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Freisetzung außerdem von der Feuchtigkeit ab, sodass sie sich in zeitweise antrocknendem Orchideensubstrat schwer abschätzen lässt. Bei beiden Formen richtet sich die Menge nach der Dosierungsanweisung auf der Packung.
Wie erkennt man Überdüngung oder Nährstoffmangel bei Orchideen?
Gelbe Blätter mit Blattfall können auf Nährstoffmangel hindeuten, aber auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress. Wirkt eine Orchidee in feuchter oder nasser Rinde wie vertrocknet, können geschädigte Wurzeln dahinterstecken, und zu viel oder zu oft gegebener Dünger kann Orchideenwurzeln schädigen. Bei Salzschäden durch Überdüngung wird nicht mehr gedüngt und bei Bedarf umgetopft, wobei ein Teil des alten Substrats ersetzt wird.
Welche Düngemethoden eignen sich für Orchideen in Wohnräumen?
Im Zimmer gibst du Flüssigdünger mit dem Gießwasser auf bereits feuchtes Substrat und hältst dich an die Dosierung auf der Packung. Blattdüngung kann Nährstoffe zuführen, ist wegen möglicher Verbrennungen und fehlender nachhaltiger Wirkung aber nur begrenzt einsetzbar. Im Winter brauchen Zimmerpflanzen bei wenig Licht weniger Nährstoffe, auch in warmen Räumen, und ohne Zuwachs ist zusätzliche Düngung nicht angezeigt.
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