Pflegeleichte Zimmerpflanzen für Einsteiger: vom Geldbaum bis zur Efeutute
- Beim Geldbaum soll das Substrat zwischen zwei Wassergaben gut austrocknen, im Untersetzer bleibt kein Wasser stehen.
- Sukkulenten wie Geldbaum und Aloe vera gießt du im Wachstum erst wieder, wenn die oberen 2–3 cm Substrat trocken sind.
- Bogenhanf, Drachenbaum und Einblatt kommen mit wenig Licht aus.
- Efeutute und Grünlilie brauchen einen hellen Platz ohne pralle Sonne.
- Das Fensterblatt braucht gleichmäßig feuchte Erde und mehr Platz als kleiner bleibende Arten.
- Zimmerpflanzen reinigen die Raumluft unter üblichen Wohnbedingungen nicht nennenswert.

Du möchtest Grün in der Wohnung, aber keine Pflanze, die beim ersten vergessenen Gießen aufgibt? Dann wähle Arten, deren Wasser- und Lichtbedarf zu deinem Platz und deinem Alltag passen. Pflanzen mit geringem Wasserbedarf vertragen Trockenphasen, und beim Geldbaum soll die Erde zwischen zwei Wassergaben sogar gut austrocknen. Ich schaue bei jeder neuen Pflanze zuerst auf das Fenster, an dem sie stehen soll, und erst danach auf die Gießkanne.
Unten findest du acht Arten, die ich Einsteigern empfehle: vom Geldbaum über Bogenhanf und Efeutute bis zum Fensterblatt. Zu jeder steht, welchen Platz sie braucht, wie du gießt und welchen Fehler du vermeidest.
Was Zimmerpflanzen leisten und was nicht
Zimmerpflanzen sind Zierpflanzen, und so pflege ich sie auch. Unter üblichen Wohn- und Bürobedingungen reinigen sie die Raumluft nicht nennenswert, das gilt auch für Efeutute und Einblatt. Warum du Pflanzen nach ihrer Gruppe pflegst statt nach einer Einheitsregel, zeigt der Überblick über die Gruppen der Zimmerpflanzen.
Woran du eine pflegeleichte Zimmerpflanze erkennst
Pflegeleicht heißt nicht, dass eine Pflanze ohne dich auskommt. Es heißt, dass ihr Bedarf zu dem passt, was du ihr bieten kannst. Beim Wasser liegen die Gruppen weit auseinander: Arten mit geringem Wasserbedarf vertragen Trockenphasen, bei Arten mit hohem Wasserbedarf soll selbst die Erdoberfläche nicht austrocknen. Wenn du öfter unterwegs bist, passt die erste Gruppe besser zu dir.
Zu nasse Erde ist das andere Risiko. Bleibt ein Ballen zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und können faulen. Dann kann eine Pflanze trotz nasser Erde welken, weil die geschädigten Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen. Wer eine welke Pflanze gießt, ohne vorher in die Erde zu fühlen, kann so genau das Problem verschärfen, das die Welke ausgelöst hat.
Die Tabelle ordnet die acht Arten nach Platz und Gießen.
| Pflanze | Platz | Gießen | Das vermeidest du |
|---|---|---|---|
| Geldbaum (Crassula ovata) | halbschattig bis sonnig | Substrat zwischen den Wassergaben gut austrocknen lassen | Wasser im Untersetzer |
| Aloe vera | sonnig | durchdringend, dann erst nach Abtrocknen der oberen 2–3 cm wieder | pralle Sonne direkt nach dem Winter |
| Bogenhanf (Sansevieria trifasciata) | kommt mit wenig Licht aus | wenig Wasser | Gießen nach festem Wochentag |
| Drachenbaum (Dracaena fragrans) | wenig Licht reicht, 18–20 °C in der Schulkultur | ‘Green Jewel’ und ‘Lemon lime’ feucht halten | Temperaturen unter 15 °C, Staunässe |
| Einblatt (Spathiphyllum wallisii) | halbschattig bis schattig, 15–23 °C | Erde vor dem Gießen prüfen | volle Sonne |
| Efeutute (Epipremnum aureum) | hell | durchdringend, Untersetzer danach leeren | volle Sonne, Platz direkt über der Heizung |
| Grünlilie (Chlorophytum comosum) | hell, absonnig, luftig, warm | nach Bedarf, in HydrokulturHydrokultur ist eine Kulturmethode ohne Erde: Die Wurzeln wachsen in einem neutralen Füllsubstrat wie Blähton, und eine Nährlösung aus Wasser und gelösten Nährstoffen versorgt die Pflanze. nach Wasserstandsanzeiger | direkte Mittagssonne |
| Fensterblatt (Monstera deliciosa) | viel Raum | Topferde gleichmäßig feucht halten | austrocknende Erde, übergroßer Topf |
Geldbaum (Crassula ovata): so gießt du ihn richtig
Der Geldbaum gehört zu den SukkulentenSukkulenten sind Pflanzen, die Wasser in verdickten Blättern, Trieben oder Wurzeln speichern und so längere Trockenzeiten überdauern. Der Begriff beschreibt eine Anpassung im Körperbau, keine einzelne Pflanzenfamilie.. Sukkulenz bezeichnet die Fähigkeit, Wasser zu speichern, und kommt in unterschiedlichen Pflanzenfamilien vor, nicht nur bei Kakteen. Zwischen zwei Wassergaben soll sein Substrat gut austrocknen, und im Untersetzer darf kein Wasser stehen bleiben. Als Orientierung für sukkulente Topfpflanzen gilt: Während des Wachstums gießt du durchdringend und erst dann wieder, wenn die oberen 2–3 cm Substrat abgetrocknet sind.
In torffreier oder torfreduzierter Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während es weiter unten im Topf noch nass ist. Beim Geldbaum heißt das: Prüf vor dem Gießen auch die Feuchte im unteren Bereich, sonst gießt du auf einen Ballen, der noch gar kein Wasser braucht.
Ich hebe meinen Geldbaum vor und nach dem Gießen an. Am Gewicht schätze ich ein, wie feucht der Ballen ist, auch wenn die Oberfläche schon trocken aussieht.
Sukkulenten brauchen je nach Herkunft und Art einen halbschattigen bis sonnigen Platz. Nach der Winterruhe gewöhnst du sie langsam an direkte Sonne. In den Topf kommt eine lockere, gut durchlässige Erde mit mineralischen Anteilen wie Blähton, Lava oder Bims und ergänzenden organischen Bestandteilen. Im Winter braucht der Geldbaum wie alle Zimmerpflanzen bei weniger Licht auch weniger Wasser und Nährstoffe.
Für Sukkulenten nennt die Zürcher Sammlung einen Austausch der Erde nach etwa 3–5 Jahren. Nach dem Umtopfen empfiehlt die Zürcher Sukkulentenpflege eine Gießpause von 10–14 Tagen, damit verletzte Wurzeln verheilen können.
Weiße, wachsartige Flecken zwischen Blättern und Trieben können auf Wollläuse hindeuten. Stell die Pflanze dann getrennt von den anderen auf und wisch alle erreichbaren Läuse samt Eiern mit einem feuchten Tuch ab.
Aloe vera: viel Sonne, wenig Wasser
Aloe vera gehört zu den sonnenliebenden Pflanzen und braucht mehr Licht als etwa das Einblatt. Aloe-Arten speichern Wasser in ihren Blättern. Deshalb gilt für sie dieselbe Gießregel wie für den Geldbaum: durchdringend gießen, dann gut abtrocknen lassen. Nach dem Winter stelle ich sie nicht sofort in die pralle Sonne, sondern gewöhne sie Schritt für Schritt daran.
Wenn du eine Schale bepflanzen willst, kombinierst du Aloe vera nur mit Pflanzen, die annähernd gleiche Ansprüche an Licht, Wasser und Nährstoffe haben. Der Geldbaum passt dazu, eine Monstera mit ihrer dauerhaft feuchten Erde nicht.
Bogenhanf (Sansevieria trifasciata): kommt mit wenig aus
Der Bogenhanf kommt mit wenig Wasser aus und wird zurückhaltend gegossen. Er zählt zusammen mit Drachenbaum und Einblatt zu den Arten mit geringem Lichtbedarf. Damit eignet er sich für Plätze, an denen eine sonnenliebende Aloe vera nicht genug Licht bekäme. Wie weit du damit in eine dunkle Ecke gehen kannst und wie du das Licht dort misst, steht im Ratgeber dazu, welche Zimmerpflanzen an schattigen Standorten gedeihen.
Ich gieße meinen Bogenhanf erst, wenn sich der Topf beim Anheben leicht anfühlt. Im Winter bin ich noch vorsichtiger, weil das Wachstum bei wenig Licht nachlässt.
Gießen nach festem Wochentag. Für Gießabstände gibt es keine allgemeingültige Faustzahl, weil sich Erde und Raumklima unterscheiden. Prüf deshalb vorher die Erde und gieß erst, wenn sie es verlangt.
Drachenbaum (Dracaena fragrans): robust, aber nicht für kalte Plätze
Für den Drachenbaum Dracaena fragrans werden in der Schulkultur 18–20 °C empfohlen. Temperaturen unter 15 °C vermeidest du. Ich lege an einen neuen Platz zuerst ein digitales Thermohygrometer, das Temperatur und Luftfeuchte gemeinsam anzeigt.
Beim Licht ist er genügsamer, denn er gehört zu den Arten mit geringem Lichtbedarf. Die Sorten ‘Green Jewel’ und ‘Lemon lime’ hältst du feucht, ohne dass Staunässe entsteht.
Gelbe Blätter mit Blattfall können auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen, WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. oder Nährstoffmangel hindeuten. Ich prüfe deshalb zuerst Platz, Temperatur und Erde, bevor ich überhaupt an Dünger denke.
Einblatt (Spathiphyllum wallisii): für halbschattige Plätze
Das Einblatt bevorzugt einen halbschattigen bis schattigen Platz ohne volle Sonne bei 15–23 °C. Es bleibt kleiner als das Fensterblatt und braucht entsprechend weniger Raum.
Hängen die Blätter schlaff herunter, kann das an Trockenheit liegen, aber auch an beginnender Wurzelfäule. Fühl deshalb zuerst in die Erde: Ist sie nass, entfernst du überschüssiges Wasser und gießt erst einmal nicht weiter. Braune Blattspitzen können auf trockene Luft hindeuten, braune Blattränder auf einen zu hohen Salzgehalt nach ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt.. Zum Gießen nehme ich zimmerwarmes Regenwasser, weil kaltes oder hartes Leitungswasser empfindlichen Arten Probleme bereiten kann.
Efeutute (Epipremnum aureum): hell, aber ohne volle Sonne
Die Efeutute bevorzugt einen hellen Standort ohne volle Sonne. Mit ihren langen Trieben passt sie gut in eine Ampel. Wie oft sie Wasser braucht, hängt von Erde, Raumklima und Jahreszeit ab. Ich gieße sie durchdringend, bis Wasser aus dem Abzugsloch läuft, und leere danach den Untersetzer.
Direkt über der Heizung steht sie ungünstig, weil dort besonders warme, trockene Luft auf sie trifft. Solche Heizungsluft begünstigt SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall., die sich durch helle Sprenkel und feine Gespinste zeigen können. Sehe ich das, brause ich die Pflanze mit zimmerwarmem Wasser ab.
Für Schreibtisch und Besprechungsraum zeigt der Ratgeber, welche Grünpflanzen sich im Büro mit wenig Aufwand halten.
Grünlilie (Chlorophytum comosum): Kindel für die Hydrokultur
Die Grünlilie mag in der Wohnung einen hellen, absonnigen, luftigen und warmen Platz. Direkte Mittagssonne bekommt ihr nicht. An ihren AusläufernAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. bildet sie Kindel, die du in Wasser bewurzeln kannst. Solche in Wasser bewurzelten StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. eignen sich für den Einstieg in die Hydrokultur.
Ein Hydrokulturgefäß besteht aus einem wasserdichten Außentopf, einem durchbrochenen Innentopf, einem Wasserstandsanzeiger und einem Füllsubstrat wie Blähton. Füll es nie randvoll, denn ein zu hoher Wasserstand verdrängt Sauerstoff aus dem Wurzelbereich und begünstigt Wurzelfäule. Lass den Pegel lieber häufiger bis Minimum sinken und füll nur selten bis Maximum auf. Ungefähr alle 6 Monate wechselst du das Wasser und stellst die NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. neu ein.
Zeigt der Anzeiger dauerhaft voll, schau genauer hin. Eingewachsene Wurzeln können ihn hochdrücken, obwohl der Topf fast leer ist.
Fensterblatt (Monstera deliciosa): wenn du Platz hast
Das Fensterblatt braucht mehr Raum als kleiner bleibende Arten wie das Einblatt. In der Zimmerkultur will es gleichmäßig feuchte Topferde, anders als der Geldbaum, dessen Substrat zwischendurch gut austrocknen soll.
Beim Umtopfen verleitet seine Größe zum großen Topf. Ein übergroßer Topf erhöht aber das Risiko, zu viel zu gießen und dadurch die Wurzeln zu schädigen. Allgemein wird für Zimmerpflanzen ein neuer Topf mit nur 2 cm mehr Durchmesser empfohlen. Wer der Monstera Raum geben will, gibt ihn also über und neben dem Topf, nicht im Topf. Umgetopft wird bei Bedarf, vorzugsweise im Frühjahr, und ein stark durchwurzelter Ballen mit kaum noch sichtbarer Erde zeigt dir diesen Bedarf an.
Gießen, Düngen, Umtopfen: das Nötigste
Gieß erst, wenn die Erde es verlangt, und im Winter vorsichtiger, weil Zimmerpflanzen bei weniger Licht weniger Wasser und Nährstoffe brauchen. Gedüngt wird nur im Wachstum: Für viele Zimmerpflanzen wird in Frühling und Sommer eine Flüssigdüngung alle 2–4 Wochen empfohlen, dosiert nach der Packungsanweisung. Die Routine im Jahresverlauf beschreibt der Ratgeber zur laufenden Grundpflege von Grünpflanzen, die Pflege nach Gruppen erklärt die Zimmerpflanzen-Übersicht.
Bevor eine neue Pflanze einzieht
Ich prüfe jede neue Pflanze und ihren Topf, bevor sie zu den anderen ins Regal kommt.
- Blattunterseiten ansehen, denn dort sitzen zum Beispiel Weiße Fliegen überwiegend.
- Auf klebrigen Belag und gekräuselte Triebspitzen achten, beides kann auf Blattläuse hinweisen.
- Abzugsloch im Topfboden prüfen, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
- Neue Sukkulenten wie Geldbaum und Aloe vera vier Wochen getrennt stellen und wiederholt auf Schmierläuse untersuchen.
- Licht am geplanten Platz mit dem Bedarf der Art vergleichen.
Pflegeleicht sagt nichts über Giftigkeit. Die Dieffenbachie etwa ist in allen Pflanzenteilen giftig und enthält unter anderem Oxalsäure sowie Oxalatnadeln, die Haut und Schleimhäute reizen können. Bei Verdacht auf eine Pflanzenvergiftung wendest du dich sofort an ein Giftinformationszentrum oder an ärztliche Hilfe und löst kein Erbrechen aus. Ein Haustier bringst du bei Verdacht sofort in eine tierärztliche Praxis und nimmst verdächtige Pflanzenreste mit.
Stell dich mittags an den Platz, den du begrünen willst, und schau, ob dort direkte Sonne hinfällt. Mit Sonne beginnst du mit Geldbaum und Aloe vera, ohne Sonne mit Bogenhanf, Einblatt und Drachenbaum.


