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Grünpflanzen richtig pflegen: Licht, Wasser und Dünger durchs Jahr

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Den Platz nach Lichtbedarf wählen: Für Drachenbäume gelten etwa 500 bis 1.000 Lux als Orientierung.
  • Nach Feuchte gießen statt nach Kalender: den Topf vor und nach dem Gießen anheben, bei torffreier Erde auch unten prüfen.
  • Viele Zimmerpflanzen bekommen in der Wachstumsphase im Frühling und Sommer alle 2 bis 4 Wochen Flüssigdünger.
  • Dünger nur auf feuchte Erde geben und nach der Dosierungsanweisung auf der Packung bemessen.
  • Im Winter bei weniger Licht zurückhaltender gießen und seltener düngen, auch wenn der Raum warm bleibt.
  • Gelbe Blätter mit Blattfall können auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen, Wasserstress oder Nährstoffmangel hindeuten.
Pflege gesunder grüner Zimmerpflanzen am Fenster
Foto: Teona Swift · Pexels License · Quelle ↗

Wenn eine Grünpflanze trotz nasser Erde schlaff aussieht, liegt der Griff zur Gießkanne nahe. Genau der kann schaden: Anhaltende Nässe kann über Sauerstoffmangel zum Wurzeltod führen, und dann wirkt die Pflanze wie vertrocknet. Ich zeige dir die laufende Pflege, mit der du solche Lagen früh erkennst. Es geht um den Platz nach dem Licht, das Gießen nach Feuchte, das Düngen im Wachstum und die Anpassungen im Jahreslauf.

Mit Grünpflanzen meine ich Zimmerpflanzen, die du vor allem wegen ihrer Blätter hältst, etwa Drachenbaum, Gummibaum oder Einblatt. Eine Einheitspflege für alle gibt es nicht, weil Licht-, Wasser- und Nährstoffbedarf je nach Art verschieden sind. Wie sich die Pflanzengruppen grundsätzlich unterscheiden, steht im Überblick über Pflanzengruppen und Herkunft im Zimmerpflanzen-Ratgeber.

Welcher Platz passt zu deiner Grünpflanze?

Für den Platz zählt zuerst das Licht. Davon brauchen die Arten sehr unterschiedlich viel, und ein Fensterplatz ist nicht automatisch hell genug.

Wie viel Licht brauchen Grünpflanzen?

Im Gartenbau werden Zimmerpflanzen nach ihrem Lichtbedarf in Stufen eingeteilt. Die Werte sind eine Orientierung und keine Schwelle, ab der Wachstum garantiert ist.

Lichtbedarf Beispiel Orientierung
gering Drachenbaum etwa 500 bis 1.000 Lux
mittel Gummibaum etwa 1.000 bis 2.000 Lux
hoch Zimmeralpenveilchen etwa 2.000 bis 3.000 Lux

Wie hell ein Platz wirklich ist, misst ein Luxmeter direkt an der geplanten Stelle. Ich halte das Gerät dorthin, bevor ich eine Pflanze umstelle, und messe auf Höhe der Blätter. Bei der Wahl zählen auch der Abstand zum Fenster und lichthemmende Vorhänge.

Ohne Messgerät helfen Vergleiche. Kolbenfaden und Einblatt kommen mit weniger Licht aus als sonnenliebende Kakteen oder Aloe vera. Auch Clivien werden zu den Zimmerpflanzen mit geringem Lichtbedarf gerechnet. Die Zierliche Bergpalme passt an einen hellen, absonnigen Platz. Sonnenliebende Zimmerkakteen stehen am hellen Fenster, tropische Blattkakteen schützt du dagegen vor praller Sonne.

Reicht das Tageslicht nicht, kann eine Pflanzenlampe aushelfen. Entscheidend sind dann die Lichtintensität, die deine Art braucht, und ein Spektrum, das für Pflanzen geeignet ist. Welche Arten auch in dunkleren Ecken zurechtkommen, zeigt der Ratgeber dazu, welche Zimmerpflanzen an schattigen Standorten gedeihen.

Grünpflanzen in der Wohnung platzieren

Auf meiner Fensterbank stelle ich Pflanzen mit ähnlichem Wasserbedarf nebeneinander, damit ich beim Gießen gruppenweise vorgehen kann. Setzt du mehrere Pflanzen in ein gemeinsames Gefäß, kombinierst du nur Arten mit annähernd gleichen Ansprüchen an Licht, Wasser und Nährstoffe. Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Für Schreibtisch und Büro gelten eigene Bedingungen, und welche Grünpflanzen im Büro mit wenig Aufwand auskommen, steht in einem eigenen Ratgeber.

Achtung

Die Dieffenbachie ist in allen Pflanzenteilen giftig. Die Pflanze enthält unter anderem Oxalsäure und Oxalatnadeln, die Haut und Schleimhäute reizen können. Wähl ihren Platz so, dass kleine Kinder nicht an die Blätter kommen. Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung, wende dich sofort an ein Giftinformationszentrum oder an ärztliche Hilfe und löse kein Erbrechen aus.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Temperatur und Luftfeuchtigkeit gehören zur Platzwahl, die passenden Werte hängen aber an der Art: In der Schulkultur werden für Dracaena fragrans 18 bis 20 °C empfohlen. Warme, trockene Heizungsluft begünstigt Spinnmilben, und ein Thermohygrometer zeigt dir Luftfeuchte und Temperatur am Platz. Wie du beides für deine Pflanzen einordnest, beschreibt der Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt zu Standort, Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Gießen: nach Feuchte statt nach Kalender

Einen festen Gießtag für alle Grünpflanzen gibt es nicht. Wie oft eine Pflanze Wasser braucht, hängt an ihrer Art, am Licht und an der Jahreszeit.

Welche Pflanze wie viel Wasser braucht

Zimmerpflanzen lassen sich grob nach ihrem Wasserbedarf einteilen:

Wasserbedarf So gießt du
gering Die Pflanze verträgt Trockenphasen.
mäßig Gieß, sobald die Erdoberfläche angetrocknet ist.
hoch Auch die Erdoberfläche soll nicht austrocknen.
Weihnachts- und Osterkaktus Auch in der Ruhezeit nicht vollständig austrocknen lassen.

Nach dem passenden Antrocknen gießt du durchdringend, sodass der ganze Ballen Wasser bekommt.

So prüfst du, ob die Pflanze Wasser braucht

Heb den Topf vor dem Gießen an und noch einmal danach. Der Gewichtsunterschied hilft dir, den Feuchtezustand des Ballens einzuschätzen.

Bei torffreier oder torfreduzierter Erde kann die Oberfläche trocken aussehen, obwohl das Substrat weiter unten noch nass ist. Prüf dort vor dem Gießen deshalb auch die Feuchte im unteren Bereich. Wer nur der trockenen Oberfläche glaubt, gießt womöglich auf einen unten noch nassen Ballen, und anhaltende Nässe kann über Sauerstoffmangel die Wurzeln absterben lassen.

Marias Erfahrung

Ich gieße meine Grünpflanzen nicht nach Wochentag. Ich nehme jeden Topf kurz hoch, vergleiche das Gewicht mit dem frisch gegossenen Zustand und gieße nur die Töpfe, die sich leicht anfühlen. Bei torffreier Erde verlasse ich mich dabei mehr auf das Gewicht als auf die Oberfläche.

Tipp

Bei trockenheitsliebenden Kakteen kannst du einen Bambusstab eine Stunde im Topf stecken lassen. Ist er danach vollständig trocken, kannst du wieder gießen.

Wasser, Topf und Abzug

Zimmerwarmes Regenwasser eignet sich für Zimmerpflanzen. Kaltes oder hartes Leitungswasser kann empfindlichen Arten dagegen Probleme bereiten. Wie du Menge, Technik und Wasserqualität im Detail abstimmst, erklärt der Ratgeber, wie du Grünpflanzen im Zimmer richtig gießt.

Auch der Topf verändert das Gießen. Unglasierte Tontöpfe verlieren zusätzlich Wasser über ihre poröse Wand, Kunststofftöpfe haben diese Verdunstung nicht. Einen Tontopf prüfst du deshalb eher als einen Kunststofftopf. Jedes Gefäß für die Erdkultur braucht funktionsfähige Abzugslöcher. Kakteen gießt du im Wachstum durchdringend und kippst Wasser, das nach 10 Minuten noch im Untersetzer oder Übertopf steht, weg.

Zu viel oder zu wenig Wasser?

Bleibt der Ballen zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und können faulen. Ein schwerer Topf mit welken Blättern kann deshalb auf Nässe hindeuten statt auf Durst. Auf Wassermangel deutet eher ein leichter Topf hin, dessen Erde bis unten trocken ist. Bei Kakteen kann eine unpassende Wasserversorgung zu Wurzelfäule, Wachstumsstillstand oder einem schrumpfenden Pflanzenkörper führen.

Düngen: was Grünpflanzen brauchen und wann

Dünger braucht eine Grünpflanze, wenn sie wächst. Wie viel, richtet sich nach ihrem Bedarf und nach dem Vorrat, der schon in der Erde steckt.

Welche Nährstoffe Grünpflanzen brauchen

Stickstoff braucht die Pflanze für Blatt- und Triebwachstum, denn sie baut damit Eiweiße und Chlorophyll auf. Phosphor ist Bestandteil von Energieträgern wie ATP und übernimmt eine zentrale Funktion im Energiehaushalt. Kalium wirkt an der Regulation des Wasserhaushalts und der Spaltöffnungen mit. Magnesium ist ein Baustein des Chlorophylls und für die Photosynthese unentbehrlich.

Kurz erklärt

Zu den Hauptnährstoffen gehören Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän zählen zu den Spurennährstoffen. Magnesium und Calcium sind also Hauptnährstoffe und keine Spurenelemente.

Auch der pH-Wert der Erde entscheidet mit, wie viel davon die Wurzeln aufnehmen. Ein zur Art unpassender pH-Wert kann die Aufnahme begrenzen, obwohl genug Nährstoffe vorhanden sind. In Zierpflanzensubstraten kann ein pH-Wert unter 5 die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Kalium vermindern. Mehr dazu steht im Ratgeber darüber, wie pH-Wert und Düngung bei Grünpflanzen und Palmen zusammenhängen.

Welcher Dünger wofür?

Düngerform Darauf achtest du
Flüssigdünger Kommt mit dem Gießwasser auf bereits feuchte Erde.
Depot- und Langzeitdünger Umhüllte Depotdünger geben Nährstoffe abhängig von Feuchtigkeit und Temperatur frei; niedrigere Temperaturen verzögern die Wirkung.
Hornspäne und Hornmehl Mikroorganismen müssen sie erst abbauen; Hornspäne liefern Stickstoff langsamer als Hornmehl.
Organisch-mineralische Dünger Verbinden organisch und mineralisch gebundene Nährstoffe.
Dünger für Kakteen Günstiger ist ein geringerer Stickstoffanteil mit Betonung von Phosphor und Kalium.
Blattdünger Nur begrenzt einsetzbar, weil Verbrennungen möglich sind und die Wirkung nicht nachhaltig ist.

Hornspäne oder Hornmehl kannst du schon vor dem Pflanzen als vorbeugende Stickstoffversorgung in torffreie Gefäßerde mischen. Bedenke dabei, dass auch Nährstoffe aus organischen Düngern die Erde überversorgen und den Salzgehalt erhöhen können.

Mythos-Check

„Asche aus dem Kaminofen ist guter Naturdünger.“ Holzasche aus privaten Feuerstätten kann mit Schadstoffen und Schwermetallen belastet sein. Für die Pflanzenpflege ist sie deshalb kein empfehlenswerter Dünger.

Wie oft düngen?

Situation Orientierung
viele Zimmerpflanzen in der Wachstumsphase im Frühling und Sommer Flüssigdüngung alle 2 bis 4 Wochen
Hauptwachstumszeit gängiger Zimmerpflanzen grob März bis Oktober
Kübelpflanze frisch in vorgedüngte Blumenerde getopft gewöhnlich in den ersten 4 bis 6 Wochen keine zusätzliche Düngung
Winter, Wachstum ruht wegen Lichtmangel keine zusätzliche Düngung
Menge je Gabe nach der Dosierungsanweisung auf der Packung

Die Düngerlösung gibst du auf bereits feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Beim Nachdüngen zählt außerdem die Grunddüngung, die schon im Substrat steckt. Wer nach dem Umtopfen in vorgedüngte Erde gleich im alten Rhythmus weiterdüngt, gibt also Nährstoffe auf einen Vorrat, der noch nicht verbraucht ist. Nach dem Umtopfen schreibe ich das Datum auf das Stecketikett, damit ich die Düngepause nicht schätzen muss.

Pflege im Jahresverlauf

Über das Jahr ändert sich für Grünpflanzen vor allem das Licht. Daran hängen Wasser- und Nährstoffbedarf, auch wenn die Heizung den Raum gleichmäßig warm hält.

Frühling: das Wachstum beginnt

Für gängige Zimmerpflanzen gilt März bis Oktober als grobe Orientierung für die Hauptwachstumszeit. Mit dem neuen Austrieb nimmst du das Düngen wieder auf. Gieß jetzt wieder nach der Feuchteprobe statt nach dem zurückhaltenden Winterrhythmus. Kakteen aus der Winterruhe gewöhnst du schrittweise an direkte Sonne und schattierst sie anfangs leicht.

Sommer: ins Freie nur mit Eingewöhnung

Stellst du Grünpflanzen im Kübel ins Freie, kommen sie zuerst an einen warmen, halbschattigen und windgeschützten Platz. Dort sollen sich die Blätter an Sonne und Wind gewöhnen. Auch danach profitieren wärmeliebende Kübelpflanzen von Windschutz, weil Wind den Standort abkühlt und die Verdunstung erhöht. In der Wachstumsphase düngst du im gewohnten Rhythmus weiter.

Herbst: die Pflege zurücknehmen

Mit dem abnehmenden Licht richtest du Gießen und Düngen enger am tatsächlichen Wachstum aus. Bei Zimmer-Alpenveilchen wird die Düngung nach dem Verblühen für die Ruhephase eingestellt. Saisonal kultivierter Glücksklee kann im Oktober oder November natürlich vergilben. Die eingezogene Pflanze überwintert dann kühl und frostfrei, ohne dass du gießt.

Winter: weniger Licht, weniger Bedarf

Bei geringerem Winterlicht brauchen Zimmerpflanzen weniger Wasser und Nährstoffe, auch im warmen Raum. Du gießt deshalb zurückhaltender und düngst seltener. Ruht das Wachstum wegen Lichtmangel, ist zusätzlicher Dünger nicht angezeigt. Wärme gleicht fehlendes Licht also nicht aus, denn die Kombination aus wenig Licht und zu hoher Temperatur kann bei Zimmerpflanzen Blattfall verursachen.

Feuchtwarme Luft und ein enger Stand begünstigen in der dunklen Jahreszeit Grauschimmel, vor allem an geschwächten Pflanzen. Lass deshalb Abstand zwischen den Töpfen. Was im Winter sonst noch zählt, steht im Ratgeber, wie du Grün-, Kübel- und Balkonpflanzen durch den Winter bringst.

Typische Pflegeprobleme und was du prüfst

Symptome sind Hinweise, keine Diagnose. Ich prüfe bei jedem Problem zuerst Feuchte und Platz, bevor ich an Dünger denke.

Gelbe Blätter

Vergilben Blätter und fallen ab, kann das auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen, Wasserstress oder Nährstoffmangel hindeuten. Ich gehe die möglichen Ursachen in dieser Reihenfolge durch:

  1. Feuchte: Heb den Topf an und prüf bei torffreier Erde auch unten. Schwer und nass spricht eher für zu viel Wasser, leicht und trocken eher für zu wenig.
  2. Licht: Vergleiche den Platz mit dem Lichtbedarf der Art, am besten mit einem Luxmeter.
  3. Temperatur: Achte darauf, ob die Temperatur am Platz stark schwankt.
  4. Nährstoffe: Erst danach kommt der Dünger infrage, und auch der pH-Wert gehört zur Prüfung.

Ein unpassender pH-Wert kann die Nährstoffaufnahme begrenzen, obwohl genug Nährstoffe in der Erde sind. Deuten gelbe Blätter auf einen Mangel hin, hilft zusätzlicher Dünger in diesem Fall womöglich wenig. Welche Blattbilder auf welchen Nährstoff hindeuten können, zeigt der Ratgeber, woran du Nährstoffmangel bei Zimmerpflanzen erkennst.

Die Pflanze welkt, obwohl die Erde nass ist

Dann kann anhaltende Nässe die Wurzeln bereits geschädigt haben. Entferne überschüssiges Wasser und gieß zunächst nicht weiter. Ist eine Pflanze an Wurzelfäule erkrankt, verwendest du das Substrat aus ihrem Topf nicht noch einmal zum Einpflanzen. Bei Orchideen in noch feuchtem Rindensubstrat können scheinbare Trockenheitssymptome ebenfalls auf geschädigte Wurzeln hinweisen.

Häufiger Fehler

Eine schlaffe Pflanze in nasser Erde noch einmal gießen. Heb vorher den Topf an. Ist er schwer und die Erde nass, gießt du zunächst nicht.

Die Pflanze wächst nicht weiter

Im Winter ist ein Stillstand wegen Lichtmangel kein Grund zum Düngen. Steht die Pflanze in der Wachstumszeit still, prüf zuerst das Licht am Platz. Danach siehst du dir Wurzeln und Substrat an, denn von ihrem Zustand hängt ab, ob ein neuer Topf fällig ist. Kakteen können bei Lichtmangel und gleichzeitig zu viel Wasser ungewöhnlich lang wachsen und vergeilen.

Zu viel gedüngt

Hat Überdüngung den Salzgehalt in der Erde erhöht, stellst du das Düngen ein. Bei Bedarf topfst du um und tauschst dabei einen Teil der alten Erde aus. Bei starker Überdüngung von Kübelpflanzen kann Umtopfen nötig sein, wobei möglichst viel belastete Erde herauskommt. Eine EC-Messung zeigt dir die gesamte gelöste Salzbelastung, aber nicht, wie hoch einzelne Nährstoffe konzentriert sind.

Was sonst zur Grundpflege gehört

Welche Erde brauchen Grünpflanzen?

Eine geeignete Zimmerpflanzenerde ist locker, luftdurchlässig und strukturstabil und kann Wasser aufnehmen, speichern und wieder abgeben. Handelsübliche Fertigsubstrate für den Großteil der Zierpflanzen sind auf einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5 eingestellt, für kalkempfindliche Arten gibt es abgestimmte Azaleen- oder Moorbeetsubstrate. Welche Mischung zu welcher Pflanzengruppe passt, beschreibt der Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Substrat, pH-Wert und Hydrokultur.

Wann umtopfen?

Ob deine Pflanze einen neuen Topf braucht, entscheiden Wurzeln und Substrat, und für Zimmerpflanzen wird dann allgemein ein Topf mit nur 2 cm mehr Durchmesser empfohlen. Ein übergroßer Topf erhöht das Risiko, zu viel zu gießen. Zeitpunkt, Ablauf und Topfwahl erklärt der Ratgeber, wie du Zimmerpflanzen vom richtigen Zeitpunkt bis zur Pflege danach umtopfst.

Schädlinge früh erkennen

Bei der Kontrolle lohnt der Blick auf die Blattunterseiten, denn dort sitzen erwachsene Weiße Fliegen überwiegend, und Spinnmilben können an Zimmerpflanzen ganzjährig auftreten. Gegen Trauermücken kann in torffreier Erde eine ungefähr 1 cm hohe Schicht aus Quarz- oder grobem Sand auf der Oberfläche helfen, verlass dich aber nicht allein darauf. Wie du vorbeugst, kontrollierst und mechanisch eingreifst, beschreibt der Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

Pflegetipps für einzelne Arten

Monstera, Efeutute, Bogenhanf oder Grünlilie haben jeweils eigene Ansprüche, die über diese Grundpflege hinausgehen. Für den Einstieg zeigt der Ratgeber, welche Zimmerpflanzen pflegeleicht und für Einsteiger geeignet sind, worauf es bei den einzelnen Arten ankommt.

Reinigen Grünpflanzen die Luft?

Oft liest man, Grünpflanzen verbesserten die Raumluft. Ich pflege Grünpflanzen als Zierpflanzen nach ihrem Bedarf. Gruppen, Herkunft und Sicherheitshinweise fasst der Zimmerpflanzen-Ratgeber im Überblick zusammen.

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Häufige Fragen

Wie oft sollte man Zimmerpflanzen gießen?
Einen festen Rhythmus gibt es nicht, weil der Bedarf von Art, Licht und Jahreszeit abhängt. Pflanzen mit mäßigem Wasserbedarf gießt du, sobald die Erdoberfläche angetrocknet ist, bei hohem Wasserbedarf soll auch die Oberfläche nicht austrocknen. Heb den Topf vor und nach dem Gießen an, dann kannst du den Feuchtezustand am Gewicht einschätzen. Bei torffreier Erde prüfst du zusätzlich die Feuchte weiter unten, weil die Oberfläche schneller austrocknen kann.
Welchen Standort benötigen verschiedene Grünpflanzen?
Entscheidend ist zuerst der Lichtbedarf der Art. Drachenbäume gehören zur Gruppe mit geringem Lichtbedarf, für die etwa 500 bis 1.000 Lux als Orientierung gelten. Gummibäume werden der Gruppe mit mittlerem Lichtbedarf von etwa 1.000 bis 2.000 Lux zugeordnet. Miss mit einem Luxmeter direkt am geplanten Platz und berücksichtige dabei Fensterabstand und lichthemmende Vorhänge.
Wie passe ich die Pflege von Grünpflanzen an die Jahreszeiten an?
Für gängige Zimmerpflanzen gilt März bis Oktober als grobe Orientierung für die Hauptwachstumszeit. In der Wachstumsphase im Frühling und Sommer bekommen viele Zimmerpflanzen alle 2 bis 4 Wochen Flüssigdünger. Im Winter brauchen sie bei weniger Licht weniger Wasser und Nährstoffe, auch im warmen Raum, deshalb gießt du zurückhaltender und düngst seltener. Kübelpflanzen, die im Sommer ins Freie kommen, stehen anfangs warm, halbschattig und windgeschützt.
Warum entstehen gelbe Blätter bei Zimmerpflanzen?
Vergilbte Blätter mit Blattfall können auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen, Wasserstress oder Nährstoffmangel hindeuten. Prüf deshalb zuerst die Feuchte im ganzen Topf und das Licht am Platz, bevor du an Dünger denkst. Auch ein unpassender pH-Wert kann die Nährstoffaufnahme begrenzen, obwohl genug Nährstoffe in der Erde sind. Bei saisonal kultiviertem Glücksklee können die Blätter im Oktober oder November zudem auf natürliche Weise vergilben.
Worin unterscheidet sich die Pflege von Kakteen und Grünpflanzen mit hohem Wasserbedarf?
Grünpflanzen mit hohem Wasserbedarf sollen auch an der Erdoberfläche nicht austrocknen. Kakteen gießt du im Wachstum dagegen durchdringend und entfernst Wasser, das nach 10 Minuten noch im Untersetzer steht. Bei trockenheitsliebenden Kakteen zeigt ein Bambusstab, der eine Stunde im Topf steckt und danach vollständig trocken ist, dass wieder gegossen werden kann. Beim Düngen sind für Kakteen Dünger mit geringerem Stickstoffanteil und Betonung von Phosphor und Kalium günstiger als stark stickstoffbetonte.
Welcher Dünger eignet sich für Zimmerpflanzen?
Für viele Zimmerpflanzen wird in der Wachstumsphase eine Flüssigdüngung empfohlen, die du auf bereits feuchte Erde gibst. Organische Dünger wie Hornspäne werden erst pflanzenverfügbar, wenn Mikroorganismen sie abgebaut haben, und Hornspäne liefern Stickstoff langsamer als Hornmehl. Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Freisetzung von Feuchtigkeit und Temperatur ab. Die Menge richtest du nach der Dosierungsanweisung auf der Packung.
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