Von der Aussaat zur Paradiesvogelblume: Strelitzien-Samen Schritt für Schritt einpflanzen und großziehen
- Weiche die dickschaligen Samen vor der Aussaat in zimmerwarmem Wasser ein.
- Leg jeden Samen 1 bis 2 cm tief in frische, nährstoffarme Aussaaterde.
- Halte die Erde feucht, aber nicht nass, und die Keimtemperatur bei 25 bis 28 °C.
- Stell die Töpfe hell unter gelochte Klarsichtfolie und lüfte alle 2 bis 3 Tage.
- Rechne mit 60 bis 80 Tagen Keimdauer und räum Töpfe ohne Keimling nicht vorschnell ab.
- Bis zur ersten Blüte vergehen bei Sämlingen ungefähr 4 bis 7 Jahre, ohne Garantie.

Strelitzien-Samen sind schnell in der Erde, danach brauchen sie vor allem Wärme und Geduld. Wer die Töpfe zu kühl stellt oder zu früh abräumt, wirft womöglich Samen weg, die noch keimen würden. Ich schreibe deshalb das Aussaatdatum auf jedes Steckschild, damit ich die Wartezeit nachzählen kann, statt sie zu schätzen.
Hier gehe ich mit dir die Aussaat Schritt für Schritt durch: vom Einweichen über Saattiefe und Wärme bis zum ersten eigenen Topf für den Sämling.
Die Paradiesvogelblume, botanisch Strelitzia reginae, stammt ursprünglich aus der Kapprovinz in Südafrika und wächst als mehrjährige Pflanze. Vermehren lässt sie sich über bewurzelte Seitentriebe oder über Samen, deren dicke Schale vor der Aussaat eingeweicht wird. Warum Zimmerpflanzen je nach Herkunft unterschiedlich versorgt werden, erklärt der Überblick über Zimmerpflanzen-Gruppen und ihre verschiedenen Ansprüche.
Die wichtigsten Werte für die Strelitzien-Aussaat
Alle Werte in dieser Tabelle gelten für Strelitzia reginae. Auf andere Arten wie Strelitzia alba lassen sie sich nicht einfach übertragen.
| Schritt | Wert für Strelitzia reginae |
|---|---|
| Aussaatzeit | ganzjährig, Januar bis Dezember |
| Vorbehandlung | dickschalige Samen vor der Aussaat einweichen |
| Saattiefe | 1 bis 2 cm |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | mindestens 25 °C, höchstens 28 °C |
| Abdeckung | gelochte Klarsichtfolie an einem hellen Platz |
| Lüften | Folie alle 2 bis 3 Tage für 2 Stunden abnehmen |
| Keimdauer | 60 bis 80 Tage, nach anderen Angaben 90 bis 120 Tage |
| Erste Blüte | ungefähr 4 bis 7 Jahre bei aus Samen gezogenen Pflanzen, ohne Garantie |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Unter Glas torffreies, lehmbasiertes Kultursubstrat in einem großen Gefäß verwenden. Einen sehr hellen Platz mit Schutz vor heißer Sonne wählen.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Unter Glas torffreies, lehmbasiertes Kultursubstrat in einem großen Gefäß verwenden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Kübel und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Teilung bewurzelter Seitentriebe; alternativ Aussaat, wobei die dickschaligen Samen zuvor eingeweicht werden.
Pflege
- Pflege
Im Wachstum ausreichend, im Winter sparsam gießen. Bei Gefäßkultur jährlich oberflächlich frisches Substrat ergänzen; Umtopfen etwa jedes zweite Jahr.
- Düngung
Bei geschützter Topfkultur während des Wachstums ausgewogenen Flüssigdünger verwenden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung, Beete an Mauern, Schnittblumen, Wintergarten und Gewächshaus, Zimmerpflanze.
Wann ist die beste Zeit für die Aussaat?
Strelitzien kannst du das ganze Jahr über aussäen. Weil die Samen erst ab 25 °C keimen, entscheidet weniger der Monat als die Frage, ob du die Erde während der ganzen Keimdauer so warm halten kannst. Ich säe am liebsten im Frühjahr, weil die Sämlinge dann in die helleren Monate hineinwachsen. Wenn du mehrere Exoten aussäen willst, behältst du mit dem ausdruckbaren Aussaatkalender für Zimmerpflanzen die Termine im Blick.
Was du vor dem Säen bereitlegst
Strelitzien-Samen, ein Gefäß mit zimmerwarmem Wasser, frische Aussaaterde, saubere kleine Töpfe mit Abzugsloch, gelochte Klarsichtfolie, ein Thermometer und für kühle Räume eine Heizmatte.
Aussaaterde soll nährstoffarm, luftdurchlässig und feinkrümelig sein. Steht der Salzgehalt auf der Packung, achte auf einen Wert unter 0,5 g/l. Nimm dafür frische Erde aus einem neuen Sack. Lange gelagerte torffreie oder torfreduzierte Erde kann einen höheren Salzgehalt haben, weil organisch gebundene Nährstoffe nach und nach frei werden. Für die Aussaat passt das schlecht, denn dort soll der Salzgehalt niedrig bleiben.
Die Töpfe sind sauber und haben ein funktionierendes Abzugsloch, damit überschüssiges Wasser abläuft. Erde aus Töpfen, in denen eine Pflanze mit WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. stand, verwendest du nicht noch einmal. Ich säe jeden Samen in ein eigenes kleines Töpfchen. So kann ich den Sämling später mit dem ganzen Ballen umsetzen und muss keine Wurzeln auseinanderziehen.
Strelitzien-Samen einpflanzen: Schritt für Schritt
- Einweichen: Leg die Samen in ein Gefäß mit zimmerwarmem Wasser, damit die dicke Schale Wasser aufnehmen kann. Wird das Wasser trüb, wechsle es.
- Erde vorbereiten: Füll die Töpfchen mit Aussaaterde und gieß sie an, bis sie durchgehend feucht, aber nicht nass ist.
- Säen: Drück jeden Samen 1 bis 2 cm tief in die Erde.
- Bedecken: Streu Erde darüber und drück sie nur leicht an, damit sie locker bleibt.
- Abdecken: Spann die gelochte Klarsichtfolie über die Töpfe und stell sie an einen hellen Platz.
- Wärme halten: Sorg dafür, dass die Erde zwischen 25 und 28 °C warm bleibt.
- Lüften: Nimm die Folie alle 2 bis 3 Tage ab. Leg sie nach 2 Stunden wieder auf.
Ist die Schale sehr hart, rauen manche Gärtner sie vor dem Einweichen an einer Stelle mit feinem Sandpapier an. Ich mache das, wenn überhaupt, nur ganz leicht, damit das Innere des Samens unverletzt bleibt.
Oft liest man, Strelitzien seien Dunkelkeimer und bräuchten eine lichtdichte Abdeckung. Für Strelitzia reginae passt dagegen ein heller Platz unter gelochter Klarsichtfolie. Die Samen liegen ohnehin 1 bis 2 cm tief und damit im Dunkeln unter der Erde.
So hältst du die Keimbedingungen stabil
Wärme: messen statt schätzen
Ich lege ein Thermometer direkt auf die Erde zwischen die Töpfchen. Zeigt es weniger als 25 °C, kommt eine Heizmatte unter die Töpfe. Über 28 °C sollte die Erde aber nicht steigen, deshalb lese ich das Thermometer nach dem Einschalten der Matte noch einmal ab.
Feuchte: feucht, aber nicht nass
Die AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an. bleibt während der ganzen Keimzeit feucht, aber nicht nass. Vor dem Gießen hebe ich die Töpfchen an: Ein leichter Topf braucht Wasser, ein schwerer noch nicht. Bei torffreier Erde täuscht die Oberfläche, denn sie kann trocken aussehen, während es weiter unten noch nass ist. Gieß mit zimmerwarmem Regenwasser, weil kaltes oder hartes Leitungswasser empfindlichen Arten Probleme bereiten kann.
Bleibt die Erde zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und können faulen. Steht Wasser im Untersetzer, schütte es weg und gieß erst wieder, wenn der Topf beim Anheben spürbar leichter ist.
Luft: lüften gegen Schimmel
Unter der Folie bleibt die Luft feucht, deshalb gehört das Lüften fest zur Aussaat. Zeigt sich weißer Flaum auf der Erde, kann das auf zu viel Nässe und zu wenig Luftaustausch hindeuten. Ich nehme den Belag dann vorsichtig ab und gieße erst wieder, wenn der Topf leichter geworden ist.
Beim Lüften wische ich die Tropfen von der Innenseite der Folie ab, bevor sie zurück auf die Töpfe kommt. Dabei schaue ich mir jedes Töpfchen einzeln an und prüfe, ob sich schon eine Spitze zeigt.
Wie lange dauert die Keimung bei Strelitzien?
Rechne mit 60 bis 80 Tagen, bis die Samen keimen. Es gibt auch Angaben von 90 bis 120 Tagen, deshalb räume ich Töpfe ohne Keimling nicht vorschnell ab. Laufen nicht alle Samen gleichzeitig auf, lasse ich die übrigen Töpfchen weiter warm unter der Folie stehen. Das Datum auf dem Steckschild zeigt mir, wie lange jeder Same schon in der Erde liegt.
Die Töpfe stehen auf einer kühlen Fensterbank, und weil sich nichts zeigt, landen sie im Kompost. Prüf zuerst mit dem Thermometer, ob die Erde wirklich 25 °C erreicht. Zähl danach die Tage seit der Aussaat nach.
Nach der Keimung: So ziehst du die Sämlinge groß
Folie abnehmen und hell stellen
Sobald die ersten Spitzen durch die Erde kommen, lasse ich die Folie beim Lüften schrittweise länger herunter. Bleiben die Blättchen dabei straff, kommt die Folie ganz weg. Der Platz bleibt hell, aber geschützt vor heißer Sonne. Wachsen die Sämlinge schief zum Fenster, drehe ich die Töpfe ein Stück weiter.
Gießen, wenn die Sämlinge wachsen
Ich gieße weiter nach Gewicht und halte die Erde feucht, aber nicht nass. Im Wachstum braucht die junge Strelitzie ausreichend Wasser. Mit weniger Licht im Winter sinkt ihr Bedarf an Wasser und Nährstoffen, auch wenn das Zimmer warm bleibt.
Der erste eigene Topf
Ziehen die Wurzeln durch den kleinen Topf oder wachsen sie unten aus dem Abzugsloch, bekommt der Sämling einen neuen Topf. Wähle ihn mit nur 2 cm mehr Durchmesser als den alten. Ein übergroßer Topf erhöht das Risiko, zu viel zu gießen. Bleibt die Erde dann lange nass, fehlt den Wurzeln Sauerstoff, und sie können faulen. Deshalb wächst der Topf bei mir in kleinen Schritten mit.
Als Erde passt jetzt eine lockere, luftdurchlässige und strukturstabile Zimmerpflanzenerde, die Wasser aufnimmt, speichert und wieder abgibt. Wer torffrei gärtnert, nimmt eine Qualitätserde mit mindestens 3 verschiedenen Torfersatzstoffen. Heb den Ballen mit einem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. heraus und fass den Sämling dabei am Blatt, nicht am Stiel. Setz ihn so tief ein, wie er vorher stand, und gieß ihn an.
Düngen
Solange der Sämling in Aussaaterde steht, dünge ich nicht. Ziehst du ihn in vorgedüngte Erde um, rechnest du die enthaltene GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. mit ein, bevor du nachdüngst. Danach bekommt die junge Strelitzie während des Wachstums einen ausgewogenen Flüssigdünger. Dosiere ihn nach der Packungsanweisung und gib die Lösung nur auf feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen.
Blätter im Blick behalten
Ich sehe mir beim Anheben der Töpfe auch die Blattunterseiten an, weil SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. an Zimmerpflanzen das ganze Jahr über auftreten können. Gelbe Blätter mit Blattfall können auf NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub. hindeuten, ebenso aber auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten.. Prüf deshalb zuerst Standort und Gießen, bevor du mehr düngst. Woran du typische Pflegefehler bei älteren Strelitzien erkennst und wie du sie korrigierst, steht im Ratgeber zu häufigen Fehlern bei der Strelitzien-Pflege.
Wann blüht eine selbst gezogene Strelitzie?
Bei aus Samen gezogenen Strelitzien vergehen bis zur ersten Blüte ungefähr 4 bis 7 Jahre. Eine Blühgarantie ist das nicht. Ich notiere in dieser Zeit jedes neue Blatt mit Datum, so sehe ich das Wachstum auch dann, wenn noch keine Blüte kommt. Wovon die Blüte abhängt und warum sie ausbleiben kann, erklärt der Ratgeber dazu, wann Strelitzien blühen und was die Blüte beeinflusst.
Wie geht es mit der jungen Strelitzie weiter?
Aus dem Sämling wird über die Jahre eine Kübelpflanze, die hell bei etwa 10 bis 20 °C überwintert. Im Sommer darf sie an einen geschützten, sonnigen Platz ins Freie; worauf du dabei achtest, zeigt der Ratgeber zu Strelitzien im Garten von der Standortwahl bis zum Windschutz. Welche Lebensphasen bis zur ersten Blüte folgen und was die Pflanze in jeder davon braucht, beschreibt der Weg der Strelitzie vom Sämling bis zur ersten Blüte.
Wenn du nach den Strelitzien eine Exoten-Aussaat mit kürzerer Keimdauer ausprobieren möchtest, lies, wie du Passionsblumen aus Samen ziehst.


