Blumenrohr länger blühen lassen: verblühte Canna-Blüten abschneiden, düngen, vortreiben
- Verblühte Blütenstände regelmäßig abschneiden: Das fördert beim Blumenrohr weitere Blüten im Sommer.
- Blütezeit von Juli bis November; im Freien endet sie mit dem ersten Frost, weil die Pflanze nicht winterhart ist.
- Starkzehrer: düngen, sobald die Wurzeln beim Antreiben gut entwickelt sind, im Kübel den ganzen Sommer regelmäßig.
- Feucht halten und morgens direkt in den Wurzelbereich gießen; frisch eingetopfte Rhizome bis zum Austrieb zurückhaltend.
- Rhizome im Februar oder März hell bei etwa 18 °C vortreiben, nach Ende der Frostgefahr ab Mitte Mai ins Freie.
- Winterlager bei etwa 8 bis 15 °C, der Erdballen darf nicht vollständig austrocknen.

Die Frage, ob du verblühte Canna-Blüten abschneiden sollst, beantworte ich gleich vorweg: ja. Regelmäßiges Zurückschneiden verblühter BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. fördert beim Blumenrohr weitere Blüten während des Sommers. Damit die Pflanze diese Blüten auch bilden kann, braucht der StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. genug Nährstoffe, feuchten Boden und einen frühen Start aus dem Winterquartier. Ich zeige dir, wie Schere, Dünger, Gießkanne und Vortreiben über das Jahr zusammenspielen.
Blumenrohr, botanisch Canna, wächst aus Rhizomen und ist nicht winterhart. Was die Pflanze ausmacht und wie du sie im Garten wirkungsvoll einsetzt, beschreibt der Ratgeber zum Blumenrohr als exotischem Blickfang im Garten.
Verblühte Canna-Blüten abschneiden: wann und wie
Sobald die Blüten eines Blütenstands welk sind, schneidest du ihn ab. Regelmäßiges Zurückschneiden verblühter Blütenstände fördert weitere Blüten während des Sommers. Ich mache das deshalb die ganze Blütezeit über, nicht nur bei den ersten verblühten Ständen.
AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. nennen Gärtnerinnen und Gärtner das Abschneiden verblühter Blüten oder ganzer Blütenstände. Beim Blumenrohr gehört es im Sommer zur Routine, weil es weitere Blüten fördert.
Wo du die Schere ansetzt
Schau dir vor dem Schnitt den Stängel unter dem welken Blütenstand an. Sitzt dort schon eine neue Knospe, schneidest du knapp oberhalb davon, damit sie unverletzt bleibt. Ist keine Knospe zu sehen, nimmst du den ganzen verblühten Blütenstand ab. Eine saubere, scharfe Schere hinterlässt glatte Schnittstellen und quetscht den Stängel nicht.
Wohin mit dem Schnittgut
In die Vase gehören die abgeschnittenen Stände nicht, denn Blumenrohr gilt nicht als Schnittblume. Gesunde Reste kannst du kompostieren, sie führen Humus und Nährstoffe in den Garten zurück. Teile, die nach StängelfäuleStängelfäule ist eine Pflanzenkrankheit, bei der der Stängel meist am Stängelgrund fault: Schwarze, eingesunkene Flecken umfassen ihn, die Leitungsbahnen werden unterbrochen, die Pflanze welkt plötzlich und stirbt ab. Bei Tomaten löst sie ein Pilz aus., einer Welkeerkrankung oder Virusbefall aussehen, kommen nicht auf den Gartenkompost. Krankheitserreger können dort überdauern, wenn die Rotte nicht heiß genug wird.
Ich habe die Schere beim morgendlichen Gießen dabei und nehme welke Blütenstände gleich mit ab. So muss ich das Ausputzen nicht eigens einplanen.
Wie lange blüht das Blumenrohr?
Die Blütezeit des Blumenrohrs reicht von Juli bis November. Im Freien siehst du davon nur den Teil bis zum ersten Frost: Blumenrohr ist nicht winterhart und muss vor dem ersten Frost oder spätestens unmittelbar danach ins Winterquartier. Ansetzen kannst du deshalb an zwei Stellen. Im Frühjahr verschafft dir das Vortreiben eine fertige Pflanze zum Auspflanztermin, im Sommer unterstützen Ausputzen, Düngen und Gießen die weitere Blüte.
Das Blumenrohr-Jahr auf einen Blick
Die Tabelle zeigt, wann welcher Handgriff ansteht. Die Abschnitte darunter erklären, worauf es dabei ankommt.
| Zeitpunkt | Handgriff |
|---|---|
| Februar bis März | Rhizome eintopfen und hell bei etwa 18 °C vortreiben; zu große Horste beim Umtopfen teilen |
| bis zum sichtbaren Austrieb | zurückhaltend gießen |
| sobald die Wurzeln gut entwickelt sind | mit dem Düngen beginnen |
| nach Ende der Frostgefahr, gewöhnlich ab Mitte Mai | ins Freie stellen oder auspflanzen |
| Juli bis November | verblühte Blütenstände abschneiden, gießen, im Kübel regelmäßig düngen |
| vor dem ersten Frost, spätestens unmittelbar danach | ins Winterquartier räumen |
| Winter | Rhizome bei etwa 8 bis 15 °C lagern, Erdballen nicht vollständig austrocknen lassen |
Sonne und warmer Boden
Blumenrohr braucht einen vollsonnigen Platz und feuchten Boden, aus dem überschüssiges Wasser abziehen kann. Ins Freie kommt es erst nach Ende der Frostgefahr, gewöhnlich ab Mitte Mai. Was Licht und Boden für Zwiebel- und Knollenpflanzen grundsätzlich leisten sollen, steht im Abschnitt Standort und Boden im Ratgeber zu Blumenzwiebeln und Knollen. Wie du das Beet vorbereitest und die Rhizome pflanzt, beschreibt der Ratgeber zum Blumenrohr als exotischem Blickfang.
Düngen: Was der Starkzehrer für viele Blüten braucht
Blumenrohr zählt zu den Starkzehrern. Den ersten Dünger bekommt es schon beim Antreiben, sobald sich die Wurzeln gut entwickelt haben. Ob es so weit ist, prüfe ich, indem ich den Ballen vorsichtig aus dem Topf gleiten lasse: Durchziehen Wurzeln die Erde, fange ich an.
Welche Nährstoffe für die Blüte zählen
Stickstoff unterstützt vor allem das Wachstum von Blättern und Trieben. PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. und Kalium fördern vorrangig das generative Wachstum, also Blüten und Früchte. Auf der Düngerpackung erkennst du am Nährstoffverhältnis, worauf ein Dünger setzt.
Im Beet: erst den Boden kennen
Im Beet bemisst du die Düngung anhand einer Bodenuntersuchung, für jeden Nährstoff getrennt. Hohe Vorräte im Boden senken den zusätzlichen Bedarf. Kompost oder anderen Dünger, den du schon gegeben hast, rechnest du dabei mit ein.
Für eine aussagekräftige Bodenprobe mischst du vor der Düngung 10 bis 15 Teilproben, verteilt über eine einheitlich genutzte Fläche, und schickst ungefähr 500 g davon zur Untersuchung. Für Kompost gilt im Gartenboden eine allgemeine Obergrenze von 2 bis 3 l je m² und Jahr, damit der Boden nicht mit Phosphat überversorgt wird.
Organisch oder mineralisch
Nährstoffe aus Mineraldüngern sind allgemein schneller pflanzenverfügbar als solche aus Kompost oder Mist. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit und stauender Nässe keine oder nur wenige Nährstoffe frei. Bodendünger gibst du möglichst auf feuchten Boden, damit er unmittelbar wirken kann. Für trockene Sommerwochen heißt das: erst gießen, dann düngen, sonst setzt gerade organischer Dünger im trockenen Boden kaum etwas frei. Ich prüfe deshalb vor jeder Düngergabe mit dem Finger, ob die Erde feucht ist.
Die Pflanze wächst schwach, und du gibst sofort mehr Dünger. Schwaches Wachstum kann aber auch auf Lichtmangel, vernässten Boden oder Wurzelfäule hindeuten und beweist allein keinen NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub.. Prüf zuerst Platz und Bodenfeuchte.
Gießen: feucht halten, ohne dass Wasser steht
Blumenrohr braucht feuchten Boden. Frisch eingetopfte Rhizome gießt du trotzdem zurückhaltend, bis der Austrieb sichtbar ist. Wächst die Pflanze, gießt du durchdringend, bevor auch der Untergrund vollständig austrocknet. Vorzugsweise gießt du morgens und direkt in den Wurzelbereich.
Wenig Regen, Wärme und Wind lassen den Boden schneller austrocknen. In solchen Wochen fühle ich öfter mit dem Finger nach, wie tief die Erde schon trocken ist. Eine standortgerechte Mulchdecke vermindert die Verdunstung aus dem Boden und dessen Aufheizung. Bei feuchtem Wetter fördert eine dicke Mulchauflage allerdings Schnecken. Die Grundlagen zu Wasser und Nährstoffen bei Zwiebel- und Knollenpflanzen findest du im Ratgeber zu Blumenzwiebeln und Knollen unter Gießen und Düngen.
Im Kübel
Im Kübel ist der Wurzelraum begrenzt, deshalb braucht Blumenrohr dort den ganzen Sommer regelmäßig Wasser und Dünger. Eine 1 bis 2 cm tief abgetrocknete obere Substratschicht ist ein Hinweis auf Gießbedarf. Wie du Topf, Erde und Stellplatz wählst, steht im Ratgeber zum Blumenrohr im Kübel auf Balkon und Terrasse.
Vortreiben: Rhizome im Februar oder März starten
Ich topfe meine Rhizome im Februar oder März in frische Kübelpflanzenerde und stelle sie hell auf. Zum Vortreiben brauchen sie etwa 18 °C. Bis der Austrieb sichtbar ist, gieße ich zurückhaltend, und sobald die Wurzeln gut entwickelt sind, beginne ich mit dem Düngen. Innerhalb von 10 bis 12 Wochen entwickelt sich aus dem Rhizom eine Pflanze. Ins Freie kommt sie erst nach Ende der Frostgefahr, gewöhnlich ab Mitte Mai. Ist ein Horst zu groß geworden, teile ich ihn beim Umtopfen im Frühjahr.
Der Vorteil zeigt sich beim Auspflanzen. Bei frisch gepflanzten, nicht vorgetriebenen Rhizomen kann sich der Austrieb stark verzögern, wenn die Bodentemperatur unter 15 °C sinkt. Eine vorgetriebene Pflanze hat ihren Austrieb dagegen schon im Haus hinter sich und ist dafür nicht mehr auf warmen Beetboden angewiesen.
Wann bei deinen anderen Zwiebel- und Knollenpflanzen was ansteht, hast du mit dem druckbaren Kalender für Blumenzwiebeln im Blick.
Sortenwahl: zuerst Höhe und Platz
Je nach Sorte wird Blumenrohr zwischen 40 und 200 cm hoch. Kleine Sorten wie ‘Königin Charlotte’ und ‘Orchid’ wachsen auch in Kübeln ab etwa 30 cm Durchmesser. Im Beet plane ich die hohen Sorten so ein, dass sie niedrigere Nachbarn nicht verdecken. Wie viel Platz du dafür brauchst, kannst du mit dem Beetplaner für deine Beetfläche durchspielen.
Für die Blütezeit führe ich zu jeder Sorte eine Notiz: wann ich sie eingetopft habe und wann sie die erste Blüte zeigt. Mit diesen Notizen plane ich das nächste Frühjahr.
Welche Stauden, Gräser und Farben zum Blumenrohr passen, zeigt der Ratgeber zum Blumenrohr im Staudenbeet.
Blattläuse und kranke Teile im Blick behalten
Beim Ausputzen schaue ich auch unter die Blätter. Bei schwachem Blattlausbefall an Zierpflanzen genügt häufig das Abspritzen mit Wasser. Prüf vorher, ob Marienkäfer, Florfliegen oder SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. schon da sind, denn vorhandene NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. können einen Eingriff überflüssig machen. Was nach Fäule oder einer Welkeerkrankung aussieht, schneidest du heraus und entsorgst es nicht auf dem Kompost.
Überwintern: die Rhizome für die nächste Saison
Blumenrohr ist nicht winterhart. Je nach Frostempfindlichkeit kommen solche Sommerknollen vor dem ersten Frost oder spätestens unmittelbar danach ins Winterquartier. Ruhende Rhizome lagern bei etwa 8 bis 15 °C. Der anhaftende Erdballen darf dabei nicht vollständig austrocknen. Ich lasse deshalb beim Ausgraben die Erde am Rhizom und kontrolliere im Winter immer wieder, ob der Ballen eintrocknet.
Im Kübel kann Blumenrohr auch im Gefäß frostfrei überwintern. Spätestens nach zwei Jahren kommt es dann in frische Erde. Wie du die Rhizome im Herbst aus dem Beet holst, beschreibt der Ratgeber zum Blumenrohr als exotischem Blickfang.

