Blumen · Sommerblumen & Einjährige · Wissen

Orientalischer Waldmeister: Blütezeit verlängern und klug kombinieren

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Blütezeit von Juni bis September, die Pflanze ist einjährig und nicht winterhart.
  • Ein Rückschnitt bei beginnender Samenbildung kann eine Nachblüte fördern.
  • Lass einige Blütenstände ausreifen, damit sich die verwilderungsfähige Art selbst aussäen kann.
  • Pflanzabstand 25 cm, Reihenabstand 25 cm, gesetzt als Gruppe am Beetrand.
  • Mit 20 bis 30 cm Höhe gehört er vor Rosen, Sträucher und ausdauernde Stauden.
  • Wähle Partner mit ähnlichem Feuchtebedarf, ein trockener Steingarten passt nicht.
Nahaufnahme des Orientalischen Waldmeisters (Asperula orientalis) mit seinen charakteristischen hellblauen Blütenständen.
Foto: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz · CC BY-SA 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Der Orientalische Waldmeister blüht von Juni bis September. Ob die Gruppe in dieser Zeit durchgehend Blüten zeigt, entscheidest du an zwei Stellen: beim Rückschnitt und bei der Wahl der Nachbarn. Ich plane ihn deshalb als Gruppe am Beetrand, nie als Einzelpflanze. Schon vor der Aussaat lege ich fest, wer im Herbst nach ihm übernimmt.

Kurz erklärt

Orientalischer Waldmeister und Blauer Waldmeister sind zwei Namen für dieselbe Art, botanisch Asperula orientalis. Die Art wächst einjährig, ist nicht winterhart und bleibt mit 20 bis 30 cm niedrig.

Wann blüht der Orientalische Waldmeister?

Seine Blütezeit reicht von Juni bis September. Gesät wird von April bis Mai. Weil die Art einjährig und nicht winterhart ist, übersteht die Pflanze den Winter nicht. Zugleich gilt die Art als verwilderungsfähig. Jede neue Blütezeit beginnt deshalb mit einer neuen Generation: aus deiner eigenen Aussaat oder aus Samen, die die Pflanzen im Vorjahr selbst verstreut haben.

Die Eckdaten für deine Planung:

Merkmal Wert
Blütezeit Juni bis September
Aussaatzeit April bis Mai
Kulturdauer 56–70 Tage
Wuchshöhe 20–30 cm
Wuchsbreite 25 cm
Lebensdauer einjährig, nicht winterhart
Licht Sonne bis Halbschatten
Schnittblume nein

Für die Vase ist der Orientalische Waldmeister nicht gedacht, er zählt nicht zu den Schnittblumen. Plane ihn deshalb als Pflanze, die am Platz wirkt: im Beet, am Weg oder im Gefäß. Damit du das Aussaatfenster im Frühjahr nicht verpasst, hilft dir der Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist geeignet.

Bodenart

Geeignet ist nährstoffreicher, feuchter und gut durchlässiger Boden.

Bodenreaktion

Keine besonderen Ansprüche an den pH-Wert.

Substrat

Das Substrat sollte nährstoffreich, feucht und gut durchlässig sein; Wasser darf sich nicht stauen.

Anbauort

Die angebotene Sorte „Orientalischer Waldmeister“ lässt sich im Kübel und im Topf ziehen.

Pflege

Pflege

Feucht halten, aber nicht vernässen. Rückschnitt bei beginnender Samenbildung kann eine Nachblüte fördern.

Düngung

Vor der Kultur Kompost einarbeiten.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Gefäße und größere Gruppen am Beetrand, auch im lichten Schatten.

Aussaatkalender Blauer Waldmeister
GartenkalenderAussaat: April, Mai; Blüte: Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberAussaatBlüte

Wie verlängerst du die Blüte?

Beim Orientalischen Waldmeister kann ein Rückschnitt bei beginnender Samenbildung eine Nachblüte fördern. Schau dir die Gruppe dafür genau an, sobald die ersten Blüten verwelkt sind. Wo sich Samen ansetzen, schneidest du die Triebe mit den verblühten Ständen zurück. Danach beobachtest du, ob neue Knospen erscheinen.

Dahinter steht ein Prinzip, das für viele Sommerblumen gilt. Wer Verwelktes vor dem Samenansatz entfernt, kann die Samenbildung begrenzen und weitere Blüten fördern.

Mythos-Check

Ein phosphatbetonter Blühdünger verlängert die Blüte. Als pauschale Strategie zur Blütenförderung ist das fachlich nicht sinnvoll. Ob dein Beet überhaupt Nährstoffe braucht, zeigt dir eine Bodenuntersuchung.

Während der Blüte hältst du den Boden feucht, ohne ihn zu vernässen. Was in längeren Trockenphasen zu tun ist, erklärt der Ratgeber, wie du den Orientalischen Waldmeister in Trockenperioden unterstützt.

Nachblüte und Selbstaussaat zusammen planen

Ein Rückschnitt bei beginnender Samenbildung kann die Nachblüte fördern. Er nimmt aber genau die Samen weg, mit denen sich die verwilderungsfähige Art im nächsten Jahr selbst aussät. Wer beides will, teilt die Gruppe. Ich schneide den größeren Teil zurück und lasse an einer Ecke einige Blütenstände bis zur Samenreife stehen.

Häufiger Fehler

Die ganze Gruppe auf einmal zurückschneiden. Dann reifen keine Samen, und die einjährige Art kann sich nicht selbst wieder aussäen.

Marias Erfahrung

Die Triebe, die für die Samen stehen bleiben, markiere ich mit einem Stab, bevor ich die Schere ansetze.

Wie erntest du Samen für die nächste Saison?

Für eigene Samen lässt du ausgewählte Blütenstände bis zur Samenreife stehen. Dunkle, trockene Körner zeigen häufig an, dass die Samen reif sind. Geerntet wird bei trockenem Wetter.

Danach trocknest du die Samen auf Papier nach und trennst sie von Pflanzenresten. Beschrifte die Tüte mit Name und Erntejahr. Gelagert wird kühl, dunkel und trocken.

Für die Art wird eine Keimfähigkeit von 2 Jahren angegeben. Das ist eine allgemeine Artangabe, für die weder Lagerbedingungen festgelegt noch eine Keimquote zugesichert ist. Bist du bei älteren Samen unsicher, machst du vor der Aussaat eine Probeaussaat mit genau abgezählten Körnern. Ich säe die älteren Tüten immer zuerst aus.

Welcher Pflanzabstand passt, und wie gruppierst du ihn?

Der Orientalische Waldmeister ist für Gefäße und für größere Gruppen am Beetrand gedacht, auch im lichten Schatten.

Zahl im Blick

In der Reihe setzt du die Pflanzen 25 cm auseinander, zwischen den Reihen bleiben ebenfalls 25 cm. Gepflanzt wird als flächige Gruppe am Beetrand.

Die Wuchsbreite liegt ebenfalls bei 25 cm, also genau beim Pflanzabstand. Ausgewachsen berühren sich die Nachbarn damit gerade, und die Gruppe schließt sich zur Fläche, ohne dass die Pflanzen sich gegenseitig überwachsen. Rücke die Pflanzen deshalb nicht enger zusammen. Genügend Abstand lässt Luft durch den Bestand, die Blätter trocknen schneller ab, und das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten sinkt.

Ich zeichne die Gruppen vor der Aussaat im Beetplaner ein und trage dabei gleich ein, wo die Herbstblüher stehen.

Mini-Checkliste

Platz am Beetrand in Sonne bis Halbschatten gewählt? Abstände in der Reihe und zwischen den Reihen abgesteckt? Eine Ecke für die Samenreife eingeplant? Einen Nachfolger für die Zeit nach September bestimmt?

Mit welchen Pflanzen kombinierst du den Orientalischen Waldmeister?

Bei der Partnerwahl helfen drei Fragen. Wie hoch wird der Nachbar? Braucht er ähnlich viel Feuchte? Und wann blüht er?

Vorn vor Rosen, Sträuchern und Stauden

Der Orientalische Waldmeister eignet sich als Begleitpflanze zu Rosen, Sträuchern und ausdauernden Stauden. Im Staudenbeet stehen hohe Leitstauden eher hinten, kleinere Begleitpflanzen ergänzen sie davor. Mit 20 bis 30 cm Höhe gehört er also in die vordere Reihe. Den lichten Schatten am Rand von Sträuchern verträgt er ebenfalls.

Sommerblumen eignen sich außerdem als Lückenfüller im Staudenbeet und als Folgebepflanzung nach frühblühenden Zwiebelgewächsen. Ich säe ihn in die Lücken, die frühe Zwiebelblumen hinterlassen.

Partner mit ähnlichem Wasserbedarf

Der Orientalische Waldmeister braucht nährstoffreichen, feuchten und gut durchlässigen Boden. Gute Nachbarn stellen ähnliche Ansprüche. Glattblatt-Astern etwa benötigen gleichmäßig feuchten Boden und vertragen Trockenheit nur kurzfristig. Raublatt-Astern brauchen sonnige Plätze mit frischem bis feuchtem Boden. Auf zu nährstoffreichem Boden können sie allerdings an Standfestigkeit verlieren. Den Kompost, den du vor der Kultur für den Waldmeister einarbeitest, gibst du deshalb nur in seinen Streifen.

Für einen Steingarten wird lehmiger Boden dagegen mit Sand, Kies und Splitt abgemagert und durchlässiger gemacht. Dort fehlen dem Waldmeister Feuchte und Nährstoffe, auch wenn er mit seiner geringen Höhe optisch passen würde. Ebenso wenig passt er zu Pflanzungen für trockene Plätze, etwa Bergastern mit Salbei und Lavendel. Wie du Astern pflanzt, schneidest und durch den Winter bringst, steht im Astern-Ratgeber.

Wer übernimmt nach September?

Für ein durchgehendes Blütenangebot kombinierst du Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten über die Saison. Insekten brauchen ungefüllt blühende Pflanzen vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätherbst. Der Orientalische Waldmeister deckt davon den Sommer ab.

Raublatt- und Glattblatt-Astern blühen bis zum ersten Frost. Honigbienen, Wildbienen, Schwebfliegen und Tagfalter besuchen sie. Die Kissenaster ‘Rosenwichtel’ wird so hoch wie der Waldmeister und blüht lilarosa von Ende September bis Ende Oktober. In der vorderen Reihe übernimmt sie also genau dort, wo seine Blütezeit endet.

Pflanze Wuchshöhe Blüte Platz im Beet
Orientalischer Waldmeister 20–30 cm Juni bis September vorn
Kissenaster ‘Rosenwichtel’ 20–30 cm Ende September bis Ende Oktober vorn
Raublatt-Astern 60–150 cm je nach Sorte bis zum ersten Frost Mitte bis hinten

Säst du Astern selbst, lies nach, wie der Aussaattermin die Blüte von Sommer- und Herbstastern steuert.

Duft am Weg und am Sitzplatz

Der Orientalische Waldmeister zählt zu den duftenden Arten. Ich säe ihn deshalb an den Weg zur Terrasse, an dem ich ohnehin vorbeigehe. Als Partner mit gleicher Blütezeit passt die Levkoje, die von Juni bis September blüht und wie er sonnige bis halbschattige Plätze und feuchten Boden mag. Ihre Blüten duften nelkenartig, die Mischung ‘Duftbouquet’ besonders in den Abendstunden.

Levkojen werden als Schnittblumen genutzt, der Waldmeister nicht. Für die Vase schneidest du also die Levkojen und lässt den Waldmeister als duftende Vorpflanzung stehen.

Im Kübel und Balkonkasten

Der Orientalische Waldmeister ist topfgeeignet. Im Gefäß braucht er ein nährstoffreiches, feuchtes und gut durchlässiges Substrat, in dem keine Nässe stehen bleibt. Kasten und Kübel brauchen deshalb Wasserabzugslöcher. Vor dem Gießen prüfst du die Feuchte mit dem Finger.

Tipp

Nimm lieber das größere Gefäß. Mehr Substrat speichert mehr Wasser, und das kommt einer Art entgegen, die gleichmäßig feucht stehen will.

Für einen halbschattigen Kasten passt das Fleißige Lieschen, das halbschattige bis schattige Plätze und feuchten Boden braucht und von Mai bis Oktober blüht. Die Hainblume bleibt mit 10 bis 20 cm niedriger und blüht wie der Waldmeister von Juni bis September. Deshalb setzt du sie an den vorderen Rand.

In geprüften gemischten Balkonpflanzungen wurden schwache Partner im Sommer teils verdrängt, Petunien wurden dabei häufig dominanter. Kombinierst du den Waldmeister mit wüchsigen Partnern, schau im Hochsommer nach, ob er noch genug Platz hat.

Standort und Aussaat in Kürze

Der Orientalische Waldmeister wächst in Sonne bis Halbschatten auf nährstoffreichem, feuchtem und gut durchlässigem Boden. An den pH-Wert stellt er keine besonderen Ansprüche, vor der Kultur arbeitest du Kompost ein. Gesät wird von April bis Mai; Lage, Boden, Aussaat und laufende Pflege beschreibt der Ratgeber, welchen Standort und welche Pflege der Orientalische Waldmeister braucht.

Herkunft und Lebensdauer in Kürze

Botanisch ist Asperula orientalis eine einjährige Art der gemäßigten Klimazone, winterhart ist sie nicht. Wie sich Sommerblumen in Lebensdauer und Herkunft unterscheiden, zeigt das Kurzporträt der Sommerblumen mit Lebensdauer und Herkunft.

Passendes Saatgutaus dem samen.de Shop
Sperli Orientalischer Waldmeister
Sperli Orientalischer Waldmeister
Zum Shop

Häufige Fragen

Was ist der Orientalische Waldmeister und was zeichnet ihn aus?
Der Orientalische Waldmeister, auch Blauer Waldmeister genannt, heißt botanisch Asperula orientalis. Er wächst einjährig, ist nicht winterhart und wird 20 bis 30 cm hoch. Die Pflanze duftet und blüht von Juni bis September. Er gedeiht in Sonne bis Halbschatten und eignet sich für Gefäße und für Gruppen am Beetrand.
Wie lange blüht Asperula orientalis und wann ist die Blütezeit?
Asperula orientalis blüht von Juni bis September. Beginnt die Samenbildung, kann ein Rückschnitt eine Nachblüte fördern. Lässt du zusätzlich einige Blütenstände ausreifen, bekommst du Samen, mit denen sich die verwilderungsfähige Art selbst aussäen kann. Während der Blüte hältst du den Boden feucht, ohne ihn zu vernässen.
Sät sich der Orientalische Waldmeister selbst aus?
Ja, die Art gilt als verwilderungsfähig und kann sich über ihre Samen im Garten ausbreiten. Die Pflanze selbst ist einjährig und nicht winterhart, sie übersteht den Winter also nicht. Damit Samen reifen, lässt du nach dem Verblühen einige Blütenstände stehen, statt alles zurückzuschneiden. Wer sichergehen will, erntet bei trockenem Wetter zusätzlich eigene Samen und lagert sie kühl, dunkel und trocken.
Ist der Orientalische Waldmeister insektenfreundlich?
Der Orientalische Waldmeister gilt als nützlingsfreundlich und bietet Insekten Nektar beziehungsweise Pollen; das ist eine allgemeine Herstellerangabe ohne Messwerte. Seine Blüten werden durch Insekten fremdbefruchtet. Für ein durchgehendes Angebot kombinierst du ihn mit Pflanzen, die vor und nach ihm blühen, etwa mit Raublatt- und Glattblatt-Astern, die bis zum ersten Frost blühen.
Wie wird der Orientalische Waldmeister richtig im Balkonkasten kultiviert?
Der Orientalische Waldmeister ist topfgeeignet und braucht im Kasten ein nährstoffreiches, feuchtes und gut durchlässiges Substrat. Der Kasten muss Wasserabzugslöcher haben, damit keine Nässe stehen bleibt. Ein größeres Erdvolumen speichert mehr Wasser und hilft, das Substrat gleichmäßig feucht zu halten. Vor dem Gießen prüfst du die Feuchte mit dem Finger.
Zuletzt geprüft:
↑