Geranien richtig schneiden: wann, wo und wie tief für üppige Blüten
- Verblühte Blütenstände am Stielgrund abbrechen, nicht nur die Dolde abknipsen.
- Vor dem Umzug ins Winterquartier auf 4 bis 5 Austriebsstellen zurückschneiden.
- Nach der Überwinterung an Schnüren die Haupttriebe beim Eintopfen auf 15 bis 20 cm kürzen.
- Dünne Triebe aus zu warmer Überwinterung entfernen.
- Stecklinge aus gesunden, blütenfreien Trieben mit 3 bis 4 Blattpaaren schneiden.

Wer Geranien nach dem Winter mit ihren alten, langen Trieben wieder eintopft, bekommt eine Pflanze, die in der Mitte kahl bleibt. Ein kräftiger RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. fördert dagegen buschiges Wachstum, und im Sommer verbessert regelmäßiges AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. das Nachblühen. Ich schneide meine Geranien zweimal im Jahr kräftig: bevor sie ins Winterquartier ziehen und wenn sie im Frühjahr neu starten. Dazwischen putze ich aus, sobald BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. welken.
Was im Balkonkasten als Geranie blüht, gehört botanisch zur Gattung Pelargonium. Die Gattung Geranium umfasst dagegen die Storchschnäbel, also andere Pflanzen. Achte bei Schnittanleitungen deshalb darauf, ob von Pelargonien die Rede ist.
Wann schneidest du Geranien?
Geranien schneidest du zu bestimmten Anlässen im Gartenjahr, nicht nach einem starren Kalender. Die Übersicht zeigt sie in der Reihenfolge, in der sie anfallen.
| Anlass | Was du schneidest | Wie weit du gehst |
|---|---|---|
| Blütezeit im Sommer | verblühte Blütenstände | regelmäßig am Stielgrund abbrechen |
| Viele gelbe oder vom Wind zerrupfte Blätter | die betroffene Pflanze | zurückschneiden, die meisten Balkonpflanzen treiben wieder aus |
| Vor dem Umzug ins Winterquartier | die ganze Pflanze | auf 4 bis 5 Austriebsstellen |
| Im Winterquartier | neue dünne Triebe aus zu warmem Stand | ganz entfernen |
| Mitte März nach Überwinterung an Schnüren | Haupttriebe beim Eintopfen | auf 15 bis 20 cm |
| Frühjahr nach zu warmer, lichtarmer Überwinterung | die Pflanze | nochmals zurückschneiden |
| Jungpflanze aus Samen, etwa ‘Madeira’ F1 | Triebspitze | nach dem 6. Blattpaar entspitzenEntspitzen heißt, die weiche Triebspitze einer Pflanze mit den Fingern abzuzwicken oder mit der Schere zu kürzen. Die Pflanze treibt darunter meist mehrfach aus, verzweigt sich und wächst buschiger. |
Nach dem Frühjahrsschnitt entscheidet die Temperatur mit, wann die ersten Knospen kommen. Bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C legen Pelargonien keine neuen Blüten an. Eine frisch geschnittene Geranie, die danach so kühl steht, setzt in dieser Zeit also keine neuen Blüten an. Plane deshalb beim Schneiden gleich mit, wo die Pflanze danach stehen wird.
Wo setzt du die Schere an?
Am Trieb einer Geranie siehst du in Abständen Verdickungen. Das sind die Austriebsstellen, aus denen neue Triebe wachsen. Vor dem Winterquartier schneidest du die Geranie auf 4 bis 5 dieser Austriebsstellen zurück. Ich gehe dabei Trieb für Trieb vor, zähle die Verdickungen von unten ab und setze die Schere knapp oberhalb der letzten an, die stehen bleiben soll. Übrig bleiben kurze Triebstücke, an denen du die verbliebenen Verdickungen gut erkennst.
Im Frühjahr zählt dagegen die Länge. Nach einer Überwinterung an Schnüren kürzt du die Haupttriebe beim Eintopfen auf 15 bis 20 cm. Beim Ausputzen im Sommer brauchst du gar keine Schere, denn den welken Blütenstand brichst du mit den Fingern am Stielgrund ab.
Arbeite mit einer sauberen Schere und reinige sie samt Handschuhen nach kranken Pflanzen, bevor du an gesunde gehst. Über den Stecklingsschnitt wird zum Beispiel die bakterielle Schirmchenkrankheit der Pelargonien übertragen. Wie du Krankheiten an Geranien erkennst und behandelst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Wie putzt du Geranien im Sommer richtig aus?
Während der Blütezeit besteht der Schnitt vor allem aus Ausputzen. Folge dem welken Blütenstand mit den Fingern bis zum Grund seines Stiels und brich ihn dort ab. Knipst du nur die Dolde ab, bleibt der Blütenstiel stehen und wird zum Befallsherd. Regelmäßig ausgeputzt, blühen Pelargonien außerdem besser nach.
Vom Wind geknickte Blätter und Blütenstiele können bei Balkonpflanzen ebenfalls zu Befallsstellen für GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. werden. Stehengebliebene Stielreste und geknickte Stiele sind damit beides mögliche Befallsstellen. Nach einem stürmischen Tag lohnt deshalb ein Ausputzgang, bei dem du geknickte Stiele gleich mit am Grund entfernst.
Warum das Entfernen welker Blüten bei vielen Sommerblumen weitere Blüten fördert, erklärt der Überblick, wie du Sommerblumen pflegst und ausputzt. Stehen Petunien oder Verbenen mit im Kasten, putzt du sie im selben Gang aus, denn auch bei ihnen hält regelmäßiges Auszupfen die Blüte in Gang. Wie du Verbenen schneidest und kompakt hältst, steht im Ratgeber zu dieser Art.
Ich putze meine Geranien aus, wenn ich morgens mit der Gießkanne am Kasten stehe. Dabei fasse ich jeden welken Stiel an seinem Ansatz und schaue nach, ob der Wind irgendwo einen Blütenstiel geknickt hat.
Nach Sturmschaden zurückschneiden
Sind viele Blätter gelb oder vom Wind zerrupft, kannst du Balkonpflanzen auch mitten in der Saison zurückschneiden. Die meisten treiben danach wieder aus und bringen einen neuen Blütenflor.
Was ist bei Hängegeranien anders?
Zu den klassischen Balkongeranien gehören aufrecht wachsende Formen von Pelargonium x hortorum und hängende Formen von Pelargonium peltatum. Der deutlichste Unterschied zwischen ihnen zeigt sich beim Ausputzen. Einfach blühende Hängepelargonien sind relativ pflegeleicht, weil sie sich selbst putzen: Der Wind verstreut ihre verblühten Blütenblätter. Bei gefüllt blühenden Hängepelargonien musst du die verblühten Blütenstände dagegen durchputzen.
Gefüllt blühende Geranien reagieren zudem empfindlicher auf Regen als einfach blühende, weil Wasser länger in ihren Blüten bleibt. Bei gefüllten Hängesorten kommen also beide Punkte zusammen, und nach Regentagen lohnt dort der genaueste Blick.
Bei Duftpelargonien steht die Blüte weniger im Vordergrund. Viele von ihnen blühen schwächer als Zonalpelargonien und setzen ihre Akzente durch Laub und Duft.
Wie schneidest du Geranien vor dem Winterquartier zurück?
Geranien brauchen schon bei Temperaturen unter 10 °C Schutz. Spätestens dann ziehen sie ins Winterquartier, und unmittelbar davor kommt der große Rückschnitt. Schneide die Geranie auf 4 bis 5 Austriebsstellen zurück und entferne dabei abgestorbene Pflanzenteile. Bei Kübelpflanzen allgemein macht der Rückschnitt vor dem Einräumen die Pflanzen kompakter, und blühende Arten blühen danach meist besser.
Bevor die Geranien einziehen, kontrollierst du Blätter und Triebe auf Schädlinge. Befallene Exemplare stellst du im Winterquartier getrennt von den übrigen auf.
Vor dem Einräumen
- Geranie auf 4 bis 5 Austriebsstellen zurückschneiden
- abgestorbene Pflanzenteile entfernen
- Blätter und Triebe auf Schädlinge kontrollieren
- befallene Pflanzen getrennt aufstellen
- Schere nach kranken Pflanzen reinigen
Kühl und hell überwintern
Geranien überwinterst du kühl und hell. Für Kübelpflanzen allgemein gilt im Winterquartier ein heller, luftiger Platz mit 5 bis 10 °C als optimal. Gieße nur wenig, ohne die Erde vollständig austrocknen zu lassen. Ein brauchbares Zeichen ist der Topfrand: Gegossen wird, wenn sich die Erde von ihm löst. Gieße an dunklen Wintertagen früh genug, damit die Pflanzen bis zur Nacht abtrocknen, sonst wird Grauschimmel gefördert. Dünger bekommen Geranien im Quartier nicht. Die zweite Möglichkeit ist die Überwinterung ohne Erde, an Schnüren aufgehängt im Keller.
Bilden sich im Quartier wegen zu hoher Temperaturen neue dünne Triebe, entfernst du sie. Hellere Triebspitzen können dagegen bei einigen Pelargoniensorten eine Kältechlorose unter 8 °C sein, die bei höheren Temperaturen wieder verschwinden kann. Für sich allein sind helle Spitzen deshalb kein Grund, zur Schere zu greifen.
Die Geranien stehen im Winter zu warm und bekommen zu wenig Licht. Dann bilden sich dünne neue Triebe, die du entfernen musst, und im Frühjahr ist ein zweiter Rückschnitt fällig.
Wie schneidest du Geranien im Frühjahr?
Wie viel du im Frühjahr schneidest, hängt vom Winter ab. Nach einem zu warmen, lichtarmen Winter kürzt du die Pflanze ein zweites Mal ein. Hast du an Schnüren im Keller überwintert, topfst du die Geranien Mitte März in gute, neue Beet- und Balkonerde. Dabei kürzt du die Haupttriebe auf 15 bis 20 cm, was buschiges Wachstum fördert.
„Lieber wenig wegschneiden, dann bleibt mehr Pflanze für die Blüte.“ Beim Eintopfen im Frühjahr trifft eher das Gegenteil zu. Bleiben alte, zu lange Triebe stehen, verkahlt die Geranie in der Mitte. Der Rückschnitt der Haupttriebe fördert dagegen buschiges Wachstum.
Der richtige Platz nach dem Schnitt
Aus dem Winterquartier kommende Kübelpflanzen stellst du zunächst halbschattig, windgeschützt und warm auf. Der halbschattige Platz dient dabei der Gewöhnung an die Außensonne. Drohen Spätfröste, brauchen Kästen und Kübel, die vor Mitte Mai bepflanzt wurden, Schutz. Achte auch auf genug Licht, denn Lichtmangel kann bei Pelargonien die Blütenknospen absterben lassen.
Als StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. brauchen Geranien nach dem Einwurzeln und mit beginnendem Wachstum wieder Nährstoffe, kranke oder geschwächte Pflanzen aber erst nach ihrer Erholung. Welche Dünger und Methoden dafür passen, zeigt der Ratgeber, wie du Geranien für prachtvolle Blüten düngst. Wann im Jahr der Dünger wieder dran ist, klärt ein eigener Beitrag.
Wann entspitzt du junge Geranien?
Ziehst du Geranien aus Samen, formst du sie früh durch Entspitzen. Bei der Sorte ‘Madeira’ F1 aus Pelargonium zonale wird die Jungpflanze nach dem 6. Blattpaar entspitzt. Wie bei vielen blühenden Kübelpflanzen fördert das die Verzweigung, verzögert aber zunächst die Blüte.
Geranien der Sorte Horizon F1 werden von Dezember bis Februar in Gefäßen vorgezogen. Termine für weitere Sommerblumen findest du im druckbaren Aussaatkalender für Sommerblumen.
Wie ziehst du Stecklinge aus dem Schnittgut?
Beim Schneiden fallen Triebe an, aus denen du neue Geranien ziehen kannst. Über StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. bleiben die Eigenschaften der Mutterpflanze erhalten. Kopfstecklinge schneidest du im Herbst ab August bis zum Abräumen der Sommerbepflanzung. Im Frühjahr ist Januar bis März ideal, wenn du für die Mutterpflanzen einen Wintergarten oder ein Kleingewächshaus hast.
Wähle von gesunden, kräftigen Mutterpflanzen feste, noch unverholzte Triebe mit 3 bis 4 Blattpaaren. Vorhandene Blütenansätze entfernst du. Der Stiel muss so lang sein, dass du ihn gut in die Erde stecken kannst, ohne dass Blätter die Erde berühren. Solche Blätter faulen sehr schnell.
Stecke die Stecklinge in Aussaaterde, gieße sie an und stelle sie hell, aber vor greller Sonne geschützt auf. Deckst du sie ab, kontrollierst du sie täglich und lüftest kurz, damit hohe Luftfeuchte und Schwitzwasser keine Pilzerkrankungen begünstigen. Bei Sommerstecklingen bilden sich nach etwa 2 bis 3 Wochen erste Wurzeln. Sobald neue kleine Blättchen erscheinen, ist der Steckling eingewurzelt.
Ich schneide meine Stecklinge im Herbst gleich beim Rückschnitt vor dem Einräumen und lege die kräftigsten Triebe dafür beiseite. Von Pflanzen mit Schirmchenkrankheit schneidest du keine Stecklinge, denn erkrankte Pflanzen dürfen nicht weiter vermehrt werden.




