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Geranien düngen: Flüssig- oder Langzeitdünger für üppige Blüten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Balkon-Geranien sind Pelargonien, Hänge- und Zonalpelargonien gelten als Starkzehrer.
  • Ohne Langzeitdünger bekommen eingewurzelte Geranien bei beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger.
  • Mineralischen Langzeitdünger mischst du beim Bepflanzen unter das Substrat, bei umhüllten Depotdüngern bremst die Hülle die Abgabe.
  • Dünger nach der Dosierungsanweisung des Produkts abmessen und nur auf feuchte Erde geben.
  • Im Kübel mit frischer, ausreichend vorgedüngter Blumenerde zunächst 4 bis 6 Wochen ohne Zusatzdünger auskommen.
  • Kühl, frostfrei und mit etwas Licht überwinterte Geranien brauchen keinen Dünger.

Geranien im Balkonkasten leben von dem, was in ihrer Erde steckt, und dieser Vorrat ist begrenzt. Ich lege deshalb schon beim Bepflanzen fest, wie meine Geranien ihren Dünger bekommen: als Langzeitdünger im Substrat oder als flüssige Gabe mit dem Gießwasser. Beide Wege sind möglich. Entscheidend ist, dass du ihre Regeln kennst und dabei auf die Blätter schaust.

Was im Handel als Balkon-Geranie steht, gehört botanisch zur Gattung Pelargonium. Die echten Geranien der Gattung Geranium sind Storchschnäbel, und für sie gilt das Folgende nicht automatisch. Wie sich Geranien unter den Sommerblumen einordnen, beschreibt das Kurzporträt der Sommerblumen.

Warum brauchen Geranien im Kasten Nachschub?

Hänge- und Zonalpelargonien, also die typischen Balkon-Geranien, gehören zu den Starkzehrern. Im Topf oder Kasten steht ihnen nur ein begrenzter Wurzelraum mit begrenztem Substratvorrat zur Verfügung. Mit fortschreitendem Wachstum durchwurzeln sie die Erde und laugen sie aus. Hoher Bedarf trifft im Gefäß also auf einen begrenzten Vorrat, deshalb gehört das Nachdüngen bei Geranien im Kasten fest zur Pflege.

Kurz erklärt

Als Starkzehrer gelten Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf. Bei den Balkon-Geranien sind das die Hänge- und Zonalpelargonien.

Ob die Versorgung stimmt, zeigen dir die Pflanzen selbst. Kräftig grüne Blätter und zügiges Wachstum sprechen für eine gute Nährstoffversorgung. Ich schaue beim Gießen auf Blattfarbe und neue Triebe und vergleiche die Pflanzen im Kasten miteinander.

Welcher Dünger passt zu Geranien?

Für Balkon-Geranien ohne Langzeitdünger ist ein flüssiger Volldünger vorgesehen. Ein Volldünger bringt die Hauptnährstoffe gemeinsam mit, sodass du nichts selbst zusammenstellen musst. Die Alternative ist ein mineralischer Langzeitdünger, den du für die Gefäßkultur unter das Pflanzsubstrat mischst.

Auf ein bestimmtes Nährstoffverhältnis lege ich mich bei Geranien nicht fest. Ich nehme einen Dünger für Gefäßpflanzen und messe ihn nach der Dosierungsanweisung des Produkts ab, mit dem Messbecher statt nach Augenmaß.

Was kann Dünger nicht ersetzen?

Dünger versorgt die Pflanze, er ersetzt aber weder Sonne noch Wärme. Hänge- und Zonalpelargonien bevorzugen einen vollsonnigen Standort. Zur Blütenpflege gehört außerdem der Schnitt, und wie du Geranien für eine üppige Blüte schneidest, zeigt ein eigener Ratgeber.

Mythos-Check

„Mehr Dünger, mehr Blüten“ geht bei Geranien nicht auf. Bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C legen Pelargonien keine neuen Blüten an, und Lichtmangel kann ihre Blütenknospen absterben lassen. Eine Extra-Gabe gleicht weder Kälte noch Lichtmangel aus, und zu viel Dünger kann bei Pelargonien Wurzelschäden verursachen.

Flüssigdünger oder Langzeitdünger: die Düngemethoden

Flüssigdünger mit dem Gießwasser

Ohne Langzeitdünger in der Erde bekommen Balkon-Geranien flüssigen Volldünger, sobald sie eingewurzelt sind und zu wachsen beginnen. Ab dann gibst du ihn alle 10 bis 14 Tage. Den Dünger rührst du nach der Dosierungsanweisung ins Gießwasser und gießt ihn auf bereits feuchte Erde. Auf feuchtem Substrat können die Nährstoffe unmittelbar wirksam werden.

Der Vorteil dieser Methode liegt in der Steuerung, denn jede Gabe ist eine eigene Entscheidung. Der Nachteil ist die Routine: Du musst an jeden Termin denken.

Häufiger Fehler

Eine welke Geranie bekommt schnell Dünger, weil sie hungrig aussieht. Welke kann aber von Wassermangel ebenso kommen wie von Staunässe mit Wurzelfäule. Braune, weiche und leicht abreißende Wurzeln sind ein Hinweis auf Staunässeschäden. Prüfe zuerst die Erde und im Zweifel die Wurzeln, und dünge eine geschwächte Pflanze erst wieder, wenn sie sich erholt hat.

Marias Erfahrung

Ich notiere jede Flüssiggabe im Kalender an der Balkontür und schreibe dazu, welcher Kasten sie bekommen hat. Vor der nächsten Gabe drücke ich den Finger in die Erde, und ist sie trocken, gieße ich zuerst mit klarem Wasser.

Langzeitdünger im Substrat

Mineralischen Langzeitdünger mischst du beim Bepflanzen unter das Substrat von Topf, Kasten oder Kübel. Bei umhüllten Depotdüngern bremst die Hülle die Abgabe der Nährstoffe. Wie viel du einmischst, gibt die Dosierungsanweisung des Produkts vor. Der Vorteil liegt in der Entlastung, denn der feste Termin mit der Gießkanne entfällt. Dafür kannst du einzelne Gaben nicht mehr auslassen oder anpassen, sobald der Dünger in der Erde steckt.

Steckt Langzeitdünger im Substrat, ist der Flüssigrhythmus keine feste Regel. Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, liest du an Blattfarbe und Wachstum ab, und auch dann misst du nach der Packungsangabe ab.

Vorgedüngte Erde: erst einmal abwarten

Setzt du Geranien in ausreichend vorgedüngte Blumenerde, bringt die Erde einen Startvorrat mit. Kübelpflanzen in frischer, vorgedüngter Erde brauchen zunächst 4 bis 6 Wochen keinen Zusatzdünger. Weil dieser Vorrat zunächst reicht und Geranien ohnehin erst nach dem Einwurzeln flüssig gedüngt werden, startest du nach dem Pflanzen nicht sofort mit der Düngerlösung. Ich schaue deshalb schon beim Kauf auf den Erdsack, ob die Erde vorgedüngt ist, und notiere den Pflanztag.

Zahl im Blick

Eingewurzelte Balkon-Geranien ohne Langzeitdünger bekommen bei beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger. Kübelpflanzen in frischer, ausreichend vorgedüngter Blumenerde brauchen zunächst 4 bis 6 Wochen keinen Zusatzdünger. Die Menge je Gabe steht in der Dosierungsanweisung des Produkts.

Welche Methode passt zu dir?

Wenn du gern mit der Gießkanne arbeitest und jede Gabe selbst bestimmen willst, liegt dir der Flüssigdünger. Hast du viele Kästen oder bist du im Sommer oft unterwegs, nimmt dir ein Langzeitdünger die feste Routine ab. Beide Wege schließen sich nicht aus, solange du mit Depot in der Erde nur nach Beobachtung ergänzt. Ich arbeite in den großen Kästen mit Langzeitdünger und in den Kübeln an der Haustür mit der Gießkanne, weil ich dort ohnehin oft vorbeikomme.

Töpfe, Kästen, Kübel und Beet: Was beim Düngen zählt

Im Gefäß muss überschüssiges Wasser abfließen können, deshalb bleiben die Abzugslöcher offen. Kübelpflanzen brauchen zudem strukturstabiles Substrat, das Wasser speichert und Überschuss wieder abgibt. Bei überdüngten Kübelpflanzen werden die Salze mit langsam fließendem Wasser und freiem Ablauf ausgewaschen. Ein verstopfter Abzug nimmt dir also nicht nur den Schutz vor Staunässe, sondern auch den Weg, zu viel Dünger wieder aus der Erde zu spülen.

Ob die Erde feucht genug für die nächste Düngergabe ist, prüfst du mit dem Finger. Bei torffreier Erde gehört der Finger in den unteren Bereich des Substrats, weil die Oberfläche schnell abtrocknet. Alternativ verrät dir das Gewicht des Gefäßes, wie viel Wasser noch darin steckt. Ich hebe meine Balkonkästen vor dem Düngen kurz an, und ein leichter Kasten bekommt zuerst klares Wasser.

Jetzt dran

Bevor die Geranien in den Kasten kommen, prüfst du die Abzugslöcher und schaust auf dem Erdsack nach, ob die Erde vorgedüngt ist. Danach legst du dich fest: Langzeitdünger mischst du jetzt unter das Substrat, für den Flüssigdünger trägst du den Pflanztag in den Kalender ein.

Stecklinge und selbst gezogene Jungpflanzen

Pelargonien-Stecklinge steckst du in Aussaaterde, und die ist bewusst nährstoffarm. Hell und vor greller Sonne geschützt bilden sie nach etwa 2 bis 3 Wochen erste Wurzeln. Bei Sämlingen enthält die Pikiererde etwas Dünger, die spätere Topferde ist stärker vorgedüngt. Mit flüssigem Volldünger beginnst du in beiden Fällen erst, wenn die Pflanzen eingewurzelt sind und wachsen.

Geranien im Gartenbeet

Stehen Geranien im Beet, richtet sich die Düngung nach einer Bodenuntersuchung und berücksichtigt die Stickstoffnachlieferung aus Humus. Mehr dazu findest du im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.

Hänge-, Zonal- und Duftgeranien: Unterschiede beim Düngen

Hänge- und Zonalpelargonien behandle ich beim Düngen gleich. Beide gehören zu den Starkzehrern, beide bevorzugen einen vollsonnigen Platz, und für beide gilt derselbe Rhythmus mit flüssigem Volldünger.

Bei Duftgeranien liegt der Fall anders. Viele Duftpelargonien blühen weniger stark als Zonalpelargonien und setzen ihre Akzente durch Laub und Duft. Kräftig grüne Blätter und zügiges Wachstum zeigen eine gute Versorgung an. Weil Duftgeranien über ihr Laub wirken und gerade das Laub die Versorgung anzeigt, ist bei ihnen das Blatt der Maßstab und nicht die Zahl der Blüten. Die Einstufung als Starkzehrer gilt für Hänge- und Zonalpelargonien, deshalb übertrage ich sie nicht ungeprüft auf meine Duftgeranien. Ich dosiere bei ihnen nach Packung und schaue dabei vor allem auf Farbe und Zuwachs der Blätter.

Edelgeranien eignen sich als Zimmerpflanzen für ein sonniges Fenster. Für Zimmerpflanzen gilt allgemein, dass sie bei geringerem Lichtangebot im Winter weniger Nährstoffe brauchen und in größeren Abständen gedüngt werden. Wie du Geranien im Haus das ganze Jahr pflegst, erklärt ein eigener Ratgeber.

Wann im Jahr wird gedüngt?

Gedüngt wird, solange die Geranien wachsen, während kühl, frostfrei und mit etwas Licht überwinterte Pflanzen im Winterquartier keinen Dünger brauchen. Wann du im Frühjahr wieder beginnst und wie du die Gaben über Blütezeit und Spätsommer verteilst, zeigt der Ratgeber dazu, zu welchem Zeitpunkt du Geranien düngst.

Organisch düngen: geht das bei Geranien?

Organische Dünger setzen ihre Nährstoffe abhängig von der Witterung frei, bei Frost, Trockenheit und stauender Nässe nur in geringem Maß. Wie du Geranien organisch und umweltschonend düngst, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Wenn die Blätter Signale senden

Überdüngung oder salzbelastetes Gießwasser kann bei Pelargonien zunächst Welke und später braune Blätter und Wurzelschäden verursachen. Bei Salzschäden durch zu hohe Düngergaben kann ein Austausch der Erde im Gefäß helfen. Wie viel Dünger Geranien vertragen und wie du eine Überdüngung erkennst und behebst, klärt ein eigener Ratgeber.

Blattverfärbungen sind Hinweise, keine Diagnosen: Braune Ränder an älteren Blättern können auf Kaliummangel deuten, ähneln aber auch Trocken- oder Salzschäden. Einige Pelargoniensorten bilden zudem unter 8 °C Chlorosen an den Triebspitzen, die bei höheren Temperaturen wieder verschwinden können. Wie du Nährstoffmangel bei Geranien früh erkennst und wann eine Blattdüngung infrage kommt, zeigt ein eigener Ratgeber.

Im Gartenboden können hoher Kalkgehalt oder Staunässe die Eisenverfügbarkeit einschränken, obwohl genug Eisen vorhanden ist. Welches Substrat Geranien in jeder Lebensphase brauchen, auch mit Blick auf den pH-Wert, erklärt ein eigener Ratgeber.

Gießen und Düngen hängen eng zusammen, weil der Dünger auf feuchte Erde gehört. Hänge- und Zonalpelargonien werden durchfeuchtet und erst nach dem Abtrocknen wieder gegossen, wobei überschüssiges Wasser frei ablaufen muss. Wie du nach Phase und Bedarf gießt, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Gießen und Düngen.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Flüssigdünger und Langzeitdünger für Geranien?
Flüssigdünger gibst du mit dem Gießwasser, und jede Gabe bestimmst du einzeln. Geranien ohne Langzeitdünger bekommen nach dem Einwurzeln und bei beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger. Mineralischen Langzeitdünger mischst du dagegen beim Bepflanzen unter das Substrat, und bei umhüllten Depotdüngern bremst die Hülle die Abgabe der Nährstoffe. Die Menge richtet sich in beiden Fällen nach der Dosierungsanweisung des Produkts.
Wie dosiert man Dünger für Geranien im Balkonkasten?
Miss den Dünger nach der Dosierungsanweisung des jeweiligen Produkts ab, statt nach Augenmaß zu arbeiten. Gib ihn auf bereits feuchte Erde, damit die Nährstoffe unmittelbar wirksam werden können. Stehen die Geranien frisch in vorgedüngter Blumenerde, wartest du, bis sie eingewurzelt sind und zu wachsen beginnen. Ohne Langzeitdünger folgt dann alle 10 bis 14 Tage eine Gabe flüssiger Volldünger.
Stimmt es, dass mehr Dünger immer zu besseren Blüten führt?
Nein. Bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C legen Pelargonien keine neuen Blüten an, und Lichtmangel kann ihre Blütenknospen absterben lassen; zusätzlicher Dünger gleicht beides nicht aus. Überdüngung kann bei Pelargonien zunächst Welke und später braune Blätter und Wurzelschäden verursachen. Deshalb misst du Dünger nach der Packungsangabe ab und gibst ihn auf feuchte Erde.
Was ist der Unterschied zwischen Pelargonien und echten Geranien beim Düngen?
Die üblichen Balkon-Geranien gehören zur Gattung Pelargonium, die echten Geranien der Gattung Geranium sind Storchschnäbel. Hänge- und Zonalpelargonien zählen zu den Starkzehrern und bekommen ohne Langzeitdünger während des Wachstums alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger. Diese Einstufung und dieser Rhythmus gelten für Pelargonien und lassen sich nicht einfach auf Storchschnäbel übertragen.
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