Hornveilchen im Jahresverlauf: Wann du schneidest, düngst, pflanzt und schützt
- Hornveilchen sind mehrjährig und winterhart, im Kasten friert der Wurzelballen aber schneller durch als im Beet.
- Lässt die Frühjahrsblüte an warmen Junitagen nach, kann ein Rückschnitt eine weitere Blüte im Spätsommer ermöglichen.
- Gedüngt wird während der Wachstumsperiode gelegentlich, als Herbstbepflanzung in frischer Blumenerde brauchen Hornveilchen über den Winter keinen Dünger.
- Gesät wird im Juni oder Juli, Hornveilchen sind Lichtkeimer.
- Frostfrei im Gewächshaus überwinterte Pflanzen kommen nicht vor Mitte März ins Beet.

Bei Hornveilchen, die du als Frühjahrsblüher ziehst, lässt die Blüte an warmen Junitagen nach. Im Winter stehen sie dann scheinbar ohne Bedarf im Kasten. In beiden Phasen gibt es trotzdem etwas zu tun: im Frühsommer den RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen., im Winter Wasser an frostfreien Tagen und Schutz für den Ballen. Ich gehe meine Hornveilchen deshalb nach Jahreszeiten durch und nicht nach einem starren Plan.
Hornveilchen (Viola cornuta) sind mehrjährigMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. und winterhart. Sie werden 10 bis 20 cm hoch, 15 bis 25 cm breit und eignen sich für Beet, Topf und Kasten.
Was steht bei Hornveilchen wann an?
Die Übersicht zeigt die Aufgaben im Lauf des Jahres. In den Abschnitten danach erkläre ich die einzelnen Schritte.
| Zeitraum | Was ansteht | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| ab Mitte März | frostfrei im Gewächshaus überwinterte Hornveilchen ins Beet setzen | nicht früher, weil Kälteschäden möglich sind |
| Wachstumsperiode | gelegentlich düngen | im Beet nach einer Bodenuntersuchung |
| Juni | zurückschneiden, wenn die Frühjahrsblüte an warmen Tagen nachlässt | kann eine weitere Blüte im Spätsommer ermöglichen |
| Juni bis Juli | aussäen | LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte., KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. 15 bis 20 °C |
| August bis September | Jungpflanzen der Mischung 526202 auspflanzen | 20 cm Abstand in der Reihe, 20 cm zwischen den Reihen |
| Herbst | Kästen mit Hornveilchen bepflanzen | guter Wasserabzug, breite und tiefe Kästen |
| Winter | im Kasten an frostfreien Tagen gießen | kein zusätzlicher Dünger in frischer Blumenerde, bei Dauerfrost Gefäße schützen |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist nährstoffreicher, humusreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, humusreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Rückschnitt nach der Blüte kann eine weitere Blüte im Spätsommer ermöglichen.
- Düngung
Während der Wachstumsperiode gelegentlich düngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
Frühjahr: Hornveilchen aus dem Winter holen
Im März gehe ich als Erstes die Kästen durch. Ich prüfe, ob die Abzugslöcher frei sind, und zupfe Laub heraus, das über den Winter faulig geworden ist. Mit dem Austrieb beginnt die Wachstumsperiode, in der du Hornveilchen gelegentlich düngst; wie du dabei vorgehst, fasse ich weiter unten zusammen. Wer Hornveilchen als Frühjahrsblüher zieht, hat jetzt ihre Blütezeit vor sich.
Für Pflanzen, die frostfrei im Gewächshaus überwintert haben, gibt es einen festen Termin.
Mitte März. Frostfrei im Gewächshaus überwinterte Hornveilchen setzt du nicht früher ins Gartenbeet, weil sie dort Kälteschäden bekommen können.
Juni: Wann schneidest du Hornveilchen zurück?
Bei Hornveilchen, die als Frühjahrsblüher gezogen werden, lässt die Blüte an warmen Sommertagen im Juni nach. Ein Rückschnitt nach der Blüte kann eine weitere Blüte im Spätsommer ermöglichen. Der Zeitpunkt für die Schere ergibt sich daraus von selbst: Sobald die Blüte im Juni nachlässt, schneidest du zurück.
Ich nehme dafür eine saubere, scharfe Schere und schneide die langen Triebe mit den verwelkten Blüten zurück. Wie tief ich gehe, entscheide ich an der Pflanze: Ich schaue, wo an der Basis frisches Laub sitzt, und lasse es stehen. Hast du vorher an kranken Pflanzen geschnitten, reinigst du Schere und Handschuhe, bevor du an die gesunden gehst.
Ich schneide alle Kästen an einem Tag und trage das Datum in meinen Gartenkalender ein. Im Spätsommer schaue ich dann nach, an welchen Pflanzen sich neue Knospen zeigen.
Juni und Juli: Wann säst du Hornveilchen?
Hornveilchen säst du im Juni oder Juli, und als Lichtkeimer kommen die Samen nur oberflächlich auf die Erde. Weil das Aussaatfenster in die Zeit warmer Sommertage fällt und bei der Sorte ‘Sorbet Orange Duett’ Keimtemperaturen über 20 °C die Keimung hemmen können, stelle ich die Saatschale kühl und hell auf. Wie du Schritt für Schritt vorgehst, zeigt der Ratgeber, wie du Hornveilchen aussäst und die Sämlinge bis zum Auspflanzen bringst.
Spätsommer und Herbst: auspflanzen und Kästen bepflanzen
Vorgezogene Hornveilchen der Mischung 526202 pflanzt du im August bis September aus. Die Abstände in der Reihe und zwischen den Reihen stehen im Kalender oben, und du kannst deine Reihen vorab im Beetplaner einzeichnen. Was die Jungpflanzen bis dahin brauchen, steht im Aussaat-Ratgeber.
Hornveilchen gehören zu den winterharten Pflanzen, mit denen du im Herbst Kästen bepflanzt. Solche Gefäße brauchen einen guten Wasserabzug. Breite und tiefe Kästen schützen die Wurzeln außerdem besser vor Frost als kleine Gefäße. Ich setze Hornveilchen deshalb lieber zu mehreren in einen breiten Kasten als einzeln in kleine Töpfe.
Ende Oktober gehe ich alle Herbstkästen durch. Ich prüfe, ob die Abzugslöcher frei sind, und leere Untersetzer, in denen nach dem Regen Wasser steht. Kleine Töpfe, die frei stehen, rücke ich an eine geschütztere Stelle.
Winter: Wie kommen Hornveilchen durch den Frost?
Im Beet sind Hornveilchen winterhart, dort bleiben sie einfach stehen. Im Kasten liegt die Sache anders, denn in frei stehenden Gefäßen friert der WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. schneller durch als im Gartenboden. Die Pflanze selbst ist also winterhart, ihr Ballen im Kasten aber dem Frost stärker ausgesetzt, und genau dort lohnt sich der Winterschutz.
Bei stärkerem Frost oder Dauerfrost stellst du den Kasten an einen geschützteren Platz. Geht das nicht, umwickelst du ihn mit Kokosmatten, Sackleinen oder Luftpolsterfolie.
Auch im Winter brauchen Hornveilchen im Kasten Wasser, damit sie nicht vertrocknen. An frostfreien Tagen gießt du sie, und bei milder Witterung mit Sonne kontrollierst du besonders Kästen, die trocken stehen, etwa unter einem Dachüberstand. Ich hebe den Kasten dafür kurz an: Fühlt er sich leicht an, bekommt er Wasser.
Hornveilchen düngen und gießen: wann und wie viel?
Hornveilchen düngst du während der Wachstumsperiode gelegentlich, und im Beet richtet sich die Menge nach einer Bodenuntersuchung statt nach dem Kalender. Stehen sie als Herbstbepflanzung in frischer Blumenerde, brauchen sie über den Winter keinen zusätzlichen Dünger. Wie du Sommerblumen nach Phase und Bedarf gießt und düngst, erklärt der Sommerblumen-Überblick ausführlich.
Einen allgemein gültigen Gießrhythmus gibt es nicht, denn wie oft du gießt, hängt von BodenartDie Bodenart beschreibt, wie grob oder fein die Körner eines Bodens sind, und bestimmt mit, wie gut er Wasser und Nährstoffe hält. Man unterscheidet Sand, Schluff und Ton, Lehm ist eine Mischung aus allen dreien., Temperatur und Niederschlägen ab. Welken Hornveilchen im Topf, prüfst du vor dem nächsten Gießen die Erdfeuchte, weil auch Dauernässe und abgestorbene Wurzeln Topfpflanzen welken lassen. Beides vertieft derselbe Abschnitt im Sommerblumen-Überblick.
Welcher Standort und welcher Boden passen?
Hornveilchen wachsen in der Sonne wie im HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. und mögen einen nährstoff- und humusreichen, feuchten und gut durchlässigen Boden. Welcher Platz in deinem Garten dafür passt, zeigt der Ratgeber, welcher Standort Hornveilchen üppig blühen lässt. Grundlagen zu Boden und pH-Wert findest du im Sommerblumen-Überblick unter Standort und Boden.
Krankheiten: Worauf achtest du?
Ein abwischbarer, weißlicher Belag auf der Blattoberseite kann auf Echten MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. hindeuten, befallene Pflanzenteile schneidest du dann heraus. Einen schwachen Blattlausbefall an Zierpflanzen spritzt du mit einem Wasserstrahl ab, das reicht häufig aus. Wie du Krankheiten und Schädlingen an Sommerblumen vorbeugst, steht im Sommerblumen-Überblick unter Krankheiten und Schädlinge.
Bist du im Sommer ohnehin mit der Schere im Beet, lies nach, wie du Verbenen schneidest und ausputzt. Ein eigener Ratgeber zeigt, wie du Löwenmäulchen durch die Saison pflegst. Die Saattermine deiner Sommerblumen behältst du mit dem Aussaatkalender zum Ausdrucken im Blick.



