Löwenmäulchen pflegen: Gießen, Düngen, Rückschnitt und ob sie mehrjährig sind
- Botanisch sind Löwenmäulchen kurzlebige Mehrjährige, im Garten aber nicht winterhart, und im zweiten Jahr lassen sie oft nach.
- Gieß nach Fingerprobe statt nach Kalender, morgens und direkt am Boden.
- Schneide nach dem ersten Flor zurück und dünge, sobald die Knospen des zweiten Flors sichtbar werden.
- Das Knipsen der Triebspitzen fördert Verzweigung und Blütenbildung.
- Gelbe bis rötlichbraune Blattflecken mit Rostpusteln an der Unterseite können auf Rost hindeuten; kranke Reste entfernst du und vernichtest sie.

Wenn der erste Flor deiner Löwenmäulchen abklingt, ist ihr Sommer noch nicht vorbei. Zurückgeschnittene Pflanzen können erneut blühen, und die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Ich gehe in dieser Phase mit Schere und Gießkanne zugleich durchs Beet: verblühte Ähren ab, Erde prüfen, Blattunterseiten ansehen.
Botanisch sind Löwenmäulchen kurzlebige Mehrjährige. Im Garten ziehst du sie trotzdem meist einjährig, denn sie sind nicht winterhart und lassen im zweiten Jahr oft nach.
Welcher Standort und Boden passt? Kurz gesagt
Löwenmäulchen stehen gern sonnig, vertragen auch Halbschatten und brauchen einen gut durchlässigen Boden. Für die Boden-pH-Spanne nennt die nordamerikanische Gartenberatung 6,0 bis 7,5. Wie du den passenden Platz nach Licht, Wind und Wärme findest und den Boden mit Humus und Drainage vorbereitest, zeigen zwei eigene Ratgeber.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Sandige, kalkhaltige, lehmige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale, alkalische, saure Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Kübel, im Topf oder im Hochbeet möglich.
Pflege
- Pflege
Die Pflanze wird häufig einjährig kultiviert, da sie im zweiten Jahr oft nachlässt; am geeigneten Standort sät sie sich häufig selbst aus.
- Düngung
Nach dem ersten Flor können zurückgeschnittene Löwenmäulchen erneut blühen. Düngen, sobald die Knospen des zweiten Flors sichtbar werden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die krautige Pflanze ist kurzlebig mehrjährig und verholzt oft an der Basis.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich als Schnittblume. Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon.
Wie gießt du Löwenmäulchen richtig?
Löwenmäulchen mögen feuchten, aber gut durchlässigen Boden. Einen festen Gießrhythmus gibt es dafür nicht, weil der Bedarf von Bodenart, Temperatur und Niederschlägen abhängt. Ich stecke deshalb vor dem Gießen erst einen Finger in die Erde und entscheide dann.
Wenn ich gieße, dann morgens und direkt am Boden. So bleibt das Laub trocken, und Pflanzen wie Boden trocknen tagsüber wieder ab. Bei Hitze und Trockenheit braucht ein Gartenbeet eine durchdringende Gabe von etwa 20 bis 25 l/m². Diese Menge verteilst du auf mehrere Gießgänge, als feste Tagesration ist sie nicht gemeint. Wie Wasser und Nährstoffe bei Sommerblumen insgesamt zusammenspielen, beschreibt das Kapitel Gießen und Düngen nach Phase und Bedarf im Sommerblumen-Ratgeber.
Eine schlappe Pflanze sofort zu gießen. Welke kann TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. anzeigen, ebenso aber beginnende Wurzelfäule durch Dauernässe. Prüf zuerst die Erde, und ist sie noch nass, wartest du mit dem Wasser.
Im Topf und Balkonkasten
Löwenmäulchen sind topfgeeignet und werden auch als Balkonpflanze gezogen. Im Gefäß müssen die Abzugslöcher frei bleiben, und Wasser im Untersetzer leerst du nach Regen aus. Gieß so, dass das Substrat bis zum Topfboden durchfeuchtet ist. Bei torffreier Erde reicht der Blick auf die Oberfläche nicht, denn oben kann sie trocken sein, während tiefere Schichten noch nass sind. Prüf darum mit dem Finger weiter unten, oder heb den Topf an und beurteile den Wasservorrat über das Gewicht. Regenwasser eignet sich als Gießwasser, weil es weich und salzarm ist. Welche Pflanzpartner im Gefäß und im naturnahen Beet zu Löwenmäulchen passen, zeigt der Ratgeber darüber, wie du mit Löwenmäulchen Beete und Gefäße gestaltest.
Mulch im Beet
Eine dünne Mulchdecke schützt offenen Boden vor Verdunstung und Verkrustung. Rohen, nicht kompostierten Rindenmulch lasse ich in Beeten mit Einjahresblumen weg. Bei feuchtem Wetter und Schneckengefahr lege ich Mulch nur dünn aus.
Wann und wie düngst du Löwenmäulchen?
Im Beet nach Bodenuntersuchung
Im Beet düngst du nach Bedarf, und den Bedarf zeigt eine Bodenuntersuchung. Eine Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Die Düngung rechnet außerdem ein, wie viel Stickstoff der Humus nachliefert. Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus und nicht als Herbstgabe, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird. Als allgemeine Garten-Faustzahl gelten etwa 3 l Kompost je m² und Jahr. Eine Düngeberechnung für Löwenmäulchen ersetzt diese Zahl nicht, und bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten fällt die Kompostgabe kleiner aus.
Im Kübel und Topf
Im Gefäß sind Wurzelraum und Erdvorrat begrenzt, und mit dem Wachstum wird die Erde durchwurzelt und ausgelaugt. Die GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. üblicher Pflanzerde reicht bei Kübelpflanzen im Regelfall etwa 4 bis 6 Wochen. Löwenmäulchen blühen aber von Juni bis Oktober, also ist dieser Vorrat im Kübel lange vor dem Saisonende verbraucht. Danach düngst du nach der Dosierungsanweisung des Produkts und gibst die Lösung nur auf bereits feuchte Erde, um Wurzelschäden zu vermeiden. Infrage kommen LangzeitdüngerEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger. oder flüssige VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt. mit Haupt- und Spurennährstoffen. Auch vorgedüngte torffreie Erde kann durch ihre Torfersatzstoffe zu wenig Stickstoff für die Pflanzen bereitstellen.
Der Termin für den zweiten Flor
Hast du die Pflanzen nach dem ersten Flor zurückgeschnitten, gibt es einen klaren Düngetermin. Du düngst, sobald die Knospen des zweiten Flors sichtbar werden.
Was das Laub anzeigt
Kräftig grüne Blätter und zügiges Wachstum zeigen bei Balkon- und Kübelpflanzen eine gute Nährstoffversorgung an. Helles Laub, gehemmtes Wachstum und zuerst gelbe ältere Blätter können dagegen auf allgemeinen Nährstoffmangel oder Stickstoffmangel hindeuten. Am Aussehen allein lassen sich die beiden kaum unterscheiden.
Braune Blattränder an Topfpflanzen können auf ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt. hinweisen, denn hohe Salzbelastung kann Wurzeln absterben lassen. Ähnlich sehen allerdings auch Trockenschäden oder Kaliummangel aus. Besteht der Verdacht auf zu viel Salz, wäschst du die Erde mit langsam fließendem Wasser bei freiem Ablauf aus oder tauschst sie aus.
Wie bringst du Löwenmäulchen zum zweiten Flor?
Wer bei Löwenmäulchen Triebspitzen abknipst oder Triebe zurückschneidet, fördert ihre Verzweigung und Blütenbildung. Bei jungen Pflanzen knipse ich die Spitze mit Daumen und Zeigefinger ab, sobald sie nach dem Auspflanzen sichtbar weiterwachsen. Je nach Sorte werden Löwenmäulchen bis 100 cm hoch, und den hohen stecke ich früh einen Stab zur Seite.
Nach dem ersten Flor schneide ich die verblühten Ähren zurück und lasse die beblätterten Triebe stehen. Zurückgeschnittene Löwenmäulchen können danach erneut blühen. Ich achte dann auf die ersten neuen Knospen, denn mit ihnen beginnt die Zeit zum Düngen.
Verblühte Ähren nach dem ersten Flor abschneiden. Beblätterte Triebe stehen lassen. Auf die ersten neuen Knospen achten und erst dann düngen. Im Topf die Erde vor dem Düngen anfeuchten.
Ich notiere mir im Gartenheft, wann ich den ersten Flor zurückgeschnitten habe und wann die ersten neuen Knospen auftauchen. Im nächsten Sommer habe ich damit einen eigenen Anhaltspunkt für den Düngetermin.
Löwenmäulchen eignen sich auch als Schnittblume. Welche Sorten du wählst und wie du sie für die Vase erntest, erklärt ein eigener Ratgeber.
Welche Krankheiten und Schädlinge treten an Löwenmäulchen auf?
Gelbe bis rötlichbraune Blattflecken und Rostpusteln an der Blattunterseite können auf Rost hindeuten. Rost kann an Sommerblumen wie Stockrosen und Löwenmäulchen auftreten. Beim AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. drehe ich deshalb ein paar Blätter um und schaue auf die Unterseite. Erkrankte Pflanzenteile entfernst du. Rostkranke Pflanzenreste holst du aus dem Beet und vernichtest sie, um überwinternde Infektionsquellen zu beseitigen.
Nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinigst du Schere und Handschuhe, bevor du gesunde Pflanzen anfasst.
Luft zwischen den Pflanzen
Ein sehr dichter Bestand begünstigt bei Beet- und Balkonpflanzen die Ausbreitung von GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten.. Er zeigt sich bei hoher Luftfeuchte als grauer Belag auf faulenden Pflanzenteilen, die du zur Eindämmung entfernst. Im Beet pflanze ich Löwenmäulchen frei wachsend in Reihen und halte diese Abstände ein:
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Abstand in der Reihe | 10–20 cm |
| Abstand zwischen den Reihen | 20 cm |
| Wuchsbreite je Pflanze | 20–30 cm |
| Wuchshöhe je nach Sorte | 20–100 cm |
Wer die Reihen vorher planen will, kann im Beetplaner Reihen und Abstände skizzieren.
Blattläuse, Schnecken und unklare Fälle
Bei schwachem Blattlausbefall reicht an Zierpflanzen häufig das Abspritzen mit einem Wasserstrahl. Verstecke und Überwinterungsplätze im Garten fördern die Ansiedlung von Nützlingen, die Blattläuse dezimieren. Fraß vom Blattrand und silbrige Schleimspuren sprechen für Schnecken. Sammle sie zunächst ab, und wandern immer neue zu, kann ein Schneckenzaun den Zuzug einschränken.
Sind die Flecken unklar und kümmern die Pflanzen, kann eine Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst die Diagnose klären. Eine kranke Pflanze im Kübel düngst du erst wieder, wenn sie sich erholt hat.
Sind Löwenmäulchen mehrjährig?
Botanisch ist das Garten-Löwenmäulchen eine kurzlebige mehrjährige krautige Pflanze, die an der Basis oft verholzt. Im Garten gilt es trotzdem als nicht winterhart und wird meist einjährig gezogen. Ein Grund dafür liegt im zweiten Jahr, in dem die Pflanzen oft nachlassen.
„Ein Löwenmäulchen, das den Winter übersteht, blüht im zweiten Jahr umso reicher.“ Rechne nicht damit. Löwenmäulchen werden gerade deshalb häufig einjährig kultiviert, weil sie im zweiten Jahr oft nachlassen.
Herbst im Beet
Im Herbst räume ich das Beet nach Befund. Gesunde Pflanzen mit Samenständen dürfen stehen bleiben, wenn ich Sämlinge möchte. Rostkranke Pflanzenreste kommen dagegen heraus und werden vernichtet. Wer rostkranke Löwenmäulchen auf eine zweite Saison hin stehen lässt, behält genau die überwinternde Infektionsquelle im Beet, die beim Aufräumen hinausgehört.
Im Kübel
In frei stehenden Gefäßen friert der Wurzelballen schneller durch als im Gartenboden. Willst du ein Löwenmäulchen im Kübel trotzdem durch den Winter bringen, kontrollierst du es vor dem Einräumen ins Winterquartier auf Schädlinge und stellst befallene Pflanzen getrennt auf. Während einer echten Winterruhe braucht es kaum zusätzliche Nährstoffe. Aus dem Winterquartier kommt es zuerst an einen halbschattigen, windgeschützten und warmen Platz draußen. Ob es im zweiten Jahr noch überzeugt, bleibt offen.
Nachwuchs aus Samen, Stecklingen und neuer Aussaat
An einem geeigneten Standort säen sich Löwenmäulchen häufig selbst aus. Für eigene Samen lässt du einzelne Blüten bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen und erntest bei trockenem Wetter. Die Samen trocknest du auf Papier nach und lagerst sie beschriftet kühl, dunkel und trocken. Stammen sie von einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze.
Willst du eine bestimmte Pflanze genau so behalten, wie sie ist, hilft die Stecklingsvermehrung, denn sie erhält die Eigenschaften der Mutterpflanze. Wie das bei Löwenmäulchen funktioniert, steht im Ratgeber dazu, wie du Löwenmäulchen über Stecklinge selbst vermehrst.
Für ganz neue Pflanzen säst du: Löwenmäulchen sind Lichtkeimer, werden nur oberflächlich oder sehr dünn bedeckt gesät und kommen abgehärtet nach dem letzten Nachtfrost ins Beet. Möglich ist auch eine Herbstaussaat im September und Oktober im kalten Gewächshaus, und passende Termine findest du im Aussaatkalender für Sommerblumen.





