Blumen · Sommerblumen & Einjährige · Ernten

Kapuzinerkresse ernten und trocknen: Blätter, Blüten und Samen für den Vorrat

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion

Alle Ratgeber zu Ernten, Lagern & Haltbarmachen

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Blätter erntest du ab Mai, Blüten von Juni bis Oktober, mit dem ersten Frost ist Schluss.
  • In der Küche ist Kapuzinerkresse ein Frischkraut, getrocknete Blätter ersetzen frische nicht.
  • Trockne Blätter und Blüten ausgebreitet auf einem Tuch im Schatten oder im Dörrgerät deutlich unter 40 °C.
  • Fertig ist der Vorrat, wenn er beim Hineinfassen raschelt.
  • Lagere ihn luftdicht, lichtundurchlässig und kühl und verbrauche zerbröselte Ware nach dem Öffnen innerhalb eines Jahres.
  • Reife Samen trocknest du für die Aussaat nach, Knospen und unreife Samen legst du als Kapernersatz in Kräuteressig ein.
Große Kapuzinerkresse mit orangefarbener Blüte, von oben zwischen runden, schildförmigen Blättern mit hellen Blattadern
Foto: anaterate · Pixabay Content License · Quelle ↗

Im Spätsommer trägt die Kapuzinerkresse oft mehr Blätter und Blüten, als du frisch verbrauchen kannst. Trocknen liegt da nahe. Bevor du das Beet abräumst, solltest du aber eines wissen: In der Küche ist Kapuzinerkresse ein Frischkraut. Getrocknete Blätter ersetzen das frische Blatt nicht.

Ich trockne deshalb gezielt und nicht alles, was die Pflanzen hergeben. Reife Samen trockne ich für die Aussaat im nächsten Jahr, Blätter vor allem für Kräutersalz. Einzelne Blüten presse ich als Dekoration. Hier liest du, wann du welchen Pflanzenteil erntest, wie du ihn schonend trocknest und wie du den Vorrat lagerst.

Lohnt es sich, Kapuzinerkresse zu trocknen?

Kapuzinerkresse schmeckt würzig-scharf und leicht senfartig. Blätter und Blüten passen frisch in Salat, in Kräuterquark oder als essbare Dekoration auf den Teller. Ob sich das Trocknen lohnt, hängt vom Pflanzenteil ab.

Bei den Samen ist die Sache klar. Reife Samen trocknest du nach, lagerst sie und säst sie im nächsten Jahr wieder aus. Getrocknete Blätter sind eine Zutat für Kräutersalz, aber kein Ersatz für die frische Ernte.

Für Blüten, die du essen willst, lohnt das Trocknen kaum. Essbare Blüten verwendest du direkt nach dem Pflücken, damit sie nicht an Geschmack verlieren. Dazu kommt, dass Kapuzinerkresse in der Küche ohnehin frisch verwendet wird. Wer Blüten aufheben möchte, presst sie als Dekoration.

Für geschlossene Knospen und unreife Samen gibt es einen eigenen Weg: Du legst sie in Kräuteressig ein, wo sie als Ersatz für Kapern dienen. Wie du Blüten und Blätter in der Küche verwendest und haltbar machst, zeigt ein eigener Ratgeber.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Tropaeolum
Hund
Ungiftig
Katze
Ungiftig
Pferd
Ungiftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Bodenart

Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist nährstoffarmer, gut durchlässiger Boden.

Anbauort

Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.

Pflege

Pflege

Trockenheit vermeiden. Sehr nährstoffreicher Boden fördert üppige Blätter, aber weniger Blüten; ärmerer Boden begünstigt die Blütenbildung.

Düngung

Für reichen Blütenflor nährstoffarm kultivieren; zu nährstoffreicher Boden fördert Blätter auf Kosten der Blüten.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig.

Verwendung

Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon. Die Pflanze dient Nützlingen und Insekten als Nahrungsquelle.

Aussaatkalender Große Kapuzinerkresse
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: April, Mai, Juni; Blüte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Ernte: Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberBlüte: OktoberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberVorkulturAussaatBlüteErnte

Welche Teile du wann erntest

Jeder Pflanzenteil hat seinen eigenen Zeitpunkt und seinen eigenen Zweck.

Pflanzenteil Wann Wofür
Junge Blätter ab Mai frisch in die Küche, getrocknet für Kräutersalz
Blüten Juni bis Oktober frisch auf den Teller, gepresst als Dekoration
Knospen geschlossen, vor dem Aufblühen in Kräuteressig als Kapernersatz
Unreife Samen im Lauf des Sommers in Kräuteressig als Kapernersatz
Reife Samen braun und ausgereift, bei trockenem Wetter nachtrocknen und im nächsten Jahr aussäen

Die Blätter erntest du schon ab Mai. Die Blütenernte reicht von Juni bis Oktober. Weil die Pflanze stark frostempfindlich ist und nur einjährig wächst, endet die Saison mit dem ersten Frost. Wer Samen oder einen Blättervorrat anlegen will, erntet also vorher.

Für alles, was du essen willst, gilt eine Grundregel: Die Pflanze ist sicher als Kapuzinerkresse bestimmt und wurde nicht mit chemischen Mitteln behandelt. Pflücke außerdem nur an Stellen, die du genau kennst und die keine Tiere als Toilette nutzen.

So ernte ich für den Vorrat

Ich gehe an einem trockenen Tag durch die Pflanzen und pflücke nur so viel, wie ich gleich danach auslegen kann. Blätter und Blüten kommen getrennt in den Korb. Gelbe Blätter lasse ich weg, sie können ein Hinweis auf zu trockenen Stand sein.

Kapuzinerkresse kann von Blattläusen befallen werden, und die Raupen des Großen Kohlweißlings fressen Löcher in die Blätter. Pflanzenteile mit Blattläusen schneide ich ab, angefressene Blätter sortiere ich aus. Wie du Kapuzinerkresse durch die Saison pflegst und vor Schädlingen schützt, steht im Pflegeratgeber.

Für einen reichen Blütenflor kultivierst du die Pflanze nährstoffarm, denn zu nährstoffreicher Boden fördert Blätter auf Kosten der Blüten. Welche Teile du im Kräutergarten wann frisch erntest, erklärt der Ratgeber zum Kräutergarten.

Zu Hause befreie ich die Blüten vorsichtig von Insekten und wasche sie sehr sanft. Auch die Blätter wasche ich und lasse sie gut abtropfen, bevor sie auf das Tuch kommen.

Marias Erfahrung

Ich lege die Blüten im Korb obenauf, damit nichts auf ihnen liegt. Beim Auslegen sortiere ich gleich nach Blättern, Blüten und Knospen, denn jede Gruppe geht bei mir einen anderen Weg: aufs Tuch, in die Presse oder ins Essigglas.

Kapuzinerkresse trocknen: Schritt für Schritt

Kapuzinerkresse trocknest du wie andere Küchenkräuter schonend, im Schatten oder bei niedriger Temperatur. Mein Standard ist das Tuch, das Dörrgerät nehme ich nur, wenn mir ein schattiger Platz fehlt.

Ausgebreitet auf dem Tuch

Breite die Blätter auf einem sauberen Tuch an einem schattigen Ort aus. Lege sie so, dass sie sich nicht überlappen. Die Blüten bekommen ein eigenes Tuch, damit du sie getrennt prüfen kannst. Auf dem Tuch muss ich keine Temperatur im Blick behalten, deshalb trockne ich fast alles auf diese Weise.

Im Dörrgerät oder Backofen

Stelle Dörrgerät oder Backofen deutlich unter 40 °C ein. Bei höheren Temperaturen verflüchtigen sich die ätherischen Öle. Verteile Blätter und Blüten in einer Lage auf Gitter oder Blech.

Mythos-Check

Im Backofen bei 40 bis 50 °C und mit offenem Türspalt? Diese Werte gelten für das Dörren von Obst und Gemüse, nicht für Kräuter oder Blüten. Für Kapuzinerkresse bleibst du deutlich unter 40 °C.

Woran du erkennst, dass alles trocken ist

Fass in die getrockneten Blätter hinein und hör hin. Rascheln sie, ist der richtige Trocknungsgrad erreicht. Fühlen sich einzelne Teile noch weich an, lässt du sie weiter liegen, bis auch sie rascheln. Erst dann kommt der Vorrat ins Glas.

Blüten zum Dekorieren pressen

Für Karten oder ein kleines Herbarium presst du die Blüten flach. Lege äußerlich trockene Blüten zwischen Löschpapier und Zeitungen und beschwere den Stapel. Die Papiere wechselst du regelmäßig, bis die Blüten vollständig getrocknet sind. Gepresste Blüten nutze ich nur zur Dekoration und nicht in der Küche.

Samen ernten und für die Aussaat trocknen

Im Lauf des Sommers bildet die Kapuzinerkresse zahlreiche Samen, die du sammeln und im nächsten Jahr aussäen kannst. Wenn du Samen willst, lässt du einige verblühte Blüten an der Pflanze. Das Entfernen welker Blüten kann bei Sommerblumen weitere Blüten fördern, begrenzt aber die Samenbildung.

Entscheide vor der Ernte, wofür ein Samen gedacht ist. Unreife Samen legst du als Kapernersatz in Kräuteressig ein, doch unreif geerntete Samen keimen nicht. Für die Aussaat wartest du deshalb, bis sie ausgereift sind.

Sammle für die Aussaat braune, ausgereifte Samen. Dunkle und trockene Körner zeigen die Erntereife häufig an. Ernte sie an einem trockenen, sonnigen Tag.

Zu Hause trocknest du die Samen auf Papier nach und trennst sie von Pflanzenresten. Vollständig getrocknet kommen sie in ein luftdicht schließendes Gefäß, beschriftet mit Sortenname und Erntejahr. Lagere sie kühl, dunkel und trocken. Die Lagertemperatur liegt dabei zwischen 4 und 15 °C.

Bei dieser Lagerung bleiben die meisten Samen etwa drei Jahre keimfähig. Ob ein älterer Vorrat noch keimt, zeigt eine Keimprobe mit genau abgezählten Samen. Dafür legst du sie auf feuchtes, nicht nasses Küchenpapier und deckst es gegen Austrocknung ab.

Hast du eine Hybridsorte gesät, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze. Wie du Kapuzinerkresse aussäst und die Jungpflanzen bis zur ersten Blüte heranziehst, liest du im Aussaat-Ratgeber. Den Termin für die neue Aussaat findest du im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.

Getrocknete Kapuzinerkresse lagern

Fülle die getrockneten Blätter in luftdicht schließende, lichtundurchlässige Behälter und stelle sie an einen kühlen Ort. Ein verschlossenes Glas eignet sich, wenn es in einem dunklen Schrank steht. Ich lagere die Blätter ganz und zerbrösele sie erst, wenn ich sie brauche.

Zerbröselte oder gemahlene Kapuzinerkresse behandelst du wie gerebelte Gewürze. Nach dem Öffnen verbrauchst du sie innerhalb eines Jahres. Ich verteile den Vorrat deshalb auf mehrere Gläser und öffne eines nach dem anderen. Jedes Glas bekommt ein Etikett mit Inhalt und Erntedatum, die Samen für die Aussaat stehen getrennt davon.

Mini-Checkliste

Alles raschelt beim Hineinfassen. Der Behälter schließt luftdicht und lässt kein Licht durch. Der Lagerplatz ist kühl. Auf dem Etikett stehen Inhalt und Erntedatum. Angebrochene, zerbröselte Ware ist innerhalb eines Jahres aufgebraucht.

Was du mit getrockneter Kapuzinerkresse machst

Getrocknete Blätter verarbeite ich zu Kräutersalz. Dafür zerreibst du die Blätter fein und mischst sie unter das Salz. Nimm nicht zu viel Kraut, denn zu viele Kräuter lassen die einzelnen Aromen nicht mehr zur Geltung kommen.

Zahl im Blick

Für 100 g Kräutersalz rechnest du meist 80 g Salz und 20 g getrocknete Kräuter.

Ich mische die Kapuzinerkresse dafür gern mit anderen getrockneten Küchenkräutern. Frische Blätter und Blüten nehme ich in der Saison trotzdem lieber direkt vom Beet.

Worauf du beim Verzehr achtest

Für den getrockneten Vorrat gelten dieselben Regeln wie für die frische Ernte. Damit im Schrank nichts verwechselt wird, steht auf jedem Etikett der Pflanzenname. Welche Sommerblumen essbar sind und bei welchen Arten du verzichten solltest, fasst der Überblick über essbare Blüten und giftige Sommerblumen zusammen.

Achtung

Übermäßiger Verzehr von Kapuzinerkresse kann zu Magen-Darm-Reizungen führen. Das gilt auch für deinen getrockneten Vorrat.

Kapuzinerkresse aus dem Garten behandle ich als Lebensmittel, nicht als Heil- oder Kosmetikmittel. Die Pflanze enthält das Senfölglykosid Glucotropaeolin, das bei fermentativer Spaltung Benzylsenföl freisetzt; eine Wirkung leite ich daraus nicht ab. Wie Kapuzinerkresse-Öl in der Aromatherapie angewendet wird und was dabei zu beachten ist, beschreibt ein eigener Ratgeber.

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Häufige Fragen

Wie wird Kapuzinerkresse richtig getrocknet?
Breite Blätter und Blüten auf einem sauberen Tuch an einem schattigen Ort aus, ohne dass sie sich überlappen. Im Dörrgerät oder Backofen stellst du die Temperatur deutlich unter 40 °C ein, weil sich sonst ätherische Öle verflüchtigen. Die höheren Werte, die beim Dörren von Obst und Gemüse üblich sind, gelten für Kräuter und Blüten nicht. Fertig ist alles, wenn es beim Hineinfassen raschelt.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Ernte von Kapuzinerkresse?
Blätter kannst du ab Mai ernten. Die Blütenernte reicht von Juni bis Oktober. Samen für die Aussaat erntest du braun und ausgereift an einem trockenen, sonnigen Tag. Weil die Pflanze stark frostempfindlich ist, endet die Ernte mit dem ersten Frost.
Welche Pflanzenteile der Kapuzinerkresse sind essbar?
Essbar sind junge Blätter, Blüten und Knospen, sofern die Pflanze sicher als Kapuzinerkresse bestimmt ist. Geschlossene Knospen und unreife Samen kannst du in Kräuteressig einlegen, dann dienen sie als Ersatz für Kapern. Pflücke nur Pflanzen, die nicht mit chemischen Mitteln behandelt wurden. Übermäßiger Verzehr kann zu Magen-Darm-Reizungen führen.
Wie lagert man getrocknete Kapuzinerkresse?
Fülle die vollständig getrocknete Kapuzinerkresse in luftdicht schließende, lichtundurchlässige Behälter und stelle sie an einen kühlen Ort. Zerbröselte oder gemahlene Ware verbrauchst du wie andere gerebelte Gewürze nach dem Öffnen innerhalb eines Jahres. Samen für die Aussaat lagerst du getrennt davon kühl, dunkel und trocken, beschriftet mit Sorte und Erntejahr.
Was macht man mit getrockneter Kapuzinerkresse?
In der Küche ist Kapuzinerkresse ein Frischkraut, getrocknete Blätter ersetzen frische deshalb nicht. Für Kräutersalz eignen sie sich, solange du nicht zu viel Kraut nimmst, denn sonst kommen die einzelnen Aromen nicht mehr zur Geltung. Getrocknete reife Samen säst du im nächsten Jahr wieder aus, und gepresste Blüten dienen als Dekoration.
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