Kapuzinerkresse säen: rankende und buschige Sorten bis zur ersten Blüte
- Kletternde Sorten bilden bis zu 2,5 m lange Triebe, kompakte Sorten passen in Topf und Kasten.
- Ins Freiland säst du von Mitte Mai bis Ende Juni, denn Kapuzinerkresse ist stark frostempfindlich.
- Die großen Samen kommen einzeln 1 bis 2 cm tief unter die Erde.
- Gekeimt wird bei 15 bis 20 °C, die Erde bleibt dabei gleichmäßig feucht.
- Vorgezogene Pflanzen setzt du mit dem ganzen Erdballen um, sobald er gut durchwurzelt ist.
- Für einen reichen Blütenflor bleibt der Boden nährstoffarm.

Zwei Dinge bremsen Kapuzinerkresse am Anfang: Frost und zu nährstoffreiche Erde. Die Pflanze ist stark frostempfindlich, und ein zu nährstoffreicher Boden fördert Laub auf Kosten der Blüten. Ich lege die großen Samen deshalb erst ab Mitte Mai ins Beet und ziehe für den Balkon einige Töpfe auf der Fensterbank vor. Vorher entscheide ich, ob die Kresse an einem Zaun klettern oder kompakt im Kasten bleiben soll, denn davon hängen Sorte und Abstand ab.
Gemeint ist hier die Große Kapuzinerkresse, botanisch Tropaeolum majus. Bei uns wird die Pflanze einjährig gezogen und ist nicht winterhart, deshalb säst du sie jedes Jahr neu. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Wie sich die Art unter den Sommerblumen einordnet und was für Standort, Gießen und Pflanzenschutz allgemein gilt, findest du in den Grundlagen für Sommerblumen.
Rankend oder buschig: welche Sorten passen zu deinem Platz?
Bei der Sortenwahl entscheidet zuerst die Wuchsform. Kletternde Sorten bilden bis zu 2,5 m lange Triebe und brauchen Platz in die Höhe. Kompakte Sorten eignen sich dagegen für die Kultur in Töpfen und Kästen.
Ein Beispiel für die kletternde Gruppe ist die ‘Rankende Mischung’. Mit ihr begrünst du Pergolen, Spaliere und Zäune. Wie du die Triebe dort hinaufführst, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Kapuzinerkresse an Zaun und Pergola klettern lässt.
Für die buschige Gruppe steht etwa die Kapuzinerkresse B51 von ReinSaat. Die Sorte bildet ein buschiges Bouquet aus ungefüllten Blüten. Ungefüllte Blüten erleichtern Insekten den Zugang zu Nektar und Pollen, deshalb passt die B51 auch in ein Beet, das Bestäubern etwas bieten soll.
Die rankende Form bringt Grün und Blüten in die Höhe, verlangt dafür aber Führung und Abstand. Mit ihren langen Trieben kann sie andere Pflanzen unterdrücken. Die buschige Form ist die Wahl für wenig Raum, etwa im Balkonkasten. Bei einer Mischkultur planst du schon bei der Aussaat Raum für die endgültige Größe jeder Pflanze ein. Welche Nachbarn zusammenpassen, kannst du im Planer für Mischkultur durchgehen.
Ich schreibe beim Säen auf jedes Topfschild, ob die Sorte rankt oder buschig wächst. Beim Auspflanzen sehe ich so sofort, welche Töpfe an den Zaun kommen und welche in den Kasten.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffarmer, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Trockenheit vermeiden. Sehr nährstoffreicher Boden fördert üppige Blätter, aber weniger Blüten; ärmerer Boden begünstigt die Blütenbildung.
- Düngung
Für reichen Blütenflor nährstoffarm kultivieren; zu nährstoffreicher Boden fördert Blätter auf Kosten der Blüten.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon. Die Pflanze dient Nützlingen und Insekten als Nahrungsquelle.
Wann säst du Kapuzinerkresse?
Ins Freiland kommt die Saat von Mitte Mai bis Ende Juni. Früher ist es draußen zu riskant, weil die Kapuzinerkresse stark frostempfindlich ist. Wer vor Mitte Mai anfangen möchte, zieht im Haus vor; als Startmonate der Kultur gelten März bis Mai. Die vorgezogene buschige B51 wird zum Beispiel im Mai ausgepflanzt.
Deine Saattermine für alle Sommerblumen hast du mit dem Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken im Blick.
Platz und Saatbett vorbereiten
Kapuzinerkresse wächst in Sonne und Halbschatten, als Richtwert gilt ein vollsonniger Platz. Der Boden soll gut durchlässig und eher nährstoffarm sein. Zu nährstoffreiche Erde fördert das Laub auf Kosten der Blüten. Ein gerade kräftig gedüngtes Beet ist für die Kresse deshalb nicht der passende Platz. Beim pH-Wert ist die Art nicht wählerisch, sie wächst auf sauren, neutralen und alkalischen Böden. Austrocknen sollte der Boden trotzdem nicht, die Kresse mag es frisch.
Wie viele Nährstoffe dein Beet schon mitbringt, zeigt eine Bodenuntersuchung. Was für Sommerblumen allgemein bei Licht, Boden und pH-Wert gilt, steht in den Grundlagen für Sommerblumen im Abschnitt Standort und Boden.
Für die DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. bereitest du ein fein geharktes, unkrautfreies und gut durchlüftetes SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. vor. Ich lockere die Fläche, ziehe sie mit dem Rechen glatt und stecke kleine Stäbe an die Stellen, an denen die Samen liegen sollen.
Direktsaat ins Beet
Die Werte für Aussaat und Wuchs im Überblick:
| Angabe | Wert für Kapuzinerkresse |
|---|---|
| Direktsaat ins Freiland | Mitte Mai bis Ende Juni |
| Startmonate der Kultur | März bis Mai |
| SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. | 1 bis 2 cm |
| Licht beim Keimen | kein LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte., Samen mit Erde bedecken |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | 15 bis 20 °C |
| Keimdauer | 7 bis 21 Tage |
| Abstand der ‘Rankenden Mischung’ im Beet | 30 × 40 cm |
| Trieblänge kletternder Sorten | bis 2,5 m |
| Wuchsbreite | 20 bis 50 cm |
| Blütezeit | Juni bis Oktober |
| Tausendkorngewicht bei Wild- und GenbankmaterialGenbankmaterial ist Saat- oder Pflanzgut aus dem Bestand einer Genbank, etwa einer Sammlung von Kulturpflanzen und ihren wilden Verwandten. Es wird nur in kleinen Mengen abgegeben und ist keine Ware eines kommerziellen Saatgutlieferanten. | 131,5 bis 161,9 g |
Die Samen sind groß, deshalb legst du sie einzeln. Jedes Korn kommt 1 bis 2 cm tief in die Erde. Kapuzinerkresse ist kein Lichtkeimer, die Samen gehören also unter eine Erdschicht. Danach hältst du die Saatstelle feucht, denn Saatgut darf während und direkt nach der Keimung nicht austrocknen. Die Samen keimen bei 15 bis 20 °C. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 21 Tage.
Wie viel Platz deine Reihen brauchen, rechnest du im Beetplaner durch.
Die großen Samen eignen sich gut für einen Keimversuch mit Kindern. Lege einige Samen zwischen die Wand eines durchsichtigen Glases und feuchtes Küchenpapier, damit die Kinder die Wurzeln sehen. Messen, Zeichnen und Fotografieren halten fest, wie die Keimlinge wachsen.
Vor und nach der Saat gehst du diese Punkte durch.
- Saatbett fein geharkt, unkrautfrei und locker
- Samen einzeln gelegt und mit Erde bedeckt
- Saatstelle bis nach der Keimung feucht
- zu dicht stehende Sämlinge rechtzeitig auf Abstand ziehen
Vorkultur im Topf
Für die Vorkultur nimmst du frische, ausdrücklich als Aussaaterde gekennzeichnete Erde. Die Töpfe sind sauber und haben einen Wasserabzug. Große Samen wie die der Kapuzinerkresse kommen einzeln in kleine Töpfe statt in Saatschalen.
Deckst du die Töpfe ab, darf die Abdeckung nicht luftdicht schließen. Bis zur Keimung lüftest du täglich und hältst die Erde gleichmäßig feucht.
Nach der Keimung brauchen die Jungpflanzen viel Licht und weniger Wärme. Ich stelle die Töpfe dann an mein hellstes Fenster in einem kühleren Raum und drehe sie beim Gießen ein Stück weiter.
Die Töpfe bleiben nach dem Keimen warm an einem dunklen Platz stehen. Zu wenig Licht lässt Jungpflanzen lang, instabil und hellgrün werden, und viel Wärme begünstigt bei Lichtmangel zusätzlich lange, weiche Triebe.
Vereinzeln, umsetzen, auspflanzen
Im Beet ziehst du zu dicht stehende Sämlinge rechtzeitig auf Abstand. Für die ‘Rankende Mischung’, die an Zaun oder Spalier klettern soll, vereinzelst du auf 30 × 40 cm. Im Topf bleibt bei dieser Mischung nach dem VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. eine Pflanze je Topf stehen. Weil jede Pflanze dann ihren eigenen Topf hat, entfällt das PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat., und du setzt später den ganzen Ballen um.
Umgesetzt wird, sobald der Erdballen gut durchwurzelt ist. Ich kippe den Topf dafür vorsichtig auf die Hand und schaue, ob die Wurzeln die Erde zusammenhalten.
Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Jungpflanzen an draußen. Bei mildem Wetter stehen sie zuerst geschützt im Schatten und kommen erst schrittweise in die Sonne. Sinken die Nachttemperaturen, holst du sie wieder in Schutz. Ins Beet setzt du sie im Mai, wenn kein Frost mehr droht. Danach schließt du das Pflanzloch, gießt an und drückst die Erde leicht an.
Kapuzinerkresse ist stark frostempfindlich. Bepflanzt du Kästen und Kübel vor Mitte Mai, brauchen sie bei drohendem Spätfrost Schutz.
Kapuzinerkresse in Topf und Balkonkasten
Für Topf und Kasten wählst du kompakte Sorten. Rankende Sorten wachsen auch im Kübel, brauchen dort aber ein standfestes Gefäß. Das Klettergerüst sicherst du möglichst zusätzlich an einer festen Rückwand.
Jedes Gefäß braucht Abzugslöcher, damit sich bei Regen keine Staunässe bildet. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche trocken wirken, während es tiefer noch nass ist. Prüfe deshalb vor dem Gießen die Feuchte im unteren Bereich mit dem Finger oder heb das Gefäß an. Ein größeres Erdvolumen speichert mehr Wasser und kann den raschen Wasserverlust an heißen Tagen abpuffern.
Von der Pflanzung bis zur ersten Blüte
Bis die ersten Blüten erscheinen, braucht die junge Kresse vor allem gleichmäßige Feuchte. Steht sie zu trocken, können sich gelbe Blätter bilden. Ich prüfe die Erde mit dem Finger und gieße morgens direkt auf den Boden. Wie du Sommerblumen nach Phase und Bedarf gießt, steht in den Grundlagen für Sommerblumen unter Gießen und Düngen.
Mit Dünger hältst du dich zurück, denn für einen reichen Blütenflor wird Kapuzinerkresse nährstoffarm kultiviert. Bei rankenden Sorten lenkst du die jungen Triebe in den ersten Wochen in die gewünschte Richtung und befestigst sie vorsichtig an der Kletterhilfe. Wie Pflege, Düngung und Stütze über den Sommer weitergehen, beschreibt der Ratgeber, wie du Kapuzinerkresse durch die Saison pflegst.
Mit der ersten Blüte kommt ein neues Thema dazu. Mit welchen Schnitt- und Pinziergriffen du die Blütenfülle steigerst, zeigt der Ratgeber, wie du bei Kapuzinerkresse mehr Blüten erzielst.
Schädlinge, Ernte und Küche im Kurzüberblick
Kapuzinerkresse kann von Blattläusen befallen werden, die du abwäschst oder mit den befallenen Pflanzenteilen entfernst. Auch die Raupen des Großen Kohlweißlings fressen an ihr und hinterlassen Löcher in den Blättern. Wie du bei Sommerblumen vorbeugst und von Hand eingreifst, steht in den Grundlagen für Sommerblumen unter Krankheiten und Schädlinge.
Besonders auf Baumscheiben kann Kapuzinerkresse als Lock- und Zeigerpflanze für schwarze Blattläuse dienen. Mehr dazu, welche Rolle Kapuzinerkresse im Kräutergarten spielt, findest du im eigenen Ratgeber.
Blätter erntest du ab Mai, Blüten von Juni bis Oktober. Wie du Blüten, Blätter und Samen erntest und trocknest, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Junge Blätter, Blüten und Knospen der sicher bestimmten Kapuzinerkresse sind essbar und schmecken würzig-scharf. Für den Verzehr dürfen die Pflanzen nicht mit chemischen Mitteln behandelt sein. Ideen für Salat, Kräuterquark und essbare Dekoration sammelt der Ratgeber, wie du Blüten und Blätter in der Küche verwendest.





