Kapuzinerkresse im Naturgarten: Was sie Insekten und Nützlingen bietet
- Kapuzinerkresse blüht von Juni bis Oktober und dient Insekten und Nützlingen als Nahrungsquelle.
- Ungefüllte Sorten erleichtern Insekten den Zugang zu Nektar und Pollen.
- Blattläuse an der Kresse sind Nahrung für Marienkäfer sowie Florfliegen- und Schwebfliegenlarven: erst hinschauen, dann eingreifen.
- Raupen des Großen Kohlweißlings fressen an ihr, Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs brauchen dagegen Brennnesseln.
- Als einjährige, nicht winterharte Pflanze ersetzt sie weder Nistplätze noch Winterquartiere noch heimische Pflanzen.
- Direktsaat von Mitte Mai bis Ende Juni, nährstoffarm kultiviert für mehr Blüten.

Du möchtest im Naturgarten eine Sommerblume säen, die Insekten bis in den Herbst Futter liefert und wenig Arbeit macht? Kapuzinerkresse blüht von Juni bis Oktober und dient Insekten und NützlingenNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. als Nahrungsquelle. Wie viel sie im Garten bewirkt, hängt aber von der Sorte, vom Boden und von deinem Umgang mit Blattläusen ab. Ich säe sie gezielt an Stellen, an denen mein Garten im Sommer und Herbst Lücken im Blütenangebot hat.
Dazu gehört auch ein ehrlicher Blick auf ihre Grenzen. Nistplätze, Winterquartiere und heimische Pflanzen ersetzt sie nicht, und die brauchen viele Kleinlebewesen neben Blüten ebenfalls.
Was ist Kapuzinerkresse?
Gemeint ist meist die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), eine einjährigeEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. und nicht winterharte Sommerblume. Es gibt kompakte Sorten für Gefäße und kletternde Sorten, deren Triebe bis zu 2,5 m lang werden können. Was einjährige Sommerblumen allgemein auszeichnet, findest du im Kurzporträt der Sommerblumen zu Lebensdauer und Herkunft.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffarmer, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Trockenheit vermeiden. Sehr nährstoffreicher Boden fördert üppige Blätter, aber weniger Blüten; ärmerer Boden begünstigt die Blütenbildung.
- Düngung
Für reichen Blütenflor nährstoffarm kultivieren; zu nährstoffreicher Boden fördert Blätter auf Kosten der Blüten.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon. Die Pflanze dient Nützlingen und Insekten als Nahrungsquelle.
Was bieten ihre Blüten Bienen und anderen Insekten?
Für Blütenbesucher zählen zwei Dinge: Kommen sie an Nektar und Pollen heran, und wie lange reicht das Angebot? Bei der Kapuzinerkresse steuerst du beides über Sortenwahl, Boden und Nachbarpflanzen.
Ungefüllte Sorten wählen
Ungefüllte Blüten erleichtern Insekten den Zugang zu Nektar und Pollen. Gefüllte Zuchtformen sind dagegen häufig steril und bieten Bienen dann keine Nahrung. Für eine bienenfreundliche Bepflanzung eignen sich viele ungefüllte und halbgefüllte Blüten, stark gefüllte meidest du besser. Ein Beispiel ist die Kapuzinerkresse B51 von ReinSaat, die ein buschiges Bouquet aus ungefüllten Blüten bildet. Ich prüfe in der Sortenbeschreibung immer zuerst, ob eine Sorte gefüllt oder ungefüllt blüht.
„Gefüllte Blüten sind für Bienen immer wertlos.“ So pauschal stimmt das nicht, denn auch gefüllt blühende Zierpflanzen können noch zugänglichen Pollen oder Nektar bilden. Die Füllung allein bestimmt den Bienenwert also nicht sicher. Für den Naturgarten bleibt die ungefüllte Sorte trotzdem die naheliegende Wahl.
Mager halten, damit sie blüht
Für einen reichen Blütenflor kultivierst du Kapuzinerkresse nährstoffarm. Ein zu nährstoffreicher Boden fördert üppiges Laub auf Kosten der Blüten. Wer die Kresse kräftig düngt, bekommt also mehr Blätter und weniger Blüten und damit weniger Nektar und Pollen für die Blütenbesucher. Ich setze sie an magere Stellen und dünge sie im Beet nicht zusätzlich.
Lange Blüte in einer Blühfolge
Insekten brauchen ungefüllt blühende Pflanzen vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätherbst. Die Kapuzinerkresse übernimmt davon den Abschnitt von Juni bis Oktober. Weil sie stark frostempfindlich ist und erst ab Mitte Mai direkt gesät wird, muss das Frühjahrsangebot von anderen Pflanzen kommen. Für ein durchgehendes Angebot kombinierst du Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten über die ganze Saison.
| Jahreszeit | Mögliche Futterpflanzen | Rolle der Kapuzinerkresse |
|---|---|---|
| Frühjahr | Krokus, Lungenkraut | noch nicht im Beet, DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. erst ab Mitte Mai |
| Sommer | Schmuckkörbchen, Kornblume | blüht ab Juni |
| Herbst | ungefüllte Herbstastern | blüht bis Oktober, danach endet die einjährige Pflanze |
Die Abfolge kannst du Beet für Beet im Beetplaner festhalten.
Warum Blattläuse an der Kresse Nützlinge füttern
Kapuzinerkresse kann von Blattläusen befallen werden. Besonders auf Baumscheiben kann sie als Lock- und Zeigerpflanze für schwarze Blattläuse dienen. Die Läuse sitzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen und können gekräuselte oder verkrüppelte Blätter und Triebe verursachen.
Im Naturgarten ist so eine Kolonie mehr als ein Schaden. Marienkäfer sowie die Larven von Florfliegen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. gehören zu den natürlichen Feinden der Blattläuse. Eine Kolonie an der Kresse kann diesen Nützlingen also Nahrung bieten, und wer sie sofort entfernt, nimmt ihnen genau diese Nahrung. Bei Befall schaust du darum zuerst, ob schon Nützlinge an den Läusen sind. Bei schwachem Befall genügt an Zierpflanzen häufig ein Wasserstrahl, stark befallene Triebe entfernst du.
Blattläuse an der Kresse sofort abspritzen, ohne vorher hinzusehen. Damit entfernst du womöglich die Nahrung von Marienkäfern sowie Florfliegen- und SchwebfliegenlarvenSchwebfliegenlarven sind die Larven der Schwebfliegen und zählen zu den wirksamsten natürlichen Gegenspielern der Blattläuse im Garten. Sie fressen alle Blattlausstadien und gehören auch zu den natürlichen Feinden verschiedener Milben., die schon an der Kolonie sitzen. Erst nachsehen, dann entscheiden.
Bei meinem Rundgang drehe ich an der Kresse einzelne Blätter um und schaue mir die Triebspitzen an. Entdecke ich zwischen den Läusen Larven, lasse ich die Kolonie stehen und beobachte weiter. Stark befallene Triebe schneide ich ab, statt die ganze Pflanze abzuspritzen.
Welche Raupen fressen an Kapuzinerkresse?
Löcher in den Blättern können auf Raupen des Großen Kohlweißlings hindeuten, denn sie fressen auch an Kapuzinerkresse. Im Naturgarten ist die Kresse damit zugleich Futterpflanze für die Raupen dieses Schmetterlings. Wie viel Fraß du duldest, entscheidest du selbst. Wird es dir zu viel, sammelst du die Raupen ab.
Anders sieht es bei zwei bekannten Gartenfaltern aus. Für die Raupen von Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs sind Brennnesseln wichtige Nahrungspflanzen. Wer diese Falter fördern will, plant deshalb eine Brennnesselecke ein und verlässt sich nicht auf die Kresse allein. Ich lasse dafür in einer Gartenecke Brennnesseln stehen.
Fraß vom Blattrand zusammen mit silbrigen Schleimspuren spricht eher für Schnecken als für Raupen. Dreh einige Blätter um, bevor du handelst. Schnecken sammelst du zunächst ab.
Was die Kresse für Wildbienen und Kleinlebewesen nicht leisten kann
Blüten allein machen noch keinen Lebensraum. Viele Kleinlebewesen brauchen außerdem Nistplätze und Winterquartiere, und manche sind auf bestimmte Pflanzen angewiesen.
Offene Bodenstellen für bodennistende Wildbienen
Wildbienen brauchen neben Blüten auch Nistplätze, etwa offene Bodenstellen und Totholz. Bodennistende Arten finden an offenen, besonnten und möglichst ungestörten Stellen Lebensraum. Kletternde Kapuzinerkresse kann mit ihren langen Trieben andere Pflanzen unterdrücken. Lässt du sie frei über den Boden wachsen, können also auch die offenen Stellen zuwachsen, die bodennistende Wildbienen brauchen. Ich leite rankende Sorten an einen Zaun und lasse am sonnigen Beetrand ein Stück Boden frei.
Winterquartiere entstehen woanders
Als einjährige, nicht winterharte Pflanze übersteht die Kapuzinerkresse den Winter nicht. Verstecke und Überwinterungsmöglichkeiten fördern aber gerade die Nützlinge, die Blattläuse dezimieren. Diese Quartiere müssen deshalb andere Pflanzen liefern. Über Winter stehen gelassene Staudenstängel bieten Insekten Quartiere, und Samenstände können Vögeln Nahrung liefern. In einem insektenfreundlichen Staudenbeet schneidest du die vorjährigen Stängel erst im Frühjahr ab. Sommerblumen eignen sich als Lückenfüller im Staudenbeet, und dort hat die Kresse solche Nachbarn direkt neben sich.
Heimische Pflanzen ergänzen
Einige spezialisierte Wildbienen sind auf bestimmte heimische Pflanzen angewiesen. Diese Pflanzen gehören zusätzlich in den Garten, die Kapuzinerkresse ist ein Baustein unter mehreren. Ihr Saatgut bleibt im eigenen Garten, denn für Aussaaten in der freien Natur sind heimische Pflanzen regionaler Herkunft vorgesehen.
Damit die Kresse im Naturgarten nicht allein steht:
- ungefüllt blühende Sorte wählen
- Frühjahrs- und Herbstblüher dazu pflanzen
- eine sonnige, offene Bodenstelle frei lassen
- Totholz als Nistplatz anbieten
- Staudenstängel über Winter stehen lassen
- eine Brennnesselecke einplanen
- heimische Pflanzen ergänzen
Anbau, Gestaltung und Küche in Kürze
Diese Themen vertiefen eigene Ratgeber, hier bekommst du nur das Wichtigste.
Aussaat und Pflege
Kapuzinerkresse ist stark frostempfindlich, deshalb säst du sie von Mitte Mai bis Ende Juni direkt ins Beet. Der Ratgeber erklärt, wie du Kapuzinerkresse über die Saison pflegst, düngst und schneidest. Die Termine hältst du im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken fest.
Standort und Boden
Kapuzinerkresse mag einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit nährstoffarmem, gut durchlässigem Boden. Ein eigener Ratgeber zeigt, was ihr Wuchs über pH-Wert, Nährstoffe und Struktur deines Bodens verraten kann. Eine einzelne Zeigerpflanze erlaubt allerdings noch keine verlässliche Standortbeurteilung.
Rankend oder kompakt
Die Kapuzinerkresse ‘Rankende Mischung’ eignet sich zum Begrünen von Pergolen, Spalieren und Zäunen, kompakte Sorten passen in Gefäße. Wie du sie als Sichtschutz, an Fassaden oder als Bodendecker einsetzt, liest du im Ratgeber zur Rankpflanze.
Mischkultur und Pflanzenschutz
Auch im Gemüsegarten lässt sich Kapuzinerkresse als BegleitpflanzeEine Begleitpflanze ergänzt im Beet eine auffälligere Leitpflanze; sie ist niedriger und wächst in kleineren Gruppen daneben. Im Gemüsebeet nennt man so auch einen Mischkulturpartner, der neben der Hauptkultur wächst. setzen. Behauptete Nachbarschaftseffekte im Gemüsebeet sind allerdings häufig widersprüchlich und hängen auch von Standort und Pflege ab. Wie du sie als Begleitpflanze im Gemüsegarten einsetzt, zeigt ein eigener Ratgeber, passende Beetnachbarn prüfst du im Mischkultur-Planer.
Küche
Junge Blätter, Blüten und Knospen der sicher bestimmten Kapuzinerkresse sind essbar und schmecken würzig-scharf und leicht senfartig. Für den Verzehr nimmst du nur unbehandelte Pflanzen und befreist die Blüten vorsichtig von Insekten. Wie du sie im Kräutergarten erntest und in der Küche verwendest, beschreibt der Ratgeber zum Kräutergarten. Kapuzinerkresse ist Lebensmittel und Insektenfutter, keine Medizin.





